Kurzer Schlaf belastet die Knochen

Frauen, die wenig schlafen, haben eine verminderte Knochendichte und ein erhöhtes Osteoporoserisiko. Das ist das Ergebnis einer Datenauswertung, in die Informationen von über 11.000 Frauen am Ende der Wechseljahre einflossen.

Die Frauengesundheitsinitiative (engl. Women's Health Initiative, abgekürzt WHI) wurde im Jahr 1991 vom amerikanischen National Institutes of Health ins Leben gerufen. Im Rahmen der Initiative wurden große Beobachtungsstudien zur Gesundheit älterer Frauen durchgeführt. Es ist eine große Datenbasis entstanden, die es erlaubt, Beziehungen zwischen einzelnen Lebensstilfaktoren und Aspekten der Gesundheit zu berechnen. 

Kurzschläferinnen mit erhöhtem Risiko

Im Fall der aktuellen Untersuchung berechneten die Forscher, ob die Schlafdauer von Frauen nach der Menopause (so nennt man die letzte Regelblutung) einen Einfluss auf die Knochendichte der Teilnehmerinnen hatte. Hier gab es einen deutlichen Zusammenhang: Frauen, die unter 5 Stunden pro Nacht schliefen, hatten eine verminderte Knochendichte an allen „Messpunkten“, nämlich der Hüfte, dem Hals und der Wirbelsäule. Ihr Risiko eine Osteoporose, also einen Knochenschwund, zu entwickeln war im Vergleich zu Frauen mit mehr als 7 Stunden Nachtschlaf an der Wirbelsäule um 28% und am Gesamtskelett um 94% höher.

Ursache und Wirkung erkennen

Der Vorteil von Beobachtungsstudien ist, dass man große Datenmengen über viel Jahre sammeln und auswerten kann. Der Nachteil ist, dass man zwar einen Zusammenhang finden, aber nicht zuverlässig zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden kann. Die Autoren betonen daher, dass es auch sein könnte, dass andere Faktoren gleichzeitig eine geringere Knochendichte und die kürzere Schlafdauer bedingen. Bekannte Risikofaktoren wie beispielsweise Alter, Ethnie, Tabak- und Alkoholkonsum, Body-Mass-Index, Bewegungsverhalten oder die Nutzung von Schlaftabletten wurden allerdings in dieser Studie mit Hilfe statistischer Methoden „herausgerechnet“. 

Ruhe für die „Renovierung“

Die Forscher haben außerdem eine Theorie, wie sich Schlafmangel auf die Knochendichte auswirken könnte: Knochen sind ein lebendes Gewebe, das ständig ab und aufgebaut wird. Diese Umbauarbeiten finden vor allem nachts statt. Schlechter oder zu wenig Schlaf könnte also dazu führen, dass für die Arbeiten am Knochengerüst nicht ausreichend Zeit bleibt. 

Die Wissenschaftler betonen, das sei eigentlich eine gute Nachricht, denn die Länge des Nachtschlafes lässt sich - zumindest theoretisch –beeinflussen. Ausreichender Schlaf wirkt sich insgesamt positiv auf die Gesundheit aus- das ist inzwischen gut belegt. Der Zusammenhang zur Knochendichte ist ein weiterer Grund, sich nicht mit schlechtem oder zu wenig Schlaf zufrieden zu geben. 

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