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Nach Covid-19: Wie lange bleibt die Erschöpfung?

SARS-Cov-2-Infektionen finden sich in allen Altersgruppen, aber hauptsächlich die älteren (oder vorerkrankten) Patienten entwickeln schwere Symptome. Es gibt allerdings Hinweise, dass auch nach leichten Krankheitsverläufen noch nach Wochen und Monaten Symptome auftreten können. In einer Stichprobe haben Forscher solche Erschöpfungszustände bei gut der Hälfte der Patienten gefunden.
Anhaltende Erschöpfungszustände sind nach verschiedenen Infektionskrankheiten bekannt. Dabei handelt es sich nicht um ein kleines “Formtief”, sondern bleierne Müdigkeit, Muskelschwäche und Konzentrationsprobleme, die Patienten noch lange nach der eigentlichen Infektion belasten können. Mediziner sprechen von “postviraler Fatigue”. Manche Betroffene sind monatelang arbeitsunfähig oder schaffen es nicht, ihren Alltag zu bewältigen. 

Nachhaltige Belastung 

Forscher haben jetzt 128 genesene Covid-19-Patienten zu ihrem Befinden befragt, und zwar 10 Wochen nach dem Ende ihrer Quarantäne bzw. ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus. Etwa die Hälfte der Befragten war stationär behandelt worden, die andere Hälfte kurierte die Infektion zu Hause aus. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer berichtete von anhaltender Erschöpfung – und zwar ganz unabhängig von der Schwere ihres Infektionsverlaufes. Knapp ein Drittel der zuvor Berufstätigen war 10 Wochen nach der Infektion noch nicht wieder an ihrem Arbeitsplatz.  

Unvollständiges Bild 

Immerhin: Im Immunsystem der Patienten konnten die Forscher keine messbaren Spuren finden. Sie werten das als ermutigendes Signal, dass sich das Immunsystem irgendwann vollständig erholt. Denn nach einigen Viruserkrankungen können die Erschöpfungszustände chronisch werden und beeinträchtigen jahrelang die Lebensqualität der Patienten schwer. In solchen Fällen sind meist auch bestimmte Immunparameter verändert. Mediziner sprechen vom Chronischen Fatigue-Syndrom, das mit weiteren Symptomen einhergeht und noch nicht ausreichend untersucht ist. Ob solche Verläufe nach Covid-19-Erkrankungen wahrscheinlicher sind als nach anderen viralen Infekten, kann man aus den bisherigen Beobachtungen noch nicht ableiten. 

Auch Gesunde schützen 

Michael Head von der University of Southampton, der an der zitierten Untersuchung nicht beteiligt war, kommentierte die Ergebnisse: „Wir sehen immer mehr Belege für ein ‚langes Covid‘ – und Fatigue ist eine ihrer häufig berichteten Nebeneffekte. Dieses Ausmaß an Spätfolgen ist der Grund, warum es wichtig ist, auch die Ansteckung jüngerer Menschen, die nicht sofort schwer krank werden, zu verhindern.”