Forscher entdecken: Das Nemuri-Gen macht müde

Forscher haben ein Gen identifiziert, das schläfrig macht – allerdings bei Fruchtfliegen. Der Erbgutschnipsel enthält den Bauplan für ein kleines Eiweißmolekül, das den Schlaf einleitet. Besonders interessant ist der Befund, dass das Nemuri-Gen auch durch eine Infektion aktiviert wird. Das könnte erklären, warum Kranke oft müde sind.
Die Wissenschaftler benannten das neu identifizierte Gen nach dem japanischen Wort für Schlaf „Nemuri“. Fliegen mit aktivem Nemuri-Gen waren in den Experimenten besonders schläfrig. War das Gen dagegen zerstört, schlummerten die Insekten selbst bei Schlafmangel schwer ein und waren leicht zu wecken.

Schlafbedürfnis und Immunabwehr sind verbunden

Eine Infektion mit Bakterien scheint die Produktion des Genproduktes dagegen anzukurbeln und fördert einen erholsamen Schlaf. Gleichzeitig hilft das vom Nemuri-Gen codierte Eiweiß dem Immunsystem als körpereigener Abwehrstoff gegen die Mikroben. Ob das Nemuri auch beim Menschen existiert und dort eine analoge Funktion hat, muss noch erforscht werden.

Die Forscher sehen aber Hinweise, dass es bei uns einen ähnlichen Zusammenhang zwischen Schlaf und Immunabwehr geben könnte: „Unsere Studie zeigt eine direkte Verbindung zwischen Schlaf und dem Immunsystem auf und liefert eine mögliche Erklärung dafür, warum wir im Krankheitsfall viel schlafen“, erklärt einer der Autoren in einer Pressemeldung.

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