Schlafen: Schichtwechsel im Oberstübchen

Noch immer rätseln Forscher über die biologische Funktion des Schlafes. Sicher ist nur: Tiere wie Menschen sind darauf angewiesen, ohne Schlaf funktioniert unser Gehirn nicht richtig. Im Schlaf wird Gelerntes im Gedächtnis gespeichert und Erlebtes verarbeitet. Immunsystem und Wundheilung sind beeinträchtigt, wenn wir nicht ausreichend schlafen. Und jeder weiß aus eigener Erfahrung, dass uns schon eine einzige schlechte Nacht auf die Stimmung, den Antrieb und die Aufmerksamkeit schlagen kann.

Ist die Party vorbei, kommt die Putzkolonne

Ungeklärt ist aber bis heute, warum unser Bewusstsein ausgeschaltet sein muss, damit sich das Gehirn erholen und neu organisieren kann. Forscher aus den USA haben Labormäuse im Schlaf untersucht und eine mögliche Erklärung gefunden: Während die Tiere schliefen, wurde im Gehirn „aufgeräumt“. So wurden Stoffwechselprodukte abtransportiert, die bei den Tagesaktivitäten anfallen. Dazu musste die Struktur zwischen den „grauen Zellen“ angepasst werden, Kanäle und Spalten für den Flüssigkeitstransport wurden verbreitert.

„Es scheint, als müsse das Gehirn sich zwischen zwei funktionellen Zuständen entscheiden – entweder es ist wach und passt auf oder es schläft und räumt auf“, sagt Mitautorin Maiken Nedergaard. „Man kann es sich so vorstellen, als würde man eine Party bei sich zuhause schmeißen. Entweder man unterhält die Gäste oder man räumt auf, aber man kann kaum beides zur gleichen Zeit machen.“

Ein Traum: schlafen wie ein Baby

Die Allerkleinsten können meist überall schlafen – auch unterwegs, bei Lärm und Licht. Viele Erwachsene beneiden sie um ihre Fähigkeit, einfach „abzuschalten“, denn mit steigendem Alter klagen immer mehr Menschen über Schlafprobleme. Wer schlecht schläft, rutscht schnell in einen Teufelskreis: Die Sorge, nicht schlafen zu können und am nächsten Tag nicht „fit“ zu sein, lässt die Menschen abends erst recht nicht zur Ruhe kommen. Schlafmediziner empfehlen deshalb, gelassen zu bleiben. Erlaubt ist, was entspannend wirkt.

Einige „Einschlafrituale“ sind dagegen kontraproduktiv: Alkohol macht zwar abends müde, führt aber häufig zu Durchschlafstörungen, weil sein Abbau den Stoffwechsel belastet. Gleiches gilt für üppige Mahlzeiten am späten Abend. Und auch Bildschirme sind keine gute Einschlafhilfe: Blaues Licht programmiert unsere innere Uhr auf „Tag“ und bringt den hormongesteuerten Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander. Experten raten Schlafgestörten zur „Schlafhygiene“: Im Bett soll demnach nur geschlafen werden. Wer nach einer halben Stunde nicht im Land der Träume ist, steht besser wieder auf.

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