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Schlechter Schlaf bei Vollmond

Schlaflos im Mondschein

Lange hieß es, schlechter Schlaf bei Vollmond sei wissenschaftlich nicht nachweisbar und beruhe (wahrscheinlich) auf psychologischen Effekten. In den letzten Jahren häufen sich aber Hinweise, dass es sehr wohl einen Zusammenhang zwischen den Mondphasen und der Schlafqualität geben könnte – und zwar unabhängig von der Helligkeit im Schlafzimmer.

Naturvölker und Großstädter reagieren auf den Mond

Eine Arbeitsgruppe aus Washington hat in einer großen Studie zeigen können, dass die Mondphasen einen Einfluss auf die Einschlafdauer und auch die Länge des Nachtschlafes hatten. Besonders interessant: Sie schlossen Angehörige eines indigenen Volksstammes (Toba/Qom) ein und unterteilten sie nach ihrer Lebensweise in verschiedene Gruppen: Einige lebten ganz traditionell ohne Zugang zu elektrischem Licht, eine Gruppe zwar ländlich, aber mit Elektrizität, eine weitere in der Stadt. Als Kontrollgruppe wurden noch Studenten in der Großstadt Washington hinzugezogen. Das überraschende Ergebnis: In allen Gruppen zeigten sich die Effekte der Mondphasen, wenn auch weniger stark, je urbaner die Lebensweise war. Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass das vergleichsweise schwache Mondlicht im städtischen Umfeld diese Effekte nicht bewirkt haben kann. Sie vermuten, dass die Mondphasen auf anderen Wegen auf den Nachtschlaf wirken. Denkbar wäre beispielsweise ein Einfluss der Schwerkraft des Mondes, die wir von den Gezeiten des Meeres kennen.

Vollmond drosselt die Melatonin-Produktion

Das passt zu den Ergebnissen einer deutschen Arbeitsgruppe, die ihre im Schlaflabor erhobenen Daten nachträglich mit den Mondphasen abglich. Die Forscher fanden eine in Schnitt um 5 Minuten verlängerte Einschlafzeit und insgesamt 20 Minuten weniger Nachtschlaf rund um den Vollmond – ohne, dass das Mondlicht für die Schlafenden im Labor wahrnehmbar gewesen wäre. Die Wissenschaftler konnten auch physiologische Unterschiede messen, so wurde in den Vollmondnächten weniger Melatonin gebildet. Melatonin ist ein Botenstoff, der den Schlaf-wach-Rhythmus steuert und zur Verkürzung der Einschlafzeit beiträgt. Der nächste Vollmond leuchtet uns am 27. April. Wer sich ohnehin mit Schlafproblemen plagt, kann seinen Körper beim Einschlafen gezielt unterstützen.