Schwangerschaft – Einzelkind oder Geschwisterchen?

Über zweite Male und warum es den idealen Zeitpunkt zum Kinderkriegen nicht gibt

Die Frage nach dem zweiten Kind, ein Thema, mit dem sich alle Eltern früher oder später beschäftigen werden. Aber wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt um über ein Geschwisterchen nachzudenken? Gibt es diesen überhaupt? Wir haben uns mit Merle, Influencerin, Podcasterin, Mama und aktuell schwanger mit Baby Nummer zwei, zu diesem Thema unterhalten. Auf Instagram nimmt sie uns als @littlecarlchenandme mit in ihren Alltag als schwangere Kleinkind-Mama, den sie mit einer großen Portion Humor meistert.

Liebe Merle, erzähl doch einmal kurz – Wer bist Du und was machst Du?

Hallo, ich bin Merle. In ein paar Wochen werde ich nicht nur Zweifachmama sein, sondern auch 30 Jahre alt. Ich bin gelernte Erzieherin und habe im heilpädagogischen Bereich gearbeitet. Nebenher habe ich PEKiP-Kurse gegeben und ich schreibe auf Instagram ein bisschen über mein Leben als Mama. Ich versuche, gerade das Leben als Mama, und auch alles drum herum nicht so ernst zu nehmen und fahre damit erstaunlich gut (lacht).

Du bist gerade schwanger mit Deinem zweiten Kind. Herzlichen Glückwunsch! Wie geht es Dir? Wie hast Du Deine Schwangerschaft bisher erlebt?

Dankeschön! Mir geht es blendend, abgesehen von den normalen Wehwehchen am Ende einer Schwangerschaft. Ich hatte, trotz einiger Beschwerden eine sehr schöne Schwangerschaft und ich kann gar nicht glauben, dass sie bald vorbei sein wird. Die Zeit raste diesmal nur so an mir vorbei und ich kam gar nicht wirklich dazu, das alles zu genießen. Umso mehr freue ich mich auf den kleinen Bauchzwerg!

Unterscheidet sich Deine zweite Schwangerschaft von der Ersten?

Ja. In der ersten Schwangerschaft hatte ich kaum Beschwerden und wenn, waren sie nicht der Rede wert. Diesmal hatte ich bis zur 20. Woche mit starker Übelkeit zu kämpfen und auch der, immer mal wieder eingeklemmte, Ischiasnerv und das Sodbrennen sind viel schmerzhafter, als beim letzten Mal.

Wie sieht es in Punkto Ernährung aus? Achtest Du gerade jetzt in Deiner Schwangerschaft besonders auf eine ausgewogene Ernährung oder haben Dich verrückte Schwangerschaftsgelüste fest im Griff?

Halb und halb! Ich achte definitiv darauf mich ausgewogen zu ernähren und es gelingt mir auch recht gut. Dennoch verfalle ich häufig mal abends meinen bösen Schwangerschaftsgelüsten. Am Anfang war es tonnenweise Wassereis, dann kamen die Lebkuchen und jetzt sind es kiloweise Mandarinen und Fruchtsaft. Mit letzterem kann ich ganz gut leben. Meine Speiseröhre leider nicht (lacht).

Uns beschäftigt immer wieder die Frage, ob es den idealen Zeitpunkt zum Kinderkriegen gibt. Was uns sehr interessiert: Hattest Du eine Art Lebensplan in dem ganz klar auch Kinder vorkamen, oder bist Du plötzlich aufgewacht und da war er dann, „der Kinderwunsch“?

Nein! Ich bin der festen Überzeugung, dass es den richtigen Zeitpunkt dafür nicht wirklich gibt. Im Nachhinein stellt man eventuell fest, dass es die richtige Zeit war, aber vorher fühlt es sich in den meisten Fällen glaube ich, immer wie ein kleines Risiko an. 
Ich wollte schon immer Kinder haben und als ich dann den richtigen Mann dafür kennengelernt habe, kam bei mir der Wunsch auch schnell wieder hoch.
Der Wunsch nach einem zweiten Kind kam ganz langsam, als Carlotta anfing zu laufen. Es fühlte sich so an, als wäre sie jetzt groß. Außerdem wollte ich auf keinen Fall, dass sie ein Einzelkind bleibt. Ich bin selbst eins und finde das gar nicht schön.

Kinderwunsch ist bei uns ein großes Thema. Viele Frauen müssen einen längeren, manchmal auch steinigen Weg gehen, bis es klappt. Wie war das bei Dir? Hast Du lange auf den Eintritt der Schwangerschaften warten müssen, oder hattest Du recht schnell die „zwei berühmten Linien“ auf Deinem Schwangerschaftstest?

Ich hatte das riesengroße Glück bei beiden Kindern im ersten Zyklus, in dem wir es wirklich darauf angelegt haben, schwanger zu werden. Ich kenne sehr viele Frauen in meinem Umfeld, die es über Monate und Jahre versuchen und ich möchte mir nicht vorstellen, wie schmerzhaft und nervenaufreibend das sein muss.

Wie war es, als Du erfahren hast, dass Du wieder schwanger bist?

Ich habe auf einmal Panik bekommen. Schaffen wir das alles? Ist das jetzt vielleicht doch der falsche Zeitpunkt? Als ich mich wieder beruhigt habe, war ich einfach nur super happy. Dann kam die Angst, dass etwas schief gehen könnte. Hatte ich bei Carlotta übrigens gar nicht. Beim zweiten Kind umso mehr. Ich glaube, ich konnte einfach nicht glauben, dass wir zweimal das Glück haben, dass es so schnell geht und beide dann auch noch gesund sind. Dummer Gedanke, ich weiß.

Wie bereitest Du Dich auf Dein zweites Baby und das neue Leben als vierköpfige Familie vor? Wie und wo informierst Du Dich zu diesen Themen? Hast Du Tipps?

Ich lese mehr als in der zweiten Schwangerschaft. Ich habe mir diesmal eine Hebamme gesucht, die wirklich zu uns passt und ganz viel mit ihr über das Thema „Stillen“ gesprochen, da ich da bei Carlotta so gar nichts drüber wusste und wir wirklich einen schwierigen Start hatten. Außerdem habe ich mich entschieden nochmal einen Geburtsvorbereitungskurs zu machen und dort auch nochmal einiges gelernt, was ich noch gar nicht wusste. Und das allerwichtigste: Ich weiß diesmal, was ich möchte und spreche das auch aus. Ich möchte spontan entscheiden, ob ich im Krankenhaus Besuch empfange oder, ob sich alle ein paar Tage gedulden müssen und ich werde mich diesmal nicht zwei Tage nach der Geburt anziehen und draußen einen Spaziergang machen, sondern das Wochenbett mehr zelebrieren.

Worauf freust Du Dich besonders? Gibt es auch Themen, die Dich beunruhigen?

Auf die ersten Momente mit dem Baby. Auf das Kuscheln und einfach nur rum liegen- Natürlich freue ich mich sehr auf das Aufeinandertreffen der Geschwister und auf Carlottas Reaktion. Ich hoffe einfach, dass es diesmal problemlos mit dem Stillen klappt und, dass gesundheitlich alles in Ordnung ist.

Auf Instagram und auch in Deinem Podcast gibst Du sehr persönliche Einblicke in Dein Leben. Immer mit einer guten Prise Humor und Ironie. Wie fühlt es sich an, so „Öffentlich“ zu sein? Wie schaffst Du den Spagat aus Privatsphäre und Entertainment?

Ich bin da immer so hin und her gerissen. Natürlich mag ich es gerne auf dieser Plattform Einblicke in unser Leben zu gewähren, wenn mich aber jemand in meinem privaten Umfeld darauf anspricht, möchte ich am liebsten vor Scham in einem Erdloch versinken, da ich eigentlich wenig von Selbstinszenierung, die ich ja nun mal auch hier zelebriere, halte (lacht).

Worauf ich sehr achte ist, dass ich alles nur sehr oberflächlich zeige. Ich würde niemals ernsthaft über meine Kinder herziehen, sie bloßstellen oder peinliche Themen und Bilder posten und achte da sehr penibel drauf. Ich möchte nicht, dass Carlotta sich später mal schämt, die halbe Welt weiß, wann sie Stuhlgang hatte oder ein verwerfliches Bild von ihr im Netz zu finden ist. Ich glaube das bekomme ich ganz gut hin!
Ich bin allerdings sehr stolz darauf, fast täglich Nachrichten von Mamas zu bekommen, dass ich ihnen mit meiner Ehrlichkeit und meinen Posts, die eben auch mal die nicht so schönen Seiten (auf lustige Art und Weise) des Mamaseins zeigen, helfe und ihnen das Gefühl gebe, nicht alleine zu sein. Das ist mir wichtig! Keine Mama sollte denken, dass sie jemals alleine mit ihren Gefühlen und Gedanken ist!

Neben Instagram produzierst Du mit ein paar Freundinnen einen Podcast Namens „Mutterkuchen“. Erzähl doch mal, wie seid Ihr auf die Idee hierzu gekommen? Worum geht es in Eurem Podcast?

Das ist für mich und die anderen ein kleines Herzensprojekt. Irgendwie wollten wir gerne alle noch eine andere Plattform haben, die nichts mit Instagram zu tun hat und so ist langsam die Idee entstanden einen Podcast zu gründen. 
 „Mutterkuchen“ –  Drei Mütter, die sich in den Zimmern ihrer Kinder auf dem Boden treffen, Kaffee und Kuchen und ein paar spannende Themen mit an Board haben.
Es geht viel um uns und unsere Rollen als Mamas, natürlich auch immer ein bisschen um unsere Kids, Partnerschaften, Freundschaften und wir sprechen offen und ehrlich auch die nicht so schönen Dinge an. Dinge, die wir aus unserem alten Leben vermissen und unsere Sehnsüchte. Aber wir treffen uns auch mit anderen Menschen, wie zum Beispiel mit unseren Großeltern, um über die Unterschiede von früher zu heute zu schnacken oder mit anderen Mamas, die von ihren Lebensstilen berichten. Alles in allem ein sehr bunter Mix!

In wenigen Wochen kommt Dein Baby auf die Welt. Wie geht es für Dich weiter? Lässt Du alles auf Dich zukommen, oder hast Du bereits aufregende Pläne für das Jahr 2020?

Ja nur noch ein paar Wochen und ich habe hier zwei Kinder im Haus. Wahnsinn! Ich bin schon ganz aufgeregt. Ich habe noch überhaupt keine Pläne für das Jahr 2020. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass zwei Kinder auch mal gut anstrengend sein können und man sich abends nur noch nach einer Pulle Schnaps sehnt. Ein Traum wäre es, dass der Papa auch Elternzeit einreicht und wir nochmal alle zusammen eine schöne Reise machen. Ansonsten werde ich hier weiter über das Leben als Mama berichten.
 

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