Selbstliebe - lerne Dich selbst kennen

Du musst Dich selbst lieben, bevor Du andere lieben kannst. Diesen Spruch hast Du vermutlich schon irgendwann mal in Deinem Leben gehört. Doch was ist da dran und wie kann man lernen sich selbst zu lieben? Dieser Artikel stellt Dir das Thema Selbstliebe vor und gibt ein paar Anregungen, wie Du Dir selbst näherkommen kannst.

Ein positives Selbstbild

Wenn von Selbstliebe gesprochen wird, dann meint das meist die allumfassende Annahme der eigenen Person, mental wie auch physisch. Das Ziel ist es, sich seiner selbst bewusst zu werden und dabei seine Stärken und Schwächen in ihrer Gesamtheit anzunehmen. Dabei muss Selbstliebe von Überheblichkeit und Narzissmus abgegrenzt werden. Ein Narzisst verhält sich egozentrisch und wichtigtuerisch, kurz, er überschätzt seine Eigenschaften maßlos. Eine Person, die sich selbst liebt, nimmt einfach nur alles an ihr an, ohne zu urteilen.

Selbstliebe wird außerdem oft als Grundlage für die Liebe zu anderen Menschen gesehen. Personen, die sich selbst verabscheuen, können sich wohl kaum vorstellen, dass jemand sie liebt. Das führt zu Gefühlen wie Eifersucht oder Misstrauen. Zusammenfassend beeinflusst Selbstliebe also grundlegend das Selbstbild des Menschen und ist die Basis für einen wertschätzenden Umgang mit anderen Menschen . 

Wofür Selbstliebe?

Ein Mangel an Selbstliebe geht oft einher mit Unsicherheit. Eine Voraussetzung für Selbstliebe ist nämlich die Selbstreflexion. Kennt man sich selbst nicht gut genug, dann kann man auch nicht wissen, was einem wichtig ist und welche Werte man vertritt. Das wiederum kann zu Problemen beim Treffen von Entscheidungen, dem Übernehmen von Verantwortung oder dem Einstehen für sich selbst führen.

Probleme mit Unsicherheit und Selbstkritik können nun mal nicht durch Liebe von außen gelöst werden. Egal, wie viele Komplimente Du bekommst, wirklich überzeugend sind sie nur, wenn Du hinter Dir selbst stehst.

Ein langer Prozess

Heutzutage findet man sehr viele Artikel, Bücher und Videos über Selbstliebe. Unsere Umwelt erschwert es uns erheblich, zu lernen, dass wir genug sind. Wir werden täglich mit erstrebenswerten Idealen wie schönen, schlanken Körpern, Jugend, Intelligenz, Perfektion oder Leistungsfähigkeit konfrontiert.

All das sollte man besitzen, sonst ist man nicht liebenswert. Das ist nur leider nicht so einfach, wenn nicht sogar unmöglich. Viele Menschen würden sich vermutlich gerne selbst mehr akzeptieren, aber wissen nicht so recht, wie. Verschiedene Coaches, Youtuber, Psychologen etc. haben unterschiedliche Methoden für mehr Selbstliebe.

Deswegen findest Du im Folgenden ein paar grundlegende Tipps, wie Du Dich selbst besser kennen- und lieben lernst.

  1. Zunächst solltest Du Dir Deiner inneren Überzeugungen bewusst werden. Das bedeutet, dass Du herausfinden solltest, woran Du glaubst und was Du willst. Das könnte zum Beispiel sein:  glücklich sein, abnehmen und fitter werden, von allen gemocht werden, dem Chef gefallen etc. Gehe tief in Dich und finde heraus, wonach Du Dein Leben richtest. Dabei ist es wichtig, dass Du zwischen Deinen Zielen und denen der Außenwelt unterscheidest. Das aufzuschreiben kann Dir helfen, Deine “Antreiber” nicht aus den Augen zu verlieren.
  2. Danach könntest Du darüber nachdenken, wie Du Dich selbst siehst. Welche Eigenschaften gehören zu Dir, wie interagierst Du mit Deiner Umwelt, gibst Du Dir genug Liebe oder machst Du Dich eher ständig runter? Man kann sich immerhin nicht lernen selbst zu lieben, wenn man nicht weiß, wer es ist, den man lieben will. Versuche dabei nicht die schlechten Eigenschaften auszusortieren, sondern betrachte alles, was zu Dir gehört.
  3. Es ist sehr wichtig, konstruktive Selbstkritik zu erlernen. Erkenne Deine Fehler an, aber sei nachsichtig. Dabei hilft es beispielsweise, sich vorzustellen, dass ein Freund oder eine Freundin den gleichen Fehler begangen hat. Wie würdest Du ihn oder sie beraten? Diesen Rat und dieses Mitgefühl solltest Du dann auf Dich selbst übertragen.
  4. Es ist auch sehr wichtig, den eigenen Körper zu lieben. Dafür kannst Du Dich z.B. jeden Tag vor den Spiegel stellen und Deinen Körper betrachten, um auch ihn kennenzulernen. Kommen dann negative Gedanken auf, kannst Du sie sofort ins Positive umwandeln, sodass Dein Gehirn lernt, Dich selbst mehr in einem positiven Licht wahrzunehmen.
  5. Letztendlich ist auch Selbstlob wichtig für eine bessere Beziehung zu Dir selbst. Hervorzuheben, wenn etwas wirklich gut gelaufen ist, sei es eine noch so kleine Sache, ist fundamental. Jede kleine Geste, wie ein paar nette Worte an sich selbst gerichtet, oder eine kleine Belohnung, kann sehr helfen.
  6. Erkenne, was Du ändern kannst und was nicht. Ein fester physischer Zustand, wie Dein Gesicht z.B. ist eigentlich nicht veränderbar. Eine Eigenschaft, wie Ungeduld lässt sich jedoch optimieren. Dabei sollte der Fokus nicht darauf liegen, die Ungeduld loszuwerden, sondern sie zu akzeptieren und ein wenig zu trainieren, geduldiger zu werden. Sei Dir immer dessen bewusst, dass Selbstliebe ein fortwährender, langer Prozess ist. Es dauert eine Weile sich zu akzeptieren, und sich zu lieben dauert noch länger. Sei nachsichtig und geduldig mit Dir selbst!
 

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