Sommerhitze und Spermienqualität: Ursache und Wirkung

Der große Sommerurlaub steht an. Eine Zeit, in der viele Paare beschließen, Eltern zu werden. Ohne Arbeits- und Alltagsstress, aber mit ganz viel Zweisamkeit und Entspannung ist der Urlaub eine ideale Zeit für die Familienplanung. Das Timing mit den fruchtbaren Tagen sollte natürlich stimmen – aber war da nicht noch etwas? Genau: Hitze soll den Spermien angeblich nicht guttun. Sind ausgiebige Sonnenbäder oder eine Reise in tropische Gefilde nun wirklich tabu?

Einflussfaktoren auf Spermienqualität

Es gibt einige Verhaltensweisen, die Männer in der Kinderwunsch-Phase beherzigen sollten. Wie die Ernährung die Spermienqualität beeinflussen kann, was Mikronährstoffe, Soja-Verzehr und Pflanzenschutzmittel damit zu tun haben, haben wir bereits in einem Blogpost  beschrieben. In diesem Beitrag möchten wir nun den Einfluss von Hitze auf die Qualität der Spermien beleuchten. Jeder kennt sicherlich den Rat, die Sitzheizung im Auto während einer längeren Fahrt auszuschalten, wenn ein Kind geplant ist.

Körpereigener Überhitzungsschutz – die Natur richtet es

Viel deutet darauf hin, dass Spermien keine Wärme mögen. Die Natur hat es schon vernünftig eingerichtet: Die Hoden liegen außerhalb des Körpers und sind gut durchblutet, sodass die Wärmeabgabe nach außen bestens funktioniert. Die dortige Temperatur liegt normalerweise einige Grade unterhalb der des Körpers – und so verläuft die Spermienproduktion am besten. Sehr eng anliegende Hosen dagegen oder der warme Laptop, der immer auf dem Schoß abgestellt wird, können die Temperatur erhöhen, was sich negativ auf die Spermienqualität auswirken kann. Auch der regelmäßige Aufenthalt in der Sauna, im Whirlpool oder heiße, intensive Wannenbäder haben Einfluss auf die dortige Temperatur und damit auch auf die Produktion der Spermien. So stellt sich dann auch die Frage, ob extrem heiße Witterungsbedingungen im Sommer einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit bei Männern haben können.

Spermien mögen keine Sommerhitze

Chinesische Wissenschaftler haben tatsächlich jahreszeitliche Schwankungen in der Qualität der Spermien feststellen können. Sie untersuchten rund 13.600 Spermaproben und wiesen nach, dass in den heißesten Monaten Juli und August die Menge des Ejakulats, die Konzentration sowie die Beweglichkeit der Spermien geringer waren als in den Vergleichsmonaten. Auch war im Sommer die Menge der defekten Spermien etwas höher als im Winter. Im Raum steht aber noch die Frage, ob sich diese Erkenntnisse auf jeden Mann übertragen lassen. Denn die untersuchten Proben stammten aus einer Samenbank in der Provinz Zhejiang. Dort herrschen im Sommer deutlich höhere Temperaturen, die mit dem Klima in Deutschland nicht vergleichbar sind. Auch israelische Forscher konnten zeigen, dass die „Performance“ der Spermien bei Männern mit einem normalen Spermiogramm im Winter am besten sei. Bei Männern dagegen, die eine niedrige Spermienanzahl und damit eine eingeschränkte Fruchtbarkeit aufwiesen, seien der Frühling und der Herbst günstige Zeiträume.

Lasst Euch aber durch die Ergebnisse nicht zu stark verunsichern. Die Wissenschaft forscht noch! Ganz viel Glück also für Euer Vorhaben und genießt ausgiebig Euren Sommerurlaub.

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