Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit

Die Freude ist groß, wenn es endlich geklappt hat mit dem schwanger werden. Manchmal allerdings mischt sich unter all die Glückseligkeit auch ein ganz übles Gefühl und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Schwangerschaftsübelkeit. Fast drei Viertel der werdenden Mamas sind davon betroffen. Das ist unangenehm, in der Regel aber völlig unbedenklich und vor allem legt sie sich meist wieder. Wir haben ein paar Tipps zusammengetragen, wie Du die üble Zeit überstehst.

Sensibler für Düfte und Gerüche

Bis vor Kurzem konntest Du Dich gar nicht satt riechen an dem Parfüm Deiner Kollegin, der morgendliche Kaffee-Duft brachte Dich gutgelaunt in den Tag und die Forellenpaste ließ Dir das Wasser im Mund zusammenlaufen? Doch plötzlich übt das alles einen extremen Brechreiz aus? Gar nicht ungewöhnlich, sagen Frauenärztinnen und -ärzte, denn in der Schwangerschaft sind Geruchssinn und Geschmacksnerven besonders geschärft. Das löst gerade in den ersten Monaten bei vielen Schwangeren diese unangenehme und wirklich lästige Schwangerschaftsübelkeit aus.

Die Ursachen dafür sind nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich aber ist, dass verschiedene Faktoren dazu führen, wie das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin), das in der Plazenta produziert wird sowie ein erhöhter Östrogenspiegel. Auch Schilddrüsenerkrankungen sowie Probleme, Angst und Stress können die Symptome verstärken. Übrigens, auch wenn häufig ausschließlich von einer morgendlichen Übelkeit die Rede ist, tritt sie bei vielen Frauen den ganzen Tag oder auch in der Nacht auf.

Die gute Nachricht aber lautet, dass sich dies meist nach den ersten drei bis vier Monaten legt und sie dem Baby in der Regel nicht schadet. Erst, wenn Du Dich mehr als fünf Mal am Tag übergeben musst, massiv an Gewicht und auch Flüssigkeit verlierst, gibt es Anlass zur Sorge. Dann könnte eine schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit vorliegen, eine Hyperemesis gravidarum. Herzogin Kate litt während all ihrer drei Schwangerschaften darunter. Dann ist unbedingt ein Arztbesuch angezeigt. Wenn Du auch bei leichter Übelkeit besorgt bist, solltest Du ebenfalls Deine behandelnde Gynäkologin oder Deinen Gynäkologen ansprechen. Schließlich gehst Du jetzt ohnehin regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. 

Es gibt aber auch ein paar Tipps, mit denen Du die Übelkeit eindämmen kannst.

  • Starte langsam in den Tag: Zu schnelles Aufstehen sorgt schon bei Nichtschwangeren für Schwindel. Du solltest es jetzt ganz besonders ruhig angehen lassen. Stell den Wecker am besten 10 bis 20 Minuten früher, als Du aufstehen musst und leg Dir einen Zwieback, Knäckebrot oder ein paar Kekse ans Bett, am besten mit einem lauwarmen Kräutertee oder einem stillen Wasser. Vielleicht bereitet Dir Dein Partner das alles auch ganz frisch zu. Auf jeden Fall hebt diese Mini-Mahlzeit schon mal den Blutzuckerspiegel.
  • Verzicht: Alkohol und Nikotin sind natürlich sowieso tabu. Meide aber möglichst auch fette, sehr zuckerhaltige, stark gewürzte, frittierte und scharfe Gerichte. Die reizen den Magen unnötig. Auch Kaffee solltest Du nur in Maßen genießen.
  • Flüssigkeitszufuhr: Trinke ausreichend - und zwar Getränke ohne oder mit nur sehr wenig Zucker (Saftschorlen), bei nervösem Magen auch ohne Kohlensäure. Zwei Liter am Tag sind Minimum.
  • Viele kleine Mahlzeiten: Anstatt drei große Mahlzeiten am Tag zu essen, wähle lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt, denn große Portionen verträgt der Magen jetzt nicht so gut. Außerdem kann der Blutzuckerspiegel dann nicht so leicht absacken.
  • Gerüche meiden: Geruchs- und Geschmacksnerven sind jetzt besonders sensibel. Meide daher alle Dir unangenehmen Düfte.
  • In Bewegung bleiben: Es muss und sollte auch nicht gleich Hochleistungssport sein, doch Bewegung und Sportarten wie Schwimmen, Walken, Wassergymnastik kurbeln den Stoffwechsel an, was die Hormonumstellung leichter macht. Überhaupt unterstützt Sport in der Schwangerschaft die körperliche wie auch die seelische Fitness.
  • Ablenkung: Gespräche mit Gleichgesinnten oder der Hebamme können zwar beruhigen, manchmal aber ist es gut, sich einfach abzulenken, um die Übelkeit zu vergessen. 
  • Sorge für Entspannung: Es ist zwar leichter gesagt als getan, doch gönne Dir Ruhepausen. Denn Stress ist weder für Dich noch für Dein Baby gut – und kann die Übelkeit verstärken. Finde daher Deine ganz persönlichen Rückzugsorte, z.B. mit Buch und Kräutertee auf dem Sofa, in der Sonne auf der Parkbank oder beim Yoga-Kurs. Spezielle Angebote für Schwangere gibt es in jeder Stadt.
 

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