Warum wird der Bauch in der Schwangerschaft eigentlich hart?

Schon relativ früh in der Schwangerschaft kann es passieren, dass der Bauch in unregelmäßigen Abständen hart wird. Aber warum eigentlich? Hebamme Jasmin Kratzig kennt die Antworten.

Wenn sich die Gebärmutter zusammenzieht …

Manchmal treten die Anspannungen alle paar Tage auf, manchmal mehrmals am Tag. Diese sind meist nicht schmerzhaft, aber trotzdem machen sich viele Frauen Gedanken über den Grund. Es kann mehrere Ursachen für einen harten Bauch in der Schwangerschaft geben. Oft sind sie ganz harmlos und öffnen nicht den Muttermund bzw. sind für den Verlauf der Schwangerschaft sogar wünschenswert.

Meist rührt der harte Bauch von der Gebärmutter her, da sie laut Hebamme Jasmin Kratzig „ein Muskel ist und sich zusammenziehen und wieder entspannen kann.“ Das ist bei der Geburt natürlich unverzichtbar. Aber auch bereits ab der zweiten Schwangerschaftshälfte tut sie dieses, um z. B. die Durchblutung zu steigern, das Muskulaturwachstum anzuregen und somit für die eigentliche Geburt zu trainieren. Jasmin Kratzig: „Es hat einen kräftigenden Effekt, ähnlich wie bei der Stärkung der Muskulatur beim Sport. Diese Gebärmutter-Kontraktionen sind auch unter dem Namen Übungswehen bekannt und wichtig.“

Entspannung hilft gegen Anspannung

Ein harter Bauch kann aber auch durch körperliche Anstrengung entstehen. Noch schnell den Wickeltisch rosa streichen und zusammenbauen, Fahrradfahren oder simple Hausarbeiten wie Staubsaugen können eine Reaktion des Körpers auslösen. Vielleicht war das dann einfach zu viel und der Körper verlangt nach etwas mehr Ruhe.

Dann sollte jede Schwangere genau das tun, was sie am besten entspannt. Mit einem guten Roman aufs Sofa legen, einen warmen Tee dazu trinken oder ein entspanntes Bad nehmen zum Beispiel. So sollte sich der harte Bauch bald wieder entspannen. Jasmin Kratzig rät, sich in jedem Fall an die betreuende Hebamme zu wenden. Diese kann z. B. einen beruhigenden Tee empfehlen, aber auch durch Akupunktur oder ähnliche Methoden helfen.

Der Körper stimmt sich auf die Geburt ein

Übrigens kann auch das Wachstum des Ungeborenen oder ein ordentlicher Tritt von ihm an die innere Bauchdecke zu einer Anspannung führen. Dann hilft in der Regel beruhigendes Sprechen und sanftes Streicheln des Bauches, um den kleinen Untermieter wieder zur Räson zu rufen. „Ab dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche beginnt die Gebärmutter, vermehrt Übungswehen zu bilden. Da zu diesem Zeitpunkt die Geburt nicht mehr aufgehalten werden muss, ist es als gutes Zeichen anzusehen, dass der Körper sich wunderbar auf die Geburt einstimmt“, beruhigt Jasmin Kratzig.

Das Wichtigste ist – wie immer – auf seinen Körper zu hören. Und wenn ihr euch Sorgen macht oder die Anspannung des Bauches einfach nur abklären möchtet, geht zu eurem Arzt und sprecht es mit ihm durch. Letzteres solltet ihr auf jeden Fall tun, wenn ihr Schmerzen dabei habt, Fieber oder andere unklare Anzeichen verspürt.

Wir wünschen euch eine fröhliche Kugelzeit.

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