Hygiene und Händewaschen: Prophylaxe gegen Virusinfektionen

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus ist ein Thema, das die Welt seit Anfang des Jahres bewegt. Nicht zuletzt durch die massive Berichterstattung über das Virus rücken Erkältungs- und Atemwegserkrankungen wieder besonders in den Fokus. Daher ist es aktuell besonders wichtig, Maßnahmen zur Infektionsprophylaxe vorzunehmen und auf eine entsprechende Hygiene zu achten, damit Erkrankungen sich nicht weiterverbreiten.

Viren können einige Tage auf unbelebten Oberflächen bestehen

Vollkommen unbewusst berühren wir mit unseren Händen viele Dinge des Alltags. Seien es Türklinken, Haltegriffe in den öffentlichen Verkehrsmitteln, den Griff am Einkaufswagen oder Bargeld. Dabei werden aber gerade über diese Kontaktflächen viele Krankheitserreger übertragen.

Laut einer im Jahr 2006 im Fachjournal „BMC Infectious Diseases“ veröffentlichten Studie können Influenza- und Coronaviren einige Tage lang auf Oberflächen überleben. Daher ist es angesichts der aktuellen vielerorts auftretenden Grippeerkrankungen besonders ratsam, auf eine gute Händehygiene zu achten.

Aktuell wichtiger denn je: regelmäßig Hände waschen und desinfizieren

Als Schutz vor einer möglichen Infektionskrankheit empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit, sich die Hände nach dem Waschen sogar in regelmäßigen Abständen zu desinfizieren, selbst, wenn sie nicht sichtbar schmutzig sind. Desinfektionsmittel sind in jeder gut sortierten Apotheke erhältlich. Das Robert-Koch-Institut rät dazu, „Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich 'begrenzt viruzid' (wirksam gegen behüllte Viren), 'begrenzt viruzid PLUS' oder 'viruzid' anzuwenden“.

Verschmutzte Hände sollten derweil nicht einfach nebenbei, sondern gründlich mit Wasser und Seife gewaschen und mindestens 20 bis 30 Sekunden lang eingeseift werden. Dabei sollten besonders die Fingerkuppen, Nagelbetten und Fingerzwischenräume gründlich behandelt werden, da an diesen Stellen die meisten Keime zu finden sind. Anschließend gilt es die Hände sorgfältig abzuspülen und abzutrocknen. Allein durch gründliches Händewaschen lässt sich der Keimgehalt auf der Haut ca. auf ein Tausendstel senken.

Abstand zu Erkrankten ist geboten

Eine weitere wichtige Maßnahme zur Infektionsprophylaxe ist die sogenannte Husten- und Nies-Etikette. Diese sieht vor, beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen zu halten und sich wegzudrehen. Wer beim Niesen kein Taschentuch griffbereit hat, sollte in die Armbeuge niesen. Bei Taschentüchern sollte darauf geachtet werden, Einwegtaschentücher zu benutzen, diese nur einmal zu verwenden und anschließend in einem Mülleimer mit Deckel zu entsorgen. Wichtig: Auch nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen gründlich die Hände waschen.

Auch wenn unser Immunsystem viele Krankheitserreger, denen wir tagtäglich ausgesetzt sind, abwehren kann, lässt sich eine Ansteckung mit übertragbaren Infektionskrankheiten am besten vorbeugen, indem wir Krankheitserreger auf Abstand zu halten. So sollte man stets einen engen Kontakt mit akut erkrankten Personen meiden. Viele Krankheitserreger werden z. B. über Tröpfcheninfektion übertragen. Und auch, wenn es uns manchmal schwerfällt: Auf Küsse oder Umarmungen sollte man im Krankheitsfall auf jeden Fall verzichten. Auch das Händeschütteln mit Erkrankten besser vermeiden!

Denke an Dich und Deine Mitmenschen: Bleibe bei einer Erkrankung daheim!

Nicht zuletzt aus Rücksicht auf andere sollten akut Erkrankte möglichst zu Hause bleiben, um sich auszukurieren und um eine Weiterverbreitung der Infektion zu vermeiden. „Bei einem Infekt ist das Ausruhen wichtig für die Genesung“, erklärt Dr. Kathrin Hamann, niedergelassene Allgemeinmedizinerin aus München.

Ferner sollte man „dabei auch nicht nur an sich, sondern auch an die Mitmenschen im Büro denken. Jeder Erkältete ist ein potentielles Infektionsrisiko, auch für die Kollegen“, weiß die Medizinerin.

Robert-Koch-Institut und WHO informieren über aktuelle Entwicklungen

Wer sich über die aktuellen Entwicklungen und Empfehlungen bezüglich des Coronavirus auf dem Laufenden halten will, findet gesicherte und weiterführende Informationen auf der Seite des Robert-Koch-Instituts. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO informiert regelmäßig über die neuesten Entwicklungen, Maßnahmen und Präventionsempfehlungen hinsichtlich der neuartigen Atemwegserkrankung.
 

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