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Im stehen oder sitzen: Der 19. November ist Welttoilettentag

Für die Gesundheit ist es wichtig, wie wir essen. Aber auch, wie wir das Gegessene am Ende wieder loswerden. Der 19. November ist der Welttoilettentag. Was sich wie ein leicht unappetitlicher Witz anhört, hat einen ernsten Hintergrund – und weltweit viele Förderer.

1,5 Millionen Menschen sterben jährlich wegen fehlender Sanitärhygiene

Jack Sim, Selfmade-Man aus Singapur, kämpft seit 2001 für das Menschenrecht auf saubere Klos. Wer jetzt an eine Zugtoilette nach einem Bundesligaspiel oder ein Dixiklo beim Rockfestival vor Corona-Zeiten denkt, mag die Idee sympathisch finden. In Wahrheit geht es aber um viel größere Probleme: mehr als 2,5 Milliarden Menschen (das sind ca. 42 Prozent der Weltbevölkerung) haben keinen Zugang zu ausreichend hygienischen Sanitäreinrichtungen. Fehlende Sanitärhygiene kostet 1,5 Millionen Menschenleben jährlich. Die meisten davon sind Kinder, die sich mit Fäkalkeimen anstecken.

Die WTO (World Toilet Organization) will mit ihren Aktionen auf die Missstände aufmerksam machen. Das gelingt ihr ziemlich gut: Internationale Hilfsorganisationen wie die UNO oder das Rote Kreuz sind bereits im Boot. Jack Sim will ein Netzwerk weben – aus Leuten, die Einfluss haben oder Geld, und solchen, die sich kümmern wollen. Außerdem entwickelt seine Organisation nachhaltige Sanitärlösungen. „Hygienische Toiletten sind die billigsten Gesundheitsvorsorge überhaupt“, glaubt Sim.

Durchschnittlich 34 Liter sauberes Trinkwasser werden in Berlin täglich durchs Klo gespült

Vom klassischen WC hält der Experte allerdings wenig: „Die Welt hält dieses Klo nicht aus“, sagte er beim Welttoilettentag 2008 und meinte damit die 34 Liter sauberes Trinkwasser, die beispielsweise die Menschen in Berlin im Durchschnitt pro Kopf täglich durch die Schüssel spülen.

Neue Lösungen seien gefragt, damit auch die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern ein sauberes „stilles Örtchen“ nutzen könnten. Wer mag, kann darüber am heutigen Welttoilettentag im Rahmen der „Big Squat“, der „großen Hocke“, nachdenken. Das ist eine Gedenkminute für die Toilettenlosen der Welt – in hockender Haltung. Der Rest freut sich heute bewusst über sein wenig beachtetes Privileg eines hygienischen Klosetts.