Das Wochenbett – Was dich nach der Geburt erwartet

Es ist soweit, Dein Baby ist endlich da! Ein unglaubliches Gefühl, den kleinen Bauchbewohner nun tatsächlich in den Armen zu halten. Wie oft hast Du Dir vorgestellt, wie er oder sie wohl aussieht, und nun ist da tatsächlich ein kleines Bündel Leben, das Deine volle Aufmerksamkeit einnimmt.

Zeit für Erholung, Kennenlernen und „Eingrooven“

Das Wochenbett ist eine ganz besondere Zeit. Sie dient der Erholung, dem Kennenlernen und „Eingrooven“ in dem neuen Leben, das Ihr nun als kleine Familie führt. Viele Erstlingsmamas fragen sich aber zudem, auf welche physischen Veränderungen sie sich nach der Geburt einstellen müssen. Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Denn jede Schwangerschaft und jede Geburt verläuft anders, so dass es auch jeder Mutter ein wenig anders dabei geht.  

Dennoch gibt es ein paar Dinge, die alle Neu-Mamas betreffen. Wir haben für Dich zusammengefasst, was Dich in den ersten Wochen nach der Geburt erwartet. 

Deine Gefühle fahren Achterbahn

Dein Körper hat während der Geburt wirklich Erstaunliches geleistet. Kein Wunder, dass Du völlig erschöpft bist! Gleichzeitig bist Du richtig euphorisch und Gefühle von Glück und Erleichterung durchströmen Dich. Dein Baby ist da, die Geburt überstanden – juchuu. 

Bei einigen Mamas ebbt die anfängliche Euphorie nach ein paar Tagen (meistens um den dritten Tag herum) ab und kann vom sogenannten Babyblues abgelöst werden. Obwohl eigentlich alles ist wie vorher, ist doch nichts wie es mal war. Du kannst Dich gereizt, abgeschlagen und weinerlich fühlen. Nicht umsonst nennt man diese Tage auch „Heultage“. Sorge Dich nicht, Du kannst rein gar nichts dafür! Was da gerade mit Dir passiert, ist die hormonelle Umstellung. Der Hormoncocktail während des Wochenbetts ist nämlich ein anderer als der während Deiner Schwangerschaft. Gib Dir ein paar Tage Zeit, das pendelt sich wieder ein. 

Hält Dein Stimmungstief länger als ein paar Tage an und Du hast das Gefühl, Du kommst nicht aus dem Tief heraus? Sprich mit Deiner Hebamme oder Deinem Gynäkologen. Sie können Dir helfen und stehen Dir mit Rat und Tat zur Seite.

Geburtsverletzungen 

Viele Mamas erleiden unter der Geburt kleine bis größere Geburtsverletzungen. Risse im Damm oder Scheidenbereich sowie Blutergüsse zählen dabei zu den häufigsten. Während das Baby durch den Geburtskanal geschoben wird, können diese Verletzungen auf natürliche Weise entstehen. Es kann aber auch sein, dass der Arzt ein wenig nachhilft und einen Dammschnitt vornimmt. Je nachdem, wie schwer der Riss bzw. Schnitt ist, wird die Wunde vernäht oder dem Selbstheilungsprozess überlassen.

Um den Heilungsprozess im Wochenbett zu unterstützen, ist es wichtig, dass Du Deine Wochenflussbinden regelmäßig wechselst. Dadurch kannst Du verhindern, dass die Wunde unnötig Keimen ausgesetzt wird und sich entzündet. Auch kurze Sitzbäder können angenehm sein und den Heilungsprozess unterstützen. 

Du hast Angst vor dem Wasserlassen? Dann haben wir einen praktisches, wenn auch sicher ungewöhnlich klingendes Hausmittel: Stell Dir eine Flasche mit kaltem Kamillentee oder einer Arnikalösung neben die Toilette, und gieß es Dir beim Wasserlassen langsam über die Scham. Das kann ein Brennen an der Narbe verhindern. 

Damit die Nähte optimal verheilen können, ist es wichtig, dass Dein Stuhl schön weich ist und keinen Druck auf die Nähte verursacht. Um Deine Verdauung zu unterstützen, achte darauf, dass Du viel trinkst und Vollkornprodukte sowie frisches Obst und Gemüse isst. Solltest Du jedoch starke Schmerzen im Intimbereich haben, sag unbedingt Deiner Hebamme oder Deinem Arzt Bescheid.

Wochenfluss

Nach der Geburt ist es völlig normal, dass Du blutest. Die Plazenta, die während der Schwangerschaft an der Gebärmutterwand haftete, hat sich nach der Geburt abgelöst. Hinterlassen hat sie eine Wunde, die nun erstmal abheilen muss. Man nennt diese Blutung auch Wochenfluss oder Lochia. Der Wochenfluss kann ca. vier bis sechs Wochen andauern. Er ist zunächst hellrot und stark und wird im Laufe der Zeit bräunlich und immer weniger, bis er schließlich komplett versiegt. Die Wunde ist dann verheilt. Du solltest zu Beginn keine Tampons verwenden. So kann der Wochenfluss ungehindert abfließen und Du verhinderst Infektionen.

Nachwehen

Deine Gebärmutter beginnt sich direkt nach der Geburt wieder zusammenzuziehen, um auf ihre ursprüngliche Größe zu schrumpfen. Spüren kannst Du diesen Prozess durch sogenannte Nachwehen. Viele Erstlingsmamas spüren diese nur als kleines Ziepen im Bauch. Vergleichbar mit leichten Regelschmerzen. Frauen mit mehreren Kindern hingegen spüren die Nachwehen häufig sehr viel stärker. Gerade beim Stillen kann es sich wie regelrechte „Wehenattacken“ anfühlen. Quäl Dich nicht und bitte Deine Hebamme oder Deinen Arzt bei Bedarf um geeignete Schmerzmittel. Auch ein Wärmekissen kann Linderung bringen. Einige Tage nach der Geburt klingen die Nachwehen von selber ab. 

Wassereinlagerungen 

Viele Mamas lagern besonders in den letzten Wochen vor der Geburt Wasser in Beinen und Füßen ein. Wundere Dich nicht, dass es nicht direkt nach der Geburt wieder verschwunden ist. Bei einigen Müttern kommen um den dritten Tag nach der Entbindung sogar noch weitere Einlagerungen hinzu. Aber keine Sorge, bei den meisten Frauen hat der Spuk bereits im Wochenbett, ca. zwei Wochen nach der Geburt ein Ende und Du kannst Deine Fußknöchel wiedererkennen. 

Schwitzkur

Viele Frauen schwitzen in der Zeit nach der Entbindung sehr stark. Das ist ein weiteres Phänomen der Hormonumstellung nach der Geburt. Es kann sein, dass Du das Schwitzen im Wochenbett als störend und unangenehm empfindest. Ändern lässt es sich leider nicht. Achte darauf, dass Du Deine Kleidung wechselst, wenn Du z. B. nachts durchgeschwitzt aufwachst. Ansonsten gilt: abwarten und Tee trinken. Auch die Schwitzattacken gehen vorüber!

Das ist ja zum Haare raufen

Es kann sein, dass Du ein paar Wochen nach der Geburt mit Schrecken feststellst, dass Du ganz viele Haare verlierst. Schuld an dem Haarausfall sind mal wieder die Hormone. Während der Schwangerschaft kann der normale Haarausfall bei einigen Frauen hormonell unterdrückt werden. Im Wochenbett fallen die „überfälligen“ Haare dann alle auf einmal aus, sobald sich der Hormonhaushalt wieder eingespielt hat. Falls Du davon betroffen bist, mach Dir bitte keine Sorgen. Die neuen Haare sind schon „in Startposition“. Schon ganz bald hast Du Deine alte Haarpracht zurück!

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