Wunderschön schwanger mit Baby Nr. 2 - Gastinterview mit Stephi Wolff

Stephi Wolff und ihr Mann haben starke Nerven: Ihre Tochter ist noch nicht mal zwei Jahre alt, da kommt im Oktober schon der kleine Bruder. So haben es sich die beiden für ihre kleine Familie immer gewünscht. Ganz einfach war das nicht. Doch die Bloggerin weiß: Wer auf seinen Körper hört, trifft die richtigen Entscheidungen und hilft auch mal nach. 

Stephi, Du bist zurzeit schwanger mit Deinem zweiten Kind. Herzlichen Glückwunsch! Wie geht es Dir bisher?

Vielen Dank! Meine Schwangerschaft neigt sich nun ja schon dem Ende zu und ich bin ganz ehrlich: Ich freue mich riesig darüber! Die letzten Monate sind mir oftmals nämlich nicht ganz leichtgefallen.

Wie unterscheidet sich Deine zweite Schwangerschaft von der ersten?

Ich hatte teilweise den Eindruck, dass sich meine erste Schwangerschaft bei der zweiten noch deutlich bemerkbar macht. Zwischen Ende der ersten und Beginn der zweiten Schwangerschaft lagen bei uns ja lediglich knapp zwölf Monate. So habe ich zum Beispiel den Eindruck, dass die Bänder noch extrem weich und gedehnt waren und die Rückenschmerzen dadurch viel früher und intensiver präsent waren.

Der Bauch ist beim zweiten Mal auch viel schneller gewachsen. Und natürlich hat man weniger Zeit. Mit einer anderthalbjährigen kleinen Maus hier zu Hause liegt der Fokus eben mehr auf dem Kind, das schon da ist, als auf dem wachsenden Babybauch. Oft vergesse ich sogar, in welcher Woche ich aktuell bin...

Achtest Du gerade jetzt in Deiner Schwangerschaft besonders auf eine ausgewogene Ernährung oder haben Dich verrückte Schwangerschaftsgelüste fest im Griff?

Die ersten Monate der zweiten Schwangerschaft hatte ich tatsächlich eine riesengroße Lust auf Schokocroissants und Müsli - beides Dinge, die ich zuvor nicht sonderlich bevorzugt habe. Das hat sich aber glücklicherweise – gerade, wenn ich an die vielen Schokocroissants denke - wieder gelegt und eingependelt. Ansonsten geht und ging es mir in beiden Schwangerschaften so, dass ich ständig essen könnte, wenn es mir schmeckt. Aber ich versuche dem zu trotzen und schaue, dass alles ausgewogen und gesund ist. Aktuell verzichten wir zusätzlich auf Fleisch und Milchprodukte. Das fühlt sich für uns sehr gut und richtig an und ich habe einen deutlich gesünderen Eindruck als vorher.

Uns beschäftigt immer wieder die Frage, ob es den idealen Zeitpunkt zum Kinderkriegen gibt. Woher wusstest Du, dass der richtige Zeitpunkt für ein zweites Kind gekommen ist?

Ich glaube den perfekten Zeitpunkt gibt es nie so wirklich und irgendwie dann doch immer und jederzeit. Bei meiner Tochter war der Kinderwunsch so groß. Ich habe mich unheimlich viel damit beschäftigt ,ständig dran gedacht und es mir wahnsinnig gewünscht. Ich war bereit. Und genauso sicher wussten wir, dass wir zwei Kinder möchten. Und dass der Altersabstand zwischen unseren Mäusen möglichst gering sein sollte. Ich finde den Gedanken daran, dass meine Kinder aufgrund ihres geringen Altersabstands immer irgendwie in „derselben“ Lebensphase sind, wunderschön.

Deshalb war für uns klar: Viel Zeit werden wir nach dem ersten Kind nicht verstreichen lassen. Aber natürlich lag der Fokus auch beim zweiten Mal eben mehr auf dem kleinen Wirbelwind, der hier täglich um uns herumsaust, als an den emotionalen Gedanken an das zweite Baby. Die Entscheidung war somit nun also vielleicht etwas rationaler. Aber ich glaube ganz sicher: Es hat zu jeder Zeit etwas Magisches. Und man wird nie zu 100% bereit sein. Wer darauf wartet, der verpasst eventuell einiges... So bin ich mir sicher, dass es bei uns mit zwei kleinen Kindern unter zwei Jahren extrem anstrengend und hart werden wird - besonders im ersten Jahr. Aber dennoch wird es unglaublich und wunderschön und die Liebe, die wir jetzt schon spüren und die sich noch einmal verdoppeln wird, wird alles überstrahlen.

Kinderwunsch ist bei uns ein großes Thema. Viele Frauen müssen einen längeren, manchmal auch steinigen Weg gehen, bis es klappt. Wie war das bei Dir?

Das Thema war bei uns tatsächlich nicht ganz leicht. Ich habe eine hormonelle Follikelreifestörung, die sich PCO nennt und unter der leider 5-10% aller Frauen leiden. Nach dem Absetzen der Pille und nach einigen erfolglosen Versuchen konnte mein Arzt recht schnell Klarheit in die Sache bringen: Ohne hormonelle Behandlungen würde es sehr schwierig bis aussichtslos für uns mit einem Baby werden.

Nach Kinderwunschklinik, vielen Enttäuschungen, Medikamenten und Hormontherapien, die nicht anschlugen oder den gewünschten Erfolg brachten, durften wir im Mai 2018 - nach einem Jahr - dann endlich den ersten positiven Schwangerschaftstest in der Hand halten - wie von meinem Arzt vorhergesagt nicht ohne medizinische Hilfe. Beim zweiten Baby hatten wir großes Glück! Hier trug gleich die erste hormonelle Behandlung Früchte und erfüllte uns den zweiten Kinderwunsch.

Welche Tipps würdest Du anderen Frauen in ähnlichen Situationen mit auf den Weg geben?

Auf den eigenen Körper zu hören und sich selbst zu vertrauen. Wenn man das Gefühl hat, dass irgendetwas komisch sein könnte, dass etwas vielleicht nicht stimmt - dann sollte man es lieber einfach checken lassen, als sich Monate lang den Kopf zu zerbrechen und sich unter Druck zu setzen, wieso man nicht endlich schwanger wird. Ich bin der Meinung, dass man tief in sich drinnen genau spürt, ob etwas nicht okay ist. Und sich dann Hilfe zu suchen kann ich jeder Frau mit ähnlichen Problemen nur von Herzen empfehlen. Man wird nämlich ganz anders mit seinen Sorgen aufgefangen. Fühlt sich verstanden und erleichtert. Und das tut unheimlich gut!

Welchen Tipp würdest Du Deinem „frisch-gebackenen-Erstlingsmama-Ich“ bzw. anderen Mamas gerne geben?

Ich würde mir definitiv den Rat geben, mich mehr zu entspannen. Ich würde mir raten, dass ich mir bloß nicht zu viele Gedanken zu machen brauche. Dass ich alles richtig machen werde - allein schon deshalb, weil nur ich die Mama von diesem wundervollen, kleinen Baby bin und damit eine ganz besondere Stellung habe. Dass es egal ist, wenn auch mal jemand schief schaut, weil das Baby beim Einkaufen zu Weinen beginnt. Dass ich das toll machen werde - egal, wie es kommt. Denn das tun wir Mamas alle, da bin ich mir sicher. Wir sind für unsere Kinder die besten Mütter, die wir sein können. Wir sind die besten Versionen von uns selbst - voller Liebe, Zuneigung und Bewunderung für unsere Kinder.

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