Morgendliche Übelkeit, Heißhunger und Stimmungsschwankungen: Viele Schwangere kennen diese Symptome nur zu gut. Doch wusstest Du, dass sie auch bei werdenden Papas auftreten können? Sogar der Bauch kann während der Schwangerschaft der Partnerin mitwachsen. Alles Einbildung? Keineswegs! Dahinter steckt das sogenannte Couvade-Syndrom. Wir erklären, was man darunter versteht.
Was ist das Couvade-Syndrom?
Bei vielen schwangeren Paaren wächst nicht nur der Bauch der Frau, sondern auch der des Mannes. Viele belächeln dieses Phänomen und oft heißt es, dass der Mann sich aus Solidarität auch einen dicken Bauch anfuttert. Bei einigen Männern mag das tatsächlich der Fall sein. Bei anderen steckt jedoch mehr dahinter. Sie haben das sogenannte Couvade-Syndrom, eine Art Co-Schwangerschaft. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort „couver“ ab, was so viel wie „umgehen“ oder „brüten“ bedeutet. Studien belegen, dass betroffene Männer ähnliche Symptome wie die Partnerinnen haben – auch über den wachsenden Bauch hinaus.
Welche Symptome haben Männer mit dem Couvade-Syndrom?
Männer, die das Couvade-Syndrom haben, können ganz ähnliche Symptome wie werdende Mamas entwickeln. Dazu zählen neben einem wachsenden Bauch zum Beispiel auch Heißhunger, Unruhe, Stimmungsschwankungen und Ängste, Depressionen, Schlaflosigkeit oder Rücken- und Zahnschmerzen.
Wie kommt es zum Couvade-Syndrom?
Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass sich bei Männern mit dem Couvade-Syndrom der Hormonhaushalt verändert. Der Testosteronspiegel sinkt, gleichzeitig steigt die Produktion von Oxytocin und Prolaktin – also ganz ähnlich wie bei werdenden Mamas. Eine Studie beschreibt, dass es sich dabei um eine Art „Brutpflege-Programm“ handeln könnte. Die hormonellen Veränderungen könnten fürsorgliches Verhalten beim Mann fördern und so eine engere Bindung zum Baby fördern.
Warum es jedoch zu diesen hormonellen Veränderungen beim werdenden Papa kommt, ist unklar. Es könnte sich um eine Wechselwirkung handeln: Eine Schwangerschaft ist auch für Männer von Veränderungen geprägt, die wiederum den Hormonhaushalt beeinflussen könnten.
Muss das Couvade-Syndrom behandelt werden?
Nein. Das Couvade-Syndrom geht vorüber, sobald das Baby da ist. Dann lassen auch die Schwangerschaftssymptome wie Übelkeit, Heißhunger und Herzrasen von alleine wieder nach. Wenn die Beschwerden stark sind, können werdende Papas jedoch ihren Hausarzt oder ihre Hausärztin aufsuchen. Und was können sie selbst tun? Gegen Übelkeit zum Beispiel gibt es bei Bedarf gut verträgliche Medikamente. Einige Männer profitieren auch von Entspannungstechniken oder Meditation.
Bereits das Wissen, dass es das Couvade-Syndrom gibt, hilft vielen Männern zudem, die Symptome besser einzuordnen und so gelassener damit umzugehen. Es kann zudem guttun, mit der Partnerin offen darüber zu sprechen. Für einige Paare ist diese besondere Situation auch eine wertvolle Chance, um noch näher zusammenzuwachsen und gestärkt in den neuen Lebensabschnitt zu gehen.