Das Zukunftsinstitut veröffentlich mit Food-Expertin Hanni Rützler jedes Jahr einen Report zu den Entwicklungen im Ernährungsbereich. In ihrem “Food-Report 2024” sieht sie vor allem einen Mega-Trend, der sich durch alle Themenbereiche zieht.
Was bringt die Zukunft für unsere Teller? Folgt man dem Trendreport, ist schon die Frage zu klein gedacht – denn Teller sind längst ein verzichtbares Utensil in Sachen Ernährung. Vor der Corona-Pandemie gab es eine starke die Tendenz zu „Snackifikation“, also mehreren kleinen Mahlzeiten, gerne auch unterwegs. Nachdem im Lockdown viele Menschen häufiger von zu Hause arbeiten konnten, wurde aber auch wieder mehr gekocht, Mahlzeiten gewannen wieder an Bedeutung für die Struktur des Alltags. Der Trend zu kleineren, vielfältigeren Komponenten statt großer Hauptgerichte ist aber geblieben.
Grünes Menü
Egal wo und wie wir essen: Die Zukunft der Ernährung wird pflanzlicher. Neben sogenanntem „Plant Based Food“, also Ersatzprodukten auf pflanzlicher Basis, entwickelt sich auch eine Plant Based Cuisine, also eine Küche mit ganz neuen Gerichten, bei denen pflanzliche Produkte in die Mitte rücken und ihren Beilagenstatus hinter sich lassen. Hülsenfrüchte, Wurzeln, Nüsse und immer wieder Pilze als Proteinlieferanten – pflanzenbasierte Ernährung hat für Gesundheit, Klima und Tierschutz viele Vorteile.
Was wird aus Bio?
Die Bioproduktion sieht die Trendforscherin dagegen an einem Wendepunkt: „Sind die Akteur:innen der Branche bereit, sich Neuem zu öffnen? Bereit für eine innovative Kombination aus traditionellem Wissen und Hightech? Denn es braucht einen Tabubruch, der ökologische Produktion und technologische Innovationen vereint“, meint Rützler. Traditionelle Biowirtschaft benötigt etwa 30 Prozent mehr landwirtschaftliche Fläche, um den gleichen Ertrag zu erwirtschaften. Mehr Flächenverbrauch können wir uns aber – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Artensterbens – nicht leisten. Traditionelle Bio-Landwirtschaft muss sich daher in den Augen der Expert:innen für innovative Technologien öffnen.
Probier doch mal!
Eine bekannte Pizza-Kette hat bereits „Thunfisch“ aus Algen im Angebot, Start-ups fermentieren Pilze zu Eiweißpatties oder stellen Schokolade ohne Kakao her. Was sich davon auf dem Teller durchsetzt und welche Verfahren nachhaltig sind, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Wir bekommen viele Gelegenheiten, Neues zu probieren!