Apfelessig werden geradezu magische Fähigkeiten zugeschrieben: Er soll nicht nur „entgiften“, Falten glätten und Warzen vertreiben, sondern – täglich eingenommen – auch noch als Schlankheitsmittel funktionieren, hört und liest man auf diversen Kanälen. Was sagt die Wissenschaft? Lohnt sich ein Glas Essigwasser vor dem Frühstück?
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Die gute Nachricht lautet: Es gibt tatsächlich Hinweise aus Studien, dass Apfelessig auf den Stoffwechsel Einfluss nehmen kann. In einigen kleineren Untersuchungen wurde eine Verbesserung der Blutfettwerte festgestellt und auch positive Effekte auf den Blutzuckerspiegel gemessen. Diese Ergebnisse sind noch vorläufig, aber vielversprechend. Darüber hinaus enthält Apfelessig Probiotika, die sich positiv auf Deine Darmflora auswirken könnten. Aufgeführt werden außerdem antioxidativ wirksame Inhaltsstoffe aus den Äpfeln, etwa Polyphenole. Dabei sollte man aber berücksichtigen, dass Apfelessig nur in kleinen Mengen aufgenommen werden darf – entsprechend klein ist der Beitrag zur Mikronährstoffversorgung.
Schlank dank Apfelessig?
Die Belege für eine gewichtsregulierende Wirkung von Apfelessig sind dagegen noch sehr dünn. Es gab einige Studien mit übergewichtigen Ratten unter Laborbedingungen, die Hinweise auf einen Gewichtsverlust erbracht haben. Untersuchungen an menschlichen Probanden lieferten dagegen weniger eindeutige Ergebnisse und waren außerdem meist klein und/oder methodisch nicht besonders aussagekräftig. Im Libanon wurde eine Studie an stark übergewichtigen, jungen Erwachsenen über drei Monate durchgeführt. Die Teilnehmenden mit der höchsten Apfelessigaufnahme (15 ml in 250 ml Wasser pro Tag) verloren dabei stärker an Gewicht als diejenigen mit einer niedrigeren Dosierung. Es gab auch eine Placebogruppe, bei der sich das Gewicht nicht veränderte.
Gibt es Nebenwirkungen?
Gesunde Menschen müssen keine Nebenwirkungen fürchten, wenn sie regelmäßig einige Teelöffel Apfelessig verdünnen und trinken. (Unverdünnter Essig ist grundsätzlich nicht empfehlenswert.) Wer allerdings bereits eine geschädigte Darmschleimhaut oder chronisches Sodbrennen hat, unter einer Fructoseintoleranz leidet oder Diabetes-Medikamente nimmt, sollte vorsichtig sein – und die Apfelessigkur zuerst mit der/m Ärzt:in besprechen. Auch gesunde Menschen können empfindlich auf die Säure reagieren: Wenn Du den Geschmack nicht magst oder Dir davon übel wird, stell den Konsum ein.
Apfelessig ist übrigens schon lange als Hausmittel im Einsatz: Im Mittelalter war man sogar überzeugt, Apfelessig würde vor der Pest schützen – das hat bekanntlich weniger gut geklappt. Auch in Bezug auf Warzen und Akne sieht die Wissenschaft in Apfelessig kein Wundermittel. Maßvoll verwendet, ist Apfelessig ein gesundes, natürliches Lebensmittel, beispielsweise als Zutat in Deinem Salatdressing.