In unserer heutigen Welt stehen wir vor großen Herausforderungen im Bereich der Lebensmittelverschwendung und der Nachhaltigkeit. Eine vielversprechende Lösung, die immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist das sogenannte "Food Upcycling". Dabei handelt es sich um einen innovativen Ansatz, der darauf abzielt, ungenutzte Lebensmittelreste oder -produkte in wertvolle Ressourcen umzuwandeln. In diesem Text findest Du Anregungen, um kreativ und ressourcenschonend Lebensmittelreste für neue Lebensmittel wiederzuverwerten anstatt diese einfach wegzuwerfen.
„Pulled-Peel“ aus Bananenschale
Schneide die Enden zweier Bio-Bananenschalen ab. Zerpflücke die Schale mit einer Gabel der Länge nach zu Streifen, die danach in einer Ölmarinade gewürzt werden. Wir haben einen Schuss Rapsöl mit etwas geräucherter Paprika, Salz und Pfeffer vermischt, eine Grillgewürzmischung würde aber auch klappen. Dünste in einer Pfanne eine kleingeschnittene Knoblauchzehe und eine halbe gewürfelte Zwiebel an, dann gib die marinierte Bananenschale und ein paar Esslöffel Wasser dazu und lasse das Ganze etwa fünf Minuten garen. Anschließend ein bis zwei Esslöffel Barbecue-Soße dazugeben und unter gelegentlichem Umrühren zehn Minuten weiterköcheln, bis die Soße weitgehend eingekocht ist. Anschließend noch einmal abschmecken. Es ist wichtig, dass Du eine Barbecue-Soße nimmst, die Du magst, sie bestimmt den Geschmack. Fertig! Du kannst Dein Pulled-Peel in einem Burger-Bun mit frischem Gemüse genießen oder einfach so, etwa mit etwas Reis, essen.
Sind Bananenschalen überhaupt essbar?
Bananenschalen schmecken roh bitter, deshalb isst man sie üblicherweise nicht. Wenn Du auf Bioqualität achtest, sind sie aber sehr gut essbar. Sie enthalten darüber hinaus auch Vitamine, wie Vitamin C, Vitamin B6, Vitamin K und Folsäure sowie Kalium und Magnesium und mehr Ballaststoffe als das Fruchtfleisch. Als Nutztierfutter werden sie häufig verwendet.
Möhrengrün-Pesto
Cremiges Pesto macht aus ein paar Nudeln ein leckeres Abendessen, ersetzt das Streichfett auf der Stulle und peppt Dein Süppchen auf. Dieses machst Du einfach aus dem, was sonst im Biomüll landet: Möhrengrün!
Für Dein Möhrengrün-Pesto brauchst Du etwa 200 g Möhrengrün in Bio-Qualität. Das wird gewaschen und grob gehackt, anschließend mit einem guten Schuss Olivenöl und einem Esslöffel Zitronensaft, zwei Händen voll gerösteten, gesalzenen Cashews, etwa 50 g geriebenem Parmesan und ein bis zwei Knoblauchzehen (nach Geschmack) püriert – fertig! Mit etwas Öl bedeckt, hält es im Kühlschrank mehrere Tage.
Und was machst Du mit den Möhren selbst? Wir empfehlen ein köstlich-gesundes Gericht zum Mitnehmen, das sich prima vorbereiten lässt: Meal-Prep-Reispfanne mit buntem Gemüse aus unserer umfangreichen Rezept-Datenbank.
Apfelschalen-Tee
Als Vorrat für später kannst Du die Schalen auch im Backofen trockenen (zum Beispiel in der Abwärme NACH dem Backen des Apfelkuchens.)
Dazu die Schalen luftig auf Backpapier verteilen und trocknen lassen (es geht auch in der Sonne). Gut durchgetrocknet werden die Schalen in einem Glas oder einer Dose aufbewahrt, eine Zimtstange im Gefäß verfeinert das Aroma.
Für den Tee einen Esslöffel Schalen mit kochendem Wasser übergießen und mindestens fünf Minuten ziehen lassen, besser länger. Du kannst Deinen Tee natürlich mit Zitrone oder Ingwer verfeinern. Sehr lecker ist auch ein Tee aus Orangenschalen, dafür solltest Du allerdings Bio-Orangen verwenden.
Brauchst du noch eine Inspiration, um den Rest des Apfels zu verwerten? Unsere Mini-Apfelstrudel mit Zimtsahne sind ein Genuss!
Melonenkerne
Kernlose Melonen sind im Trend. Schade eigentlich, finden unsere Ernährungsexpert:innen. Wir zeigen Dir, was Du mit den mikronährstoffreichen Samen anstellen kannst.
Melonenkerne stören viele Menschen beim Biss in das saftige, süße Fruchtfleisch und werden daher oft aussortiert. Andere schlucken die Kerne einfach unzerkaut herunter. In beiden Fällen entgehen dem Körper wertvolle Inhaltsstoffe wie ungesättigte Fettsäuren, B-Vitamine, Magnesium, Calcium und Eisen. Zum Wegwerfen sind die kleinen Mikronährstoffpakete eigentlich zu schade. Wer sie vor dem Essen aus der Melonenscheibe pult, kann sie in einem Sieb abbrausen, trocknen und später zusammen mit etwas Öl und etwas Salz rösten – sie sind ein knackiges Topping für Salat und ein gesunder Snack für Zwischendurch. Im Backofen getrocknet lassen sie sich wie Sonnenblumen- oder Kürbiskerne für selbstgemachtes Brot oder Brötchen verwenden. Ordentlich gekaut liefern die Kerne nicht nur wertvolle Mikronährstoffe, sondern auch Ballaststoffe, die Deine Verdauung und eine gesunde Darmflora unterstützen! Auch wer die Kerne einfach mitisst, sollte sie vorher kauen. Ganze Kerne werden unverdaut ausgeschieden und können in größerer Stückzahl sogar den Darm reizen. Übrigens: Auch die Kerne von Honig- oder Galiamelonen sind essbar. In unserem Rezept für sommerliche Melonen-Kaltschale werden sie darum auch einfach mitpüriert.
Nicecream aus Matschbananen
Bananen reifen zuhause nach – manchmal überschreiten sie dabei den Punkt, an dem sie noch appetitlich aussehen: Die Schale wird dunkel, das Fruchtfleisch ist bereits sehr weich und zuckersüß. Aber das ist kein Grund, die „überreifen“ Früchte zu entsorgen. Die Banane schälen und in Scheiben schneiden, anschließend einfrieren. Wenn Du Lust auf ein leckeres „Bananeneis“ hast, einfach die gefrorenen Stücke pürieren, mit einem Schuss kalter Milch oder Naturjoghurt geht das leichter. Fertig ist ein cremiges, fettarmes Bananeneis - ganz ohne zugesetzten Zucker, Aroma- oder Konservierungsstoffe. Mit einem individuellen Topping (zum Beispiel Schokolade oder Krokant) sieht Dein gerettetes Essen außerdem absolut unwiderstehlich aus – und liefert nebenbei viele gute Mikronährstoffe wie Kalium, Magnesium, Folsäure und Beta-Carotin.
Veganer Eischnee aus Kichererbsen
Wenn Du das nächste Mal ein leckeres Kichererbsenrezept gekocht hast, wirf das abgegossene Wasser nicht weg. Das Kochwasser verschiedener Hülsenfrüchte (Auquafaba) lässt sich aufschlagen wie Eischnee und zum (veganen) Backen oder für Desserts verwenden. Mit Kichererbsenwasser haben wir es für Dich ausprobiert: einfach mit dem Mixer in einer fettfreien Schüssel aufschlagen. (Geduld, es dauert ein paar Minuten länger als bei Eischnee, etwas Sahnesteif oder ein Spritzer Zitronensaft helfen.) Das Ergebnis: samtiger Kicherschnee. Du kannst z. B. vorsichtig 150 g geschmolzene Schokolade unterziehen, das Ganze einige Zeit kaltstellen und hast eine fluffig-cremige, eifreie Mousse au Chocolat gezaubert. (Mit veganer Schokolade wird es ein komplett veganer Nachtisch.)
Aquafaba ist nicht nur vegan und salmonellenfrei – es enthält auch wertvolle pflanzliche Proteine und Ballaststoffe. Das Abtropfwasser aus der Dose hat bereits das richtige Mischungsverhältnis. Wenn Du getrocknete Kichererbsen kochst, musst Du darauf achten, nur die gerade so benötigte Menge Wasser zu benutzen. (Einweichwasser vorher entsorgen und frisches zum Kochen nehmen.) Du kannst Dein Aquafaba im Gegensatz zu Eiklar mehrere Tage im Kühlschrank lagern oder auch einfrieren – es lässt sich auch später noch aufschlagen.