Schocktherapie als Gesundheitsbooster, Härtetest und Mikroabenteuer: Eisbaden gilt als ultimativer Fitnesskick. Faktenchecker:innen der Universität Krems haben die Studienlage zum Eisbaden untersucht und meinen: Vorteile für die Immunabwehr oder Schutz vor Depressionen durch Eisbäder bleiben unbelegt. Die Blutgefäße könnten allerdings profitieren.
Der Gang ins Eiswasser ist für den Körper erstmal extremer Stress: Das Gehirn meldet Lebensgefahr! Stresshormone und Endorphine lösen bei manchen Menschen Glücksgefühle aus. Influencer:innen versprechen darüber hinaus langfristige Effekte auf die Gesundheit. Was sagt die Medizin dazu?
Eisbaden: Mehr Trend als Wissenschaft
Die wenigen verfügbaren Studien haben alle schwerwiegende methodische Mängel und liefern daher keine verlässlichen Aussagen über die gesundheitlichen Vorteile des Eisbadens. So wurde weder direkt untersucht, ob Eisbadende sich seltener erkälten noch ob sie weniger chronische Schmerzen haben. Auch zum Einfluss auf Depressionen gibt es keine aussagekräftigen Untersuchungen. Stattdessen wurden meist nur unspezifische Blutwerte gemessen, die seriöserweise keine klaren Rückschlüsse auf die Gesundheit zulassen.
Eisbaden: Risiken kennen und Regeln beachten
Beim Eisbaden reagiert der Körper mit dem Kälteschock-Reflex: Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, das Herz schlägt schneller und die Atmung beschleunigt sich. Gesunde Menschen können so ihr Herz-Kreislaufsystem trainieren und stressresistenter machen. Bei Menschen mit Herzproblemen kann die Reaktion aber gefährlich werden. Denn gleichzeitig tritt der Tauchreflex auf, der das Herz langsamer schlagen lässt. Diese widersprüchlichen Signale können besonders bei Herzkranken gefährlich sein und im schlimmsten Fall zum Herzstillstand führen. Auch gesunde Menschen sollten vorsichtig sein, da die schnelle Atmung zum Ertrinken führen kann, wenn der Kopf unter Wasser gerät.
Für ein sicheres Eisbaden sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:
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Niemals alleine ins Eiswasser gehen.
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Den Kopf über Wasser halten.
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Langsam an die Kälte gewöhnen.
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Rechtzeitig raus aus dem Wasser!
Fazit:
Niemand MUSS Eisbaden, um gesund zu bleiben. Wer es ausprobieren möchte, sollte sich der Risiken bewusst sein und sich langsam herantasten. Wer regelmäßig trainiert, kann sein Wohlbefinden steigern – und möglicherweise seine Herzgesundheit fördern. Bewiesen ist das aber noch nicht.