Eine britische Langzeitstudie hat untersucht, wie sich verschiedene Nahrungsmittel auf das Risiko von Darmkrebs auswirken. Die Ergebnisse: Calcium und Milchprodukte scheinen zu schützen, während Alkohol und verarbeitetes Fleisch das Risiko erhöhen. Ist (Kuh-)Milch jetzt gesund oder gibt es Risiken?
Könnte Kuhmilch vor Darmkrebs schützen? Eine aktuelle Auswertung der „Million Women Study“, die über 17 Jahre Gesundheitsdaten von mehr als einer halben Million Frauen in Großbritannien gesammelt hat, findet darauf Hinweise und nennt einen Beschützer der Darmgesundheit beim Namen: Calcium!
Die Ergebnisse der breit angelegten Studie sind vor allem in Bezug auf Milchprodukte aufschlussreich – und für einige Menschen vielleicht überraschend. Besonders der Verzehr von Milch und Joghurt trägt offenbar zur Prävention von Darmtumoren bei: In der aktuellen Untersuchung reduzierte schon ein Glas Milch täglich das Risiko um 14 %. In den letzten Jahren gerieten Milchprodukte teils unberechtigt in die Kritik – auch über ein erhöhtes Krebsrisiko wurde spekuliert. Ein Zusammenhang konnte aber nur für Prostatakrebs bei einem sehr hohen Milchkonsum (mehr als ein Liter täglich) ermittelt werden. Die neue Auswertung bestätigt dagegen frühere Untersuchungen, die einen moderaten Milchkonsum für unbedenklich halten.
Calcium ist ein Schutzfaktor
Mehr noch: Frauen, die Milch konsumierten, erkrankten seltener. Den Autor:innen zufolge ist es für die Schutzwirkung allerdings unerheblich, woher das Calcium stammt: 300 mg tägliche Calcium-Aufnahme senkten das Risiko der betrachteten Frauen statistisch um 17 %. Dazu können auch andere calciumreiche Lebensmittel wie Grünkohl oder Tofu beitragen. Ohne den Verzehr von Milchprodukten ist eine hohe Calciumaufnahme allerdings schwerer umzusetzen.
In der groß angelegten Studie wurden insgesamt 17 Ernährungsfaktoren betrachtet. Dabei zeigten wenig überraschend auch Vollkornprodukte, Obst und Ballaststoffe eine Risikoreduktion, die allerdings bezogen auf das Darmkrebsrisiko geringer ausfiel. Einen besonders starken Zusammenhang gab es noch in die Gegenrichtung: Alkohol erhöhte das Darmkrebsrisiko signifikant, pro 20 Gramm täglich (also ein großes Bier oder ein Glas Wein) um 15 %. Verarbeitetes Fleisch, etwa in Wurst, zeigte ebenfalls einen negativen Effekt.
Fazit:
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Calcium, Vollkorn und Obst leistet einen Beitrag zur Darmkrebsprävention. Wer mag, darf dabei auf Milch und Joghurt zurückgreifen - es gibt aber auch Alternativen aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen.