Grünkohl: Nährwerte, Kalorien, Inhaltsstoffe, Zubereitung
Grünkohl: „Hättest Du’s gewusst?“
Was ist Grünkohl?
Grünkohl (bot. Brassica oleracea var. sabellica L) gehört zu den heimischen Wintergemüsen und ist vor allem in der norddeutschen Küche verankert. Regional ist er teilweise auch als „friesische Palme“, Braunkohl, Strunkkohl oder Krauskohl bekannt. Ursprünglich kommt der vom Wildkohl abstammende Grünkohl aber aus dem Mittelmeerraum und hat sich von dort aus in ganz Europa und Amerika verbreitet. Im Gegensatz zum Wirsing, der eher eine rundliche Form annimmt, zeichnet sich Grünkohl durch längliche, krause Blätter aus, die an Stielen wachsen.
Von heimischen Feldern geerntet, hat der krause Kohl zwischen Oktober und März Saison. Interessanterweise verändert das grüne Gemüse im Laufe der Ernteperiode seinen Geschmack. Denn je später die Ernte stattfindet, d. h. je länger der Kohl bei niedrigen Temperaturen gewachsen ist, desto mehr Zucker sammelt sich in den Kohlblättern an und das Aroma wird feiner.
Grünkohl: Kalorien & Nährwerte
Die grünen Blätter sehen zwar auf den ersten Blick etwas unscheinbar aus, überzeugen aber durch ihre inneren Werte. Tatsächlich gehört der Grünkohl zu den vitaminreichsten Gemüsesorten überhaupt und überzeugt zudem mit vielen weiteren gesunden Inhaltsstoffen. Hier findest Du eine Übersicht der Kalorien und Nährwerte von Grünkohl:
Nährwerttabelle Grünkohl: Durchschnittliche Nährwerte pro 100 g
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Broteinheiten
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0,2 BE
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Energie
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189 kJ (45 kcal)
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Wasser
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4,3 g
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Eiweiß
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0,9 g
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Fett
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2,54 g
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Kohlenhydrate
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85,92 g
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Ballaststoffe
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4,2 g
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Mineralstoffe
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1,7 g
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Grünkohl: Inhaltsstoffe
Top-Inhaltsstoffe von Grünkohl
Mit 100 g Grünkohl lässt sich der Tagesbedarf an Vitamin C ganz einfach decken, denn das Wintergemüse enthält bemerkenswerte 105 mg davon. Neben roter Paprika und Rosenkohl ist Grünkohl damit eine der Vitamin-C-reichsten Gemüsesorten.
Grünkohl ist eine gute Quelle für die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin – zwei sekundäre Pflanzenstoffe, die die Gesundheit unserer Augen unterstützen können. Die fettlöslichen Antioxidantien sind nämlich wichtige Bestandteile des Makularpigments, wo sie als Blaulichtfilter unsere Netzhaut schützen.
Die Senfölglykoside geben dem Grünkohl nicht nur seinen leicht bitteren Geschmack, sondern sollen auch antientzündliche, antibakterielle sowie krebshemmende Eigenschaften haben.
Das steckt in 100 g Grünkohl
*Das P/S-Verhältnis beschreibt das Verhältnis von mehrfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren in der Ernährung (englisch: Polyunsaturated/Saturated). Ein idealer Wert liegt bei 1,0.
Ist Grünkohl gesund?
Grünkohl ist ein wahrer Nährstoffheld für kalte Wintertage. Er liefert nämlich neben hohen Mengen an Vitamin C auch reichlich Vitamin A sowie verschiedene B-Vitamine, die dem Immunsystem und unseren Schleimhäuten guttun. Zusätzlich enthält der „Superkohl“ eine bunte Palette an antientzündlichen und antibakteriellen sekundären Pflanzenstoffen, die unseren Körper dabei unterstützen können, lästige Erkältungsviren und Co. auf Abstand zu halten. Sekundäre Pflanzenstoffe, die in Grünkohl vorkommen, sind z. B. Carotinoide, Glucosinolate und Polyphenole.
Interessant ist der Superkohl aber auch aufgrund seines Protein- und Eisengehaltes, insbesondere für Menschen, die auf tierische Lebensmittel verzichten. Mit 4,3 g pro 100 g liegt der Proteingehalt beispielsweise über dem von Vollmilch (3,3 g/100 g Protein), und die enthaltenen 1,9 mg/100 g Eisen übertreffen so manche Fleischsorte. Gleichzeitig punktet Grünkohl mit viel Calcium, Vitamin K, Vitamin E, Folsäure und Phosphor. Letztere macht das grüne Superfood für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere besonders interessant, denn für sie ist eine ausreichende Zufuhr des essenziellen Vitamins wichtig, um die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes von Anfang an zu unterstützen.
Darüber hinaus gibt es aber noch weitere gute Gründe, sich regelmäßig „verkohlen“ zu lassen, denn das aromatische Wintergemüse ist auch ein guter Lieferant für Ballast- und Bitterstoffe, die den Heißhunger auf süße Snacks eindämmen können und die Verdauung unterstützen.
Gut zu wissen: Aufgrund seines Ballaststoffgehaltes kann Grünkohl bei manchen für Blähungen sorgen. Dem kann aber durch den Einsatz von Gewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel oder Ingwer ein wenig entgegengewirkt werden.
Grünkohl ist reich an Glucosinolaten, sekundären Pflanzenstoffen, mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Diese Verbindungen kommen besonders in Kreuzblütlern vor und werden für ihre schützende Wirkung auf die Zellen erforscht.
Grünkohl: Lagerung
Frischer Grünkohl lässt sich im Gemüsefach des Kühlschranks gut 5–7 Tage lagern. Achte beim Kauf vorab darauf, dass er keine welken Stellen hat und verzichte bei der Lagerung auf ein vorheriges Waschen. Damit die Blätter länger frisch und knackig bleiben, kann es zudem helfen, sie in ein feuchtes Tuch zu wickeln. Bei niedrigen Temperaturen unter 8 °C kannst Du Grünkohl alternativ auch draußen aufbewahren, er ist nämlich frosthart. Bereits zubereiteter Grünkohl hält sich luftdicht verpackt im Kühlschrank bis zu 3 Tage.
Tipp: Lege Grünkohl nicht neben Äpfeln oder Tomaten. Diese können nämlich durch die Abgabe des Reifungsgases Ethylen die Haltbarkeit des gesunden Wintergemüses verkürzen.
Grünkohl einfrieren
Wenn Du das ganze Jahr über Freude am Grünkohl haben möchtest, kannst Du ihn ganz einfach einfrieren. Vorher solltest Du allerdings die frischen Blätter blanchieren. Dazu kochst Du sie in kochendem Salzwasser für 2-3 Minuten und schreckst sie anschließend mit Eiswasser ab. Ist der Kohl gut abgetropft, breite das Gemüse auf Küchenpapier aus, um das restliche Wasser abtrocknen zu lassen. Jetzt kannst Du den Kohl nach Wunsch hacken und einfrieren.
Grünkohl: Verwendung
Klassisch wird Grünkohl gerne als Eintopf mit Kartoffeln und Pinkel – einer geräucherten Wurst – oder als Beilage zu Kassler gegessen. Besonders in Norddeutschland sind diese Gerichte in der kalten Jahreszeit beliebt. Es gibt aber natürlich noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten des grünen Superfoods. Du kannst ihn z. B. super zu Fisch, etwa Lachs, Seelachs oder Kabeljau, servieren. Probiere Grünkohl auch mal als Quiche oder gesunden Belag einer Pizza. Alternativ macht das Wintergemüse auch als Komponente von scharfen Gemüsecurrys eine gute Figur. Nicht weniger lecker sind Grünkohl-Pasta-Variationen oder Gemüsesuppen, so dass es sich lohnt, verschiedene neue Rezepte auszuprobieren. Wusstest Du außerdem, dass Grünkohl sich in Form von Grünkohlchips auch als gesunder Partysnack eignet? Mit etwas Ingwer, Orange und Banane im Mixer verrührt, überzeugt der Kohl ansonsten auch als vitalisierender Smoothie. Oder mische ihn mit Äpfeln und Möhren zu einem köstlichen Wintersalat, der mit Nüssen oder Granatapfelkernen getoppt, Deine Abwehrkräfte jubeln lässt.
Grünkohl roh essen
Grünkohlliebhaber verzehren das Gemüse gern in rohem Zustand, da dann die vielen gesunden Inhaltsstoffe besonders reichlich enthalten sind. Um die recht festen Blätter genussvoll verzehren zu können, empfiehlt es sich, diese nach dem Waschen etwas zu salzen und mit etwas Öl beträufelt ein wenig zu „massieren“. So werden sie weicher und sind leichter zu essen. Außerdem können die fettlöslichen Vitamine dank der Ölzugabe besser aufgenommen werden.
Grünkohl: Zubereitung
Um in den Genuss des grünen Superfoods zu kommen, müssen wir es natürlich erst einmal richtig zubereiten. Das gründliche Waschen und Putzen des Grünkohls steht hier an erster Stelle, um möglichen Schmutz und unschöne Stellen zu entfernen. Im nächsten Schritt werden die krausen Enden der Blätter vom Hauptstrunk abgeschnitten und dickere Blattverzweigungen entfernt. Das ist insofern wichtig, als dass die Stiele und Blattrippen sehr bitter schmecken und so manches leckere Grünkohlgericht ruinieren könnten. Ist das erledigt, kannst Du das Gemüse je nach Vorliebe in Streifen schneiden oder hacken und anschließend garen. Dazu bieten sich insbesondere schonende Methoden wie das kurze Dünsten in Brühe oder das 2–3 minütige Blanchieren in Salzwasser an. Nach dem Blanchieren den Grünkohl mit Eiswasser abschrecken, denn durch die Kälteeinwirkung wird der Garprozess gestoppt und die Farbe sowie die knackige Konsistenz des Kohls bleiben erhalten. Auch bei der Zubereitung von Grünkohlsalat ist das Blanchieren eine gute Möglichkeit, um die Blätter bekömmlicher zu machen. Daneben ist es aber auch möglich, den Kohl in etwas Öl anzuschwitzen.
Gut zu wissen: Manchmal hört man, dass Grünkohl nicht wieder aufgewärmt werden sollte, da er recht viel Nitrat enthält, welches sich beim Aufwärmen zu gesundheitsschädlichem Nitrit umwandeln kann. Bei kurzem Erhitzen und anschließendem Verzehr ist das allerdings nicht problematisch. Grünkohl sollte aber nicht zu lange warmgehalten werden, da dabei die Nitrit-Bildung tatsächlich angekurbelt werden kann.
Rezepte mit Grünkohl
Grünkohl CO₂-Bilanz: Der ökologische Fußabdruck
Grünkohl gilt als eine der klimafreundlicheren Gemüsesorten, besonders wenn er regional und saisonal angebaut wird. Da Grünkohl ein winterhartes Gemüse ist und niedrige Temperaturen verträgt, wird er in gemäßigten Klimazonen wie Deutschland überwiegend im Freiland und ohne beheizte Gewächshäuser kultiviert. Dies führt zu einem vergleichsweise niedrigen CO₂-Fußabdruck, da für den Anbau wenig Energie benötigt wird. Im Freiland erzeugt Grünkohl schätzungsweise etwa 0,1 bis 0,2 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm, ähnlich wie andere Kohlarten.
Grünkohl wird oft lokal konsumiert und benötigt daher keinen Transport per Flugzeug, was den CO₂-Fußabdruck weiter reduziert. Die Lagerung und Kühlung sind bei Grünkohl relativ unaufwändig, da die Pflanze frosthart ist und auch bei niedrigen Temperaturen frisch bleibt. Dies verringert die Energieanforderungen und senkt die Emissionen im Vergleich zu empfindlicheren Gemüsesorten.
Der Verzehr von Grünkohl im Winter, wenn er saisonal verfügbar ist, trägt zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks bei und stellt eine nachhaltige Alternative zu importiertem Wintergemüse dar.
Grünkohl: Botanische Infos und Tipps
Nach all der Warenkunde und den Betrachtungen des Grünkohls mit Blick auf die Ernährung, stellen wir Dir die Pflanze hier noch aus botanischer Sicht vor.
Grünkohl Steckbrief
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Deutscher Name
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Grünkohl
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Lateinischer Name
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Brassica oleracea var. sabellica
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Synonyme
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Braunkohl, Federkohl, Hochkohl, Krauskohl, Strunkkohl, Winterkohl
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Pflanzenfamilie
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Brassicaceae (Kreuzblütler)
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Pflanzengattung
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Brassica (Kohl)
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Standort
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sonnig bis halbschattig, bevorzugt in kühlen Regionen, da Frost die Pflanze aromatischer macht
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Boden
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humus- und nährstoffreich, gut durchlässig, leicht kalkhaltig; optimaler pH-Wert zwischen 6 und 7
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Pflanzzeit
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Aussaat im Frühjahr oder Frühsommer; Jungpflanzen können im Spätsommer ausgepflanzt werden, um im Winter zu ernten
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Pflanzabstand
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40 bis 50 cm zwischen den Pflanzen, etwa 60 cm zwischen den Reihen
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Wasserbedarf
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mäßig; regelmäßig gießen, besonders bei Trockenheit, Staunässe vermeiden
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Dünger
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nährstoffreiche Düngung, idealerweise organisch mit Kompost oder Mist; eine zusätzliche Düngergabe während der Wachstumsperiode ist sinnvoll
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