Eisen: Wofür? Wie viel? Welche Funktion? Was beachten?
Eisen für verschiedene Vorgänge im Körper wichtig, z. B. im Immunsystem und im Energiestoffwechsel. Auch am Sauerstofftransport sowie an der kognitiven Funktion ist Eisen beteiligt. Als essenzieller Mikronährstoff muss es über die Nahrung zugeführt werden. Eisen steckt vor allem in tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Innereien und Wurst enthalten. Doch auch pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Hülsenfrüchte sowie einige Obst- und Gemüsesorten enthalten das wertvolle Spurenelement. Da zahlreiche Lebensmittel Eisen enthalten, ist der Tagesbedarf durch eine ausgewogene Mischkost zu decken. Frauen sind allerdings bis zur Menopause eine Risikogruppe für eine Unterversorgung. Das gilt besonders während einer Schwangerschaft und der Stillzeit. Auch Menschen mit einer vegetarischen oder veganen Ernährung sind gefährdet, da Eisen aus tierischen Produkten besser vom Körper aufgenommen wird als solches aus pflanzlichen Quellen. Nicht zuletzt können bestimmte Vorerkrankungen einen Eisenmangel begünstigen. Hier erklären wir Dir u. a., wofür Eisen im Körper gut ist, ob man Eisen überdosieren kann und welche Eisenmangel Symptome bekannt sind.
Was ist Eisen?
Eisen – was ist das genau: Eisen ist ein essenzielles, das heißt lebenswichtiges, Spurenelement, das unser Körper mit der täglichen Nahrung aufnehmen muss. Spurenelemente gehören zur Gruppe der Mineralstoffe. Sie werden so genannt, weil sie im menschlichen Gewebe nur in geringen Mengen – also in Spuren – vorkommen. Ihr Massenanteil beträgt normalerweise weniger als 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht (mg/kgKG).
Die Gesamtmenge an Eisen beträgt bei Erwachsenen ungefähr vier bis fünf Gramm (g). Etwa 75 Prozent des Körpereisenbestandes ist sogenanntes Funktionseisen. Das heißt, es kommt in biologisch aktiven Verbindungen vor. Die wichtigsten Verbindungen geht Eisen ein mit:
- dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin: Der größte Anteil (2 bis 2,5 g) des Eisenanteils ist an Hämoglobin gebunden.
- dem Muskeleiweiß Myoglobin: 0,3 bis 0,4 g Eisen sind an dieses Protein gebunden.
- Enzymen: Ein geringer Anteil an Eisen (etwa 0,1 g) kommt in Enzymen vor.
Die anderen rund 25 Prozent der Körpereisenmenge sind Reserven, die biologisch nicht aktiv sind. Dieses sogenannte Speichereisen wird in Leber, Milz, Darmschleimhaut und Knochenmark gelagert.
Interessante Fakten zu Eisen
- Natürlicher Eisenverlust:
Eisen geht dem Körper natürlicherweise durch nicht mehr benötigte Haut- und Darmzellen verloren, die der Körper abstößt. Auch Schwitzen ist ein wichtiger Faktor beim Eisenhaushalt: Pro Tag verlieren wir über den Schweiß etwa ein Milligramm (mg) des Spurenelements. - Eisen färbt das Blut rot:
Kommt das Metall Eisen mit Sauerstoff in Kontakt, rostet („oxidiert“) es und bekommt eine rötliche Färbung. Wirklich Rosten kann das Spurenelement im Körper aufgrund der dort vorliegenden chemischen Verbindungen nicht. Die rote Farbe des Blutes entsteht durch das Absorbtionsspektrum des Hämoglobinmoleküls, das hauptsächlich rotes Licht zurückwirft. - Häufiger als Calcium oder Magnesium:
Eisen ist mit 5,0 Prozent nach Sauerstoff (46,6 Prozent), Silizium (27,7 Prozent) und Aluminium (8,1 Prozent) das vierthäufigste Element der Erdkruste. Damit kommt es als Mineralstoff mengenmäßig sogar noch häufiger vor als Calcium, das nur einen Anteil von 3,6 Prozent hat.
Dass sich Eisen im Körper befindet, ist schon lange bekannt. 1658 wiesen Forschende erstmals über ein Mikroskop die roten Blutzellen nach, 1713 entdeckten sie das Eisen im Blut. Welche Folgen ein Eisenmangel unter anderem haben kann, wurde aber erst 1832 klar: Mediziner stellten fest, dass Anämiker, also Menschen mit zu wenig roten Blutkörperchen, auch zu wenig Eisen im Körper hatten. Dadurch ging es ihnen schlecht und sie klagten über typische Symptome wie Schwindel, mangelnde Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen.
Aufgaben und Funktionen: Wofür braucht der Körper Eisen?
Das Spurenelement Eisen ist an zahlreichen Prozessen im menschlichen Organismus beteiligt. Es ist Bestandteil Hunderter Proteine und Enzyme – und damit ist Eisen für fast alle wichtigen Stoffwechselprozesse von Bedeutung.
Die wichtigste Aufgabe von Eisen ist der Sauerstofftransport des Blutes beziehungsweise die Bildung der roten Blutkörperchen. Als Teil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) hilft Eisen, Sauerstoff aufzunehmen und zu transportieren.
Zudem dient das Spurenelement dem Elektronentransport und wird für das Immunsystem benötigt. Nicht zuletzt brauchen Kinder Eisen für ihre Gehirnentwicklung. Nachfolgend schauen wir uns im Detail an, wofür Eisen im Körper wichtig ist:
Eisen für den Sauerstofftransport
Eisen bindet den Sauerstoff, den wir über die Lunge aufnehmen, an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Dadurch gelangt Sauerstoff über das Blut in alle Körperzellen. In diesen findet die sogenannte Zellatmung statt, sie ist für alle Stoffwechselprozesse wichtig. Sind im Körper zu wenig Eisen und Hämoglobin vorhanden, werden die Zellen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und können nicht mehr richtig funktionieren. In der Folge kommt es zu einer sogenannten Eisenmangelanämie. Dabei führt die zu geringe Zahl roter Blutkörperchen zu zahlreichen Symptomen.
Eisen für die zelluläre Energieversorgung
Im Skelett- und Herzmuskelgewebe bindet Eisen an das Muskelprotein Myoglobin und transportiert dort den Sauerstoff zu den Mitochondrien. Die Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen, in ihnen wird über die Zellatmung ein Teil der Energie gewonnen. Damit hat Eisen eine bedeutsame Funktion für die Energieversorgung der Zellen. Das Spurenelement trägt als Cofaktor von antioxidativen Enzymen zum Schutz der Mitochondrien und anderen Zellbestandteile vor einer zu hohen Belastung durch sogenannte freie Radikale bei. Diese Sauerstoffverbindungen kommen zwar als natürliche Stoffwechselzwischenprodukte im Körper vor, durch äußere Einflüsse wie Rauchen, Schadstoffe oder UV-Strahlen kann ihre Zahl jedoch zu stark ansteigen – dann schaden sie den Zellen.
Eisen und das Immunsystem
Eisen ist gleich in mehrfacher Hinsicht wichtig für ein funktionierendes Immunsystem. Es wird unter anderem gebraucht, damit Immunzellen ausreifen und richtig funktionieren können. Zudem kann Eisenmangel mit einem teilweisen Gewebeschwund beziehungsweise einer Veränderung verschiedener Organe des Immunsystems einhergehen und auf diese Weise zu Veränderungen der Immunantwort führen. Der Körper schützt sein Eisen daher, indem er Krankheitserregern den Zugang zum Eisen im Blut und in bestimmten Zellen erschwert.
Gesundheitsbezogene Angaben: Health Claims von Eisen
Die Funktionen von Eisen wurden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wissenschaftlich bewertet. Auf dieser Grundlage hat die Europäische Union gesundheitsbezogene Angaben, sogenannte Health Claims, festgelegt. Hier findest Du die Health Claims von Eisen, wobei wir uns die aufgeführten Funktionen einmal genauer anschauen:
Etwa 70 Prozent des gesamten Körpereisens sind in dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden. Hämoglobin wird wiederum für die Bildung der roten Blutkörperchen, der sogenannten Erythrozyten, benötigt. Eisenmangel stört daher die Bildung der roten Blutkörperchen im Knochenmark, was zu einer Anämie (Blutarmut) führen kann. Da unter anderem der zelluläre Energiestoffwechsel von Sauerstoff abhängig ist, hat eine Anämie eine Vielzahl klinischer Folgen. Eine der Folgen von schwerem Eisenmangel ist die Verringerung der Lebensdauer der Erythrozyten im Blutkreislauf, was die Anämie weiter verschlimmert. In jüngerer Zeit wurde nachgewiesen, dass Eisenmangel den verfrühten Tod der Erythrozyten (Eryptose) fördert.
In Hämoglobin steckt neben dem Eiweißanteil (Globin) auch sogenanntes Häm-Eisen. Das Hämoglobin ist ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und hat eine sehr wichtige Aufgabe: Es ist für den Sauerstofftransport im Körper zuständig. Dafür bindet der Sauerstoff in der Lunge an die Eisenatome im Hämoglobin. Von der Lunge fließt das sauerstoffreiche Blut über die Arterien durch den gesamten Organismus bis in die Kapillaren und versorgt sämtliche Gewebe. Ohne eine angemessene Eisenzufuhr wird jedoch nicht genug Hämoglobin gebildet und der gesamte Mechanismus des Sauerstofftransports kann nicht in einem ausreichenden Maße ablaufen. In der Folge werden beispielsweise die Organe nicht genug mit Sauerstoff versorgt, was zu zahlreichen Beschwerden führt.
Eisen wird unter anderen in den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien, benötigt. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Herstellung von Energie, indem sie bestimmte Moleküle (Adenosintriphosphat, ATP) produzieren. Bei Eisenmangel können die Mitochondrien folglich weniger Energie produzieren, dies beeinträchtigt die Zellgesundheit.
Zu den häufig beobachteten Symptomen eines Eisenmangels gehören Müdigkeit und Erschöpfung. In einer groß angelegten australischen Studie mit knapp 29.000 Frauen jungen und mittleren Alters zeigte sich, dass bei Teilnehmerinnen, die angaben, (jemals) unter Eisenmangel gelitten zu haben, auch ständige Müdigkeit häufiger aufgetreten war als bei Frauen ohne Eisenmangel in der Vorgeschichte.
Es gibt eine Reihe von Übersichten und Berichten zu den biologischen Funktionen von Eisen, die auch die Rolle des Spurenelements bei der kognitiven Funktion und der kognitiven Entwicklung von Kindern dokumentieren. So kann beispielsweise Eisenmangel in der frühen Kindheit zu Defiziten im Energiestoffwechsel des Gehirns und bei Neugeborenen zu abnormalen kognitiven Leistungen und emotionalen Regulationsstörungen führen. Diese Effekte können trotz Eisenauffüllung bis ins Erwachsenenalter hinein anhalten. Eine andere Untersuchung zeigte, dass Eisenmangel in der frühen Kindheit womöglich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die geistigen Fähigkeiten in späteren Jahren verringert sind.
Das Spurenelement Eisen ist bedeutsam für ein funktionierendes Immunsystem. Es trägt dazu bei, dass die Immunzellen ausreifen und richtig funktionieren können. Darüber hinaus gibt es Wechselwirkungen zwischen der Eisenhomöostase und der Immunfunktion. Zytokine als Botenstoffe des Immunsystems und das Akute-Phase-Protein Hepcidin bei chronisch-entzündlichen Prozessen beeinflussen die Eisenhomöostase. In der Folge wird Eisen in den Fresszellen (Makrophagen) zurückgehalten, was zu Eisenmangel führt. Vermutlich ist dieser Prozess auf einen Abwehrmechanismus des Körpers zurückzuführen, der die Verfügbarkeit von Eisen für Krankheitserreger einschränkt, um den Mineralstoff zu schützen.
Die Zellteilung ist ein entscheidender Prozess für das Gewebewachstum und -entwicklung sowie für die Erhaltung des Gewebes durch den Zellzyklus. Eisen ist für den zellulären Stoffwechsel, zum Beispiel für die DNA-Synthese, von wesentlicher Bedeutung. Durch einen Mangel kann der programmierte Zelltod (Apoptose) verfrüht einsetzen. Eine Vielzahl von Molekülen, die den Zellzyklus kontrollieren, wird durch Eisen reguliert.
Hättest Du das über Eisen gewusst?
- Rostige Nägel im Apfel als Hausmittel:
Dieser Tipp soll gegen Eisenmangel helfen: rostige Eisennägel in einen Apfel stecken, nach 24 Stunden die Nägel herausziehen und den Apfel essen. Tatsächlich nimmt das Apfelfruchtfleisch dadurch einen gewissen Anteil des Eisens aus dem Nagel auf, was durch braune Flecken erkennbar ist. Eine Studie hat Hinweise darauf ergeben, dass diese Methode tatsächlich zur Eisenversorgung beitragen könnte. Der Geschmack könnte allerdings gewöhnungsbedürftig sein. - Besser kein Kaffee oder Tee nach dem Essen:
Für viele ist es ein liebgewonnenes Ritual, direkt nach dem Essen eine Tasse Kaffee oder Tee zu trinken. Allerdings können die darin enthaltenen Gerbstoffe Eisen-Ionen im Magen binden. In der Folge wird das Eisen ausgeschieden, anstatt über den Darm in den Blutkreislauf zu gelangen. Patient:innen, die Eisenpräparate einnehmen, sollten daher mit Kaffee oder schwarzem Tee einen zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden zu den Mahlzeiten einhalten. - Eisen kann den Stuhl schwarz färben:
Es wirkt oft beunruhigend, ist aber harmlos: Eisenpräparate, die bei Eisenmangel verordnet werden, können den Stuhl schwarz färben. Das hängt damit zusammen, dass Eisen beim Verdauungsprozess Sauerstoff bindet und sich dadurch verfärbt. In diesen Fällen ist der schwarze Stuhl also ungefährlich.
Tagesbedarf: Wie viel Eisen am Tag?
Der Mensch benötigt täglich etwa ein Milligramm (mg) verfügbares Eisen, um den Verlust durch Stuhl, Urin, Schweiß und gegebenenfalls die Menstruationsblutung auszugleichen. Allerdings können die Zellen im Darm bei einer Mischkost in der Regel nur 10 bis 15 Prozent des Eisens aus der Nahrung aufnehmen. Das bedeutet: Es ist nur ein kleiner Teil des mit Lebensmitteln aufgenommenen Eisens für den Körper verfügbar. Der Rest wird über den Stuhl ausgeschieden und geht so verloren.
Diese Tatsache hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei ihren Empfehlungen berücksichtigt. Sie empfiehlt eine Tageszufuhr von 10 (Männer) bzw. 15 mg (Frauen) für Erwachsene und 8 bis 10 mg für Kinder und Jugendliche, je nach Alter. In der Schwangerschaft steigt der Bedarf, da die Plazenta und Gebärmutter ebenfalls versorgt werden müssen. Auch der Fötus beginnt bereits, eigene Eisenspeicher anzulegen. Schwangere sollten laut der DGE daher 30 mg und Stillende 20 mg Eisen täglich aufnehmen.
Bei einer Blutspende geht mit dem Blut auch Eisen verloren. Wird anschließend kein Eisen zugeführt, ist die Erholungszeit lang. So dauerte es in einer Studie mit Eisentabletten 21 Tage, bis die Basisferritinwerte erreicht waren, ohne Eisenpräparat dagegen durchschnittlich mehr als 168 Tage.
Eisen: Referenzwerte
| Alter | Eisen [mg/Tag] |
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|---|---|---|
| m | w | |
| Säuglinge | ||
| 0 bis unter 4 Monate | 0,3a,b | |
| 4 bis unter 12 Monate | 11 | |
| Kinder und Jugendliche | ||
| 1 bis unter 4 Jahre | 7 | |
| 4 bis unter 7 Jahre | 7 | |
| 7 bis unter 10 Jahre | 10 | |
| 10 bis unter 13 Jahre | 14 | 14c |
| 13 bis unter 15 Jahre | 11 | 16d |
| 15 bis unter 19 Jahre | 11 | 16d |
| Erwachsene | ||
| 19 bis unter 25 Jahre | 11 | 16d |
| 25 bis unter 51 Jahre | 11 | Prämenop:16d Postmenop:14 |
| 51 bis unter 65 Jahre | 11 | Prämenop:16d Postmenop:14 |
| 65 Jahre und älter | 11 | 14 |
| Schwangere | 27 | |
| Stillende | 16e | |
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a ausgenommen Unreifgeborene Ableitung b Hierbei handelt es sich um einen Schätzwert. c Bei frühzeitiger Menarche müssen menstruelle Eisenverluste ersetzt werden, wenn Menstruationsstärke und -zyklus bereits regelmäßig sind. Der physiologische Eisenbedarf entspricht in diesem Fall dem von prämenopausalen Frauen, wodurch sich eine empfohlene Zufuhr von 16 mg Eisen/Tag ergibt. d Bei Jugendlichen und Frauen, die nicht menstruieren (u. a. aufgrund der Verwendung von oralen Kontrazeptiva, die durchgängig ohne Pause eingenommen werden, frühere Perimenopause) wird basierend auf den Werten für Männer eine empfohlene Zufuhr von 11 mg Eisen/Tag angegeben. Für Schwangere und für Frauen nach einer Geburt gelten die jeweiligen Referenzwerte. e Diese Angabe gilt für stillende und nicht stillende Frauen nach der Geburt zum Ausgleich der Verluste während der Schwangerschaft und Geburt. |
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Weibliche Jugendliche und Frauen im fruchtbaren Alter verlieren mit ihrer Menstruationsblutung Eisen. Dadurch erhöht sich die benötigte Tageszufuhr auf 15 mg. Nach der Menopause gleicht sich der Tagesbedarf von Frauen dem von Männern an.
Eisen: Wo enthalten?
Eisen steckt in zahlreichen Lebensmitteln – wenn auch oftmals nur in geringen Mengen. Zu den besonders eisenhaltigen Lebensmitteln zählen Fleisch wie Schweinefleisch, Rindfleisch, Innereien und entsprechende Fleischprodukte. Der Grund: Fleisch enthält ebenfalls den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Das darin gebundene Eisen kann Dein Körper besonders gut verwerten.
Auch einige Produkte pflanzlicher Herkunft besitzen Eisen. Hierzu gehören beispielsweise Getreideprodukte wie Haferflocken, Hirse oder Weizenkleie. Eine bekannte Eisenquelle ist auch Rote Bete, obwohl sie im Vergleich mit Getreideprodukten eher wenig Eisen enthält. Zudem kann der Körper Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln schlechter aufnehmen als das aus tierischen Produkten. Falls Du Dich vegetarisch ernährst und/oder schwanger bist, solltest Du Deine Nahrung daher sehr bewusst zusammenstellen, um Deinen Bedarf an Eisen zu decken.
Denn bei Eisen aus der Nahrung unterscheiden Fachleute grundsätzlich zwischen Häm-Eisen und Nicht-Häm-Eisen:
- Häm-Eisen ist Eisen, das an eine sogenannte Häm-Gruppe gebunden ist (zum Beispiel im Hämoglobin) und aufgrund dieser besonderen Bindung als zweiwertig bezeichnet wird (Fe2+). Es kommt vor allem tierischen Lebensmitteln vor.
- Unter Nicht-Häm-Eisen oder versteht man Eisen, das nicht an eine Häm-Gruppe gebunden ist und daher eine andere chemische Bindung eingeht. In diesen Bindungen liegt Eisen dreiwertig (Fe3+) vor. Das ist bei Eisen in Obst und Gemüse größtenteils der Fall.
Damit unser Körper dreiwertiges Eisen verwerten kann, muss er es zunächst über die Dünndarmzellen zu zweiwertigem Eisen umwandeln (reduzieren). Aus diesem Grund wird Eisen aus tierischen Lebensmitteln im Darm etwa zwei- bis dreimal besser aufgenommen als Eisen aus pflanzlichen Quellen wie Obst und Gemüse.
Du kannst Deine Eisenaufnahme verbessern, indem du verschiedene pflanzliche Lebensmittel geschickt miteinander kombinierst. Beispielsweise hilft Vitamin C Deinem Körper dabei, Eisen insbesondere aus pflanzlichen Quellenaufzunehmen. Sinnvoll ist daher der gleichzeitige Verzehr von Vitamin-C-reichen Nahrungsmitteln wie Orangensaft, Gemüsepaprika oder Brokkoli.
Fleisch solltest Du nicht in zu großen Mengen zu Dir nehmen. Die DGE empfiehlt – abhängig vom Kalorienbedarf - ca. 300-600 Gramm pro Woche für Erwachsene, Aufschnitt inklusive. Deswegen ist es für Deinen Eisenbedarf wichtig, dass Du viel Gemüse isst, das Eisen enthält. Diese zehn Lebensmittel enthalten besonders viel Eisen:
Die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln kann durch andere Nahrungsbestandteile gehemmt werden. Diese binden das Eisen im Darm, sodass der Körper es nicht so gut aufnehmen kann. Zu solchen Stoffen zählen beispielsweise Tannine (wie in Rotwein oder schwarzem und grünem Tee), Oxalsäure (etwa in Spinat, Rote Bete, Rhabarber oder Kakao), Phytate (zum Beispiel in Getreide) oder Phosphate (zum Beispiel in Schmelzkäse). Auch Weizenkleie, Milchprodukte, Sojaprodukte und Kaffee enthalten Stoffe, die die Eisenaufnahme behindern.
Eisenmangel: Symptome & Ursachen
Zahlreiche Lebensmittel enthalten Eisen und können so zur Nährstoffversorgung beitragen. Dementsprechend müsste sich der Eisenbedarf des Körpers eigentlich gut über eine gesunde und ausgewogene Ernährung decken lassen.
Allerdings sieht die Realität anders aus. Laut der Nationalen Verzehrsstudie II erreichen 14 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen die empfohlene Tageszufuhr für Eisen nicht. Besonders kritisch sieht es bei weiblichen Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren sowie bei jungen Frauen im Alter von 19 bis 24 Jahren aus, die im Durchschnitt nur 8,2 beziehungsweise 8,6 mg am Tag zu sich nehmen. Dies liegt weit unter der empfohlenen Tageszufuhr von 15 mg für diese Altersgruppen.
Wichtig zu wissen: Bei Eisen kommt es nicht nur auf die Menge, sondern auch die Form des Eisens und die derzeitige Versorgungslage des Körpers an. Daher entsteht aus einer geringen Zufuhr nicht automatisch ein Mangel. Das gilt vor allem dann, wenn sie vorübergehend eingeschränkt ist, da der Körper Eisen speichert. Dennoch leiden etwa zehn Prozent der Frauen und drei Prozent der Männer unter Eisenmangel. Von der schwersten Form, der Eisenmangelanämie (Blutarmut), sind weniger als ein Prozent der Menschen betroffen.
Eisenmangel Symptome: Wie äußert sich Eisenmangel?
Ein Eisenmangel bleibt oft lange Zeit unentdeckt, weil der Körper zunächst auf eigene Reserven zurückgreift, um die verminderte Eisenaufnahme auszugleichen. Solange der Körper seine Eisenreserven nutzt, bleibt auch der Blutfarbstoff Hämoglobin noch im Normalbereich. Erst wenn die eigenen Depots aufgebraucht sind, sinkt der Hämoglobin-Spiegel. Ein Eisenmangel sowie eine Eisenmangelanämie lassen sich durch eine Blutuntersuchung nachweisen.
Hierbei fühlen sich Betroffene häufig erschöpft, müde, vergesslich, gereizt oder abgespannt. Oft handelt es sich um sehr unspezifische Symptome, die auch auf andere Erkrankungen und Gesundheitsstörungen hindeuten können.
Mögliche Eisenmangel Symptome sind zum Beispiel:
- Entzündungen der Mundwinkel
- gestörtes Haar- und Nagelwachstum
- trockene, rissige und spröde Haut
- erhöhte Infektanfälligkeit
- Leistungsschwäche
- Kopfschmerzen
- Muskelverspannungen und Muskelschmerzen
- Gewichtszunahme
Eisenmangel ist mitunter an den Augen erkennbar. Allerdings können Augenringe und dunkle Schatten unter den Augen auch zahlreiche andere Ursachen haben.
Möglicherweise besteht auch ein Zusammenhang zwischen einer Gewichtszunahme beziehungsweise Fettleibigkeit und einem Eisenmangel. Forschende vermuten, dass hierbei erhöhte Hepcidinspiegel eine Rolle spielen, die bei Adipositas und damit häufig einhergehenden chronischen Entzündungen häufig auftreten. Hepcidin ist ein Botenstoff, der die Eisenaufnahme im Darm negativ mitreguliert. In Studien hat sich gezeigt, dass sich die Hepcidinspiegel im Blut normalisieren, wenn die Betroffenen deutlich abnehmen – und sich die Eisenaufnahme dann auch verbessert.
Umgekehrt kann ein langfristiger Eisenmangel eine Gewichtszunahme beschleunigen, weil die Betroffenen sich häufig schlapp und antriebslos fühlen. Ihnen fehlt Energie, weswegen sie sich tendenziell weniger bewegen. In der Folge sinkt der Kalorienverbrauch. Wer nicht gleichzeitig weniger isst, nimmt daher oftmals zu.
Eisenmangel Ursachen: Wie kann es zu einem Eisenmangel kommen?
Ein Eisenmangel kann zahlreiche Ursachen haben. Zu den Risikogruppen zählen vor allem:
- Kinder und Jugendliche
- Frauen im gebärfähigen Alter und in der Schwangerschaft
- Personen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren
Der Grund hierfür ist, dass diese Bevölkerungsgruppen entweder einen erhöhten Bedarf haben oder aufgrund ihrer Ernährungsweise weniger Eisen als empfohlen aufnehmen. So sind bei jungen Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter meist die Blutverluste während der Menstruationsblutungen für eine Eisenunterversorgung verantwortlich. Bei Menschen mit vegetarischer Ernährung kann es zu Eisenmangel kommen, weil das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln schlechter vom Darm aufgenommen wird als das aus tierischen Produkten und nicht jeder bewusst darauf achtet, ausreichend eisenhaltiges Gemüse zu verzehren.
Auch bestimmte Erkrankungen oder medizinische Umstände können einen Eisenmangel begünstigen, wie zum Beispiel:
- chronische Blutungen im Magen-Darm-Trakt bei Entzündungen, Geschwüren, Tumoren oder Krampfadern
- starker Blutverlust nach Unfall oder Operation
- Blutzerfall (Hämolyse), zum Beispiel bei Immunreaktionen
Auch Sportler:innen sind gefährdet. Ihr Eisenbedarf kann ungefähr doppelt so hoch sein wie bei Nicht-Sportler:innen. Der Grund hierfür ist, dass bei körperlicher Aktivität der Energie- und Sauerstoffumsatz zunimmt, sodass vermehrt Hämoglobin und Blut gebildet wird. Zusätzlich geht durch die vermehrte Schweißbildung bei körperlicher Aktivität Eisen verloren.
Darreichungsformen: Eisentabletten und andere Präparate
Wurde bei Dir ein Eisenmangel diagnostiziert, kann die Gabe eines höherdosierten Eisenpräparates sinnvoll sein. Die Einnahme sollte jedoch nur nach ärztlicher Absprache und Kontrolle erfolgen, da die Mittel Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden verursachen können und nicht überdosiert werden sollten.
Es gibt verschiedene Präparate und Darreichungsformen:
- Eisen-Tabletten
- Eisen-Kapseln
- Eisen-Saft
- Eisen-Tropfen
- Eisen-Brausetabletten
Am besten lässt Du Dich in der Apotheke beraten, welches Präparat für Dich infrage kommt.
In schweren Eisenmangel- oder Anämie-Fällen kann der Arzt auch Eiseninfusionen verabreichen. Diese werden auch für Patienten mit einer Eisenaufnahmestörung angeboten.
Hinweis: Eisenpräparate solltest Du eine Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Essen einnehmen. Da einige Nahrungsmittel die Aufnahme hemmen können, stellst Du durch den zeitlichen Abstand sicher, dass Dein Körper mehr von dem wichtigen Spurenelement aufnimmt. Allerdings verbessern Fruchtsäfte (zum Beispiel ein Glas Orangensaft) durch Vitamin C die Eisenaufnahme. Die darfst Du also gern parallel trinken.
Zu viel Eisen: Überdosierung
Der Eisenspiegel kann in der Regel wirksam vom Körper reguliert werden. Daher ist normalerweise keine Eisen-Überdosierung über die Ernährung möglich. Eine Ausnahme bilden Menschen mit einer genetischen Veranlagung für eine Eisenüberladung – der sogenannten Eisenspeicherkrankheit oder Hämochromatose.
Die langfristige Einnahme von hochdosierten eisenhaltigen Präparaten kann bei Erwachsenen jedoch zu einer chronischen Eisenüberversorgung führen. In seltenen Fällen kann eine Eisen-Überdosierung folgende Symptome verursachen:
- Magen-Darm-Probleme wie Erbrechen oder Durchfall
- Kreislaufkollaps
- Blutungen
- Leber- und Nierenschäden
Aus diesen Gründen solltest Du vorsichtig im Umgang mit hochdosierten Eisenpräparaten sein und sie nur nach Rücksprache mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt über einen längeren Zeitraum einnehmen.