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Infektanfälligkeit beschreibt das vermehrte Auftreten von Infekten, etwa der Atemwege oder Harnwege.

Infektanfälligkeit – was tun, wenn das Immunsystem regelmäßig versagt?

Ein starkes Immunsystem ist die beste Vorsorge gegen Infekte, denn eine gut funktionierende, körpereigene Abwehr verteidigt und schützt unseren Organismus vor Viren, Bakterien und anderen Krankheitserregern oder körperfremden Stoffen. Wenn in regelmäßigen Abständen immer wieder Erkältungen, Blasenentzündungen, Pilzinfektionen oder andere Infekte auftreten, könnte Dein Immunsystem geschwächt sein. Die Abwehrkräfte versagen und Krankheitserreger können leichter in den Körper eindringen. Dies wird als Infektanfälligkeit bezeichnet.

Wie wichtig das Immunsystem für uns Menschen ist, bemerken wir dann, wenn es ausfällt. Eine erhöhte Infektanfälligkeit kann durch viele verschiedene Ursachen hervorgerufen werden. Dazu gehören chronische Krankheiten, Tumorerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen, aber auch bestimmte Lebensabschnitte wie das Kleinkind- und Seniorenalter sowie die Wechseljahre und Schwangerschaften. Auch während der Menstruation können die Abwehrkräfte geschwächt sein.

Faktoren wie Rauchen, Schlafmangel und chronischer Stress tragen ebenfalls zu einem erhöhten Risiko bei, dass unsere körpereigene Abwehr schwächeln kann und wir dadurch infektanfälliger werden. Die Ansteckungsfähigkeit der Erreger spielt auch eine Rolle: Zirkulieren ansteckende Keime in der Bevölkerung, wie z. B. bei Covid-19 durch das Coronavirus SARS-CoV-2, ist das Risiko, selbst daran zu erkranken, ebenfalls erhöht.

Doch woran erkennst Du, wann eine erhöhte Infektanfälligkeit vorliegt? Wie zeigt sich eine Abwehrschwäche und wie viele Infekte innerhalb eines Jahres gelten als normal? Wann sprechen Mediziner von Infektanfälligkeit und wann von einem Immundefekt? Welche Ursachen und Faktoren beeinflussen unser Immunsystem negativ und was kannst Du im Alltag tun, um die Abwehrkräfte zu stärken und damit eine Infektanfälligkeit zu reduzieren und vorzubeugen?

 

Inhalt:

  1. 1. Infektanfälligkeit: Wie schützt uns das Immunsystem vor Infekten?
  2. 2. Was bedeutet eine Infektanfälligkeit?
  3. 3. Ab wann besteht eine Infektanfälligkeit bei Erwachsenen und Kindern?
    1. 3.1 Wie viele Infekte pro Jahr gelten als normal?
    2. 3.2 Überblick: Folgende Symptome deuten auf eine erhöhte Infektanfälligkeit hin
  4. 4. Infektanfälligkeit: Ursachen
    1. 4.1 Primäre Immundefekte (PID)
    2. 4.2 Sekundäre Immundefekte
    3. 4.3 Dauerhafte Immunschwäche
    4. 4.4 Vorübergehende Immunschwäche
      1. 4.4.1 Chemotherapie im Rahmen einer Krebserkrankung
      2. 4.4.2 Immunsuppressiva wie Glukokortikoide (Kortison)
      3. 4.4.3 Antibiotika stören keimschützende Barrieren
  5. 5. Infektanfälligkeit – welche Faktoren schwächen unsere Abwehrkräfte?
    1. 5.1 Chronische Stresszustände und Schlafmangel
    2. 5.2 Seelische Belastungen und Depressionen
    3. 5.3 Immunspezifische Mikronährstoffe: Vitaminmangel und Mineralstoffmangel 
    4. 5.4 Über- und Untergewicht
    5. 5.5 Genussmittel: Alkohol und Nikotin
    6. 5.6 Darm: Sitz des Immunsystems
    7. 5.7 Bewegungsmangel
    8. 5.8 Risikofaktor Lebensalter
    9. 5.9 Mangelnde und übertriebene Hygienemaßnahmen
    10. 5.10 Ansteckungsfähigkeit der Krankheitserreger
    11. 5.11 Überblick: Folgende Ursachen und Faktoren können das Immunsystem schwächen
  6. 6. Infektanfälligkeit: Wann zum Arzt?
  7. 7. Infektanfälligkeit: so stärkst Du das Immunsystem
    1. 7.1 Eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Genussmittel helfen dem Immunsystem
      1. 7.1.1 Saisonal, regional und pflanzenbetont
      2. 7.1.2 Auf Genussgifte verzichten
      3. 7.1.3 Pro- und Präbiotika
    2. 7.2 Darmgesundheit: Pro- und Präbiotika für Darm und Abwehrsystem
    3. 7.3 Substitution fehlender Vitamine und Mineralstoffe
      1. 7.3.1 Mikronährstoffe als Nahrungsergänzungsmittel
      2. 7.3.2 Wichtige Mikronährstoffe für das Immunsystem
    4. 7.4 Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
      1. 7.4.1 Keine sportlichen Aktivitäten bei bestehenden Infekten
      2. 7.4.2 Autogenes Training, Yoga, Meditation und Co.
    5. 7.5 Stressbewältigung: Entspannungstechniken lernen und Stress reduzieren
    6. 7.6 Schlafmangel meiden und Schlafqualität fördern
    7. 7.7 Temperaturreize setzen: Mit Wechselduschen und Saunagängen die Abwehr stärken

 

Ein Mangel an Leukozyten kann die Infektanfälligkeit erhöhen.

Infektanfälligkeit: Wie schützt uns das Immunsystem vor Infekten?

Unser Immunsystem ist ein hochkomplexes System, das den Körper vor Infektionen durch krankmachende Keime schützen soll. Dafür patrouillieren Milliarden weißer Blutkörperchen (Leukozyten) im Blut und Gewebe. Als Zellen des Immunsystems sorgen sie für eine zu jeder Zeit bereite Abwehr.

Das Abwehrsystem besteht aus zwei großen Säulen, dem unspezifischen und dem spezifischen Immunsystem. Die unspezifische Immunantwort reagiert sofort und sorgt dafür, dass Erreger, die durch kleine Wunden in die Haut oder über die Schleimhäute der Atem-, Harnwege oder Geschlechtsorgane eingedrungen sind, möglichst bereits am Ort des Eindringens unschädlich gemacht werden. Zu den Zellen der unspezifischen Immunantwort gehören:

  • Neutrophile Granulozyten beseitigen (phagozytieren) als kleine Fresszellen eingedrungene Bakterien, Viren und Pilze
  • Eosinophile und basophile Granulozyten wehren Parasiten ab und sind an allergischen Reaktionen beteiligt
  • Makrophagen identifizieren und phagozytieren als große Fresszellen eingedrungene Erreger wie Bakterien, Viren oder Giftstoffe (Toxine)
  • Monozyten zirkulieren im Blut und sind die Vorläufer der Makrophagen
  • Natürliche Killerzellen: greifen unspezifisch virusinfizierte Zellen und Tumorzellen an, nehmen Veränderungen auf der Zelloberfläche wahr und zerstören die veränderten Zellen durch zellschädigende Substanzen (Zytokine)

Im zweiten Schritt tritt das spezifische Abwehrsystem auf den Plan. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es auf Krankheitserreger gezielt reagiert. Dafür produziert es vor allem sogenannte Lymphozyten:

  • T-Lymphozyten (T-Zellen): T-Helferzellen (aktivieren B-Zellen), T-Suppressorzellen (bremsen die Immunantwort, hemmen die Funktionen der B- und anderen T-Zellen), T-Gedächtniszellen (Antigengedächtnis), zytotoxische T-Zellen (erkennen und zerstören von Viren befallene Zellen und Tumorzellen)
  • B-Lymphozyten (B-Zellen): Plasmazellen (auf Antikörperproduktion spezialisierte Zellen), B-Gedächtniszellen (Antigengedächtnis)

Bei der Bekämpfung von Keimen bildet das spezifische Immunsystem zudem sogenannte T- und B-Gedächtniszellen, die im Körper verbleiben. Diese Antikörper wehren ihnen bekannte Erreger sofort ab, sobald diese in den Organismus eindringen.

Wenn dieses Abwehrsystem nicht richtig funktioniert, erhöht sich die Anfälligkeit für Infekte aller Art.

 

Was bedeutet eine Infektanfälligkeit?

Infektanfälligkeit bedeutet, dass das Immunsystem geschwächt ist, aber nicht zwangsläufig, dass ein Immundefekt vorliegt.  Eine Infektion bezeichnet den Vorgang des Eindringens und der Entwicklung oder Vermehrung eines Krankheitserregers wie z. B. Viren, Bakterien, Parasiten oder Pilze in unseren Organismus. Der Name Infektanfälligkeit weist bereits darauf hin: Betroffene leiden öfter an Infekten jeglicher Art als der Durchschnitt der Bevölkerung. Am häufigsten treten dabei wiederkehrende Infektionen der Atemwege auf, beispielsweise Erkältungen, grippale Infekte, Entzündungen der Bronchien (Bronchitis), der Mandeln und der Nebenhöhlen. Doch auch die ableitenden Harnwege können betroffen sein. So kann es durchaus an einer geschwächten Immunabwehr liegen, wenn Frauen unter wiederkehrenden Harnwegsinfekten wie Blasenentzündungen (rezidivierende Zystitis) leiden.

Das Abwehrsystem scheint bei erhöhter Infektanfälligkeit aus ganz verschiedenen Gründen nicht mehr in der Lage zu sein, die Krankheitserreger abzuwehren und den Körper vor den Angreifern zu schützen.

 

Ab wann besteht eine Infektanfälligkeit bei Erwachsenen und Kindern?

Kleinkinder sind infektanfälliger, da sich das adaptive Immunsystem noch in der Ausbildung befindet.Während sich im Erwachsenenalter das körpereigene Abwehrsystem bereits mit vielen verschiedenen Krankheitserregern und Infektionen auseinandergesetzt und Antikörper gebildet hat, ist das Immunsystem von Kleinkindern noch nicht ausgereift und muss den Umgang mit Bakterien und Viren erst über die Jahre beim Großwerden trainieren. Aus diesem Grund erkranken Kinder auch viel häufiger als Erwachsene, insbesondere während der Kindergartenzeit.

Wann leide ich nun an einer erhöhten Infektanfälligkeit? Hier eine Grenze zu ziehen, ist manchmal schwierig, weil sie von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. So können z. B. wiederkehrende Entzündungen der Nasennebenhöhlen durch eine verengte Nasenpassage entstehen und nicht aufgrund einer allgemeinen Infektanfälligkeit.

Wie viele Infekte pro Jahr gelten als normal?

Generell werden bei Kleinkindern bis zu acht Infektionen pro Jahr als normal angesehen, bei Erwachsenen hingegen sind es zwei bis fünf Erkrankungen.

Aufmerksam sollte man werden, wenn im Kindesalter mehr als acht und im Erwachsenenalter mehr als fünf wiederkehrende Infektionen pro Jahr auftreten. Eine erhöhte Infektanfälligkeit kann sich typischerweise dadurch zeigen, dass eigentlich unkomplizierte Infekte schwerer verlaufen, durch denselben oder einen eher harmlosen Erreger hervorgerufen worden sind oder eine Infektion nur schwer ausheilt.

Wie macht sich das ganz praktisch bemerkbar? Zum Beispiel dadurch, dass Du jede Erkältungswelle “mitnimmst“, sich aus einer einfachen Erkältung mit Husten häufig eine Bronchitis oder Lungenentzündung entwickelt, immer wieder Blasenentzündungen oder Pilzinfektionen auftreten oder wenn durch kleine Wunden langwierige Hautinfektionen entstehen.

Überblick: Folgende Symptome deuten auf eine erhöhte Infektanfälligkeit hin

  • Ständige Infekte pro Jahr (Kinder > 8, Erwachsene > 5).
  • Harmlose Erreger rufen Infektionen hervor, die bei Gesunden keine Erkrankungen auslösen.
  • Infektionen kehren immer wieder.
  • Infektionen nehmen einen schwereren Verlauf als gewöhnlich.
  • Akute Infekte klingen schlecht ab.
  • Infektionen heilen nicht richtig aus und Symptome bleiben zurück, z.B. eine verstopfte Nase und Husten.
  • Kleine Wunden heilen verzögert ab.
  • Im Vergleich zu anderen Menschen treten deutlich häufiger Infektionen auf.
  • Lebendimpfstoffe mit lebenden, aber geschwächten Viren können Impfreaktionen wie Fieber oder Hautausschläge (z. B. „Impfmasern“) hervorrufen.

 

Infektanfälligkeit: Ursachen

Ein ungesunder Lebensstil ist eine häufige Ursache von Infektanfälligkeit.Eine erhöhte Infektanfälligkeit kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen können angeborene oder erworbene Immundefekte vorliegen, die das Immunsystem vorübergehend oder irreversibel schwächen. Zum anderen ist es jedoch häufig unser Lebensstil, der unser Immunsystem schwächt. Dabei spielen etwa Faktoren wie die Nährstoffversorgung, Stress oder körperliche Überlastung und mangelnde Regeneration eine Rolle.

Primäre Immundefekte (PID)

Bei primären Immundefekten, kurz PID, handelt es sich um angeborene Erkrankungen des Immunsystems. Aufgrund eines genetischen Defekts ist das Abwehrsystem von Geburt an in seinen Funktionen gestört. Dadurch gelingt die Abwehr von Erregern und Tumorzellen nicht oder nur unzureichend. Möglicherweise kann keine Immunität aufgebaut werden, die vor wiederkehrenden Infektionen schützt. Spontane Entzündungsreaktionen als wichtige Alarmsignale des Körpers können ebenfalls beeinträchtigt sein. Eine Infektanfälligkeit ist das häufigste Leitsymptom eines primären Immundefekts.

Primäre Immundefekte zählen zu den sehr seltenen Erbkrankheiten, die sich bereits kurz nach der Geburt zeigen können. In Deutschland ist es üblich, dass Neugeborene auf Erbkrankheiten untersucht werden.

Bei einem angeborenen Immundefekt kann das Immunsystem keinen ausreichenden Immunschutz aufbauen, was zu einer krankhaften Infektanfälligkeit führt.Es sind um die 300 Erbdefekte bekannt. Die Einteilung der PID richtet sich danach, welche Bereiche des Immunsystems betroffen sind. So kann ein Defekt des humoralen Immunsystems vorliegen, bei dem die B-Lymphozyten keine Antikörper mehr bilden. Ebenso kann das zelluläre Immunsystem beteiligt sein, dem die T-Zellen angehören. Besteht in diesem Bereich eine Störung, können die T-Lymphozyten fremde und veränderte Zellen nicht mehr erkennen und zerstören. Es können auch beide Komponenten kombiniert auftreten.

Darüber hinaus gibt auch Defekte, die das unspezifische zelluläre System betreffen, sowie sogenannte Komplementdefekte, bei denen sich die Störung auf spezielle Proteine auswirkt, die verschiedene Funktionen sowohl bei der angeborenen als auch der erworbenen Immunität übernehmen.

Sekundäre Immundefekte

Bei sekundären Immundefekten handelt es sich um eine erworbene Immunschwäche, die als Begleiterscheinung von Erkrankungen auftritt. Diese sind wesentlich häufiger als primäre Immunschwächestörungen.

Mögliche Auslöser sind systemische Erkrankungen, immunsuppressive Therapien, bei denen das Immunsystem beispielsweise durch Medikamente unterdrückt wird, längere schwere Erkrankungen oder eine altersbedingte Immunschwäche. Bei sekundären Immundefekten unterscheiden Mediziner zwischen einer dauerhaften und einer vorübergehenden Schwächung der Abwehrkräfte.

Dauerhafte Immunschwäche

Die wohl bekannteste erworbene Immunerkrankung mit dauerhafter Immunschwäche ist AIDS, die durch eine Infektion mit HIV (engl.: human immunodefiency virus) hervorgerufen wird.

Immunschwächeerkrankungen machen anfällig für Infektionen.Auch Schäden an verschiedenen Organen können Auswirkungen auf das Immunsystem haben – etwa an der Leber. Denn die Leber, die vor allem als Entgiftungsorgan bekannt ist, ist auch ein wichtiges immunologisches Organ. Die leberspezifischen Fresszellen, die sogenannten Kupfferschen Sternzellen, machen ca. 80 Prozent der Makrophagen im Körper aus. Sie nehmen Bakterien, Fremd- und Giftstoffe aus dem aus Darm, Milz und Bauchspeicheldrüse zugführten Blut auf und bauen sie ab. Neben den Kupffer-Zellen befinden sich in der Leber noch verschiedene weitere Immunzellen wie T-Zellen, Natürliche Killerzellen und B-Zellen. Von besonderer Bedeutung ist die Beteiligung der Leber an der Akute-Phase-Reaktion des unspezifischen Immunsystems. Doch auch bei der spezifischen Immunantwort hat sie ihre Aufgaben. Sind diese Funktionen unseres zentralen Stoffwechselorgans beeinträchtigt, macht sich das auch in der Immunfunktion bemerkbar. So können irreversible Leberschäden die körpereigene Abwehr auf Dauer schädigen.

Arbeiten die Nieren nicht mehr richtig, wird ebenfalls das Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen. Die Nieren filtern unter anderem Giftstoffe aus dem Körper, regulieren Blutdruck, Wasser- und Salzhaushalt und bilden wichtige Hormone, die die Blutbildung steuern.

Nach einem Verlust der Milz, z. B. durch einen Unfall, kann das Immunsystem ebenfalls dauerhaft geschwächt sein und eine erhöhte Infektanfälligkeit bedingen. Die Milz spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem: Sie ist das größte Organ des Lymphsystems und an der Bildung, Reifung und Speicherung der Lymphozyten (T- und B-Zellen) beteiligt, die unseren Organismus vor Krankheitserregern schützen und Infektionen bekämpfen sollen. Zudem werden alte Blutzellen von der Milz entsorgt.

Vorübergehende Immunschwäche

Eine vorübergehende Immunschwäche kann auch durch verschiedene Krankheiten oder im Rahmen einer medikamentösen Behandlung auftreten. Werden die ursächlichen Erkrankungen behandelt oder die Medikamente nach einer bestimmten Zeit wieder abgesetzt, erholt sich das Immunsystem aber in der Regel wieder.

Chemotherapie im Rahmen einer Krebserkrankung

Infektanfälligkeit ist eine Begleiterkrankung einer Chemotherapie bei Krebs.Ein geschwächtes Abwehrsystem kann durch eine Chemotherapie aufgrund einer Krebserkrankung hervorgerufen werden. Bei einer Chemotherapie werden häufig sogenannte Zytostatika eingesetzt, um die Vermehrung von Krebszellen zu unterdrücken. Die Medikamente beeinflussen aber auch gesundes Gewebe und verhindern damit auch die Teilung gesunder Zellen. Das wiederum wirkt sich direkt auf die Immunabwehr aus und führt dazu, dass Patienten anfälliger für Infektionen sind. Inwieweit die Körperabwehr beeinträchtigt ist, hängt aber auch vom Allgemeinzustand der Patienten ab.

 

 

 

Immunsuppressiva wie Glukokortikoide (Kortison)

Medikamente wie sogenannte Immunsuppressiva, z. B. Glukokortikoide (Kortison), wirken entzündungshemmend und immunsupprimierend, d.h. sie unterdrücken das Immunsystem, indem sie die Immunantwort abschwächen. Eine Nebenwirkung, die bei längerer Einnahme von Immunsuppressiva auftritt, ist eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Es gibt verschiedene Gründe, warum Glukokortikoide zur Therapie eingesetzt werden. Am häufigsten kommen sie zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen, Allergien, entzündlichen Krankheiten der Lunge, Haut und des Nervensystems sowie nach einer Organtransplantation zur Verhinderung einer Abstoßungsreaktion zum Einsatz. Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Zellen. Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis bildet der Körper aus unbekannter Ursache Antikörper gegen Eiweiße der Schilddrüse, wodurch eine chronische Entzündung der Schilddrüse entsteht. Bei Rheuma attackiert das Immunsystem die eigenen Gelenke, Weichteile (Muskeln und Sehnen) oder Gefäße.

Antibiotika stören keimschützende Barrieren

Auch Antibiotika können dazu beitragen, dass wir eine höhere Infektanfälligkeit entwickeln, denn Antibiotika wirken nicht nur auf die pathogenen, d.h. krankmachenden Bakterien, sondern auch auf die physiologische Bakterienflora von Darm, Haut, Schleimhäuten und weiblichen Genitale. Die Schutzbarrieren werden gestört und Keime von außen können schneller in den Körper eindringen und Infektionen hervorrufen.

Es gibt noch viele weitere Faktoren, die unser Immunsystem beeinflussen und schwächen können. Dazu gehören u. a. auch unser Lebensstil, die Darmgesundheit und Schlafqualität sowie unsere Psyche.

 

Infektanfälligkeit: welche Faktoren schwächen unsere Abwehrkräfte?

Die Art und Weise, wie wir leben, essen und unsere Freizeit gestalten, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für unser Immunsystem. Pflegen wir dauerhaft einen ungesunden Lebensstil, beeinträchtigt das auch unsere Abwehrkräfte. Faktoren wie chronischer Stress, schlechter Schlaf oder Schlafmangel, eine unausgewogene Ernährung, ein Defizit an Mikronährstoffen im Körper (z. B. Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin-D-Mangel), Alkohol- und Drogenkonsum, Rauchen und zu wenig Bewegung haben einen negativen Einfluss auf unser Immunsystem.

Wenn wir ständig erkältet sind, jeden grippalen Infekt „mitnehmen“ und somit unter einer Abwehrschwäche leiden, sollten wir auch immer unseren Lebensstil genauer unter die Lupe nehmen.

Chronische Stresszustände und Schlafmangel

Infektanfälligkeit durch Stress führt dazu, dass wir häufig krank werden.Stress beeinflusst unsere Abwehrzellen. Stresszustände werden durch äußere Reize (Stressoren) hervorgerufen und lösen sowohl psychische als auch physische Reaktionen im Körper aus, um den Druck und die Anspannung bewältigen zu können.

Wie äußert sich im Immunsystem Stress? Während kurzzeitiger, akuter Stress keine negativen Auswirkungen hat, führt Dauerstress zu einer Schwächung der Abwehr und begünstigt neben einer psychischen Belastung auch das Auftreten von Erkältungen und anderen Infekten, Schlafstörungen und Schlafmangel.

Wer permanent unter Schlafmangel oder Schlafstörungen leidet, schwächt ebenfalls auf Dauer das Immunsystem. Erholsamer Schlaf hingegen wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus und stärkt die Körperabwehr, weil ausreichend Schlaf der Regeneration von Körper und Psyche dient.

Im Schlaf werden außerdem Informationen über Krankheitskeime in den Langzeitspeicher des Abwehrsystems übertragen. In der Tiefschlafphase werden bestimmte Hormone freigesetzt, die kurzlebige Immunzellen dazu veranlassen, wichtige Informationen über schädliche Keime an langlebige T-Zellen weiterzugeben. Die sogenannten T-Gedächtniszellen sind das Langzeitgedächtnis der Immunabwehr und speichern diese Informationen im Schlaf ab. Im Falle eines erneuten Angriffs der Erreger, kann das Immunsystem schneller die Bekämpfung einleiten.

Seelische Belastungen und Depressionen

Akute psychische Beschwerden, starke Emotionen, Stress und Ängste versetzen unseren Körper in einen Alarmzustand. Auf die Herausforderung reagiert der Organismus mit Maßnahmen aus frühen evolutionären Zeiten, in der Stresszustände ursprünglich eine Gefahr für das Leben bedeuteten. Im Vordergrund standen ein Kampf oder die Flucht aus einer gefährlichen Situation, bei der auch ein erhöhtes Risiko für Verletzungen und damit einhergehenden Infekten bestehen konnte. Die akute Bedrohung aktivierte sofort die unspezifische Abwehr als Teil des Schutzmechanismus.

In der heutigen Zeit reagiert unser Körper auf die gleiche Art auf Stresszustände im Alltag wie z. B. bei Termindruck, Ängsten oder psychischen Belastungen, auch wenn diese meist nicht lebensbedrohlich sind. Jede „Gefahr“ sorgt für eine vermehrte Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol. Blutdruck und Herzschlag schnellen in die Höhe. Muskelzellen werden vermehrt mit Energie versorgt.

Erfolgt nach einer Stressreaktion allerdings keine Entspannungsphase, bleibt der Spiegel des Stresshormons Cortisol dauerhaft erhöht. Aus akuten Anspannungen und psychischen Belastungen werden chronische Zustände, die sich auch negativ auf das Immunsystem auswirken. Sie schwächen sowohl die unspezifische und spezifische Abwehr und wir werden anfälliger für Infekte.

Immunspezifische Mikronährstoffe: Vitaminmangel und Mineralstoffmangel

Obst und Gemüse liefern dem Immunsystem Vitamine, deren Mangel die Infektanfälligkeit erhöhen kann.Einen Einfluss auf unsere körpereigene Abwehr haben zudem Mikronährstoffe wie Vitamine und Spurenelemente, die wir über die Nahrung aufnehmen. Zu den immunspezifischen Mikronährstoffen gehören Vitamin C, Vitamin D, Zink, Selen, Kupfer, Eisen, Folsäure, Vitamin A, Vitamin B2 und Vitamin B12. Sie alle tragen zur normalen Funktion des komplexen Immunsystems bei, weshalb unser Organismus auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen angewiesen ist. Besteht ein Mangel an Mikronährstoffen im Körper, kann die Abwehrfunktion beeinträchtigt sein.

Wird das Immunsystem aktiviert, müssen sich die Immunzellen schnell teilen und entwickeln. Bei einer Immunreaktion können zudem freie Radikale entstehen. Antioxidantien wie die Vitamine C, E und B2 sowie Zink und Selen tragen zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei, Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Zellteilung und Vitamin A bei der Zellspezialisierung. Vitamin A und Zink unterstützen außerdem den Erhalt der Schleimhäute (Mukosa). Sind die Schleimhäute intakt, stellen sie eine gute Schutzbarriere gegen jede Art von Keimen dar.

Über- und Untergewicht

Wieviel Gewicht unsere Waage anzeigt, spielt ebenfalls eine Rolle für unser Immunsystem. Sowohl Übergewicht als auch Untergewicht erweisen sich als ungünstig und schwächen die körpereigene Abwehr. Während es bei untergewichtigen Menschen aufgrund einer Mangelernährung auch zu einem Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen für das Immunsystem kommen kann, führt Übergewicht zu entzündlichen Prozessen im Organismus, die das Abwehrsystem schwächen.

Genussmittel: Alkohol und Nikotin

Der regelmäßige Genuss von Alkohol und Zigaretten wirkt sich generell negativ auf unsere Gesundheit aus und stört die Immunfunktion, wodurch wir anfälliger für Infekte werden. Genussgifte wie Nikotin stören die Funktion bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozyten), die eine zentrale Rolle für das Immunsystem spielen.

Darm: Sitz des Immunsystems

Auch die Darmgesundheit steht im Zusammenhang mit einem gut funktionierenden, starken Abwehrsystem. Wenn die Darmflora durch Magen-Darm-Erkrankungen oder einem Reizdarm aus dem Gleichgewicht gerät, zeigt sich das häufig durch ein geschwächtes Immunsystem. Erkältungsviren, Durchfall-Erreger, Pilze und andere Keime haben dann ein leichtes Spiel, können sich schnell ausbreiten und wir sind anfälliger für Infekte.

Etwa 70 bis 80 Prozent aller Immunzellen, die Abwehrstoffe bilden, sitzen im Darm. Durch die enge Verbindung zu Bakterien, Viren und Pilzen werden die Abwehrzellen in der Darmwand permanent auf den Kampf gegen Krankheitserreger vorbereitet. Die Darmflora trainiert die Abwehrkräfte und stärkt das Immunsystem. Darmbakterien können die Aufnahme von Mineralstoffen fördern, wehren unerwünschte und feindliche Keime ab, trainieren unsere Abwehrzellen und können die Wirksamkeit von Medikamenten fördern oder hemmen.

Bewegungsmangel

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und sportliche Aktivitäten wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus, stärken die Abwehrkräfte durch Stimulierung des Immunsystems und bauen zudem Stress ab. Wer sich also wenig bewegt, schwächt die körpereigene Abwehr, erhöht damit die Infektanfälligkeit und kann häufiger krank werden.

Risikofaktor Lebensalter

Infektanfälligkeit im Alter ist eine Folge natürlicher Alterungsprozesse des Immunsystems.Bestimmte Altersgruppen sind besonders gefährdet für Infekte. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet und muss erst durch den Kontakt mit Keimen jeder Art trainiert werden. Das ist auch der Grund dafür, warum bei Kindern häufiger Infekte auftreten.

Bei Senioren besteht ebenfalls eine erhöhte Infektanfälligkeit aufgrund einer nachlassenden Immunfunktion. Mit zunehmendem Alter sinkt die Anzahl der Abwehrzellen, insbesondere der in der Thymusdrüse gebildeten T-Lymphozyten und der aus dem Knochenmark stammenden B-Lymphozyten. Dieser altersbedingte Abbau der Abwehrkräfte wird medizinisch Immunseneszenz genannt. Des Weiteren kommt es im Rahmen altersabhängiger Veränderungen des Immunsystems zunehmend zu Fehlregulationen im Körper. Aus diesen Gründen bekommen ältere Menschen auch häufiger Erkältungen, eine Grippe oder Bronchitis. Das ist auch ein Grund dafür, dass Senioren zur Vorbeugung z. B. die jährliche Grippe-Impfung empfohlen wird.

Mangelnde und übertriebene Hygienemaßnahmen

Sowohl mangelnde Hygiene als auch übertriebene Sauberkeit beeinflussen unser Immunsystem. Wer sich nicht regelmäßig die Hände wäscht, selten Taschentücher oder Handtücher auswechselt, setzt sich der erhöhten Gefahr aus, sich mit Erregern aus der Umgebung anzustecken. Besonders Türklinken, öffentliche Verkehrsmittel und Sanitäranlagen sind Gefahrenquellen, auf denen sich infektiöse Keime wohlfühlen und sich ansammeln.

Zu viel Sauberkeit hingegen kann sich auch negativ auf unser Immunsystem auswirken, denn die Abwehrkräfte benötigen immer wieder neue Herausforderungen zum Trainieren. Übertriebene Hygiene schwächt somit die Abwehr und erhöht dadurch die Infektanfälligkeit.

Ansteckungsfähigkeit der Krankheitserreger

Ein weiterer Faktor stellt auch die Ansteckungsfähigkeit der Erreger dar. Zirkulieren hochansteckende Keime und Krankheitserreger in der Bevölkerung, wie z. B. Grippeviren (Influenza-Viren) oder aktuell das Corona-Virus SARS-CoV-2, sind das Risiko und die Wahrscheinlichkeit erhöht, sich anzustecken oder zu erkranken.

Überblick: Folgende Ursachen und Faktoren können das Immunsystem schwächen

  • Lebensalter (Kleinkinder, Senioren)
  • Genetische Veranlagung
  • Wechseljahre, Menstruation, Schwangerschaft
  • Genussmittel (Alkohol, Nikotin)
  • Körpergewicht (Über- und Untergewicht)
  • Umwelteinflüsse, Umweltbelastungen
  • Dauerhafte Überlastung, chronischer Stress
  • Medikamente (Zytostatika, Glukokortikoide, Antibiotika)
  • Akute und chronische Erkrankungen (z. B. angeborene und erworbene Immundefekte, AIDS, Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen (Rheuma, Hashimoto), Tumorerkrankungen, Atemwegsinfekte)
  • Störungen der Darmflora, chronische Darmerkrankungen
  • Chronischer Schlafmangel, Schlafstörungen
  • unzureichende Versorgung mit essenziellen Mikronährstoffen (Vitamine, Spurenelemente)
  • Seelische Belastungen, Depressionen

Die Ursachen und Faktoren für vermehrte und immer wiederkehrende Infekte sind sehr vielfältig. Es bedarf manchmal einer sehr gründlichen Anamnese durch einen Arzt, um den Grund für die Immunschwäche und eine damit einhergehende Infektanfälligkeit herauszufinden und nach Möglichkeit zu beheben.

 

Infektanfälligkeit: Wann zum Arzt?

Bei erhöhter Infektanfälligkeit sollten die Symptome mit einem Arzt besprochen werden.Du bist ständig krank, müde und erschöpf? Du leidest permanent unter wiederkehrenden Atemwegsinfekten mit Halsschmerzen, Husten und Schnupfen? Dann solltest Du zur Abklärung der Ursache eine Ärztin / einen Arzt konsultieren. Hinter einer Infektanfälligkeit können sich ernste Krankheiten wie Diabetes mellitus, Allergien, Tumorerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen verbergen, die dann möglichst früh erkannt und entsprechend behandelt werden sollten. Bei Kindern könnten z. B. häufige Infektionen der Atemwege mit chronischem Schnupfen und Husten auf Allergien oder Asthma hinweisen.

Grundsätzlich sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn Infektionen sehr schwer verlaufen, mit hohem Fieber über mehrere Tage einhergehen und starke Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit als Symptome auftreten. Auch wenn bakterielle Infektionen trotz Einnahme von Antibiotika nicht ausheilen, in der Familie eine Immunschwäche bereits bekannt ist und wenn Kinder im Vergleich zu ihren Altersgenossen/ -innen im Hinblick auf Körpergröße und Körpergewicht unterdurchschnittlich entwickelt sind, sollte ein Arzt oder Kinderarzt konsultiert werden, der eine umfassende Diagnostik mitsamt Blutbild durchführt.

Infektanfälligkeit: so stärkst Du das Immunsystem

Wurde die Ursache für die Infektanfälligkeit durch den behandelnden Arzt eindeutig festgestellt, wird er eine entsprechende, individuelle Therapie einleiten. Stellt sich z. B. eine chronische Grunderkrankung oder ein Immundefekt während der Diagnostik heraus, müssen diese Erkrankungen zuerst behandelt werden.

Ist die Immunschwäche durch vorübergehende Ursachen bedingt, z. B. durch eine Chemotherapie im Rahmen einer Krebserkrankung oder durch andere Medikamente, erholt sich das Immunsystem nach erfolgreicher Therapie und nach dem Absetzen von Immunsuppressiva oder Antibiotika wieder.

Menschen mit chronischen Erkrankungen oder angeborenen Immundefekten und Senioren werden unter anderem Impfungen gegen Influenza-Viren (Grippe), Pneumokokken (Lungenentzündung) und Meningokokken (Hirnhautentzündungen, Blutvergiftungen) empfohlen. Die gleichen Empfehlungen gelten auch bei einem Verlust der Milz, wenn dadurch die Bildung, Reifung und Speicherung der T- und B-Lymphozyten beeinträchtigt ist.

Konnten Defekte des Immunsystems und chronische Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen, ausgeschlossen werden, kannst Du mit folgenden Tipps und Maßnahmen die Infektanfälligkeit reduzieren und Deinen Körper bei der Gesundhaltung unterstützen:

Eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Genussmittel helfen dem Immunsystem.

Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem. Damit die körpereigene Abwehr gut funktioniert, muss der Organismus ausreichend mit guten Nährstoffen (Vitamine und Mineralstoffe) versorgt werden.

Saisonal, regional und pflanzenbetont

Eine saisonale, regionale und pflanzenbetonte Kost mit viel buntem und frischem Obst und Gemüse ist sehr empfehlenswert. Auch Milchprodukte, Eier, Fisch und mageres Fleisch sowie ballaststoffreiche Produkte wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Nüsse und Samen tragen zu einer guten Versorgung an Nährstoffen bei. Verzichten solltest Du hingegen auf Fertiggerichte und Fastfood, denn diese Mahlzeiten enthalten viele gesättigte Fette und Zucker, die den Stoffwechsel und das Immunstem belasten.

Auf Genussgifte verzichten

Um das Immunsystem nicht zu schwächen, solltest Du möglichst auf Genussgifte wie Alkohol und Nikotin verzichten. Sie tragen nicht nur stark zu einer Schwächung der körpereigenen Abwehr bei, sie schädigen außerdem die Darmflora, die eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt.

Darmgesundheit: Pro- und Präbiotika für Darm und Abwehrsystem

Möchten wir unser Immunsystem stärken, sollte man den Darm nicht vergessen, denn mindestens 70 Prozent der Immunzellen sitzen dort. Insbesondere die Darmflora, auch Mikrobiom genannt, übernimmt wichtige Aufgaben für das Immunsystem und sollte deshalb intakt bleiben. Dazu trägt eine ausgewogene, vielseitige Ernährung bei, die unsere Darmflora positiv beeinflusst. Auch die regelmäßige Einnahme sogenannter Probiotika und Präbiotika kann die Darmgesundheit unterstützen.

Pro- und Präbiotika

Mit ausgewogener Ernährung und gesunden Lebensmitteln für die Darmflora kann man täglich etwas tun. um einer erhöhten Infektanfälligkeit vorzubeugen.Der Einsatz von Pro- und Präbiotika bei Infektanfälligkeit wird aktuell viel diskutiert. Probiotika sind kleine Mikroorganismen, die natürlicherweise in milchsauren Nahrungsmitteln stecken. Dazu gehören fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut oder Kimchi (Chinakohl oder Rettich aus Korea) oder andere milchsauer vergorene Gemüsesorten. Auch im Joghurt, Kefir, Buttermilch und Käse wie Gouda, Mozzarella und Parmesan befinden sich die darmnützlichen Mikroorganismen.

Präbiotika hingegen sind nicht verdaubare Nahrungsbestandteile, die sogenannten Ballaststoffe. Auch als präbiotisches Bakterienfutter bezeichnet, unterstützen Präbiotika die guten, nützlichen Keime im Darm, tragen damit zu einer gesunden, vielfältigen Darmflora bei und fördern die Ansiedelung der nützlichen Bakterien (Probiotika). Vereinfacht gesagt können Präbiotika als Nahrung für bestimmte Bakterienarten wie Bifidobakterien verstanden werden. Artischocken, Pastinaken, Porree, Zwiebeln und Chicorée sind Beispiele für gute Präbiotika-Lieferanten.

Im Darm befinden sich verschiedene Bakterienarten, bei der Verstoffwechselung von Ballaststoffen sogenanntes Butyrat bilden. Diese kurzkettige Fettsäure, genauer gesagt ein Salz der Buttersäure, liefert den Darmzellen Energie, die sie benötigen, um sich regelmäßig zu erneuern, Schäden zu reparieren und die Bildung von Schleim zum Schutz der Oberfläche anzuregen. Butyrat soll das Darmepithelium, also die Zellschicht, die die Innenseite des Darms auskleidet, stärken, die Abwehrkräfte im Darm steuern und die angeborene Immunantwort der Darmschleimhaut aktivieren. Außerdem kurbelt es die Produktion antimikrobieller Peptide an und sorgt für einen sauren pH-Wert im Darm, wodurch ein ungünstiges Milieu für Keime entsteht.

Substitution fehlender Vitamine und Mineralstoffe

Wer ein geschwächtes Immunsystem aufbauen möchte, sollte sich fragen, ob er dem Körper genügend Vitamine und Mineralstoffe liefert, die einen Einfluss darauf haben, wie das Immunsystem funktioniert. Unsere Abwehrkräfte benötigen eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen, um effektiv arbeiten zu können. Verschiedene Ursachen wie eine einseitige Ernährung, akute und chronische Erkrankungen können zu einem erhöhten Nährstoffbedarf oder zu einem chronischen Nährstoffmangel führen. Insbesondere die Vitamine C, D, A, B2 und B12 sowie die Spurenelemente Zink, Selen, Kupfer, Folsäure spielen eine wichtige Rolle bei der Körperabwehr, denn sie unterstützen die normale Funktion des Immunsystems.

Mikronährstoffe als Nahrungsergänzungsmittel

Ein erhöhter Bedarf kann unter Umständen nicht immer durch die Ernährung gedeckt werden. Bevor Du auf Nahrungsergänzungen zurückgreifst, lasse Dich am besten z. B. in der Apotheke beraten.

Wichtige Mikronährstoffe für das Immunsystem:

 

Mikronährstoff Aufgabe  Vorkommen 
Vitamin CTrägt zur normalen Funktion des Immunsystems und zum Schutz der Zellen bei oxidativen Stress beiZitrusfrüchte, Paprika, Sanddorn, Johannisbeeren
Vitamin DTrägt zur normalen Funktion des Immunsystems beiSonnenlicht, Hering, Makrele, Eigelb, Leber, Pilze
Vitamin ATrägt zur normalen Funktion des Immunsystems, Zellspezialisierung und zum Erhalt der Schleimhäute beiKarotten, Blattgemüse, Paprika, Milchprodukte, Leber
Riboflavin (Vitamin B2)Trägt zur normalen Funktion des Immunsystems, zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress und zum Erhalt der Schleimhäute beiFisch, Nüsse, Pilze, Fleisch
Vitamin B12Trägt zur normalen Funktion des Immunsystems beiFisch, Fleisch, Milchprodukte
ZinkTrägt zur normalen Funktion des Immunsystems, der Zellteilung und Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beiFleisch, Käse, Eier, Vollkornprodukte
SelenTrägt zur normalen Funktion des Immunsystems und zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beiFisch, Nüsse, Pilze, Fleisch
KupferTrägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beiNüsse, Vollkornprodukte, Kakao, Hülsenfrüchte
FolsäureTrägt zur normalen Funktion des ImmunsystemsGrünes Blattgemüse, Spargel, Vollkornprodukte

 

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft

Das Immunsystem mit Sport zu trainieren, kann dazu beitragen, die Infektanfälligkeit zu verringern.Mehr Bewegung und sportliche Aktivitäten tun dem Immunsystem gut. Ein Spaziergang an der frischen Luft, mäßige Ausdauersportarten wie Walken oder Joggen sind ideale Möglichkeiten, um den Stoffwechsel zu aktivieren, Stress zu reduzieren und das Immunsystem zu stärken. Unter körperlicher Belastung schüttet der Körper vermehrt das Stresshormon Adrenalin aus, was wiederum verschiedene Immunzellen dazu anregt, sich schneller zu vermehren.

Wer sich regelmäßig bewegt, unterstützt also langfristig das Immunsystem, aktiviert den Stoffwechsel und hält auch noch den Blutdruck im Normbereich. Ein schöner Nebeneffekt ist zudem, dass nach ausreichender Bewegung der Schlaf besser und erholsamer wird, wodurch der Körper sich besser regenerieren und stärken kann.

 

Keine sportlichen Aktivitäten bei bestehenden Infekten

Bei akuten Infekten solltest Du besser auf sportliche Aktivitäten verzichten, weil Sport den Körper zusätzlich belastet und die Gefahr besteht, einen Infekt zu “verschleppen”.

Stressbewältigung: Entspannungstechniken lernen und Stress reduzieren

Konflikte in der Familie, Partnerschaft oder am Arbeitsplatz, Verluste, Termindruck, Ängste, Sorgen und ungewohnte Situationen im Alltag sind Stressoren, die unseren Körper dauerhaft in Alarmbereitschaft versetzen können. Wenn zwischendurch keine Entspannung mehr möglich ist, kann das langfristig zu einer Schwächung des Immunsystems beitragen und damit die Infektanfälligkeit erhöhen.

Autogenes Training, Yoga, Meditation und Co.

Entspannungstechniken werden von Experten empfohlen, um eine stressbedingte Infektanfälligkeit zu reduzieren.Es gibt viele Entspannungsmethoden, die dabei helfen, chronischen Stress zu bewältigen und vorzubeugen. Dazu gehören Autogenes Training, Achtsamkeit und Meditation, Yoga, Tai-Chi oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Alle Methoden können leicht erlernt und Zuhause ausgeübt werden. Letztendlich tun alle Maßnahmen gut, die für Ruhe und Entspannung sorgen. Das könnten auch der Genuss einer Tasse Tee, ein erholsames Bad, Bücher lesen, eine Massage oder ein Spaziergang sein.

Schlafmangel meiden und Schlafqualität fördern

Zwischen Schlafmangel und Infektanfälligkeit gibt es einen direkten Zusammenhang. Ein guter, erholsamer Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit. Schlafen wir ständig zu wenig, schwächen wir auch unsere Abwehrkräfte und werden häufiger krank. In den meisten Fällen stecken ungesunde Lebensgewohnheiten hinter einem Schlafmangel. Wer ständig zu spät ins Bett geht, durch Stress nicht zur Ruhe kommt, sich ungesund ernährt, zu viel Alkohol am Abend trinkt und sich viel zu wenig bewegt, leidet häufig auch unter Schlafstörungen. Für eine bessere Schlafqualität können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Entspannungsmethoden lernen (Autogenes Training, Yoga, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Achtsamkeit)
  • Schlafrituale einführen (Schlaftee, Entspannungsbäder)
  • Immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen
  • Für eine angenehme Raumtemperatur (max. 20° Celsius) und Dunkelheit im Schlafzimmer sorgen

Temperaturreize setzen: Mit Wechselduschen und Saunagängen die Abwehr stärken

Ob unter der Dusche oder beim Saunieren: Der Wechsel zwischen extremen Temperaturen trainiert den Körper, sich generell an Temperaturschwankungen zu gewöhnen. Das kann sich auch positiv auf die Abwehrkräfte auswirken, wodurch wir uns nicht so leicht bei Kälte, Wind und Regenwetter erkälten. Wechselduschen können leicht in den Alltag integriert werden. Ein wöchentlicher Saunagang sorgt zudem für eine entspannte Auszeit, was sich auch wieder positiv auf das Immunsystem auswirkt.