„Es gibt starke Belege dafür, dass Schlaf für die körperliche und geistige Gesundheit sowie das Wohlbefinden während des gesamten Lebens entscheidend ist. Schlafstörungen und Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus erhöhen signifikant das Risiko für Demenz, Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Jetzt ist die Zeit gekommen, Schlaf-, Biorhythmus- und Gesundheitsprogramme anzustoßen, um weltweit die gesunde Lebensspanne zu verlängern“, sagt Phyllis C. Zee, Präsidentin der Welt-Schlaf-Gesellschaft (World Sleep Society).
Schlaf ist keine Zeitverschwendung!
Aktuelle Studien bestätigen: Gestörte Schlafrhythmen oder verkürzte Schlafdauer beeinträchtigen die mentale Gesundheit. Studienteilnehmer:innen waren weniger in der Lage, positive Emotionen wie Freude und Zufriedenheit zu fühlen, dafür verstärkten sich Angstsymptome bis hin zu körperlichen Effekten wie Herzrasen. Negative Emotionen traten dagegen schon nach relativ „milden“ Schlafverlusten von wenigen Stunden häufiger auf.
Außerdem hat Schlafmangel aber auch Langzeiteffekte auf die körperliche Verfassung: Beispielsweise hatten Kurzschläferinnen nach den Wechseljahren eine deutlich geringere Knochendichte als Frauen, die länger schliefen.
Schon gewusst? Einige Fakten zum Thema Schlafmangel:
- Der Vollmond beeinträchtigt den Schlaf doch! Forscher:innen konnten zeigen, dass dieser Effekt nicht etwa mit der Helligkeit im Schlafraum zusammenhängt. Der Mechanismus bleibt ungeklärt.
- Eltern schleppen noch Jahre nach der Geburt ihrer Kinder ein Schlafdefizit mit sich herum. Der gewohnheitsmäßige Einsatz der „Schlummertaste“ nach dem Weckerrappeln beeinträchtigt die Schlafqualität nicht, wie Forscher:innen gemessen haben.
- Impfungen funktionieren bei Ausgeschlafenen besser.
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Nach nur einer Woche mit nur 4 Stunden Schlaf pro Nacht zeigten gesunde junge Männer bereits einen gestörten Zuckerstoffwechsel (eine Vorstufe von Diabetes mellitus Typ2).
Wissenschaftler:innen fordern, dem Schlaf in der Gesundheitsfürsorge mehr Beachtung zu schenken. Sie wünschen sich erstens Informationskampagnen zum gesunden Schlaf, wie sie auch für Ernährung oder Bewegung existieren, zweitens mehr Geld für die Forschung und drittens eine Aufnahme gesunden Schlafes in die nationalen und internationalen Gesundheitsziele. Nur so könnten wissenschaftliche Erkenntnisse über unseren zirkadianen Rhythmus genutzt werden, gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu verändern, beispielsweise den Schulbeginn oder die Regeln für Schichtarbeitende.
Wie kommst Du ins Reich der Träume?
Eine gesunde Schlafroutine mit gleichen Schlafenszeiten unter guten Schlafbedingungen, ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein Leben, das nicht von Stress belastet wird, sowie körperliche Gesundheit – das wären die optimalen Voraussetzungen für gesunden Schlaf. Davon sind wir aber oft weit entfernt: Schichtdienst oder Babygeschrei, Schmerzen oder Hitzewallungen, belastende Erlebnisse oder Zukunftssorgen – es gibt viele Gründe für schlechten Schlaf. Kurzfristig, etwa beim Jetlag nach Reisen in eine andere Zeitzone, kann der Botenstoff Melatonin helfen, in unseren Schlafrhythmus zurückzufinden. Melatonin gibt es nicht nur als Nahrungsergänzungsmittel für den Schlaf. Es gibt auch Lebensmittel mit Melatonin, z. B. Sauerkirschen, Bananen, Blumenkohl, Tomaten, Haferflocken, Mandeln, Milch, Joghurt und Eier.
Mehr Tipps für gesunden Schlaf findest Du in unserer Lebenswelt zum Thema Schlaf.