Darmbakterien sind offenbar wichtige Verbündete im Kampf gegen ungesunde Ernährungsgewohnheiten: Ihre Stoffwechselprodukte zügeln die Lust auf Zucker. Forschende aus China zeigen, wie das genau funktioniert – und was ein B‑Vitamin damit zu tun hat.
Warum greifen manche Menschen öfter zur Süßigkeit als andere? Diese Frage beschäftigt nicht nur Psycholog:innen, sondern auch Mediziner:innen. Forschende haben einen neuen Mechanismus für die Regulation von Heißhunger auf Zucker entdeckt. Sie hoffen, damit neue Ansätze zur Vorbeugung und Behandlung von Typ-2-Diabetes und Übergewicht zu finden.
Vitamin B5 als Schlüssel zur Appetitkontrolle
In den letzten Jahren haben sich die Hinweise verdichtet, dass unsere Ernährungspräferenzen von Signalen abhängig sind, die der Darm zum Gehirn sendet. Die neuen Ergebnisse beleuchten diesen Signalweg genauer: Demnach produziert das Darmbakterium Bacteroides vulgatus Panthothensäure (Vitamin B5). Dieses Vitamin aktiviert ein Hormonsystem, das die Lust auf Zucker bremst. Das beteiligte Hormonsystem wirkt unter Beteiligung von Leberenzymen insgesamt appetitzügeln
Die Ergebnisse zeigen, dass das Mikrobiom des Darms über komplexe Mechanismen Einfluss auf das Essverhalten nimmt. Grundlagenforschung wie diese ermöglicht es, neue Angriffsziele für Therapien gegen Stoffwechselstörungen wie Diabetes Typ 2 zu entwickeln. Dazu sind im nächsten Schritt klinische Studien am Menschen nötig.