Wenn der Kinderwunsch einfach nicht in Erfüllung geht, ist die Verzweiflung groß. Je mehr Zeit verstreicht, desto höher ist der Leidensdruck – und desto dringender der Wunsch, die Ursache dafür herauszufinden. Es gibt viele Gründe, warum es mit der Schwangerschaft nicht klappen möchte. Wir geben einen Überblick über vier Ursachen, von denen Du vielleicht noch nie etwas gehört, geschweige denn sie in Verbindung mit einem unerfüllten Kinderwunsch gebracht, hast.
Unerfüllter Kinderwunsch aufgrund von Hashimoto
Bei Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die dazu führt, dass die Schilddrüse chronisch entzündet ist. Dadurch produziert sie nicht mehr ausreichend Hormone, was sich auf zahlreiche Funktionen im Körper auswirken kann – auch auf die Fruchtbarkeit. Denn die Schilddrüsenhormone und Sexualhormone wie Östrogen beeinflussen sich gegenseitig. Gerät das ausgeklügelte Hormonsystem aus dem Gleichgewicht, kann sich das auf die Zellreifung und den Zyklus auswirken.
Wie zeigt sich Hashimoto?
Viele Menschen, die unter Hashimoto leiden, fühlen sich oft müde, obwohl sie ausreichend schlafen, sind antriebslos und haben Stimmungsschwankungen. Des Weiteren ist eine Gewichtszunahme, ohne offensichtliche Veränderungen wie bspw. in der Ernährungsweise, möglich. Viele Frauen haben zudem eine unregelmäßige Periode.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Das Hormonungleichgewicht lässt sich mithilfe von Medikamenten gut einstellen. Ist das der Fall, können Frauen trotz Hashimoto ganz normal schwanger werden.
PCO-Syndrom als Ursache für unerfüllten Kinderwunsch
Der Begriff PCO-Syndrom ist die Abkürzung für polyzystisches Ovarialsyndrom. Frauen, die darunter leiden, haben eine Hormonstörung. Sie bilden mehr männliche Hormone. Das wird oft noch durch eine sogenannte erhöhte Insulinresistenz gefördert. Dabei reagieren die Körperzellen weniger empfindlich auf das Hormon Insulin. Das benötigt der Körper, damit Glukose, also Zucker, aus dem Blut in die Zellen gelangt. Der Insulinspiegel steigt, was sich wiederum auf die Produktion männlicher Hormone auswirkt.
Der Überschuss an männlichen Hormonen sorgt dafür, dass die Eisprünge unregelmäßig stattfinden, wodurch eine Schwangerschaft erschwert ist.
Wie zeigt sich das PCO-Syndrom?
Das PCO-Syndrom führt bei vielen Frauen zu einer unregelmäßigen Regelblutung. Durch die vermehrte Produktion männlicher Sexualhormone leiden viele Betroffene zudem unter Akne oder bemerken ein stärkeres Haarwachstum im Gesicht, an der Brust, am Unterbauch, an den Innenseiten der Oberschenkel und am Rücken. Es kann auch sein, dass es schwerfällt, das Gewicht zu halten.
Was hilft beim PCO-Syndrom?
Bei Verdacht auf das PCO-Syndrom bestimmen Ärztinnen und Ärzte den Hormonstatus im Blut. Zusätzlich erfolgt meist ein Glucosetoleranztest. Er gibt Aufschluss darüber, ob eine Insulinresistenz vorliegt. Die Behandlung des PCO-Syndroms ist oft eine Mischung aus einer Ernährungs- und Lebensstilanpassung, um die Insulinresistenz zu behandeln, und einer milden hormonellen Stimulation mit bestimmten Medikamenten. Sie fördern einen regelmäßigen Eisprung.
Chlamydien: Wenn Bakterien eine Schwangerschaft verhindern
Chlamydien sind Bakterien, die zu Infektionen an Schleimhäuten führen können. Vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr können wir uns infizieren. Die Bakterien besiedeln dann zum Beispiel die Schleimhaut des Gebärmutterhalses, von wo aus sie sogar bis in den Eileiter hochwandern können. Die Eileiter können verkleben, wodurch eine Befruchtung erschwert ist. Aber auch Männer können sich mit Chlamydien anstecken, was ebenfalls Folgen für die Fruchtbarkeit haben kann.
Wie merke ich eine Chlamydien-Infektion?
In vielen Fällen geht eine Infektion mit nur leichten Symptomen oder sogar gar keinen Beschwerden einher. Das führt dazu, dass viele gar nicht wissen, dass sie mit den Bakterien infiziert sind. Folgende Symptome können jedoch auf eine Chlamydien-Infektion hinweisen: Bei Frauen kann es zu Ausfluss aus der Scheide, Blutungen beim Geschlechtsverkehr oder Zwischenblutungen kommen. Für Männer können Ausfluss aus dem Penis, Schmerzen beim Wasserlassen und schmerzende Hoden auf eine Infektion hinweisen.
Wie werden Chlamydien behandelt?
Mithilfe einer Urinuntersuchung oder eines Abstriches lässt sich bestimmen, ob eine Chlamydien-Infektion vorliegt. Ist das der Fall, kommen Antibiotika zum Einsatz, die die Bakterien abtöten. Viel häufiger heilt eine Infektion jedoch von ganz alleine – und unbemerkt – wieder ab.
Blockade der Samenwege als Ursache für unerfüllten Kinderwunsch
Geht der Kinderwunsch nicht in Erfüllung, sollte immer auch der Mann sich urologisch untersuchen lassen. Denn ein möglicher Grund dafür kann eine Einengung oder Blockade der Samenwege sein. Dann bildet der Mann zwar ausreichend Samenzellen, diese gelangen aber durch den Samenleiter oder Nebenhodengänge nicht oder nicht in ausreichender Menge in das Ejakulat.
Wie macht sich eine Blockade der Samenwege bemerkbar?
In der Regel haben betroffene Männer keine Symptome. Wenn sich eine Schwangerschaft nicht einstellt, sollten Männer daher unbedingt zu einer Urologin oder einem Urologen, um abklären zu lassen, ob die Samenwege blockiert sind. Bei einigen Männern sind die Samenwege schlichtweg nicht vollständig ausgebildet. Manchmal ist der Samenleiter auch vernarbt, zum Beispiel aufgrund eines Leistenbruchs. Und: Auch eine Chlamydien-Infektion kann der Grund sein.
Was können Männer tun?
Es ist häufig sehr gut möglich, verschlossene Samenwege mikrochirurgisch zu öffnen. Wenn das nicht gelingt, können Spermien aus den Hoden oder Nebenhoden entnommen werden und der Frau im Rahmen einer künstlichen Befruchtung eingesetzt werden.