Was Matcha gesund macht
Matcha wird aus derselben Pflanze hergestellt wie Grüntee, Schwarztee oder Oolong: Camellia sinensis. Anders als bei klassischem Tee werden die Blätter jedoch zu einem feinen Pulver vermahlen und vollständig mitgetrunken. Dadurch gelangen mehr Inhaltsstoffe in die Tasse als beim klassischen Aufguss.
Für einige gesundheitliche Wirkungen gibt es wissenschaftliche Hinweise. Übersichtsarbeiten deuten darauf hin, dass grüner Tee Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen, den Blutdruck leicht senken und das Körpergewicht günstig beeinflussen könnte. Auch die geistige Leistungsfähigkeit kann profitieren: Das enthaltene Koffein wirkt anregend, während die Aminosäure L-Theanin beruhigend zu wirken scheint.
Der Pro-Kopf-Verbrauch von Schwarz- und Grüntee liegt in Deutschland bei 27 Litern pro Jahr. Deutschland importiert Tee vor allem aus Sri Lanka, China und Indien.
Warum ist Matcha so teuer?
Um Matcha zu ernten, werden die Teesträucher etwa drei bis vier Wochen vor der Ernte beschattet. Traditionell geschieht dies mit Netzen oder Matten, die einen Großteil des Sonnenlichts abhalten. Die Pflanze reagiert auf den Lichtmangel, indem sie mehr Chlorophyll bildet – daher die intensive grüne Farbe. Gleichzeitig reichern sich bestimmte Aminosäuren an, darunter L-Theanin. Sie verleihen Matcha seinen typischen, leicht süßlichen Umami-Geschmack und reduzieren die Bitterkeit.
Nach der Ernte werden Blattadern und Stängel entfernt. Übrig bleibt das besonders zarte Blattgewebe, das langsam in Steinmühlen zu feinem Pulver vermahlen wird. Für die Herstellung eines Kilogramms Matcha benötigen traditionelle Mühlen oft viele Stunden. Dieser arbeitsintensive Prozess trägt zum hohen Preis bei.
Ist Matcha gesünder als Grüntee?
Die wissenschaftlichen Belege sprechen dafür, dass grüner Tee gesundheitliche Effekte haben kann. Ob Matcha gegenüber klassischem Grüntee im Vorteil ist, lässt sich aufgrund der bestehenden Datenlage nicht belegen. Viele positiven Ergebnisse stammen aus Studien zu Grüntee allgemein. Wen Geschmack, Konsistenz oder auch der Preis des Trendgetränkes Matcha abschrecken, kann auch einfach Grüntee trinken.
Wer nach dem nächsten Tee-Trend sucht, sollte einmal Hojicha probieren. Für diesen japanischen Tee werden die Blätter nach der Ernte geröstet. Das Ergebnis schmeckt nussig und karamellig statt grasig und frisch – und enthält meist deutlich weniger Koffein als Matcha.