„Iss in der Follikelphase bunt und leicht, in der Lutealphase mehr Kalorien“ – mit solchen Sätzen werben derzeit viele Influencerinnen für eine sogenannte zyklische Ernährung. Die Versprechen reichen von weniger PMS bis zu besserer Fruchtbarkeit. Was ist dran?
Ein Faktencheck der deutschen Welle kommt zum Ergebnis: Für eine gezielte, phasenweise angepasste Ernährung gibt es bislang keine belastbaren wissenschaftlichen Belege. Zwar beeinflusst die Ernährung den Hormonhaushalt – und umgekehrt –, doch differenzierte Empfehlungen für jede Zyklusphase lassen sich daraus nicht ableiten.
Vollwertig essen!
Beth Hughes, Ernährungswissenschaftlerin aus Großbritannien, erklärt im Gespräch mit der Deutschen Welle: „Es geht mehr darum, dem Körper kontinuierlich die Nährstoffe zu geben, die er zur Hormonbildung und -regulation braucht.“ Dazu gehören insbesondere ungesättigte Fettsäuren, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe.
Eine in der Cambridge University Press veröffentlichte Metastudie nennt erste Hinweise, dass unter anderem Vitamin D, Magnesium und Zink zyklusbedingte Beschwerden wie PMS mildern könnten. Doch auch diese Ergebnisse sind vorläufig – umfassende klinische Studien fehlen.
Finde heraus, was Dir guttut
Hinzu kommt: Der Menstruationszyklus ist individuell sehr unterschiedlich. Petra Platen, Professorin für Sportmedizin, warnt daher vor pauschalen Empfehlungen: „Der Zyklus ist von Frau zu Frau – und auch von Monat zu Monat – variabel.“ Außerdem gelten viele Empfehlungen nicht für Menschen, die hormonell verhüten, da bei ihnen kein natürlicher Zyklus stattfindet.
Wer sich mit dem eigenen Zyklus beschäftigt, kann dennoch profitieren: Viele Menstruierende berichten von phasenweise verändertem Energielevel, Verdauung oder Schlaf. Diese Beobachtungen können helfen, den eigenen Körper besser zu verstehen – eine individuelle Ernährung kann darauf abgestimmt werden, wenn man sich dabei wohlfühlt.
Fazit
Derzeit fehlen aussagekräftige wissenschaftliche Daten für differenzierte Empfehlungen je Zyklusphase. Wichtiger als ein wöchentlich wechselnder Speiseplan ist eine konstant ausgewogene Ernährung.