Zink: Wofür? Wie viel? Welche Funktion? Was beachten?
Doch das Spurenelement kann noch viel mehr: Zink ist u. a. auch wichtig für Sehkraft, Knochen, Haut, Haare und Nägel sowie den Säure-Basen-Stoffwechsel. Der menschliche Organismus kann Zink nicht selbst bilden und kaum speichern. Daher ist eine regelmäßige Zufuhr über die Nahrung wichtig. Mit einer ausgewogenen Ernährung kann der Tagesbedarf normalerweise gut gedeckt werden. In bestimmten Situationen kann es jedoch zu einer unzureichenden Versorgung kommen. Erfahre hier mehr über das vielseitige Spurenelement: Wir erklären Dir, wofür Zink im Körper benötigt wird und welche Funktionen es erfüllt, wie hoch der Tagesbedarf ist, wie es sich mit Zinkmangel und Überdosierung verhält und worauf Du bei der Zufuhr von Zink achten solltest.
Was ist Zink?
Zink – was ist das genau: Zink ist ein essenzielles Spurenelement. Das bedeutet, es ist für den Menschen lebenswichtig. Spurenelemente sind Mineralstoffe, die nur in geringen Mengen (Spuren) vorkommen und weniger als 0,1 Prozent des Körpergewichts ausmachen. Im menschlichen Körper befinden sich etwa 1,5 bis 2,5 g Zink. Ein Großteil davon kommt in Haut, Haaren und Knochen vor.
Für Zink gibt es keine klassischen Speicherorgane. Zudem kann der Körper es nicht selbst bilden. Damit es zu keinem Mangel kommt, muss es daher regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden.
Welche Zink-Formen gibt es?
Zink kommt in unterschiedlichen chemischen Verbindungen vor. Dementsprechend gibt es im Handel eine Vielzahl an Zink-Präparaten mit verschiedenen Zink-Verbindungen und Zusammensetzungen. Diese enthalten das Spurenelement entweder in Form von anorganischen Salzen, organischen Salzen oder als Komplexe mit Aminosäuren.
Häufig verwendete Zink-Formen sind:
- Zinkoxid
- Zinksulfat
- Zinkgluconat
- Zinkorotat
- Zinkaspartat
- Zinkhistidin
Welche Zink-Verbindung ist die beste?
Etwa 30 Prozent des Zinks aus der Nahrung wird vom Körper aufgenommen (resorbiert) und gelangt über den Dünndarm ins Blut und in die Zellen. Diese Bioverfügbarkeit des Spurenelements variiert stark. Die Bioverfügbarkeit besagt, inwieweit der jeweilige Nährstoff tatsächlich dort im menschlichen Körper ankommt, wo er seine Funktion ausübt.
Auch die verschiedenen Zink-Verbindungen in Nährstoff-Präparaten werden unterschiedlich gut aufgenommen. Bei den Nahrungsergänzungsmitteln gelten organische Zinkverbindungen in Bezug auf die Bioverfügbarkeit anorganischen Zinkverbindungen als überlegen.
Der Einfluss von Phytaten
Allgemein wird Zink aus tierischen Nahrungsmitteln besser verwertet als aus pflanzlichen Produkten. Das liegt hauptsächlich an den in vielen pflanzlichen Produkten wie Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide enthaltenen Phytaten. Phytate dienen in Pflanzen als Speicherform von Phosphor und binden verschiedene Mineralstoffe, die die Pflanze bei der Keimung benötigt. Der Verzehr phytatreicher Lebensmittel kann somit zur Folge haben, dass Zink nicht mehr (gut) vom Körper aufgenommen werden kann. Bei einer Kombination mit tierischem Protein kann die Verfügbarkeit von Zink aus pflanzlichen Quellen verbessert werden. Zudem kann unter anderem Citronensäure die Zinkaufnahme verbessern. Insgesamt wird die Aufnahme von Zink durch viele Faktoren in unserer Nahrung beeinflusst.
Interessante Fakten zu Zink
- Beliebte Nahrungsergänzung:
Zink zählt mit 33,6 Prozent laut der Universität Hannover in Kooperation mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zu den beliebtesten Nahrungsergänzungsmitteln. Häufiger werden nur Magnesium (59,2 Prozent) und Calcium (37 Prozent) verwendet. - Zink als Multitalent:
Zink ist ein wahres Multitalent und wird nicht nur in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Als Metall findet es Verwendung beim Bau, als Dacheindeckung oder Fassade sowie als Korrosionsschutz für Stahl oder als Bestandteil von Messing in Armaturen. Zinkoxid ist zudem häufig in Salben, Wundheil- und Sonnencremes enthalten. - Unerwartete Zink-Zufuhr:
Zink findet sich nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch in Zahnpasten, Mundwässern und Haftcremes. Durch (versehentliches) Verschlucken können diese kleinsten Mengen zu einer Zinkzufuhr beitragen.
Die medizinische Verwendung von Zinksalzen ist schon lange bekannt. So notierte bereits Marco Polo (1254–1324) in einem seiner Reiseberichte, dass die Perser eine Lösung von Zinkvitriol zur Behandlung von Augenentzündungen nutzten.
Aufgaben und Funktionen: Wofür braucht der Körper Zink?
Als lebenswichtiges (essenzielles) Spurenelement ist Zink an zahlreichen biologischen Reaktionen und Prozessen im Körper beteiligt. Es ist Bestandteil zahlreicher Enzyme, Proteine und Hormone und hilft beim Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Zink spielt eine wichtige Rolle für das Zellwachstum, die Wundheilung, das Immunsystem sowie die sexuelle Entwicklung und Fruchtbarkeit. Nicht zuletzt ist Zink bedeutsam für das antioxidative Schutzsystem gegen sogenannte freie Radikale. Dabei handelt es sich um Zwischenprodukte des Stoffwechsels, die – vereinfacht ausgedrückt – die Zellen schädigen können.
Zink bei Erkältungen
Zink ist wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem. So sorgt das Spurenelement für eine normale Funktion verschiedener Zellen des Immunsystems. Zudem beeinflusst es im Körper die Ausbildung bestimmter Botenstoffe, die Wachstum, Differenzierung und Aktivität der Zellen des Immunsystems steuern. Nicht zuletzt stabilisiert Zink die Schleimhäute und kann die Abwehr von Erregern verbessern.
Studien zeigen, dass eine unzureichende Versorgung mit Zink die Infektanfälligkeit erhöhen kann. Erste Laborversuche deuten zudem darauf hin, dass Zink das Enzym hemmt, das für die Vermehrung des Virus SARS-CoV-2 sorgt.
Hilft Zink gegen Herpes?
Bei der Entwicklung lästiger Herpes-Lippenbläschen spielt ein geschwächtes Immunsystem eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse einer Studie deuten darauf hin, dass sich die Zink-Spiegel von gesunden und Herpes-Betroffenen zwar nicht unterscheiden. Allerdings zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Zink-Gehalt und der Erholungsdauer von Patientinnen und Patienten mit wiederkehrenden Herpesbläschen. Je niedriger der Serumzinkspiegel war, desto länger dauerte die Genesung.
Zink für das Nervensystem
Zink ist für die Aktivität verschiedener Schlüsselenzyme im Nervenstoffwechsel verantwortlich. Forschende der Max-Plank-Gesellschaft für Hirnforschung fanden heraus, das Zink-Ionen entscheidend dazu beitragen, Nervensignale an den Verbindungsstellen der Nerven (Synapsen) zu regulieren. Sie sorgen so dafür, dass der Körper Reflexe oder Befehle des Gehirns richtig verarbeiten kann.
Veränderungen der Zink-Konzentrationen im Gehirn werden mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht – darunter Störungen der Gehirnentwicklung, neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit, Erkrankungen wie Depressionen sowie Nervenschädigungen im Rahmen von Hirnverletzungen, Schlaganfällen und Krampfanfällen. Die genauen Zusammenhänge sind allerdings noch unklar.
Zink: wichtig für Haut, Haare und Nägel
Zink ist unerlässlich für die normale Funktion von Haut, Haaren und Nägeln. Es steuert die Umwandlungsprozesse der inneren zur äußeren Schicht der Oberhaut und sorgt für eine geregelte Verhornung der Haut. Nicht zuletzt spielt das Spurenelement eine wichtige Rolle beim Stoffwechsel der Haarwurzel und der Festigkeit von Haaren und Nägeln.
Zink wird gegen Akne und andere Hauterkrankungen wegen seiner entzündungshemmenden Eigenschaften eingesetzt. Eine Auswertung von 22 Studien zum Thema ergab, dass sich eine Ergänzung mit Zink positiv auf Akne, Ekzeme (atopische Dermatitis) und Windeldermatitis auswirkte.
Einen Zusammenhang gibt es vermutlich zwischen Zink und Haarausfall. So entdeckten koreanische Forschende, dass bei Patienten mit Haarausfall die Zink-Konzentrationen im Blut deutlich niedriger waren als bei der Kontrollgruppe.
Auch für das Nagelwachstum ist Zink von Bedeutung. So wurde beobachtet, dass Zinkmangel im Zusammenhang mit brüchigen Nägeln, quer verlaufenden Furchen (Beau-Linien) und anderen Nagelerkrankungen steht.
Gesundheitsbezogene Angaben: Health Claims von Zink
Die Funktionen von Zink wurden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wissenschaftlich bewertet. Auf dieser Grundlage hat die Europäische Union gesundheitsbezogene Angaben, sogenannte Health Claims, festgelegt. Hier findest Du die Health Claims von Zink, wobei wir uns die aufgeführten Funktionen einmal genauer anschauen:
Zink ist an der Aktivierung von Abwehrzellen beteiligt und spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem: Studien belegen, dass die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen, darunter Zink, potenzielle Vorteile für das Immunsystem bietet. Klinische Beobachtungen aus vorläufigen Untersuchungen zeigen zudem, dass eine geringe Konzentration an bestimmten Spurenelementen wie Zink, Selen, Eisen und Kupfer, die für die normale Aktivität des Immunsystems unerlässlich sind, mit einem schlechteren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung verbunden sein könnte.
Zink ist auf verschiedene Weise am Wachstum und Teilung der Zellen beteiligt. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass es für Enzymsysteme, die Zellteilung und -wachstum beeinflussen, unerlässlich ist. Nicht zuletzt spielt das Spurenelement auch eine Rolle bei der hormonellen Regulierung der Zellteilung.
Oxidativer Stress kann zur Schädigung von Zellen und Geweben beiträgt und mit der Entwicklung chronischer Krankheiten in Zusammenhang stehen. Zink wirkt als Co-Faktor für wichtige Enzyme, die an der ordnungsgemäßen Funktion des antioxidativen Abwehrsystems beteiligt sind. Darüber hinaus kann Zink selbst die Zellen vor oxidativen Schäden schützen und trägt zur Stabilisierung der Zellmembran bei.. In der Literatur finden sich deutliche Hinweise auf die Rolle von Zink beim Schutz vor oxidativem Stress bei verschiedenen Krankheiten.
Zink ist im Knochen reichlich vorhanden. Laboruntersuchungen mit isolierten Zellkulturen ergaben, dass der Mineralstoff als lokaler Regulator von Knochenzellen wirken könnte. Der Zusammenhang zwischen Zink und dem alternden Skelett wurde bei 140 Frauen im Alter von 36 bis 85 Jahren, meist nach den Wechseljahren, untersucht. Die Osteoporose wurde anhand von Röntgenbildern der Lendenwirbelsäule bestimmt. Es zeigte sich, dass Osteoporose-Patientinnen im Mittel vermehrt Zink über den Urin ausschieden. Bei einer solchen Hyperzinkurie besteht ein erhöhter Zinkbedarf.
In einer randomisierten, placebo-kontrollierten Doppelblindstudie wurden die Auswirkungen einer Zink-Einnahme auf die kognitiven Funktionen bei 387 gesunden Erwachsenen im Alter von 55 bis 87 Jahren untersucht. Verschiedene Messungen des visuellen Gedächtnisses, des Arbeitsgedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Reaktionszeit wurden mit Hilfe der Cambridge Automated Neuropsychological Test Battery bei Studienbeginn und dann nach 3 und 6 Monaten mit 0 (Placebo), 15 oder 30 mg Zink/Tag durchgeführt. Erwachsene unter 70 Jahre schnitten bei allen Tests signifikant besser ab als ältere Erwachsene über 70 Jahre. Bei zwei von acht abhängigen Variablen gab es signifikante Wechselwirkungen, die auf eine positive Wirkung (nur nach 3 Monaten) von 15 und 30 mg/Tag auf eine Messung des räumlichen Arbeitsgedächtnisses hinwiesen.
In einer Übersichtsarbeit wurden die Funktionen von Zink für die Gesundheit des Mannes, seine Fruchtbarkeit und Fortpflanzungsfähigkeit. Es zeigte sich, dass es aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften schädliche Radikale im Samenplasma von Männern, die sowohl unfruchtbar als auch Raucher sind, positiv beeinflussen kann.
Zink ist an der Bildung des männlichen Geschlechtshormons Testerosteron beteiligt und fördert die Bildung gesunder Spermien (Spermatogenese). Umgekehrt konnte gezeigt werden, dass Zinkmangel die Spermienbildung behindert, ein Grund für Fehlbildungen von Spermien ist und sich negativ auf die Testosteronkonzentration im Blut auswirkt.
Zahlreiche Studien haben die Auswirkungen einer Zink-Ergänzung auf die Blutfettwerte beim Menschen untersucht. Eine systematische Auswertung der Literatur mit rund 14.500 Teilnehmern ergab, dass es günstige Auswirkungen auf die Plasmalipid-Parameter hatte. Eine Zinksupplementierung senkte signifikant das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin und die Triglyceride.
Zink ist Co-Faktor des Enzyms Carboanhydrase, das für einen normalen Säure-Basen-Stoffwechsel wichtig ist. Ein niedriger Zinkgehalt in der Nahrung geht laut Studien mit einer Verringerung der Aktivität von Carboanhydrase und einer Beeinträchtigung des Stoffwechsels bei körperlicher Betätigung einher.
Zink ist an der Bildung des Retinolbindenden Proteins beteiligt und somit am Transport von Vitamin A im Blut.
Das Auge, insbesondere die Netzhaut-Aderhaut-Komplex, weist im Vergleich zu anderen Geweben eine ungewöhnlich hohe Zinkkonzentration auf. Die Netzhaut (Retina) ist der Ort des schärfsten Sehens. Mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass die Zinkkonzentration im Auge mit dem Alter abnimmt, insbesondere im Zusammenhang mit altersbedingten Krankheiten. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kann die Zufuhr von Zink die Netzhautfunktion positiv beeinflussen.
Therapeutisch kann Zink äußerlich als auch innerlich bei einer Vielzahl von Hauterkrankungen eingesetzt werden. Eine unzureichende Versorgung mit Zink kann mit verschiedenen Hauterkrankungen einhergehen.
Es gibt zahlreiche wichtige Prozesse im Körper, die eine Eiweißsynthese erfordern und abhängig von Zink sind. Hierzu gehören zum Beispiel Zellteilung und -wachstum, Wundheilung, Bildung von Hormonen.
Zink ist als Co-Faktor von Enzymen an zahlreichen Stoffwechselprozessen wie dem Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt.
Zink ist am Stoffwechsel der Haare beiteiligt. Mehrere Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Haargesundheit und Zinkstatus. Unter anderem konnte koreanische Forschende nachweisen, dass Patienten mit Haarausfall besonders niedrige Zink-Konzentrationen im Blut hatten.
Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Spurenelement das Nagelwachstum positiv beeinflussen kann. In einer Studienauswertung stand Zinkmangel in einem Zusammenhang mit brüchigen Nägeln, quer verlaufende Furchen (Beau-Linien) und weiteren Nagelerkrankungen.
Als Cofaktor und Bestandteil von Enzymen übernimmt Zink diverse regulatorischen Funktionen im Stoffwechsel der Makronährstoffe.
Hättest Du das über Zink gewusst?
- Zinkverlust durch Schwitzen:
Bei intensiver körperlicher Anstrengung werden mit dem Schweiß auch Mineralstoffe ausgeschieden. Forschende haben herausgefunden, dass während einer zweistündigen sportlichen Betätigung bei Männern 9 Prozent und bei Frauen 8 Prozent der empfohlenen Tageszufuhr an Zink verloren gehen können. - Weltweiter Zinkmangel:
Schätzungen zufolge haben mindestens 25 Prozent der Weltbevölkerung ein erhöhtes Risiko für einen Zinkmangel. Betroffen sind vor allem Menschen in Entwicklungsländern. Auch in westlichen Staaten besteht ein gewisses – wenn auch geringeres – Risiko für eine Unterversorgung. Experten vermuten, dass Ernährungsgewohnheiten daran schuld sein könnten. Vor allem essen wir im Durchschnitt mehr industriell gefertigte Nahrungsmittel. -
Mehrere mögliche Bedeutungen:
Woher das Wort „Zink“ stammt, ist nicht ganz geklärt. Eine Vermutung ist, dass es auf das persische Wort „sing“ für „Stein“ zurückgeht. Möglicherweise wurde es auch von der Bezeichnung „Zincken“ abgeleitet, die seinerzeit für die zackenartig geformten Zinkerze gebräuchlich war.
Tagesbedarf: Wie viel Zink am Tag?
Die Zinkaufnahme wird u.a. durch Phytate beeinflusst. Das bedeutet, dass bei einer hohen Phytatzufuhr dem Körper mehr Zink über die Ernährung zugeführt werden muss. Dementsprechend richtet sich die Zufuhrempfehlung nach der Phytatzufuhr, aber auch nach Alter und bei Erwachsenen nach dem Geschlecht (m/w).
Allgemein steigen die Referenzwerte mit zunehmendem Alter. Bei Säuglingen im Alter bis 4 Monaten gilt ein Schätzwert von 1,5 Milligramm (mg) Zink pro Tag, da der genaue Bedarf nicht ermittelt werden kann. Für 15- bis unter 19-Jährige werden 11 mg Zink täglich für weibliche und 14 mg Zink pro Tag für männliche Jugendliche empfohlen. Frauen ab 19 Jahren benötigen, je nach Phytatzufuhr, 7 bis 10 mg am Tag, Männer 11 bis 16 mg. Schwangere und Stillende haben im Vergleich zu nicht-schwangeren Frauen einen etwas höheren Bedarf.
Je nach Altersgruppe gelten für Zink verschiedene „Upper Intake Level“ (UL). Das ist die Menge, die als unbedenklich gilt, wenn sie längerfristig täglich aufgenommen wird. Für Erwachsene beträgt sie maximal 25 mg am Tag, für Kinder je nach Körpergewicht maximal 7 bis 22 mg täglich.
Es gibt Hinweise, dass die Zufuhr von Zink direkt nach dem Auftreten erster Erkältungssymptome das Immunsystem besonders effektiv unterstützt.
Zink: Referenzwerte
| Alter | Zinka | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| mg/Tag | ||||||
| m | w | |||||
| niedrige Phytatzufuhrb | mittlere Phytatzufuhrc | hohe Phytatzufuhrd | niedrige Phytatzufuhrb | mittlere Phytatzufuhrc | hohe Phytatzufuhrd | |
| Säuglinge | ||||||
| 0 bis unter 4 Monatee | 1,5 | |||||
| 4 bis unter 12 Monate | 2,5 | |||||
| Kinder und Jugendliche | ||||||
| 1 bis unter 4 Jahre | 3 | |||||
| 4 bis unter 7 Jahre | 4 | |||||
| 7 bis unter 10 Jahre | 6 | |||||
| 10 bis unter 13 Jahre | 9 | 8 | ||||
| 13 bis unter 15 Jahre | 12 | 10 | ||||
| 15 bis unter 19 Jahre | 14 | 11 | ||||
| Erwachsene | ||||||
| 19 bis unter 25 Jahre | 11 | 14 | 16 | 7 | 8 | 10 |
| 25 bis unter 51 Jahre | 11 | 14 | 16 | 7 | 8 | 10 |
| 51 bis unter 65 Jahre | 11 | 14 | 16 | 7 | 8 | 10 |
| 65 Jahre und älter | 11 | 14 | 16 | 7 | 8 | 10 |
| Schwangere | ||||||
| 1. Trimester | 7 | 9 | 11 | |||
| 2. und 3. Trimester | 9 | 11 | 13 | |||
| Stillende | 11 | 13 | 14 | |||
| aDie Absorption von Zink wird bei Erwachsenen durch den Phytatgehalt der Nahrung beeinflusst. Daher wird die empfohlene Zufuhr für Zink in Abhängigkeit von der Phytatzufuhr angegeben. bentspricht einer Phytatzufuhr von 330 mg/Tag (0,5 mmol/Tag); eine niedrige Phytatzufuhr und damit eine hohe Zinkabsorption liegt bei Ernährungsweisen vor, bei denen der Verzehr von Vollkornprodukten sowie Hülsenfrüchten gering ist und die Proteinquellen vorrangig tierischer Herkunft sind centspricht einer Phytatzufuhr von 660 mg/Tag (1,0 mmol/Tag); eine mittlere Phytatzufuhr und damit eine moderate Zinkabsorption liegt bei Ernährungsweisen vor, die Proteinquellen tierischer Herkunft, darunter auch Fleisch oder Fisch, sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte einschließen (entsprechend einer vollwertigen Ernährung) oder bei einer vegetarischen bzw. veganen Ernährung mit vorrangig hoch ausgemahlenen, gekeimten oder fermentierten Getreideprodukten dentspricht einer Phytatzufuhr von 990 mg/Tag (1,5 mmol/Tag); eine hohe Phytatzufuhr und damit eine verringerte Zinkabsorption liegt bei Ernährungsweisen vor, bei denen der Verzehr von Vollkornprodukten (vor allem nicht gekeimte oder unfermentierte) und Hülsenfrüchten hoch ist und die Proteinquellen vorrangig oder ausschließlich pflanzlicher Herkunft sind (z. B. Soja) eHierbei handelt es sich um einen Schätzwert. | ||||||
Phytate sind der wichtigste Einflussfaktor für die Aufnahme von Zink aus der Nahrung. Bei sehr hohen Phytatgehalten in Lebensmitteln kann die Zinkaufnahme im Darm im Vergleich zu durchschnittlichen Phytatgehalten um bis zu 45 Prozent vermindert sein.
Zink: Wo enthalten?
Welches sind zinkhaltige Lebensmittel? Zink kommt in Lebensmitteln relativ häufig vor. Dabei sind tierische Produkte die Hauptlieferanten. Zink in tierischen Nahrungsmitteln kann allgemein auch besser aufgenommen werden als aus pflanzlichen Lebensmitteln. Gute Quellen sind Fleisch, etwa wie Rind- und Schweinefleisch, Käse, Milch und Eier.
Pflanzliche Zinklieferanten sind vor allem Getreideprodukte wie Haferflocken oder Weizenkeimlinge. Auch Nüsse wie Walnüsse oder Mandeln in der Nahrung können zu einer ausreichenden Zinkversorgung beitragen.
In diesen zehn Lebensmitteln steckt besonders viel Zink:
Phytate können durch Einweichen, Keimung oder Sauerteiggärung abgebaut werden. Zudem verbessert die gleichzeitige Zufuhr von tierischem Eiweiß die Zinkaufnahme.
Zinkmangel: Symptome & Ursachen
Laut der Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) nehmen Frauen im Durchschnitt 8 mg und Männer 11 mg Zink pro Tag zu sich. Das bedeutet: Frauen erreichen meist die empfohlene Zufuhr von 7 mg beziehungsweise 8 mg Zink pro Tag die bei niedriger bzw. mittlerer Phytatzufuhr empfohlen werden. Bei einem Teil der Männer ist dies nicht der Fall. Dadurch kommt es nicht automatisch zu einem Mangel. Allerdings steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit für eine Unterversorgung.
Zu einem Zinkmangel kann es bei einer sehr einseitigen Ernährung kommen, aber auch in Wachstumsphasen, während der Schwangerschaft und Stillzeit. Zu den weiteren Risikogruppen zählen ältere Menschen und Personen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Ein erhöhter Bedarf besteht auch bei einer vegetarischen Ernährung mit einer erhöhten Zufuhr von Phytaten.
Zinkmangel Symptome: Wie äußert sich Zinkmangel?
Die Symptome für einen Zinkmangel sind oft sehr vielfältig und unspezifisch. Das heißt, sie können auch andere Ursachen haben.
Mögliche Anzeichen für eine Unterversorgung mit Zink sind:
- Verminderung des Geschmackempfindens
- Appetitlosigkeit,
- Hautveränderungen (Dermatitis)
- gestörte Wundheilung
- Haarausfall
- brüchige Fingernägel
- erhöhte Infektanfälligkeit
- Wachstumsstörungen
- Muskelschmerzen
- neuropsychische Störungen
- Störungen der männlichen Sexualentwicklung und Fruchtbarkeit
Wie wird ein Zinkmangel festgestellt?
Neben einer ausführlichen Untersuchung durch den Arzt beziehungsweise die Ärztin auf mögliche äußere Anzeichen können Blut- und Urintests Aufschluss über einen etwaigen Zinkmangel geben. Allerdings können solche Tests mitunter den Zinkgehalt nicht immer exakt messen. Eine Kombination verschiedener Parameter ist daher sinnvoll, um die Zinkversorgung zu beurteilen.
Darreichungsformen von Zinkpräparaten
Wurde bei Dir ein Mangel festgestellt, solltest Du ärztlichen Rat einholen. Eventuell bedarf es einer höheren Dosierung oder ärztlichen Behandlung. Zinkpräparate sind als Zinktabletten und Zinkkapseln, aber auch als Brausetabletten, Lutschtabletten, Tropfen und Pulver in unterschiedlichen Dosierungen erhältlich. Außerdem gibt es verschiedene Multivitamin-Präparate, die ebenfalls Zink enthalten. solltest Du Dich am besten in der Apotheke beraten lassen, welches Präparat sinnvoll ist.
Zu viel Zink: Überdosierung
Eine Überdosierung von Zink allein durch die Ernährung ist in der Regel nicht möglich.
Eine übermäßige Zufuhr ist erst in sehr hohen Dosen giftig. So können nach einmaliger Aufnahme von 225 bis 450 mg Zink äußerst seltene akute Vergiftungserscheinungen nach dem Verzehr von Nahrungsmitteln auftreten, die in zinkhaltigen Gefäßen gelagert wurden.
Zu den Folgen einer zu hohen Zinkzufuhr zählen unspezifische Symptome wie:
- Bauchschmerzen und Durchfall
- Übelkeit und Erbrechen
- Beklemmungsgefühl
- Kopfschmerzen
Langfristig kann die Einnahme überhöhter Zinkmengen den Status anderer Mineralstoffe wie Kupfer beeinflussen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat aufgrund wissenschaftlicher Daten eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge für Erwachsene von 25 mg Zink am Tag abgeleitet, die nicht dauerhaft überschritten werden sollten.