Panthenol
Was ist Panthenol?
Panthenol ist eine alkoholische Form der Pantothensäure (Vitamin B5). Es wird häufig in Hautpflegeprodukten eingesetzt, da es feuchtigkeitsspendend, entzündungshemmend und wundheilend wirkt. Chemisch betrachtet gibt es verschiedene Formen und Derivate von Panthenol, die abhängig vom gewünschten Anwendungsbereich zum Einsatz kommen.
Pantothensäure selbst ist wasserlöslich. Sie spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel und kommt in zahlreichen Lebensmitteln vor. Zudem ist sie auch in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden.
Bei Dexpanthenol (auch D-Panthenol) handelt es sich um die biologisch aktive Form des Panthenols. Es wird vor allem in kosmetischen Produkten verwendet, da es stabiler ist und die Haut es so besser aufnehmen kann. Es steckt häufig in Cremes, Lotionen und Salben, wodurch es direkt nach dem Auftragen schnell Feuchtigkeit spenden und die Hautelastizität verbessern kann.
Eine häufig gestellte Frage lautet, ob Bepanthen® und Panthenol das Gleiche sind. Tatsächlich ist Bepanthen® lediglich ein Markenname für bestimmte Produkte, die Dexpanthenol enthalten. Es gibt alternative Produkte mit dem gleichen Inhaltsstoff, die unter anderen Namen vertrieben werden.
Neben Dexpanthenol gibt es verschiedene Derivate von Panthenol, also Verbindungen, die durch leichte Veränderungen in der chemischen Struktur entstehen und deswegen auch über etwas andere Eigenschaften verfügen. Für die Derivate wird der Begriff Panthenyl verwendet. Es gibt zum Beispiel Panthenyl-Ethylether, Panthenyl-Ethylether-Acetat und Panthenyl-Triacetat. Diese kommen vorwiegend in kosmetischen Produkten wie Cremes oder Shampoos zum Einsatz. Ihre Wirksamkeit und Anwendung sind weniger gut erforscht.
Welche Panthenol-Form ist die wirksamste?
Grundsätzlich gilt Dexpanthenol als die wirksamste Form, da es die biologisch aktive Variante von Panthenol darstellt. Die Haut kann es optimal aufnehmen, sodass es der Körper zügig in Pantothensäure umwandeln kann. Auf diese Weise entfaltet es seine heilenden Eigenschaften besonders effektiv. Deshalb ist Dexpanthenol die bevorzugte Wahl in medizinischen Hautpflegeprodukten.
In Kosmetika verwenden die Hersteller hingegen eher Panthenyl-Ethylether und Panthenyl-Triacetat. Diese Formen sind stabiler als Dexpanthenol, haben aber eine etwas geringere biologische Aktivität. Die Derivate finden sich oft in Shampoos oder Haarpflegeprodukten, da sie weniger klebrig sind und sich deshalb einfacher in die Formulierungen einbinden lassen.
Interessante Fakten zu Panthenol
- Gepflegte Sicht mit Panthenol
Manche Unternehmen mischen Panthenol Kontaktlinsenflüssigkeiten bei, da es die Hornhaut dabei unterstützt, mehr Feuchtigkeit zu speichern und so trockene oder gereizte Augen beruhigt. Außerdem kann es helfen, den Tragekomfort der Kontaktlinsen zu verbessern, indem es die Augenoberfläche schützt und sie bei der Regeneration unterstützt. - Rechtsdrehend und linksdrehend
Panthenol ist eine Mischung aus D- und L-Panthenol, also einer linksdrehenden und einer rechtsdrehenden Form – dextrorotatory ist Englisch für rechtsdrehend. L-Panthenol kann der Körper aber nicht in Pantothensäure umwandeln, weshalb das Panthenol für Arzneistoffe getrennt wird, sodass nur D-Panthenol zum Einsatz kommt. In der Kosmetik spielt dieser Unterschied jedoch keine Rolle, da L-Panthenol die gleichen feuchtigkeitsspendenden und pflegenden Eigenschaften wie D-Panthenol besitzt. -
Panthenol: alt, aber spannend
Panthenol wird seit mehr als 70 Jahren als Wirkstoff genutzt. Dennoch sind viele Fragen offen. Forschende versuchen, diese mithilfe dreidimensionaler Hautmodelle zu beantworten. Dafür fügen sie den Modellen verschiedene Verletzungen zu, um den Wundverschluss durch Dexpanthenol zu prüfen.
Panthenol ist für kosmetische Zwecke meist vegan. Allerdings wurde es früher – und in einigen Fällen auch heute noch – aus tierischen Quellen wie der Leber von Säugetieren gewonnen. Welche Quelle verwendet wird, hängt vom Hersteller ab. Das Problem: Unternehmen sind nicht verpflichtet, anzugeben, ob kosmetische Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs sind. Inzwischen gibt es aber viele Firmen, die ein „vegan“-Label auf die Verpackungen drucken, um diese Zielgruppe zu erreichen..
Panthenol: Aufgaben und Funktionen
Panthenol stärkt die Hautschutzbarriere, indem es Feuchtigkeit bindet und die natürliche Heilung unterstützt. Bei Sonnenbrand lindert Panthenol beispielsweise Rötungen und Spannungsgefühle, weil es die Haut beruhigt und die Feuchtigkeitsbalance wiederherstellt. Auch bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis kann Panthenol helfen, indem es den Juckreiz reduziert, die Barrierefunktion der Haut verbessert und die Bildung von Zellen unterstützt.
Dank seiner entzündungshemmenden Wirkung unterstützt Panthenol die Heilung, insbesondere bei kleineren Verletzungen wie Schürfwunden, leichten Verbrennungen oder Rissen. Aber auch bei der Abheilung frisch gestochener Tattoos oder bei Windelausschlag kann der Wirkstoff helfen. Er fördert die Zellregeneration und kann so das Risiko von Narbenbildung verringern. Panthenol schützt die Haut zudem indirekt vor Infektionen, indem es die Heilungsprozesse beschleunigt und die Haut widerstandsfähiger macht. Zudem ist seit 1953 eine antimikrobielle Wirkung nachgewiesen.
Bei unreiner Haut wird Panthenol häufig als beruhigender Wirkstoff eingesetzt, jedoch ist die Wirkung bei Akne begrenzt. Lediglich bei leichter Akne konnten Forschende in Studien eine Verbesserung beobachten. Es lindert oftmals Symptome wie Rötungen und Reizungen, bekämpft aber nicht die Ursache der Pickel, nämlich eine übermäßige Talgproduktion. Deswegen kann Panthenol gegen Pickel höchstens dabei unterstützend wirken, die Haut zu beruhigen.
Darreichungsformen von Panthenol
Das künstlich hergestellte Panthenol ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich und wird je nach Einsatzgebiet äußerlich oder innerlich angewendet. Die bekannteste Form ist die Panthenol-Salbe, die die Wundheilung und Hautregeneration unterstützt. Besonders bei trockener, gereizter oder geschädigter Haut hilft eine solche eher dicke Dexpanthenol-Salbe, da sie Feuchtigkeit spendet und die Hautschutzbarriere stärkt.
Für empfindliche Bereiche wie die Augen gibt es spezielle Augensalben mit Panthenol, die bei trockenen, gereizten oder entzündeten Augen hilfreich sind. Auch für die tägliche Hautpflege sind zahlreiche Produkte verfügbar, darunter Panthenol-Gesichtscreme, die Feuchtigkeit spendet und die Haut beruhigt, oder Handcreme mit Panthenol, die trockene und rissige Hände pflegt. Wenn Du eine leichtere Textur bevorzugst, kannst Du auf Panthenol-Bodylotion oder Panthenolschaum zurückgreifen, die sich großflächig auftragen lassen und schnell einziehen.
Hättest Du das über Panthenol gewusst?
- Mangel in Kriegszeiten
Pantothensäure wird oral unter anderem gegen das Burning-Feet-Syndrom eingesetzt. Das wurde erstmals im Zweiten Weltkrieg beschrieben, als Kriegsgefangene in Burma, Japan und auf den Philippinen an Pantothensäure-Mangel litten. Nach einigen Monaten kribbelten zunächst die Zehen, bevor der ganze Fuß stechend und brennend schmerzte. - Panthenol bei trockenem Mund
Mundtrockenheit (Xerostomie) tritt oft bei Krankheiten wie Rheuma, Bluthochdruck, Parkinson oder Diabetes auf. Sie kann auch durch eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich entstehen, da dabei mitunter die Speicheldrüsen geschädigt werden. Panthenol-Tabletten können helfen, indem sie den Feuchtigkeitsgehalt im Mund erhöhen. - Milde Hilfe nach Sodbrennen
Bei Reflux-Ösophagitis gelangt Magensäure durch einen schwachen Speiseröhrenschließmuskel in die Speiseröhre und reizt die Schleimhaut. Das führt zu Schmerzen, Entzündungen und Wunden. Das Lutschen von Panthenol-Tabletten empfinden viele Betroffene als angenehm, weil der Wirkstoff die schmerzende Schleimhaut beruhigt.
Tagesbedarf: Wie viel Panthenol am Tag?
Einen festen Panthenol-Tagesbedarf gibt es nicht, da Panthenol kein notwendiger Nährstoff ist, sondern eine Vorstufe des Vitamins B5. Für Pantothensäure existiert eine empfohlene Tagesdosis – für Erwachsene beträgt sie laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) etwa 5 Milligramm pro Tag. Panthenol hingegen wird vor allem in kosmetischen und medizinischen Produkten eingesetzt. Statt einer festen Menge gibt es daher Angaben zur Konzentration, die sich je nach Anwendung unterscheiden.
Bei Tabletten liegt die gängige Dosierung bei 100 Milligramm pro Tablette. Eingenommen werden ein bis drei Tabletten pro Tag, abhängig vom Einsatzgebiet.
In Hautpflegeprodukten wie Cremes und Salben liegt der Panthenol-Gehalt meist zwischen 2 Prozent und 5 Prozent. Diese Konzentration reicht aus, um die Hautschutzbarriere zu unterstützen, Feuchtigkeit zu spenden und leichte Hautreizungen zu lindern. Bei medizinischen Produkten zur Wundheilung oder bei stark geschädigter Haut kann der Gehalt bis zu 10 Prozent betragen.
Wie oft Du Panthenol auftragen solltest, hängt vom individuellen Bedarf ab. In der Regel verwendest Du Panthenol-Creme ein- bis dreimal täglich, insbesondere bei trockener oder gereizter Haut. Für die Pflege nach einem Sonnenbrand oder bei gereizter Haut durch Neurodermitis kann eine häufigere Anwendung sinnvoll sein.
1934 wurde nachgewiesen, dass Pantothensäure die Haut schützen kann, was schließlich zur Entwicklung der ersten Dexpanthenolsalbe führte.
Panthenol ist nicht nur gut für die Haut, sondern kann auch die Gesundheit und Widerstandskraft der Nägel verbessern. Es sorgt dafür, dass die Nagelplatte mehr Wasser binden kann, sodass die Nägel besser mit Feuchtigkeit versorgt werden. Dadurch bleiben sie geschmeidiger und splittern nicht so schnell. Gleichzeitig trägt Panthenol zur Stabilität der Nägel bei, indem es ihre Struktur stärkt.
Welche Lebensmittel haben am meisten Panthenol?
Panthenol kommt in natürlichen Lebensmitteln nicht vor. In der Nahrung ist ausschließlich die bereits umgewandelte Pantothensäure enthalten. Panthenol wird aber beispielsweise für Nahrungsergänzungsmittel künstlich hergestellt. Der Körper wandelt es dann in Pantothensäure um.
Panthenol-Tabletten unterstützen unter anderem die Regeneration der Schleimhäute, etwa bei einem gereizten Rachen oder Entzündungen im Mundraum. Aber auch als Therapie von Pantothensäure-Mangelzuständen, die nicht durch eine ausgewogene Ernährung zu beheben sind, wie zum Beispiel bei Dialyse-Patienten, sind Nahrungsergänzungsmittel mit Panthenol eine gute Wahl.
Bei stillenden Frauen steigt der Bedarf an Pantothensäure von fünf auf sieben Milligramm pro Tag. Dieser Mehrbedarf sollte nicht in Form von Panthenol als Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden. Fachleute raten sicherheitshalber davon ab, weil über die Auswirkungen auf die Muttermilch kaum etwas bekannt ist. Anders sieht es mit Salben und Cremes aus, die Panthenol enthalten. Sie helfen dabei, die Haut der Brustwarzen zu beruhigen und zu pflegen, wenn diese durch das Stillen wund geworden sind.
Panthenol-Mangel: Ursachen & Symptome
Einen Panthenol-Mangel gibt es nicht, da der Körper Panthenol nicht direkt benötigt. Dementsprechend gibt es keine typischen Symptome. Stattdessen ist Pantothensäure essenziell für den Stoffwechsel. Ein echter Mangel an Pantothensäure ist jedoch extrem selten, da das Vitamin in fast allen Lebensmitteln vorkommt. Selbst ohne gezielte Zufuhr wird der Bedarf meist gedeckt, sodass Mangelerscheinungen kaum auftreten. Lediglich bei sehr einseitigen Diäten oder bei Dialyse-Patienten wurden in seltenen Fällen Symptome eines Mangels beobachtet, etwa das „Burning-Feet-Syndrom“.
Zu viel Panthenol: Überdosierung
Eine Überdosis Panthenol ist in der Regel unbedenklich, da der Körper überschüssiges Panthenol in Pantothensäure umwandelt und nicht benötigte Mengen einfach über den Urin ausscheidet. Selbst bei einer Überdosierung von Panthenol-Tabletten sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen zu erwarten, da Pantothensäure wasserlöslich ist und sich nicht im Körper anreichert.
Bei der äußeren Anwendung von Panthenol, beispielsweise in Cremes oder Salben, gibt es ebenfalls kaum relevante Risiken. In seltenen Fällen können empfindliche Personen auf bestimmte zusätzliche Inhaltsstoffe mit Hautreizungen reagieren.
Einige Nutzer:innen befürchten, dass Panthenol die Poren verstopfen kann. Das hängt von der jeweiligen Produktformulierung ab. Reines Panthenol ist nicht komedogen, das heißt, es fördert keine Mitesserbildung. Allerdings können fetthaltige Cremes oder Salben mit dicker Konsistenz die Haut bei regelmäßiger Anwendung belasten und zu einem Hitzestau führen. Wenn Du zu unreiner Haut neigst, solltest Du daher auf leichte Texturen wie Lotionen oder Gele mit Panthenol zurückgreifen.