Auch wenn die Haut auf den ersten Blick nur eine äußere Hülle zu sein scheint, so ist sie weit mehr als das. Unser größtes Organ. Mit bis zu zwei Quadratmetern Fläche umgibt sie unseren Körper und schützt uns vor Umwelteinflüssen und Keimen. Gleichzeitig unterstützt unsere Haut die Flüssigkeits- und Temperaturregulierung, übernimmt Sinnesfunktionen und dient als Energiespeicher, mechanischer Schutz und Vitamin-D-Produzent. Sie gut zu pflegen ist also nicht nur eine Sache des Aussehens, sondern für unsere Gesundheit von enormer Bedeutung. Grund genug, sich das faszinierende Wunderwerk einmal genauer anzuschauen. Hier erklären wir Dir leicht und verständlich, wie die Haut aufgebaut ist und welche Aufgaben und Funktionen sie hat.
Aufbau der Haut
Die menschliche Haut (med. Cutis) setzt sich im Wesentlichen aus drei verschiedenen Schichten zusammen: der Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subcutis).
Die Oberhaut oder Epidermis bildet die sichtbare äußerste Schicht der Haut. Je nach Alter erneuert sie sich etwa alle 4-6 Wochen. So lange dauert es, bis neue Zellen aus der sogenannten Keimschicht an die Hautoberfläche gewandert sind und dort schließlich abgestoßen werden.
In der obersten Hautschicht sind auch pigmentbildende Zellen sowie Hautanhangsgebilde lokalisiert. Zu diesen gehören neben den Hautdrüsen auch unsere Nägel und Haare.
Unter der Epidermis befindet sich die Lederhaut oder Dermis, die aus einem kollagenhaltigen Bindegewebsnetzwerk besteht und die Reißfestigkeit sowie die Dehnbarkeit der Haut bestimmt.
Die darunter liegende Unterhaut oder Subcutis enthält vor allem lockeres Bindegewebe und Fett, um ihre Funktionen als Stoßdämpfer für Knochen und Gelenke und als Kälteschutz erfüllen zu können.
Leder- und Unterhaut beherbergen zudem Lymph- und Blutgefäße, Haarwurzeln, Nerven, Talg, Duft- und Schweißdrüsen.
Der Hautfarbstoff Melanin, der bei einem Sonnenbad vermehrt gebildet wird, lagert sich in die Zellen der Oberhaut ein. Da sich diese kontinuierlich regenerieren, verschwindet auch unsere Urlaubsbräune mit der Zeit. Tätowierungen hingegen werden in die Lederhaut eingebracht. Diese erneuert sich nicht, so dass die Farbpigmente der Tattoo-Farben dort dauerhaft verbleiben.
Die drei Hautschichten
Die Haut ist ein einheitliches Organsystem, das stets nach dem gleichen Muster aufgebaut ist. Die Dicke der einzelnen Schichten und die Verteilung der Haare und Drüsen kann sich aber je nach Körperregion deutlich unterscheiden. Die Oberhaut des Gesichts beispielsweise ist nur 0,02 mm dünn, während sie an den Handinnenflächen bis zu 1,5 mm dick werden kann. Interessanterweise sind Männer grundsätzlich dickhäutiger als Frauen. Insbesondere die Epidermis ist hormonell bedingt deutlich stärker und fester, aber dafür weniger elastisch.
Oberhaut (Epidermis)
Als äußerste Hülle bewahrt uns die Oberhaut vor schädlichen Umwelteinflüssen und übermäßigem Wasserverlust.
Bei mikroskopischer Betrachtung lässt sich erkennen, dass die Epidermis nicht aus einer einzelnen Schicht besteht. Vielmehr setzt sie aus einem mehrschichtigen, ineinandergreifenden Plattenepithel zusammen, das von innen nach außen wie folgt aufgebaut ist:
- Basalschicht (Stratum basale)
- Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
- Körnerzellenschicht (Stratum granulosum)
- Glanzschicht (Stratum lucidum)
- Hornschicht (Stratum corneum)
Basalschicht
Die Basalschicht, auch als Keimschicht bezeichnet, ist für die Regeneration der Haut unerlässlich. Hier entstehen durch Zellteilung kontinuierlich hornbildende Zellen (Keratinozyten), die durch die anderen Schichten hindurch an die Hautoberfläche wandern und letztlich abgestoßen werden (täglich rund 14 g). Auch die pigmentbildenden Melanozyten gehen aus dieser Hautschicht hervor. Der von ihnen produzierte Farbstoff Melanin wird dann in die hornbildenden Zellen eingelagert und so der Grad der Hautfärbung bestimmt.
Stachelzellschicht
Die Stachelzellschicht ist die dickste Schicht der Epidermis und für die Stabilität der Epidermis verantwortlich. Sie besteht aus 5-15 Lagen lebender Keratinozyten, die zunehmend Keratin produzieren und dadurch allmählich verhornen. Außerdem finden sich in der Schicht Abwehrzellen, die sogenannten Langerhans-Zellen sowie die Druckrezeptoren (z. B. Merkel-Zellen).
Körnerzellschicht
Die Körnerzellschicht ist deutlich dünner als die Stachelzellschicht. Hier werden die lebenden, aus der Stachelzellschicht einwandernden Keratinozyten in kernlose, abgestorbene Zellen (sogenannte Korneozyten) umgewandelt, die keinerlei Zellorganellen mehr besitzen.
In den Keratinozyten werden zudem vermehrt fetthaltige Körperchen (Keratinosomen) gebildet, die ihren Inhalt (Fette, Enzyme, Glykoproteine) in den Zwischenzellraum abgeben und so die schützende Lipidbarriere der Hornschicht formen.
Glanzschicht
Die Glanzschicht bildet als Übergangszone zwischen Körner- und Hornschicht eine zusätzliche Schutzschicht aus. Sie ist allerdings nur in Hautregionen zu finden, die stark beansprucht werden (z. B. Handflächen und Fußsohlen).
Hornschicht
Die oberste Schicht der Epidermis setzt sich aus mehreren Hornzell-Lagen zusammen, die vor allem aus Keratin, Fett und einer verhornten Zellhülle bestehen. Je nach Körperregion kann die Dicke der Hautschicht zwischen 12 und 200 Zellschichten variieren. Besonders dick ist sie an Stellen mit großer mechanischer Belastung wie den Handflächen oder Fußsohlen.
Hautfette (wie z.B. Ceramide), die aus den Talgdrüsen gebildet werden, halten die Hornschicht geschmeidig und wasserabweisend, während das enthaltene Keratin die übermäßige Verdunstung von Wasser verhindert. Zustand und Feuchtigkeitsgehalt der Hornschicht bestimmen demnach, ob sich die Haut glatt und zart oder rau anfühlt. Auf der Hornschicht liegt außerdem der Säureschutzmantel und das Hautmikrobiom.
Interessanterweise enthält die Epidermis keine eigenen Blutgefäße. Daher ist sie auf die Nährstoffversorgung durch die darunter liegende Dermis angewiesen.
Lederhaut (Dermis)
Bestehend aus einem dichten Geflecht von elastischen Kollagenfasern (Bindegewebe) gewährleistet die Lederhaut (Dermis, Corium) die Stabilität, Festigkeit und Dehnbarkeit unserer Haut. Genau wie die Epidermis ist auch die Lederhaut in Schichten unterteilt.
Die Papillenschicht (Stratum papillare; Zapfenschicht) steht mit ihren wellenförmigen Erhebungen, den sogenannten Papillen, in enger Verbindung mit der Oberhaut. Sie macht etwa 20 Prozent der Dermis aus und enthält viele kleine Blutgefäße, die die Oberhaut mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Gleichzeitig übernehmen die Kapillaren wichtige Funktionen bei der Regulation der Körpertemperatur.
Daneben beherbergt das lockere Bindegewebe der Papillenschicht die meisten Tastsinneszellen (Meissner-Körperchen), Temperatursensoren sowie verschiedene Abwehrzellen.
Die darunter liegende Netzschicht (Stratum reticulare) besteht aus recht straffen, elastischen Fasern, die überwiegend aus Kollagen vom Typ I und Elastin zusammengesetzt sind. Aufgrund ihrer gitterartigen Verknüpfung verleihen die Kollagenfasern der Haut eine sehr gute Zugbelastbarkeit, während die Elastinfasern für die sogenannten Rückstellkräfte der Lederhaut sorgen. Damit ermöglichen die Elastinfasern unserer Haut, nach einer Dehnung wieder in ihren Ursprungszustand zurückzukehren. Die Zwischenräume der Fasern sind mit einer gelartigen Masse gefüllt, die reich an Glukosaminoglykanen (z.B. Hyaluronsäure) sind und ein hohes Wasserbindungsvermögen haben.
Genau wie die Papillenschicht, enthält auch die Netzschicht der Dermis Haarfollikel, Talg-, Schweiß- und Duftdrüsen sowie Druckrezeptoren (Ruffini-Körperchen) und Gefäße.
Die netzartige Ausrichtung der Bindegewebsfasern in der Dermis erzeugt die sogenannten Spalt- oder Spannungslinien der Haut. Diese sind u. a. für den Heilungsverlauf von Hautverletzungen relevant. Ist die Haut entlang der Linien verletzt, ist die Wunde enger und heilt mit einer unauffälligeren Narbenbildung ab. Eine Verletzung, die quer zu den Linien verläuft, klafft auseinander, sodass in der Regel mit auffälligeren Narben zu rechnen ist.
Unterhaut (Subcutis)
Die Unterhaut (Subcutis) ist die unterste der drei Hautschichten. Sie besteht vor allem aus lockerem Bindegewebe, in das traubenförmig angeordnetes Fettgewebe eingelagert ist. Letzteres dient tieferliegenden Gewebeschichten als Stoßdämpfer und ist zugleich Kälteschutz und Energiereservoir unseres Körpers. Je nach Ernährungszustand, Körperregion und Geschlecht sowie genetischer Grundausstattung ist individuell unterschiedlich viel Fett im Bindegewebe zu finden. Dadurch schwankt die Dicke der Fettschicht zwischen 1 und 10 cm.
Das eingelagerte Fett wird dabei entweder aus dem Blut in die Fettzellen aufgenommen oder direkt in der Zelle gebildet.
Neben ihrer Funktion der Polsterung und Isolierung ermöglicht die Unterhaut auch die Verschiebbarkeit der Haut und stellt über Bindegewebszüge starke Verbindungen zu den Faszien, Sehnen oder der Knochenhaut her. Zudem entspringen in der Unterhaut Haarbälge, dazugehörige Muskeln und Schweißdrüsen. Auch Nervenfasern und Sinneszellen für starke Druckreize wie die Vater-Pacini-Körperchen sind in der Unterhaut zu finden, genauso wie zahlreiche Blut- und Lymphgefäße.
An Körperstellen, an denen die Haut regelmäßig an darunterliegende Knochen gedrückt wird, bildet die Unterhaut außerdem Schleimbeutel aus, die die mechanische Belastung dämpfen. Zu diesen Bereichen gehören beispielsweise die Ellenbogen, Fersen oder Kniescheiben.
Aufgaben und Funktionen der Haut
Nicht nur die Anatomie der Haut ist faszinierend. Auch die Vielfältigkeit der Funktionen, die sie für den Körper erfüllt. Als Abgrenzung zur Außenwelt bietet sie Schutz, vermittelt Sinneseindrücke und bestimmt unser Erscheinungsbild. Und als wäre das nicht schon genug, übernimmt unser größtes Organ noch weitere Funktionen als Speicher, Ausscheidungsorgan und Vitamin-D-Produzent. Schauen wir uns die einzelnen Aufgaben einmal genauer an.
Schutzschild gegen Umwelteinflüsse
Als Abgrenzung zur Außenwelt ist die Haut ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems, das dafür sorgt, dass krankheitserregende Mikroorganismen oder unerwünschte Substanzen nicht in unseren Körper eindringen. Dabei spielt nicht nur ihre passive Barrierefunktion, die aus der dichten Anordnung der Hautzellen resultiert, eine Rolle. Auch die physiologische Hautflora und der Säureschutzmantel wirken in entscheidendem Maße mit.
Der Säureschutzmantel wird aus den Sekreten der Schweiß- und Talgdrüsen gebildet und besteht vorwiegend aus Wasser, Fettsäuren, Harnsäure, Harnstoff und anderen natürlichen Feuchthaltefaktoren sowie antibakteriell wirkenden Eiweißstoffen. Die Inhaltsstoffe verleihen ihm einen leicht sauren pH-Wert (pH 4,7-5,6), in dem sich unsere physiologische Hautflora besonders wohlfühlt und die Abwehr von Keimen unterstützen kann. Gelangen dann doch einmal unerwünschte Eindringlinge durch den Schutzfilm in die Haut ein, werden u. a. die Immunzellen, die in der Ober- und Lederhaut lokalisiert sind, aktiv.
Die Haut bewahrt uns aber nicht nur vor Keimen oder chemischen Reizen, sondern auch vor den negativen Folgen der Sonnenstrahlung. Verantwortlich dafür ist der Hautfarbstoff Melanin. Er ist nämlich in der Lage, UV-Licht zu absorbieren und somit eine Schädigung des Erbgutes der Zellen zu verhindern. Dabei wird die Lichtenergie der Sonne in Wärmeenergie umgewandelt. Allerdings hält der UV-Schutz immer nur eine begrenzte Zeit an, sodass wir bei intensiver Sonnenstrahlung auf zusätzlichen Sonnenschutz wie Sonnencreme zurückgreifen sollten.
Wärmeregulation
Neben der Schutzfunktion übernimmt die Haut auch eine wichtige Aufgabe bei der Wärmeregulation. Ist die Körpertemperatur erhöht, bilden die Schweißdrüsen der Lederhaut Schweiß und geben ihn über die Poren der Oberhaut ab. Durch die anschließende Verdunstung an der Hautoberfläche wird die Haut abgekühlt und dem Körper Wärme entzogen. Zudem kann durch eine Erhöhung der Hautdurchblutung die Wärmeabgabe verstärkt werden. Täglich scheiden wir rund 500-600 ml Wasser über die Haut aus. Bei starkem Schwitzen werden sogar bis zu 2 l Flüssigkeit abgegeben.
Bei Kälte hingegen wird die Durchblutung der Haut reduziert, um den Wärmeverlust einzudämmen. Zudem schützt das isolierende Unterhautfettgewebe vor übermäßigem Wärmeverlust.
Sinnesorgan
Die Haut unterstützt uns außerdem dabei, unsere Umwelt wahrzunehmen. Die Aufnahme von Sinneseindrücken wie Wärme, Kälte, Schmerz, Berührung oder Juckreiz erfolgt über unzählige Sinneszellen an der Hautoberfläche, die mit den Nervenfasern in der Lederschicht verknüpft sind.
Die Kommunikation zwischen Haut und Nervensystem ist aber nicht nur einseitig. Im Gegenteil. Akute Emotionen beispielsweise zeigen sich als Angstschweiß, Gänsehaut oder Schamesröte. Chronischer Stress und psychische Belastungen können die Hautbarriere sogar nachhaltig schädigen und Hautprobleme begünstigen. Darüber hinaus produziert die Haut als Teil unseres Gefühlssystems spezielle Botenstoffe, die berüchtigten Pheromone.
Speicher & Vitamin-D-Produzent
Mit ihrer enormen Größe und einem Wasseranteil von rund 70 Prozent ist unsere Haut auch ein wichtiger Speicher für Wasser, Mineralstoffe und Vitamine. Gleichzeitig dient das Unterhautfettgewebe als Energiereservoir. In der Epidermis ist zudem die höchste Konzentration der Vitamin-D-Vorstufe 7-Dehydrocholerstol vorhanden, die bei ausreichender Sonneneinstrahlung in die hormonell aktive Form Vitamin D3 umgewandelt werden kann.
Hautfarbe & Hauttypen
Die Hautfarbe des Menschen wird in erster Linie durch ihren Gehalt an Melanin bestimmt und ist genetisch festgelegt. Daneben spielen aber auch drei weitere Pigmente bei der Farbgebung eine Rolle: die Melanoide, die diffus in der Epidermis verteilt sind, die gelblich-orangen Carotinoide, welche in allen drei Hautschichten anzutreffen sind und der Blutfarbstoff Hämoglobin, der in Form der roten Blutkörperchen durch die Hautkapillaren zirkuliert.
Je nachdem in welchem Verhältnis die Pigmente in der Haut vorhanden sind, variiert die Hautfarbe von rosa-weiß bis schwarzbraun. Forscher vermuten, dass die Verteilung der Hautfarben ursprünglich auf die unterschiedliche UV-Strahlung in den Verbreitungsgebieten der Menschen zurückzuführen ist.
In Abhängigkeit der UV-Empfindlichkeit werden in der Dermatologie heute sechs verschiedene Hauttypen unterschieden:
- Hauttyp I: Sehr helle, extrem empfindliche Haut, die nicht bräunt, aber schnell einen Sonnenbrand bekommt. Meist helle Augenfarbe (blau, grau), rotblondes Haar und Sommersprossen.
- Hauttyp II: Helle, empfindliche Haut, die kaum bis mäßig bräunt und oft einen Sonnenbrand bekommt. Blaue, graue, grüne oder braune Augen und blondes bis braunes Haar. Sommersprossen sind häufig.
- Hauttyp III: Helle bis hellbraune Haut, die fortschreitend bräunt und nur selten bis mäßig Sommersprossen und Sonnenbrand aufweist. Graue oder braune Augen sowie dunkelblondes bis braunes Haar.
- Hauttyp IV: Hellbraune bis olivfarbene Haut, die schnell bräunt sowie braune bis dunkelbraune Augen und dunkelbraunes Haar. Sonnenbrand ist selten.
- Hauttyp V: Dunkelbraune Haut, die sehr selten einen Sonnenbrand bekommt, sowie dunkelbraune Augen und dunkelbraunes bis schwarzes Haar.
- Hauttyp VI: Dunkelbraune bis schwarze Haut sowie dunkelbraune Augen und schwarze Haare. Sonnenbrand ist extrem selten.
Negative Einflüsse: Was schadet der Haut?
Die Haut muss sich täglich mit einer Vielfalt negativer Einflüsse auseinandersetzen. Dabei sind es nicht nur äußere Faktoren, die der Haut zu schaffen machen können. Auch innere Einflüsse wie Stress, Hormonschwankungen, Bewegungsmangel oder eine ungesunde Ernährung können den Zustand der Haut beeinträchtigen.
Äußere negative Einflüsse
Umweltbelastungen wie Abgase, Ozon oder Feinstaub sind allgegenwärtig und tragen nachweislich zu vorzeitiger Hautalterung bei. Eine Studie aus dem Jahr 2010 zeigte beispielsweise einen Zusammenhang zwischen verkehrsrelevanten Luftschadstoffen und der Entwicklung von Altersflecken. Feinstaub scheint zudem die Hautbarrierefunktion zu schwächen, so dass Keime leichter eindringen können und die Haut zunehmend an Feuchtigkeit verliert. Auch ein Zusammenhang mit der Entstehung von Akne wird diskutiert.
Ozon wiederum erhöht den oxidativen Stress der Haut und kann so Entzündungsreaktionen begünstigen. Gleichzeitig aktiviert es Enzyme, die Kollagen und Elastin abbauen und damit zu einer Verringerung der Hautelastizität und vermehrter Faltenbildung beitragen. Diese Enzyme, die sogenannten MMPs, werden auch durch übermäßige Sonneneinstrahlung aktiviert. Darüber hinaus werden UV-Strahlen (vor allem UV-A Strahlung) für Sonnenallergien und ein erhöhtes Hautkrebsrisiko verantwortlich gemacht.
Neben den Umweltbelastungen können aber auch bestimmte Witterungseinflüsse das Gleichgewicht der Haut stören. Kalte Temperaturen führen z. B. dazu, dass die Talgproduktion reduziert wird. In der Folge wird der Schutzmantel dünner, die Haut verliert an Feuchtigkeit und wird sensibler.
Innere negative Einflüsse
Auf der Liste der vermeidbaren Ursachen vorzeitiger Hautalterung liegt Nikotin auf den vorderen Plätzen. Das liegt vor allem daran, dass Rauchen zu einer vermehrten Bildung freier Radikale führt, die die Stabilität des Bindegewebes beeinträchtigen. Zusätzlich verengt Nikotin die Gefäße, sodass die Haut weniger gut durchblutet wird. Studien zufolge ist die Haut von Rauchern, die 20 Zigaretten pro Tag konsumieren, bereits im mittleren Lebensalter um 10 Jahre mehr gealtert als bei Nichtrauchern. Rauchen beschleunigt aber nicht nur die Faltenbildung, sondern wirkt sich auch negativ auf die Wundheilung aus und erhöht das Risiko für verschiedene Hautkrankheiten wie Akne. Neben Nikotin lässt auch Alkohol uns schneller altern und kann das Risiko für entzündliche Hauterkrankungen erhöhen.
Da die Gesundheit der Haut auch von einer guten Versorgung mit wichtigen Nährstoffen abhängt, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass auch die Ernährung bei verschiedenen Hautproblemen eine Rolle spielt. Insbesondere der Verzehr von raffiniertem Zucker, reichlich Fett und verschiedenen Zusatzstoffen scheint der Haut nicht gutzutun und die Faltenbildung sowie entzündliche Prozesse zu fördern.
Ein weiterer innerer Faktor, der sich auf unterschiedliche Weise negativ auf die Haut auswirkt, ist Stress. Er kann nicht nur harmlose Hautausschläge, Rötungen, Pickel und Juckreiz hervorrufen, sondern tatsächlich auch (Mit-)Auslöser verschiedener Hauterkrankungen oder eines akuten Schubs sein. Zu diesen gehören beispielsweise Nesselsucht, Akne oder Schuppenflechte.
Hautprobleme
Heutzutage leiden viele Menschen an Hautproblemen. Schätzungsweise sind 30-70 Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens von mindestens einer Hauterkrankung betroffen. In Deutschland sind entzündliche Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis besonders häufig.
Hautprobleme wie trockene/schuppige Haut, Pickel, Pustel, Rötungen und Juckreiz müssen aber nicht immer Symptome einer Hautkrankheit sein. Häufig ist die Hautschutzbarriere durch ganz andere innere und äußere Faktoren, wie z. B. oben genannt, gestört. Bereits Heizungsluft, ungeeignete Reinigungsmethoden oder Hormonschwankungen können das Gleichgewicht der Haut durcheinanderbringen. Glücklicherweise kann sich die Haut in vielen Fällen unter günstigen Voraussetzungen wieder erholen. Mit der richtigen Pflege und einem gesunden Lebensstil können wir sie dabei unterstützen.
Trockene und dehydrierte Haut sind nicht dasselbe, auch wenn sich beide gleich anfühlen mögen. Trockene Haut weist neben einem Mangel an Feuchtigkeit nämlich auch eine unzureichende Versorgung mit Fett auf. Dehydrierter Haut fehlt es hingegen nur an Feuchtigkeit, die mit der richtigen Pflege und ausreichender Flüssigkeitszufuhr recht schnell wieder „aufgefüllt“ werden kann.