Knorpelschäden im Gelenk sind schwer zu behandeln. Langfristig bleibt in vielen Fällen nur der Gelenkersatz. Forschende der Northwestern University in Chicago haben kürzlich eine Paste vorgestellt, um das Wachstum von Knorpel anzuregen. Die Paste besteht aus bioaktiven Peptiden und Hyaluronsäure. Sie bildet eine Art faseriges Gerüst und dient neuen Knorpelzellen quasi als „Besiedlungsfläche“. Das neuartige Biomaterial wird direkt ins Gelenk gespritzt und löst sich nach einigen Monaten von selbst auf, während der neue entstandene Knorpel stabil bleibt.
In ersten Versuchen an Schafen, deren Gelenke unseren ähneln, konnte der Knorpel innerhalb eines halben Jahres erfolgreich regeneriert werden. Wenn sich das Biomaterial später auflöst, ist der neu entstandene Knorpel schon nicht mehr auf die Unterstützung des Gerüsts angewiesen, erklären die Wissenschaftler:innen.
Hyaluronsäure gibt neuem Knorpel Halt
Die Paste enthält hauptsächlich zwei Komponenten: Ein bioaktives Peptid, das die Entstehung von neuem Knorpelgewebe anregt, und modifizierte Hyaluronsäure, die aus faserigen Bündeln besteht und als strukturgebendes Element dient. Hyaluronsäure kommt in vielen Geweben des menschlichen Körpers ohnehin natürlicherweise vor.
Bis das neue Biomaterial als Therapieoption eingesetzt werden kann, ist es zwar noch ein weiter Weg. Die Wissenschaftler:innen sind aber optimistisch: Wenn sich die Methode auch in menschlichen Patient:innen bewährt, könnte sie eine Alternative zum künstlichen Gelenkersatz werden.