Warum sind UV-Strahlen so gefährlich für die Haut?
Es gibt unterschiedliche Arten von UV-Strahlen. Für die Haut sind vor allem UVA- und UVB-Strahlen gefährlich. Beide Varianten schädigen die DNA der Zellen. In gewissem Maße kann unser Körper diese Zellschäden wieder reparieren. Setzen wir unsere Haut jedoch häufig, langanhaltend und intensiv UV-Strahlung aus und haben vielleicht sogar oft einen Sonnenbrand, überlasten wir unser körpereigenes Reparatursystem. Es kann zu bleibenden Erbgutveränderungen kommen, wodurch das Risiko für Hautkrebs steigt.
Hilft Sonnenschutz wirklich vor vorzeitiger Hautalterung?
Neben einem erhöhten Risiko für Hautkrebs gilt intensive Sonneneinstrahlung als Hauptfaktor für frühzeitige Hautalterung. Die Übeltäter dafür sind vor allem die UVA-Strahlen. Sie dringen tiefer in die Haut ein als UVB-Strahlen. Letztere lassen die Haut vor allem verbrennen. UVA-Strahlen sorgen dafür, dass sich sogenannte freie Radikale in der Haut bilden. Diese schädigen die Zellen, wodurch letztendlich eine vorzeitige Hautalterung hervorgerufen wird.
Im Umkehrschluss bedeutet das: Sonnenschutz ist eine der effektivsten Maßnahmen, um vorzeitiger Hautalterung vorzubeugen. Das belegen sogar Studien. Eine davon stammt aus Australien. Das Ergebnis nach vier Jahren Laufzeit: Die Probandinnen und Probanden, die sich täglich mit Sonnenschutz eincremten, zeigten ein 24 Prozent geringeres Risiko der Hautalterung als jene, die sich nach eigenem Ermessen eincremten – also immer dann, wenn sie es für notwendig hielten.
Was bedeutet Lichtschutzfaktor (LSF)?
Jede Haut hat eine Eigenschutzzeit. Sie beschreibt, wie lange sich unsere Haut selbst vor den UV-Strahlen schützen kann, ohne Schaden zu nehmen. Die Eigenschutzzeit variiert je nach Hauttyp. Der Lichtschutzfaktor (LSF) beschreibt, wie viel länger Ihr (als die Eigenschutzzeit) in der Sonne bleiben könnt, ohne die Haut zu schädigen.
Beispiel: Eure Eigenschutzzeit liegt bei zehn Minuten. Verwendet Ihr ein Sonnenschutzmittel mit LSF 20, seid Ihr theoretisch 200 Minuten (10x20) vor der Sonne geschützt.
Doch Vorsicht: Selbst Sonnenschutzmittel mit sehr hohem LSF (z. B. 50) und UVA- sowie UVB-Schutz bieten keinen vollständigen Schutz! Der LSF bietet eine Orientierung und sollte nie ausgereizt werden.
Wie finde ich den richtigen Lichtschutzfaktor für meine Haut?
Bei der Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors spielen vor allem folgende drei Aspekte eine wichtige Rolle: Euer Hauttyp, die Eigenschutzzeit und die Frage, wie intensiv und lange Ihr der Sonne ausgesetzt seid. Je heller Euer Hauttyp ist, desto geringer ist Eure Eigenschutzzeit und desto höher sollte der LSF sein. Auch der Ort spielt eine Rolle: In den Bergen, am Wasser oder im Schnee ist die UV-Belastung höher. Hier wird ein sehr hoher LSF (50+) empfohlen. Auch, wer viel draußen arbeitet, sollte auf einen sehr hohen LSF setzen.
Benötige ich eine spezielle Sonnencreme für das Gesicht?
Nicht unbedingt. Theoretisch könnt Ihr eine Sonnencreme für den gesamten Körper und das Gesicht verwenden. Der Schutz ist der gleiche. Dennoch kann es sinnvoll sein, eine Sonnencreme speziell für das Gesicht zu verwenden. Die Haut im Gesicht ist dünner als die am Körper. Zudem hat sie mehr Talgdrüsen. Das kann dafür sorgen, dass sie andere Bedürfnisse hat. Vor allem, wenn Ihr empfindliche Haut habt, sie sehr ölig oder trocken ist oder Ihr zu Hautunreinheiten neigt, könnt Ihr von einer Sonnencreme speziell für das Gesicht profitieren. Es gibt mittlerweile für jeden Hauttyp die passende Sonnencreme.
Wirken günstige Sonnencremes besser als günstige?
Nein. Der Preis der Sonnencreme sagt nichts über die Qualität aus. Günstige Sonnencremeprodukte schneiden bei Untersuchungen (z. B. von Stiftung Warentest) sogar regelmäßig genauso gut oder sogar besser ab als teure.
Wie viel Sonnencreme muss ich verwenden?
Beim Eincremen gilt: Klotzen, statt kleckern! Viele von uns verwenden tatsächlich viel zu wenig Sonnenschutzcreme. Dadurch erreichen wir jedoch nicht den auf dem Sonnenschutzmittel ausgewiesenen Lichtschutzfaktor. Das gelingt uns nur, wenn wir zwei Milligramm Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter Haut auftragen. Für einen erwachsenen Menschen entspricht das vier gehäufte Esslöffel für den gesamten Körper.
Wichtig ist auch, dass wir regelmäßig nachcremen. Am offensichtlichsten ist das nach dem Baden. Zwar gibt es Sonnencremes, die als wasserfest gelten. Doch einen Teil spült das Wasser dennoch ab. Auch beim Abtrocknen reiben wir die Sonnencreme ab. Aber auch wenn wir nicht baden gehen, sollten wir regelmäßig nachcremen. Durch Reibung an der Kleidung und Schweiß tragen wir einen Teil der Sonnencreme unbemerkt ab.
Wirken Sonnenschutzmittel sofort nach dem Auftragen?
Ja, generell wirken Sonnenschutzmittel sofort nach dem Auftragen. Theoretisch reicht es also aus, wenn Ihr Euch zum Beispiel erst im Park, auf der Gartenliege oder am See eincremt. Doch bedenkt vor allem dann, wenn Ihr einen weiteren Weg vor Euch habt, dass Ihr auch schon unterwegs der Sonne ausgesetzt seid. Wir empfehlen Euch daher, Euch schon zu Hause einzucremen.
Kann ich angebrochene Sonnencreme im nächsten Jahr wieder verwenden?
Das hängt von den enthaltenen UV-Filtern ab. Wenn die Sonnencreme den UV-Filter Octocrylen enthält, dann solltet Ihr die Creme nicht mehr verwenden. Forschende aus den USA und Frankreich untersuchten 16 Octocrylen-haltige Cremes, darunter auch viele namhafte Markenprodukte. Die Forschenden simulierten einen Alterungsprozess, der ein Jahr widerspiegelt. Es zeigte sich, dass sich der UV-Filter im Laufe der Zeit in Benzophenon umwandelt. Es kann zum einen allergische Hautreaktionen auslösen. Zum anderen wurde Benzophenon von der „International Agency for Research on Cancer“ (IARC) als vermutlich krebserregend beim Menschen eingestuft.
Tipp: Generell könnt Ihr anhand des Buchstaben ‚M‘ auf der Verpackung der Sonnencreme sehen, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen noch haltbar ist.
Organisch-chemische oder mineralische UV-Filter – was ist der Unterschied?
Es gibt zwei verschiedene UV-Filter, die in Sonnencremes zum Einsatz kommen: organisch-chemische und mineralische. Bei organisch-chemischen Filtern nehmen die Moleküle die Sonnenstrahlen auf und wandeln sie in Wärme um. Mineralische Filter reflektieren hingegen das Sonnenlicht. Um eine optimale Schutzwirkung zu erzielen, sind in vielen Sonnenschutzmitteln mehrere UV-Filter enthalten. Naturkosmetik enthält ausschließlich mineralische Filter.
Schaden die Inhaltsstoffe der Sonnencreme meiner Gesundheit?
In den letzten Jahren sind einige organisch-chemische Filter wie Octocrylen teilweise sehr in Verruf geraten, da sie eine hormonaktive Wirkung haben könnten. Das BfR hat dazu Stellung genommen und schreibt zu organisch-chemischen Sonnenschutzmitteln: Nach derzeitigem Wissensstand sind gesundheitliche Beeinträchtigungen bei den auf dem europäischen Markt erhältlichen Sonnenschutzmitteln nicht zu erwarten.
Dennoch liest man häufig, dass mineralische UV-Filter die bessere Wahl sind. Doch auch zu diesen UV-Schutz-Produkten gibt es Kritik. Viele Produkte enthalten Titanoxid sowie Zinkoxid. Beide Stoffe könnten krebserregend sein. Zudem stehen die Nanopartikel in den Cremes in der Kritik, der Umwelt zu schaden.
Was bedeutet das jetzt für Euch? Vielleicht fragt Ihr Euch jetzt, ob es besser ist, gar keine Sonnencreme zu benutzen. Das empfehlen wir Euch aber nicht – trotz potenziell schädlicher Inhaltsstoffe. Denn UV-Strahlen gelten als Hauptrisikofaktor für Hautkrebs und Hautalterung.