„Dein Baby ist aber gut genährt“ – solche Kommentare können Eltern sehr verunsichern. Aber auch wenn das Baby sehr zierlich ist, wächst die Sorge bei vielen Eltern. Doch Fakt ist: Jedes Baby ist individuell, genauso wie die Gewichtsentwicklung. Dennoch gibt es bestimmte Anhaltspunkte für eine normale Gewichtsentwicklung von Babys. Wir geben Dir einen Überblick und verraten Dir, was Babyspeck ist und wann er verschwindet.
Warum der „Babyspeck“ so wichtig ist
Babys verdoppeln etwa mit drei bis vier Monaten ihr Geburtsgewicht. Und sie haben einen besonders hohen Anteil an Körperfett, auch als Babyspeck bekannt. Er ist wichtig, denn er wärmt den Säugling und hält genügend Energie für die Entwicklung bereit – vor allem für die des Gehirns, wie portugiesische Forschende herausfanden.
Babyspeck hat somit nichts mit Übergewicht zu tun und Säuglinge mit viel Babyspeck haben auch nicht automatisch ein größeres Risiko für Übergewicht im Kindes- und Erwachsenenalter. Dennoch ist das Gewicht des Babys ein wichtiger Anhaltspunkt für die Entwicklung.
Typische Entwicklungsschübe bis zum 6. Lebensmonat
- Monat 1: Der Kopf dreht sich zu bewegten Gegenständen und das Baby gibt bereits erste Laute von sich. Gegen Ende des 1. Lebensmonats können viele Babys in der Bauchlage für kurze Zeit den Kopf eigenständig heben.
- Monat 2: Der Greifreflex geht zurück und nach etwa sechs Wochen sind die Händchen meistens geöffnet. Babys wenden sich bewusster Geräuschquellen zu und die Schlafphasen in der Nacht werden länger.
- Monat 3: Viele Babys lernen, sich auf beide Unterarme aufzustützen. Sie können immer besser Gegenstände festhalten. Zudem geben die meisten Babys immer mehr Laute von sich.
- Monat 4: Das Köpfchen zu heben, ist kein Problem mehr. Zudem versuchen viele Babys, sich eigenständig umzudrehen. Gegenstände werden mit dem Mund genau inspiziert. Viele Babys erkennen immer mehr vertraute Personen.
- Monat 5: Kurze Zeit alleine sitzen, klappt bei vielen Babys schon gut. Sie drehen sich immer öfter eigenständig zur Seite. Die meisten Babys sind in der Lage, freundliche und ernste Tonfälle zu unterscheiden.
- Monat 6: Langsam merken viele Kinder, dass sie Füße haben und können mit Hilfe einen kurzen Moment stehen. Ihre Feinmotorik wird immer besser und oft kommen die ersten Schneidezähnchen im 6. Lebensmonat.
Perzentilenkurve: Orientierung für die Gewichtsentwicklung
Kinderärztinnen und Kinderärzte orientieren sich bei der Gewichtsentwicklung an der sogenannten Perzentilenkurve. Die mittlere eingezeichnete Kurve ist die, bei der 50 Prozent der Kinder in der Gewichtsentwicklung liegen. Diese gibt es übrigens auch für die Größenentwicklung.
Doch auch, wenn Dein Baby von dieser Kurve abweicht, ist das nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Für Ärztinnen und Ärzte ist es viel wichtiger, wie die Gewichtsentwicklung über mehrere Monate aussieht und in welchem Bereich das Kind gestartet ist. War es schon immer groß und schwer oder klein und leicht und verlief parallel zur Kurve? Dann ist alles okay. Nur, wenn das Kind plötzlich von der „Normkurve“ abweicht, schauen Ärztinnen und Ärzte genauer hin.
Viele Faktoren beeinflussen das Gewicht von Babys
Wenn das eigene Kind viel Babyspeck hat, machen sich viele Eltern die Sorge, dass es an ihnen liegen könnte. Die Ernährung spielt tatsächlich eine Rolle. Eine sehr nährstoffreiche Muttermilch und die Ernährung der Mama während der Schwangerschaft und Stillzeit hat Einfluss auf das Gewicht des Babys. Das ist aber nur ein Faktor von vielen, die das Gewicht beeinflussen. Ein weiterer Einflussfaktor ist zum Beispiel die genetische Veranlagung. Säuglinge von Eltern, die selbst mehr Babyspeck hatten, sind oft auch speckiger. Auch Erkrankungen können eine Rolle spielen.
Babyspeck verwächst sich oft von selbst
Wenn Dein Baby mobiler wird, beginnt zu krabbeln und sich hochzuziehen, wirst Du merken, dass es weniger schnell zunimmt. Es verbraucht dann deutlich mehr Energie. Bei einigen Babys verschwindet dann sogar schon der Babyspeck. Und wenn nicht: Erst mit zwei Jahren flacht die Perzentilenkurve ab. Bis dahin ist jedes Speckröllchen einfach nur Babyspeck – und kein Übergewicht. Wenn Du Dir dennoch unsicher bist, sprich Deine Kinderärztin oder Deinen Kinderarzt im Rahmen der nächsten U-Untersuchung darauf an.