Säuglinge benötigen nichts außer lauwarmes Wasser für die tägliche Hautpflege, empfehlen Hebammen. Anderes gilt allerdings bei besonderer Belastung im kalten bis frostigen Winter. Die empfindliche Haut von Neugeborenen hat eine viel geringere schützende Fettschicht als Erwachsenenhaut. Bei Ausflügen kann eine reichhaltige Creme die sensible Haut vor dem Austrocknen schützen. In der Drogerie findest Du zum Beispiel geeigneten Wind- und Wetter-Balsam. Aber ist das das Richtige?
Achte auf diese Inhaltsstoffe
Dr. Afschin Fatemi, Facharzt für Dermatologie, rät: „Cremes mit hohem Wasseranteil können bei Minusgraden im Gesicht gefrieren, daher ist es wichtig, fettbasierte Cremes ohne Wasseranteil zu verwenden und diese rechtzeitig vor dem Aufenthalt im Freien aufzutragen. Eine Wind- und Wettercreme ist empfehlenswert.“
Einen hohen Fettanteil und geringen Wasseranteil erkennst Du an der jeweiligen Position in der Auflistung der Inhaltsstoffe auf der Rückseite des Tiegels oder der Tube. Je eher ein Bestandteil, in diesem Fall Wasser/Aqua erwähnt wird, umso höher ist der Anteil.
Tipp: Die Babyhautpflege in der weißen Jahreszeit muss allerdings nicht gänzlich wasserfrei sein: Damit das Wasser der Haut bei eisigen Temperaturen nicht schadet, ist es in speziell für Kälte vorgesehenen Cremes von Öl umgeben, einer sogenannten Wasser-in-Öl-Formulierung. Die Lipidschicht durch Mandel- oder Sonnenblumenöl, das in fetthaltigen Cremes häufig enthalten ist, schützt vor Erfrierungen.
Viel hilft nicht viel
Neugeborene, die nicht zu trockener Haut neigen (zu erkennen an weißlichen, rauen, rissigen oder geröteten Stellen und Juckreiz häufig an den Wangen, Armen und Beinen) können nach dem Baden geeigneten Hautpflege für Säuglinge oder Kleinkinder eingecremt werden. Das genügt.
Babys mit trockener Haut sollten in warmes, nicht zu heißes Badewasser (unter 35 Grad) mit einer milden, feuchtigkeitsspendenden Bademilch oder einem pflegenden Badeöl planschen. Zusätzlich jeden Morgen und Abend eincremen. Zu häufiges Nachcremen beziehungsweise eine zu dicke Schicht kann die Haut daran hindern, Wärme und Feuchtigkeit (wie Schweiß) abzutransportieren.
Sonnenschutz im Winter?
Im Skiurlaub, ja. Für eine Runde durch die Nachbarschaft oder den Park im Flachland, nicht unbedingt. Denn: Mit jedem Höhenmeter nimmt die UV-Strahlung zu. Durch die dünnere Luftschicht und übermäßige UV-Strahlung, verstärkt durch Gletscher- und Schneefelder, raten Kinderärzte zu einem Lichtschutzfaktor 50. Für Kleinkinder (aber auch Erwachsene) gibt es spezielle Alpin-Sonnencremes.
So cremst Du Babys Gesicht richtig ein
Verteile etwas Produkt von Innen nach Außen. Auch die kleinen Lippen können bei Minusgraden mit einem Balsam auf Basis natürlicher Fette geschützt werden. Genau wie die Ohren, falls das Mützchen gern vom Kopf gezogen wird.
Nutze die empfohlene Einwirkzeit der Creme von rund zehn Minuten zum Anziehen Deines Kindes und Dich selbst, bevor es nach draußen geht.
Tipp: Dein Baby lässt sich nur ungern eincremen oder ins Gesicht fassen? Nutze Hilfsmittel wie einen Make-up-Schwamm oder einen Puderpinsel. Etwas Produkt auf das Schwämmchen oder auf die Borsten des Pinsels geben und damit spielerisch über das Gesicht streichen.