Die ersten Wochen mit einem Baby sind magisch. Die Gefühle fahren Achterbahn, man platzt förmlich vor Liebe für den kleinen Zwerg und den Partner, mit dem dieses Wunder vollbracht wurde. Aber nach einigen nervenaufreibenden Monaten, Schlafmangel und anstrengenden Wachstumsschüben kann die Zweisamkeit auf der Strecke bleiben. Höchste Zeit, ein paar Stunden auszugehen. Aber wer hütet das Baby?
Signale für den richtigen Zeitpunkt
Du und Dein Baby habt einen verlässlichen Stillrhythmus oder Du pumpst ab, weil Dein Sohn oder Deine Tochter die Flasche nimmt? Dann kannst Du auch mal unbesorgt das Haus verlassen und Dir und Deinem:r Partner:in eine Auszeit gönnen. Ab einem Alter von sechs Monaten werden soziale Kontakte zu anderen Menschen für Dein Baby zudem immer wichtiger. Wie wäre es mit einem Abend beim Italiener um die Ecke oder einem Besuch im Wellness-Tempel, während des Mittagsschlafes? Genießen könnt ihr solche Eltern-Timeouts natürlich nur, wenn ihr euer Baby in den richtigen Händen wisst.
Wie Du einen Babysitter findest, wenn die Familie nicht in der Nähe wohnt, Oma sich die Betreuung nicht mehr zutraut oder die Tante mit dem eigenen Nachwuchs ausgelastet ist:
So findest Du geeignete Babysitter
Tipp 1: Im Freundeskreis fragen. Hier erhältst Du bestenfalls gleich ein Angebot fürs Aufpassen oder Kontakte mit Referenzen aus erster Hand. Auch die Nachbarn könnten Kinder, Enkel, Nichten oder Neffen haben, die sich perfekt als Schlafüberwachung eignen würden.
Tipp 2: Wenn Du Rückbildungskurse oder Krabbelgruppen besuchst, frage gezielt andere Mamas, die Betreuungsdienste womöglich selbst schon für ihre Erstgeborenen genutzt haben oder Erfahrungen durch Geschwisterkinder haben. Auch die Gruppenleitung könnte Hinweise geben.
Tipp 3: Sieh Dich auf Spielplätzen um. Hier könntest Du nicht nur den ein oder anderen Babysitter kennenlernen, sondern siehst ihn oder sie auch gleich in Aktion.
Tipp 4: Wenn Dein Baby schon in der Kita sein sollte, halte Ausschau nach Praktikanten oder Engagierte, die ihr Freiwillige Soziales Jahr absolvieren und sich gern etwas dazuverdienen möchten. Oder platziere Dein Gesuch am schwarzen Brett.
Tipp 5: Wenn Du das private Umfeld abgegrast hast, schaue Dich auf Plattformen wie betreut.de oder wonda.online um. Hier findest Du Unterstützung von geschulten Fachkräften bis Leihomas. Auch die Absolvierung eines Erste-Hilfe-Kurses als beruhigende Zusatzqualifikation ist hier oft gegeben.
Wie gewöhne ich mein Kind an den Babysitter?
Laden Sie die Babysitterin zu sich nach Hause ein oder den Ort, wo sie oder er auf das Kind in Zukunft achten soll (falls es nachmittags ein Spielplatz, Spaziergang im Park sein soll). Höre auf Dein Bauchgefühl, dass Dir nach den ersten Minuten schon zeigen wird, ob ihr emotional und pädagogisch auf einer Wellenlänge seid.
Vergiss nicht, dass euer Kennenlernen ein Vorstellungsgespräch für Dein Gegenüber ist. Also falls es Dir zu fachlich ist: Lenke ein, statt Dich davon abschrecken zu lassen.
Checkliste für das erste Kennenlernen:
- Wie oft möchtest Du eine Betreuung in Anspruch nehmen? Eine Regelmäßigkeit fördert die Bindung Deines Kindes zur Nanny.
- Mache Dir eine Liste, was der:die Aufpasser:in über Dein Baby wissen wollte: Leidet es an Erkrankungen oder Allergien, über die der Babysitter Bescheid wissen muss? Gibt es Besonderheiten in der Entwicklung? Fürchtet sich Dein Kind vor bestimmten Dingen (wie Staubsauger)? Gibt es besondere Erlebnisse oder aktuelle Ereignisse in der Familie (Umzug, Todesfälle, Trennung etc.), über die der Babysitter informiert werden muss?
- Was ist Dir bei der Erziehung besonders wichtig? Wenn Du eine bindungs- oder bedürfnisorientierte oder autoritäre Beziehung zu Deinem Kind hast, sollte der Babysitter das wissen.
- Erzähle von Deinem Tagesablauf (den Zeitraum betreffend, in dem der Babysitter für das Kind verantwortlich ist). Wenn zum Beispiel abends oder nachts aufgepasst werden soll, berichte von Einschlafritualen wie Musik oder Beruhigungstechniken wie Streicheleinheiten, falls der oder die Kleine wach werden sollte.
- Tauscht Kontaktdaten und wichtige Telefonnummern aus für den Notfall.
Wenn Du ein gutes Gefühl bei der Person hast, trefft euch regelmäßig, damit Dein Baby sie oder ihn besser kennenlernt. Mag es Dein Kind, in der Nähe der Nanny zu sein? Harmonieren die beiden? Dann lasse sie beim zweiten oder dritten Treffen für ein paar Minuten allein und erhöhe die Zeit Deiner Abwesenheit peu à peu.
Wie viel kostet ein Babysitter pro Stunde?
Der Stundenlohn richtet sich nach Betreuungsumfang (schläft das Kleinkind oder ist es wach), Alter des Kindes, Anzahl der Kinder und Tageszeit.
Auf Vermittlungsplattformen liegt der durchschnittliche Stundenlohn bei 12 bis 15 Euro pro Stunde. Je nach Erfahrung, Qualifikationen oder besonderen Anforderungen können bis 20 Euro Stundenlohn oder mehr verlangt werden.
Du bist bei vertrauenswürdigen, aber ungeschulten Teenagerkindern im Freundes- oder Bekanntenkreis fündig geworden, die auf Dein schlafendes Baby ein paar Stunden Acht geben können? Dann kannst Du Dich beim Honorar am Alter des Babysitters orientieren: zwischen 14 bis 16 Jahre sind es meist fünf Euro pro Stunde, ab 16 Jahren fünf bis acht Euro und ab 19 Jahren um die zehn Euro aufwärts.