Viele Mamas kümmern sich um das gesamte Familienmanagement. Ihre Tage bestehen aus endlos langen To-do-Listen. Denn damit der Familienalltag läuft, gibt es neben offensichtlichen Aufgaben wie Wäsche machen und Einkaufen viele weitere Dinge, die bemerkt, durchdacht, geplant und erledigt werden müssen. Dieser unsichtbare Stress hat einen Namen: Mental Load. Du erfährst, welche Folgen die Dauerbelastung und Überforderung als Mutter haben kann und was Du tun kannst, um den Stress zu reduzieren und die Entspannung zu fördern.
Mental Load: Der unsichtbare Stress vieler Mamas
Der Windel-Vorrat neigt sich dem Ende zu und Du hast gesehen, dass auch das Waschmittel fast leer ist. Während Du die Wäsche zusammenlegst, überlegst Du, was es heute zu essen geben soll und schreibst im Kopf schon die Einkaufsliste. Dann holst Du die Post aus dem Briefkasten. Du legst Dein Kind zum Mittagsschlaf hin, schnappst Dir den Laptop und begleichst eine Rechnung.
Und wenn Du schon am Laptop sitzt, schaust Du auch gleich, wie lange Du mit dem Auto zum Kinderarzt brauchst. Du hast um 15 Uhr einen Termin und Du überlegst, ob Du es vorher noch zur Post schaffst oder die Pakete danach wegbringst. Für viele Mamas ist das der ganz normale Alltag.
Mental Load: Planen, Koordinieren und Kümmern
Viele Mamas haben eine ständig ratternde Liste im Kopf, mit der sie den Familienalltag aufrechterhalten. Ihr sogenannter Mental Load ist enorm hoch. Damit ist die mentale Belastung gemeint, die mit den unsichtbaren Planungs- und Koordinierungsaufgaben im Alltag und der damit verbundenen Verantwortung einhergeht.
Frauen haben einen höheren Mental Load als Männer
Und was ist mit den Papas? Tritt dieses Phänomen auch bei Männern auf? Ja, aber bei Weitem nicht so oft. Frauen wenden pro Tag im Durchschnitt 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit wie Hausarbeit und Kinderbetreuung auf als Männer. Besonders groß ist der Unterschied, wenn Kinder im Haushalt leben. Das deckt sich mit den Ergebnissen einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Demnach ist der Mental Load von Frauen deutlich höher als bei Männern. Das ist selbst dann der Fall, wenn die Frau Vollzeit beschäftigt ist.
Wie können Mamas den unsichtbaren Stress reduzieren?
Wenn Du als Mama merkst, dass Du an der Belastungsgrenze fährst, dann ist vor allem eines wichtig: das Gespräch mit Deinem Partner zu suchen. Hier kommen einige Tipps, wie Ihr den Mental Load, der auf Dir als Mama lastet, reduzieren könnt.
Tipp 1: Macht das Unsichtbare sichtbar
Setzt Euch zusammen und listet auf, welche Aufgaben anfallen, wer sie übernimmt und wie sie ggf. anders verteilt werden können. Denkt dabei auch an Aufgaben, die wir aus Gewohnheit übernehmen, und hinterfragt diese.
Tipp 2: Denkt in Prozessen, nicht in Aufgaben
Viele To-dos umfassen viele kleine Unteraufgaben. Ihr möchtet zum Beispiel einen Ausflug machen. Dafür müsst ihr erstmal wissen, wohin es gehen soll. Wie wird das Wetter? Welche Kleidung eignet sich am besten? Ist der Kinderwagen oder die Trage besser? Was muss in die Wickeltasche? Wie sieht es mit Essen aus? Hinter all diesen Fragen stehen viele kleine Aufgaben, die es zu erledigen gilt. Übertragt daher bei solch komplexen Aufgaben keine einzelnen To-dos, sondern den ganzen Prozess „Ausflug“.
Tipp 3: Setzt Euch einmal pro Woche zusammen
Blockt Euch ein Zeitfenster an einem festen Wochentag, an dem Ihr die Aufgaben der kommenden Tage besprecht. Was ist zu tun, wie lange dauert die Aufgabe und wer kümmert sich darum? Dabei geht es gar nicht unbedingt darum, dass Ihr eine „gerechte“ Aufteilung erzwingt. Vielmehr werden so all die unsichtbaren To-dos sichtbar. Das fördert die gegenseitige Wertschätzung.
Tipp 4: Zieht einmal im Monat ein Fazit
Sprecht darüber, was gut gelaufen ist, was nicht und ob sich der Mental Load verändert hat. Gebt Euch konstruktives Feedback. Schuldzuweisungen sind hingegen fehl am Platz. Legt den Fokus darauf, was ihr gemeinsam leistet.
Tipp 5: Räumt Euch gegenseitig Auszeiten ein
Mal durchatmen, einfach was für sich machen. Sei es einen Kaffee mit der Freundin trinken gehen, zum Sport gehen oder einfach in Ruhe im Garten sitzen und lesen. Solche Auszeiten helfen Dir als Mama, Kraft zu tanken und abzuschalten vom Familienalltag. Sie sind aber mindestens genauso wichtig für Papas. Räumt Euch daher gegenseitig Auszeiten ein.
Tipp 6: Lerne, Verantwortung abzugeben
Vor allem Mamas neigen dazu, viele Aufgaben selbst zu übernehmen, weil es schneller geht oder sie mit dem Ergebnis zufriedener sind. So laden sie sich selbst viele To-dos auf. Lerne, Verantwortung abzugeben und vertraue Deinem Partner Aufgaben an.
Tipp 7: Legt den Fokus auf wichtige Dinge
Es muss nicht alles perfekt sein und auch nicht sofort erledigt werden. Überlegt, welche Aufgaben wirklich erledigt werden müssen, setzt Prioritäten und holt Euch, wenn möglich, Hilfe von Freunden, Eltern, Nachbarn oder sogar Dienstleisterinnen oder Dienstleistern.
Warum sind vor allem Frauen vom Mental Load betroffen?
Dafür gibt es verschiedene Gründe. Unter anderem ist es nach wie vor so, dass Frauen oft weniger verdienen als Männer. Das Ergebnis: Sie nehmen die Elternzeit oder zumindest einen deutlich größeren Anteil. Das führt dazu, dass Mamas zum Profi im Umgang mit dem Kind und Managen des Haushalts werden.
Zudem verfallen viele Paare, wenn das Kind dann da ist, doch in ein klassisches Rollenbild. Die Frau bleibt zu Hause, der Mann arbeitet. Viele Paare entscheiden sich auch bewusst für diese Aufteilung.
Auch die Angebote der Kinderbetreuung spielen eine Rolle. Sind sie nicht gut, muss ein Elternteil weniger arbeiten. Vor allem in Familien, wo Männer mehr verdienen als Frauen, sind das dann meist die Mamas.
Welche Risiken birgt der Mental Load für Mamas?
Mamas sind wahre Organisationstalente. Und nach außen hin sieht man ihnen die große mentale Belastung, die ständige Verantwortung entsteht, oft nicht an. Doch Mental Load kann krank machen. Eine Überlastung kann sich in ganz verschiedenen Symptomen zeigen, zum Beispiel:
- Schlafstörungen
- Erschöpfung
- Vergesslichkeit
- Kopfschmerzen
- Verspannungen und Rückenschmerzen
- Nervosität und Unruhe
- Magen-Darm-Probleme
- Infektanfälligkeit
- Bluthochdruck
Im schlimmsten Fall kann die Überlastung durch Mental Load sogar zu Angstzuständen, Burnout oder Depressionen führen.