Es ist eiskalt draußen und einige Minuten auf der Holzbank schwitzen wäre jetzt genau das Richtige für Dein Wohlbefinden und als Erkältungsprävention. Doch ist der Saunabesuch während der Schwangerschaft erlaubt? Ja, mit Einschränkungen.
Warum ist Saunieren gesund?
Saunieren ist gut für Körper und Seele – auch für werdende Mütter:
- Schwitzkuren aktivieren durch die fieberähnlichen Temperaturen im Körperinneren die Abwehrzellen.
- Blutgefäße weiten sich, Muskeln entspannen. Vor allem eine gelockerte Beckenmuskulatur kann Dir während der Entbindung helfen.
- Es kann vor Erkältungen schützen, das Herz-Kreislauf-System stärken, Atemwegs- und Gelenkbeschwerden reduzieren.
- Du verlierst durchs Schwitzen Wasser und das kann bei Schwangeren typischen Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) vorbeugen.
- Der Körper schüttet Endorphine aus. Du fühlst Dich rundum wohl und reduzierst Dein Stresslevel.
- Durch einen kurzen Besuch in der Sauna (unter zehn Minuten) erhöht sich die Körpertemperatur nur um ein bis zwei Grad. Kritisch wird eine Körpertemperatur erst ab 40 Grad.
Darauf solltest Du beim Saunagang während der Schwangerschaft achten:
Wenn Saunieren schon vor der Schwangerschaft zu Deinen regelmäßigen Aktivitäten gezählt hat, ist Dein Körper auf die Hitze trainiert und es spricht nichts dagegen, auch weiterhin bis zum Ende der Schwangerschaft in die Sauna zu gehen. Aber bedenke dabei, dass durch das zu versorgendes Kind im Bauch Dein Kreislauf stärker beansprucht wird.
Aus diesem Grund sollten werdende Mütter, die selten in die Sauna gehen und deren Körper nicht mit derart hohen Temperaturen regelmäßig in Berührung kommt, vorsichtig sein. Vor allem die ersten drei Monate sollte darauf verzichtet werden, bis sich der Körper an die Hormonumstellung gewöhnt und stabilisiert hat. Besprich Dein Vorhaben am besten mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt.
Tipps für den nächsten Saunabesuch:
- Bereite Deinen Körper vor mit einem warmen Fußbad vor dem Saunagang. Das regt die Durchblutung an. Fußbecken stehen im Saunabereich in der Regel zur Verfügung.
- 60 Grad statt 90 Grad: In der Biosauna sind es anders als in der finnischen Sauna nur 60 Grad. Setze Dich zudem auf die unteren Bänke, denn umso höher Du sitzt, desto heißer ist es.
- Stoppuhr: Fünf bis zehn Minuten pro Saunagang sind genug. Auch Trainierte sollten nicht länger als 15 Minuten schwitzen.
- Sitzen statt liegen, denn das reduziert Kreislaufprobleme. Wenn Du lieber liegst, achte darauf, Dich langsam aufzurichten. Bewege zunächst die Beine und stehe erst danach langsam auf.
- Duschen statt abtauchen: Statt eines Sprungs in das Tauchbecken besser mit einem Schlauch kalt und langsam abduschen. Und zwar von unten nach oben: Erst die Beine abkühlen, dann die Arme und schließlich Rücken und Bauch. Zwei Saunagänge pro Besuch und Woche sind unbedenklich.
Die Sauna solltest Du meiden, wenn…
Du unter Kreislaufproblemen leidest und kaum Saunaerfahrung hast. Bei Risikoschwangerschaften oder bei Bluthochdruck, Krampfadern und Nierenproblemen. Auch kurz vor dem Geburtstermin ist Vorsicht geboten: Die hohen Temperaturen oder verschiedene Aromazusätze im Aufguss (z. B. Zedernholz) können Wehen auslösen.
Sauna – oder lieber das Dampfbad?
Niedrigere Temperaturen zwischen 50 und 60 Grad sind für Schwangere erträglicher. Daher glauben viele, ein Dampfbad, das meist unter 50 °C erreicht, sei empfehlenswerter mit Babybauch. Doch die feuchte Hitze im Dampfbad belastet den Kreislauf stärker als die trockene Hitze der Sauna.