Das Geheimnis ewiger Jugend ist ein Mythos, der sich bis heute hält. Zahlreiche Anti-Aging-Produkte zieren nicht umsonst die Regale und versprechen eine faltenfreie Zukunft, jugendliches Aussehen und Vitalität bis ins hohe Alter. Für manche liegt der Schlüssel in der richtigen Pflege mit Anti-Aging-Creme, Serum und Co. Für andere ist es vor allem die richtige Ernährung, die einen positiven Einfluss auf Alterungsprozesse im Körper haben soll.
Doch ist so etwas wie Anti-Aging überhaupt möglich? Und wenn ja, welche Anti-Aging-Strategie ist tatsächlich sinnvoll? Welche Stoffe, Lebensmittel und Lebensgewohnheiten sind effektiv? Welche Tipps gegen das Altern helfen wirklich? Dies und mehr erfährst Du in folgendem Beitrag.
Was ist Anti-Aging?
Um zu verstehen was Anti-Aging bedeutet, müssen wir erst einmal nachvollziehen, was das Altern überhaupt ausmacht. Grundsätzlich gilt erst einmal, dass es sich dabei um einen natürlichen Vorgang handelt, den wir nicht stoppen oder gar umkehren können. Vereinfacht gesagt altern wir dann, wenn die Regenerationsmöglichkeiten unserer Zellen verloren gehen und schädigende Faktoren zunehmen. Denn dies bringt die natürliche Balance der Zellen durcheinander und degenerative Prozesse werden gefördert. So verliert die Haut beispielsweise mit den Jahren an Feuchtigkeit und Elastizität, wodurch Falten entstehen. Doch die Alterungsprozesse geschehen nicht nur in der Haut, sondern in unserem gesamten Körper.
Anti-Aging bezieht sich dementsprechend auf sämtliche Maßnahmen, die den Alterungsprozess positiv beeinflussen können. Dazu gehören neben einem gesunden Lebensstil, einer ausgewogenen Ernährung und gutem Schlaf auch regelmäßige Check-Ups und Vorsorgeuntersuchungen.
Da unsere Haut meist das erste Organ ist, an dem die Zeichen der Zeit zu erkennen sind, bietet natürlich auch die Anti-Aging-Kosmetik zahlreiche Angebote, um der Hautalterung entgegenzuwirken. Schließlich gilt gesunde Haut als Zeichen von Lebendigkeit und Jugendlichkeit.
Vor dem Hintergrund der immer älter werdenden Gesellschaft beschäftigt sich auch die Forschung intensiv mit dem Thema Anti-Aging. Dabei geht es darum herauszufinden, wie uns ein Altern in Gesundheit (Healthy Aging) und ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben (Longevity) ermöglicht werden kann. Zahlreiche Ansätze wie Hormontherapien, Veränderungen des Mikrobioms oder die Entfernung sogenannter seneszenter Zellen werden derzeit untersucht. Aussagekräftige Studien beim Menschen fehlen aber häufig bislang.
Anti-Aging für die Haut
Auch wenn wir es zunächst nicht bemerken, beginnt unsere Haut bereits im Alter von ca. 25 Jahren sich zu verändern. Mit Ende 30 werden die Veränderungen dann als erste Fältchen und feine Linien sichtbar, welche sich in den Folgejahren immer tiefer in die Haut einkerben. Doch warum ist das so? Experten vermuten, dass insbesondere ein Übermaß an freien Radikalen (sogenannter oxidativer Stress) für die Hautalterung verantwortlich ist. Oxidativer Stress fördert nämlich nicht nur Entzündungsreaktionen, sondern auch den Abbau der Strukturproteine Kollagen und Elastin, die maßgeblich für die straffe, junge Haut sorgen.
Anti-Aging-Pflegeprodukte enthalten daher häufig Anti-Aging-Wirkstoffe, die freie Radikale in der Haut unschädlich machen. Zu den wirkungsvollen Antioxidantien, die sich in Anti-Aging-Augencremes oder der Anti-Aging-Gesichtscreme wiederfinden, gehören beispielsweise Vitamin C, Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe. Seriöse Studien gibt es zudem für die äußere Anwendung von Vitamin A (Retinol). Demnach kann Vitamin A die Regeneration unserer Haut und die Neubildung von Kollagen unterstützen, so dass feine Falten gemindert und das allgemeine Erscheinungsbild der Haut verbessert wird.
In den letzten Jahren wurden zudem Kollagen und Hyaluronsäure als Anti-Aging Helden gegen Falten gefeiert. Während Kollagen für die Struktur, Elastizität und Festigkeit der Haut essenziell ist, sorgt Hyaluronsäure für Volumen und Feuchtigkeit. Beide Substanzen können vom Körper selbst hergestellt werden. Mit zunehmendem Alter lässt die körpereigene Produktion jedoch nach, so dass eine Kollagen- und Hyaluronsäure-haltige Creme, die Hautalterung positiv beeinflussen kann.
Zur Vorbeugung vorzeitiger Hautalterung durch UV-Strahlung werden darüber hinaus Anti-Aging-Produkte geschätzt, die neben Lichtschutzfaktoren auch einen natürlichen UV-Schutz z. B. in Form von Beta-Carotin enthalten. Weitere Block Buster der Anti-Falten Creme sind zudem Vitamin B3 (Niacin), Coenzym Q10 sowie Alpha-Liponsäure – alles Substanzen, die auch in Lebensmitteln vorkommen und Stoffwechselprozesse im Körper beeinflussen.
Auch wenn Creme und Serum ein Must-Have der Anti-Falten-Pflege sind, so ist es allein damit meist nicht getan. Vielmehr braucht unsere Haut einen ganzheitlichen Anti-Aging Ansatz, der sie von außen und innen mit Nährstoffen versorgen und schützen kann. Eine gesunde Ernährung ist für einen frischen Teint daher genauso wichtig wie die äußerliche Pflege.
Anti-Aging auf Zellebene
Zellen sind die Grundbausteine unseres Lebens. Hier laufen alle wichtigen Prozesse ab, die unseren Körper mit der Energie versorgen, die wir zum Atmen, Denken und Bewegen brauchen. Dementsprechend wichtig ist es, die Zellen gesund und aktiv zu halten. Da der Alterungsprozess auf Zellebene durch ganz verschiedene Merkmale gekennzeichnet ist (sogenannte Hallmarks of Aging), können wir gleich an mehreren Stellen mit dem Anti-Aging ansetzen, z. B. bei den Telomeren.
Telomere sind Strukturen an den Enden unserer Chromosomen (Erbanlagen), die die DNA vor Schäden schützen. Im Laufe des Lebens, genauer gesagt bei jeder Zellteilung, geht ein Stück der „Schutzkappen“ verloren, weshalb die Telomerlänge auch als „biologische Uhr“ gesehen wird. Eine ungesunde Lebensweise „zwingt“ die Zellen förmlich dazu, sich zu Regenerationszwecken häufiger zu teilen, so dass der Alterungsprozess beschleunigt wird. Ein gesunder Lifestyle hingegen kann die Telomerlänge positiv beeinflussen.
Ein zweiter Aspekt des Alterns ist die Zunahme sogenannter seneszenter Zellen. Seneszente Zellen können sich nicht mehr teilen und setzen zudem schädliche Stoffe frei, die das umliegende Gewebe schädigen und Krankheiten begünstigen können. Da oxidativer Stress wesentlich zur Seneszenz beiträgt, können wir auch hier durch Lebensstiländerungen entscheidend zum Anti-Aging beitragen. Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse liefert wichtige Antioxidanzien, die unsere Zellen vor oxidativem Stress schützen. Zudem scheinen verschiedene andere bioaktive Inhaltsstoffe wie Spermidin die Autophagie zu induzieren, das Selbstreinigungsprogramm der Zelle.
Anti-Aging von innen
Wahre Schönheit kommt von innen. Das gilt auch für Deine Haut. Ein Defizit an Vitaminen und Mineralstoffen (z. B. Vitamin A, Vitamin C, Zink) kann mit unerwünschten Hautveränderungen einhergehen. Allerdings sind es nicht nur die Mikronährstoffe, die die Haut maßgeblich schützen und der Zellalterung vorbeugen können. Experten gehen heute davon aus, dass auch Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und probiotische Lebensmittel von großer Bedeutung sind, weil sie u. a. die Gesundheit des Darmmikrobioms unterstützen. Studien der letzten Jahre deuten darauf hin, dass unser Darm und die Darmflora mit sämtlichen Organen in Verbindung und daher mitbestimmen, wie wir uns fühlen, wie fit wir sind oder wie es um unsere Haut bestellt ist.
Mit zunehmendem Alter verändert sich unser Darmmikrobiom jedoch und unerwünschte Bakterienstämme gewinnen allmählich die Oberhand (sogenannte Dysbiose). Dies wiederum wird mit verschiedenen altersabhängigen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Anti-Aging scheint also auch eine Frage der Darmgesundheit zu sein.
Neben unserem Darm benötigt aber auch unsere Psyche ausreichend Pflege, wenn wir nicht so schnell altern wollen. Anstatt ständig durch den (Arbeits-) Alltag zu hetzen und vom Stress überrollt zu werden, sollten wir uns regelmäßig Zeit für das emotionale Wohlbefinden nehmen. Wer soziale Kontakte pflegt und mit Gelassenheit und Zufriedenheit durchs Leben geht, bleibt nämlich länger jung.
Anti-Aging Ernährung
Alles, was wir essen und trinken, beeinflusst unseren Körper in irgendeiner Art und Weise, auch den Zustand unserer Haut. Eine niederländische Studie zeigte beispielsweise, dass Frauen, die sich gesund ernährten, weniger Falten hatten, als solche, die ungesund aßen. Das liegt daran, dass eine gesunde Ernährung auf mehreren Ebenen dafür sorgt, dass wir länger frisch bleiben:
- Sie liefert wichtige Grundbausteine (z. B. Proteine), die für den Erhalt und die Reparatur der Gewebe wichtig sind.
- Sie versorgt uns mit Antioxidantien zum Schutz der Zellen gegen freie Radikale.
- Sie hält Entzündungsprozesse (sogenanntes Inflammaging) in Schach.
Wer seine (Haut-)Zellen dabei unterstützen möchte, möglichst lange jung und gesund zu bleiben, setzt daher am besten auf eine Kost, die reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sowie gesunde Proteinlieferanten und anti-entzündliche Fettsäuren enthält. Dabei geht es nicht um den Verzehr bestimmter Anti-Aging-Lebensmittel, wie es uns manchmal bei bestimmten Superfoods suggeriert wird. Wichtig ist vielmehr darauf zu achten, dass die Ernährung im Allgemeinen abwechslungsreich und mikronährstoffreich ist. Wer verstärkt auf saisonales und regionales Obst und Gemüse mit einem hohen Gehalt an Mikronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen setzt, ist grundsätzlich gut beraten.
Die mediterrane Ernährung beispielsweise liefert alle wichtigen Komponenten wie wichtiges Eiweiß, gesunde Fette wie Omega-3-Fettsäuren, komplexe Kohlenhydrate und viele Mikronährstoffe. Daher gilt die Mittelmeer-Diät als Paradebeispiel einer Anti-Aging-Ernährung. Denn sie kann nicht nur der Hautalterung vorbeugen, sondern auch das Risiko altersbedingter Krankheiten senken (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen).
Schauen wir uns einmal die wichtigsten Inhaltsstoffe sowie passende Lebensmittel im Detail an:
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Nährstoff/Inhaltsstoff |
Anti-Aging Effekt |
Lebensmittel (Bsp.) |
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Beta-Carotin, Lycopin |
Tragen zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei |
Karotten, Mango, Kürbis, Tomaten, grünes Blattgemüse |
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B-Vitamine
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Sorgen für eine reibungslose Energieversorgung der Zellen
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Haferflocken, Hülsenfrüchte, Eier, mageres Fleisch, Fisch, Nüsse, Weizenkeime |
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Vitamin C |
Wichtig für den Zellschutz und die Kollagenproduktion
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Zitrusfrüchte, Kohlsorten, Beeren, |
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Vitamin E |
Schützt v.a. die Zellmembranen vor oxidativem Stress |
Nüsse, Pflanzenöle, Avocado |
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Zink & Selen |
Unterstützen das antioxidative Schutzsystem |
Nüsse, Haferflocken, mageres Fleisch, Zwiebelgemüse |
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Sekundäre Pflanzenstoffe |
Punkten durch antioxidative und anti-entzündliche Effekte; können Zellschutzprogramme (z. B. Autophagie) ankurbeln |
Obst (v.a. Beeren), Gemüse, Gewürze (z. B. Kurkuma), grüner Tee, dunkle Schokolade |
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Omega-3-Fettsäuren |
Haben antientzündliche Effekte und halten die Zellmembran flexibel. |
Fisch (v.a. Lachs, Makrele, Hering), Walnüsse, Leinsamen |
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Proteine |
Unterstützen Reparaturvorgänge und bieten Struktur |
Hülsenfrüchte, Haferflocken, Samen, Nüsse, mageres Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte |
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Ballaststoffe |
Sorgen für Gleichgewicht im Darm und helfen bei der Eindämmung von Entzündungsvorgängen |
Vollkornprodukte, Leinsamen, Flohsamenschalen, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte |
10 Anti-Aging-Tipps
Natürliches Anti-Aging ist also möglich. Es geht aber nicht von heute auf morgen. Stattdessen ist es wichtig, langfristig Anti-Aging Routinen zu entwickeln, die Dich und Deine Haut von innen heraus strahlen lassen. Hier sind die besten Anti-Aging-Tipps noch einmal zusammengefasst:
- Sorge für ausreichend Schlaf: Gute Schlafgewohnheiten sorgen für gute Laune und halten jung. Empfehlenswert sind 7-8 Stunden Schlaf pro Nacht.
- Atme mal durch und lasse die innere Anspannung los: Gezielte Auszeiten setzen Dich und Deine Zellen weniger unter Stress.
- Denke an Sonnenschutz: Sonne macht glücklich und kurbelt die Vitamin D Produktion an. Mit einer UV-Schutz-Creme kannst Du sie unbeschwert genießen.
- Setzte auf Anti-Aging-Food: Farbenfrohes Obst und Gemüse schützen nicht nur die Haut, sondern alle Zellen.
- Beschränke zuckerreiche sowie stark verarbeitete und geröstete Lebensmittel: Diese können den Alterungsprozess vorantreiben.
- Trinke ausreichend Wasser: Rund 1,5 Liter sollten es sein, um den Stoffwechsel aller Zellen gut zu unterstützen.
- Verzichte auf Alkohol und Nikotin: Diese Genussgifte schädigen die Zellen und erhöhen das Risiko für altersbedingte Erkrankungen.
- Achte auf gezielte Hautpflege: Egal ob trockene Haut, unreine Haut oder erste Fältchen – etabliere eine sinnvolle Pflegeroutine mit Anti-Aging-Mitteln, die zu Deinem Hauttyp und Deinen Hautbedürfnissen passen. Natürliche Stoffe wie Aloe vera können die Haut mit Feuchtigkeit versorgen.
- Trainiere Körper und Geist: Wer physisch und psychisch in Bewegung bleibt, altert langsamer.
- Weniger ist mehr: Maßvoll zu essen ist gut für das Körpergewicht und kann zu einem verlangsamten Alterungsprozess beitragen; vorausgesetzt, der Körper wird mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt