Egal ob Sonnenstrahlung, Schadstoffe, trockene Heizungsluft oder Keime – unsere Haut muss so einiges aushalten. Um den vielfältigen Herausforderungen gewachsen zu sein, müssen wir sie gut pflegen. Denn nur so kann sie gesund bleiben und ihre Funktion als äußere Schutzhülle optimal erfüllen. Wir verraten Dir, mit welchen Hautpflegeroutinen Du Deiner Haut etwas Gutes tun kannst und wie Du sie mithilfe der Ernährung auch von innen zum Strahlen bringst.
Hautpflege – warum ist sie so wichtig?
Unsere Haut (med. Cutis) ist ein wahres Wunderwerk. Mit rund zwei Quadratmetern Gesamtoberfläche ist sie die größte Schnittstelle zur Außenwelt und schützt uns als physikalische Barriere gegen Umwelteinflüsse, Krankheitserreger und Verletzungen. Gleichzeitig ermöglicht sie uns Berührungen, Druck, Schmerz und Temperatur wahrzunehmen und ist maßgeblich an der Regulierung von Körpertemperatur sowie an der Vitamin-D-Produktion beteiligt.
Doch nicht nur die Vielfältigkeit ihrer Aufgaben ist faszinierend, auch der Aufbau der Haut ist einzigartig. In nur einem Quadratzentimeter stecken etwa 600.000 Zellen, 5.000 Sinneszellen, vier Meter Nervenbahnen und vieles mehr. Aufgebaut ist unser größtes Organ im Wesentlichen aus drei Schichten, die jeweils spezifische Funktionen übernehmen.
Unsere Haut – Schutzwall aus 3 Schichten
Die äußerste der drei Hautschichten bildet die Oberhaut (Epidermis). Sie schützt uns vor äußeren Einflüssen und übermäßigem Wasserverlust. Damit sie drohende Schäden gut abschirmen kann, erneuert sich die Epidermis alle vier bis sechs Wochen. So lange dauert es, bis die neugebildeten Hautzellen aus der Keimschicht an die Hautoberfläche gewandert sind. In der Oberhaut wird auch der Hautfarbstoff Melanin gebildet, der schädliche UV-Strahlung abfangen kann.
Unter der Oberhaut liegt die Lederhaut (Dermis). Sie besteht aus einem kollagenhaltigen Bindegewebsnetzwerk, das die Reißfestigkeit und Dehnbarkeit der Haut bestimmt. In der Lederhaut sind auch Blutgefäße, Fettgewebe, Haarwurzeln, Nerven, Talg- und Schweißdrüsen angesiedelt.
Die letzte Schicht ist die Unterhaut (Subcutis). Sie speichert als lockeres Bindegewebe Wasser und Fett und beherbergt Tastkörperchen sowie Teile der Haarbälge. Je nach Geschlecht, Körperregion und Ernährungszustand sind dort unterschiedlich viele Fettzellen einlagert, die als Energiespeicher, Stoßdämpfer und Kälteschutz dienen.
Hautpflege – mehr als ein Schönheitsritual
Unsere Haut verfügt über vielfältige Mechanismen, mit denen sie sich selbst regulieren kann. Die Fülle an Stressoren, denen sie ausgesetzt ist (z. B. UV-Strahlen, falsche Pflege, ungesunde Ernährung, Stress etc.) macht es ihr aber nicht immer leicht, im Gleichgewicht zu bleiben. Zudem tragen genetische Faktoren, Erkrankungen oder hormonelle Dysbalancen dazu bei, dass die Balance unserer Schutzhülle durcheinandergerät.
Mit der richtigen Hautpflege können wir unserer Haut helfen, intakt zu bleiben oder wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Die richtige Hautpflegeroutine ist daher mehr als ein Schönheitsritual, denn sie:
- trägt zum Erhalt der Hautbarriere (Abwehr von Schadstoffen & Keimen) bei
- unterstützt die Regenerationsfähigkeit, Feuchtigkeitsbalance, Spannkraft & Elastizität
- beugt Hautproblemen (Trockenheit, Akne, etc.) vor
- verzögert vorzeitige Hautalterung (Anti-Aging)
- stärkt Wohlbefinden & Selbstbewusstsein
Um Deine Haut bestmöglich zu unterstützen, ist es wichtig Produkte zu verwenden, die auf Deinen persönlichen Hauttyp abgestimmt sind. Das gilt für die Gesichtspflege genauso wie für die Pflege des Körpers. Dabei kann es durchaus auch sein, dass das Hautbild je nach Körperregion unterschiedlich ist. Schließlich ist die Haut nicht überall gleich dick und enthält unterschiedliche viele Talg- und Schweißdrüsen.
Hautpflege: Gesicht
Unsere Gesichtshaut ist permanent äußeren Einflüssen ausgesetzt. Um ausreichend gegen diese gewappnet zu sein, braucht sie am Morgen vor allem Feuchtigkeit und Schutz. Ein Serum mit Hyaluronsäure oder Aloe vera beispielsweise versorgt die Haut nach der Reinigung langanhaltend mit Feuchtigkeit und sorgt für einen frischen Teint. Nährende Inhaltsstoffe wie Vitamin C oder Vitamin A stärken zudem die Barrierefunktion der Haut und helfen, vorzeitiger Hautalterung vorzubeugen.
Besonders sensible Stellen können manchmal auch etwas mehr Beachtung gebrauchen. Eine hochwertige Augenpflege beispielsweise kann die empfindliche Partie um die Augen stärken und Anzeichen von Augenringen oder Fältchen mildern. Als weitere Komponente der Gesichtspflege empfehlen Expert:innen eine Creme, die je nach Hauttyp unterschiedlich reichhaltig sein sollte.
Abends sollte das Gesicht sanft und gründlich gereinigt werden, bevor die Haut mit einer Nachtpflege verwöhnt wird. Da in der Nacht die Regenerationsprozesse der Haut auf Hochtouren laufen, bieten sich hier Inhaltsstoffe an, die die Hauterneuerung unterstützen. Dies können neben Antioxidantien und essenziellen Fettsäuren auch Grundbausteine der Haut wie Ceramide, Phosphatidylcholin oder Sphingosine sein. Gleichzeitig sollten Feuchtigkeitsspender nicht fehlen.
Übrigens: Falls Deine Tagespflege all diese Komponenten enthält, kannst Du auch diese für die Nacht verwenden und auf eine separate Nachtcreme verzichten.
Hautpflege: Körper
Neben dem Gesicht freut sich auch unser Körper über regelmäßige Pflegeeinheiten. Insbesondere nach dem Duschen oder Baden wirkt eine Körpermilch oder Lotion wohltuend. Direkt nach dem Abtrocknen auf die noch leicht feuchte Haut aufgebracht, kann die Haut die Feuchtigkeit am besten einschließen. Verwende auch für den Körper eine Creme oder Lotion, die zu Deinem Hauttyp passt. Dabei gilt: je trockener die Haut ist, desto reichhaltiger kann die Pflege sein.
Lotionen sind eher leicht und dünnflüssig, da sie mehr Wasser als Öl enthalten. Sie lassen sich gut verteilen und ziehen schnell ein. Cremes hingegen haben eine dickflüssigere Konsistenz und enthalten in etwa zu gleichen Teilen Wasser und Öl. Sie eignen sich bei zu Trockenheit neigender Haut meist besser als eine leichte Lotion. Körperbutter basiert auf festen Fetten wie z. B. Kakaobutter und enthält kaum Wasser. Genau wie Körperöle können sie gut für besonders trockene Stellen z. B. an den Knien und Ellenbogen zum Einsatz kommen.
Für die Reinigung Deiner Haut bietet sich ein Duschgel mit einem hautneutralen pH-Wert an. Dieser sollte im Idealfall im Bereich zwischen 4,5-5,75 liegen. Herkömmliche Seifen hingegen haben oft einen deutlichen höheren pH-Wert und können den Säureschutzmantel der Haut stören. Interessanterweise ist auch Wasser nicht ganz hautneutral, sondern liegt mit einem pH-Wert um die 7 leicht darüber.
Hautpflege-Tipps: Diese 5 Punkte sind besonders wichtig
- Reinige die Haut regelmäßig sanft: Da unsere Haut ständig Talg und Schweiß produziert und zudem zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt ist, geht nichts über eine gute Reinigung – morgens und abends. Insbesondere, wenn Du Make-up trägst, ist das abendliche Abschminken unerlässlich, damit die Poren nicht verstopfen.
- Verwende eine Pflege, die zu Deinem Hauttyp passt und vergiss die Sonnencreme nicht: Gesichtspflege ist so individuell wie wir selbst. Daher sollte Deine Pflegeroutine Deinem Hauttyp entsprechen. Anderenfalls stresst Du die Haut evtl. sogar mehr, anstatt sie zu unterstützen. Wer beispielsweise an fettiger Haut leidet, sollte keine ölige, fettreiche Gesichtscreme verwenden, sondern vielmehr auf ein leichtes, feuchtigkeitsspendendes Serum setzen. Achte bei jedem längeren Aufenthalt in der Sonne zudem darauf, einen ausreichenden UV-Schutz aufzutragen, denn ohne Schutz dringen die UV-A- und UV-B-Strahlen ungehindert in die Haut ein und können diese schädigen.
- Iss bunt und gesund: Um Deiner Haut etwas Gutes zu tun, sollte viel Obst und Gemüse auf Deinem Teller landen. Sie versorgen Deine Haut mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die die Haut zum Strahlen bringen. Darüber hinaus liefern sie antioxidative sekundäre Pflanzenstoffe, die einen wertvollen Beitrag gegen vorzeitige Hautalterung leisten.
- Gönne Dir Schönheitsschlaf: Schlaflose Nächte schlagen sich direkt im Hautbild nieder. Das scheint zum einen daran zu liegen, dass die Haut nicht genügend Zeit zur Regeneration erhalten hat. Nachts lauft die Zellerneuerung nämlich auf Hochtouren, weil der Prozess u. a. vom „Schlafhormon“ Melatonin mitgesteuert wird. Zum anderen kann Schlafmangel den Cortisolspiegel erhöhen und so das Risiko für Hautunreinheiten steigern.
- Achte bei der Hautpflege auf gute Inhaltsstoffe: Auch wenn die wissenschaftliche Datenlage nicht ganz eindeutig ist, so gehen Expert:innen davon aus, dass in konventionellen Pflegeprodukten häufig Substanzen stecken, die als potenziell bedenklich gelten. Zu diesen gehören u. a. Paraffine/Silikone, PEG, Parabene, Mineralöl, Octocrylen und Duftstoffe.
Hautpflege Routine
Erst die Creme und dann das Serum? Oder doch andersherum? Wenn Du verschiedene Produkte für Deine Skincare-Routine verwendest, bestimmt die Reihenfolge mit, wie gut sie wirken können. Daher haben wir noch einmal Step-by-Step zusammengefasst, in welcher Abfolge der Reinigungs- und Gesichtsroutine Du das Beste für Deine Haut herausholen kannst.
Die richtige Reihenfolge der einzelnen Schritte
Grundsätzlich setzt sich die perfekte Hautpflege-Routine aus der Reinigung sowie einem oder mehreren Schritten der Gesichtspflege zusammen. Dabei wird in der Regel mit „leichten“ Produkten wie Gesichtsreinigern oder Tonern begonnen und dann zu „schwereren“ Produkte (z. B. Feuchtigkeitscremes) übergegangen. Wichtig ist bei allen Schritten der Hautpflege-Routine, die Pflegeprodukte und einzelnen Schritte an Deinen Hauttyp anzupassen.
1. Reinigung
Den ersten Schritt einer effektiven Hautpflege-Routine bildet eine sanfte Reinigung. Sie entfernt Schmutz, Talgrückstände und Make-up von der Hautoberfläche und bereitet die Haut so auf nachfolgende Pflegeprodukte vor. Gleichzeitig ist die Gesichtsreinigung essenziell, um Hautunreinheiten vorzubeugen.
Trage am besten einen milden, pH-neutralen Reiniger auf, der die Haut nicht austrocknet und verteile ihn mit kreisenden Bewegungen auf Dein Gesicht. Spüle anschließend die Reste mit lauwarmem Wasser ab und trockne die Haut vorsichtig mit einem Handtuch ab. Zum Entfernen von Make-up eignen sich, insbesondere bei trockener Haut, auch Reinigungsöle.
2. Peeling
Nach der abendlichen Reinigung kannst Du ein bis zweimal wöchentlich zusätzlich ein Peeling verwenden. Mithilfe des Gesichtspeelings wird die oberste Hautschicht mit feinen Partikeln „abgerubbelt“ (sogenanntes mechanisches Peeling) oder durch spezielle Wirkstoffe gelöst (sogenanntes chemisches Peeling). Dadurch werden abgestorbene Hautzellen entfernt, die Poren öffnen sich und die Zellerneuerung wird angeregt. Die Haut erscheint wieder frischer und glatter. Um die Haut nicht übermäßig zu reizen, ist es bei einem Peeling besonders wichtig, die Formulierung der eigenen Haut anzupassen und das „Abschälen“ (exfolieren) nicht zu oft durchzuführen.
Gut zu wissen: Chemische Peelings enthalten meist Säuren wie Alpha-Hydroxycarbonsäuren (kurz AHA) oder Beta-Hydroxysäure (kurz BHA). AHAs zu denen Glykolsäure oder Milchsäure gehören, eignen sich vor allem gut bei trockener Haut, während BHAs (z. B. Salicylsäure) häufig bei fettiger und zu Akne neigender Haut zum Einsatz kommen.
3. Toner
Im zweiten Schritt der Hautpflege-Routine klären Gesichtswasser oder Toner das Gesicht noch einmal gründlich nach und rücken auch hartnäckigen Rückständen zu Leibe. Zudem spenden sie Feuchtigkeit und können helfen, den pH-Wert der Haut ins natürliche Gleichgewicht zu bringen. Vergrößerte Poren werden verkleinert und der Teint zum Strahlen gebracht. Achte darauf, dass auch Dein Tonic zu Deinem Hauttyp passt und versuche reizende Substanzen wie Alkohol oder Parfüm zu vermeiden. Ein gutes Produkt kann stattdessen mit nährenden Inhaltsstoffen wie Glycerin, Ceramiden, Niacinamid und Antioxidantien punkten.
Tipp: Wenn es besonders schnell gehen muss, kannst Du auch gut auf Mizellenwasser zurückgreifen. Dieses vereint den ersten Schritt der Reinigung quasi mit der klärenden Wirkung des Toners und muss nicht abgespült werden.
4. Creme
Nach der Reinigung ist es Zeit für eine Creme, die Deine Haut ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt und ihre Barrierefunktion stärkt. Morgens bietet sich dazu eine etwas leichtere Creme an als am Abend, da häufig noch ein zusätzlicher UV-Schutz und/oder Make-up aufgetragen werden. Nachtcremes dürfen dagegen ruhig etwas reichhaltiger sein und unsere Haut bei der Regeneration unterstützen. Damit die Inhaltsstoffe gut in die Haut eindringen können, kannst Du das Eincremen am Abend gut mit einer entspannenden Gesichtsmassage kombinieren. So wird der abschließende Schritt der Gesichtspflege-Routine zu einer kleinen Wellness-Auszeit.
Hautpflege nach Hauttyp
Hautpflege ist sehr individuell, da jede Haut eigene Pflegebedürfnisse mit sich bringt und ganz unterschiedlich auf eine Skincare-Routine reagieren kann. Für die optimale Pflege ist es daher wichtig, die Produkte an Deine Hautbedürfnisse anzupassen. Dazu gehört nicht nur die Beachtung des Hauttyps, sondern auch die Berücksichtigung des aktuellen Zustands Deiner Haut.
Normale Haut
Normale Haut ist feinporig, glatt und besitzt genügend Feuchtigkeit und Fett. Sie befindet sich quasi im „Idealzustand“ und hat daher keine besonderen Pflegeansprüche. Das bedeutet aber nicht, dass sie keinerlei Zuwendung benötigt. Die Pflege normaler Haut hat vielmehr das Ziel, ihr natürliches Gleichgewicht zu unterstützen. Eine milde Gesichtsreinigung, alkoholfreier Toner und eine leichte Feuchtigkeitscreme sind dazu perfekt geeignet. Reichhaltige Cremes hingegen können normale Haut überpflegen und sie aus der Balance bringen.
Trockene Haut
Trockene Haut neigt zu Spannungsgefühl, Juckreiz und Schüppchenbildung. Darüber hinaus ist sie häufig besonders empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen, weil ihr Säureschutzmantel nicht richtig intakt ist. Oberstes Gebot der Pflege ist es daher, die Austrocknung nicht weiter voranzutreiben und die Haut stattdessen mit Feuchthaltefaktoren (z. B. Harnstoff, Glycerin) und rückfettenden Substanzen zu versorgen.
Für die Tagespflege bieten sich sogenannte Öl-in-Wasser-Emulsionen mit mittlerem Fettgehalt an. Für die Nacht kann der Fettgehalt der Gesichtspflege gerne noch etwas gesteigert werden. Wasser-in-Öl Emulsionen (W/O Emulsionen) sind dann eine gute Alternative. Zur Reinigung sollten milde, speziell für trockene Haut entwickelte Produkte zum Einsatz kommen. Herkömmliche Seifen und alkoholhaltige Gesichtswasser sind hingegen nicht optimal und können das Hautbild eher verschlechtern.
Fettige Haut
Fettige Haut wirkt aufgrund der erhöhten Talgproduktion meist glänzend und grobporig. Vor allem die sogenannte T-Zone (Kinn, Nase, Stirn) ist häufig von einem öligen Film überzogen und neigt zu Pickeln und Mitessern. Die tägliche Gesichtspflege fettiger Haut sollte daher so aufgebaut sein, dass sie die Haut von überschüssigem Fett befreit und Hautunreinheiten sowie Entzündungen vorbeugt.
Zur Reinigung empfehlen Expert:innen häufig ein Syndet oder leichtes Reinigungsgel sowie die anschließende Klärung mit einem desinfizierenden Gesichtswasser. Als Tagespflege ist ein leichtes Gel oder ein Serum ideal, das keine öligen bzw. komedogenen (d.h. porenverstopfende) Inhaltsstoffe enthält.
Da bei Menschen mit öliger Haut häufig auch die Kopfhaut viel Talg produziert, empfiehlt sich für das Haar außerdem ein Shampoo, das die Talgproduktion reguliert und fettigem Haar vorbeugt.
Unreine Haut
Unreine Haut neigt zu Pickeln, Mitessern und Akne und tendiert zu einem fettigen Glanz. Sie entsteht meist dann, wenn die Haut übermäßig viel Talg produziert und die Poren verstopfen. Zur richtigen Gesichtspflege bei unreiner Haut gehört daher die gründliche Reinigung mit einem pH-neutralen, milden Reinigungsgel oder Syndet und einem klärenden Gesichtswasser. Ein regelmäßiges Peeling sorgt zudem dafür, dass verstopfte Poren geöffnet und alte Hautschüppchen entfernt werden.
Die richtige Gesichtspflege bei unreiner Haut spendet Feuchtigkeit, ohne den Fettfilm zu verstärken. Nicht-komedogene Cremes und Lotionen auf Wasserbasis sind hier z. B. eine gute Wahl. Inhaltsstoffe wie Salicyl- oder Milchsäure können zudem die Haut von Verhornungen befreien und ihren Stoffwechsel anregen.
Bei Akne oder zu Akne neigender Haut empfiehlt sich zudem eine ärztliche Rücksprache, da je nach Schweregrad unterschiedliche Wirkstoffe eingesetzt werden können.
Empfindliche Haut
Empfindliche Haut ist zart und sensibel, daher reagiert sie auf Reize wie Klima, Allergene, Sonnenstrahlung, bestimmte kosmetische Inhaltsstoffe oder Textilien schnell mit Hautirritationen und Rötungen. Zudem ist empfindliche Haut eher trocken und fettarm, so dass die Pflege Feuchtigkeit spenden und die Funktion der Hautbarriere unterstützen sollte.
Milde, pH-hautneutrale, hypoallergene Reinigungslotionen ohne reizende Inhaltsstoffe (z. B. Alkohol, Duftstoffe, Konservierungsstoffe) bieten sich bei empfindlicher Haut zum Waschen an. Zudem ist es sinnvoll, Pflegeserien mit PEG-Emulgatoren zu meiden, da diese die Hautbarriere zusätzlich schwächen können. Auch auf starke Peelings sollte lieber verzichtet werden. Lotionen und Cremes mit Wirkstoffen wie z. B. Urea, Dexpanthenol, Aloe vera, Hyaluronsäure, Vitamin B3 oder Zink sind hingegen für sensible Haut eine wertvolle Hilfe.
Hautpflege für den Mann
Männer haben sprichwörtlich oft ein „dickeres Fell“ als Frauen. Und tatsächlich ist Haut beim Mann rund 20 Prozent dicker und wirkt dadurch robuster. Gleichzeitig produziert die männliche Haut mehr Talg, weshalb Männer vor allem in jungen Jahren, vermehrt an Hautunreinheiten wie Akne leiden.
Verantwortlich für die Unterschiede zwischen Mann und Frau sind auch bei der Haut die Hormone. Das männliche Hormon Testosteron regt nämlich nicht nur den Bartwuchs an, sondern stimuliert auch die Talgproduktion. Das heißt aber nicht, dass ein Mann grundsätzlich zu fettiger Haut neigt; auch andere Hauttypen wie trockene und sensible Haut sind bei Männern vertreten. Daher ist es wichtig, dass Man(n) bei der Hautpflege-Routine auf seinen eignen Hauttyp achtet und nicht einfach die Pflegeserie der Partnerin oder des Partners verwendet. Doch was gehört nun zur Männer-Gesichtspflege alles dazu?
Grundsätzlich empfiehlt sich neben einer milden Reinigung eine Feuchtigkeitspflege, die rasch in die Haut einzieht und keinen glänzenden Film hinterlässt. Im Sommer ist zudem auch für „Crememuffel“ ein ausreichender Sonnenschutz unentbehrlich, um die Haut vor Schäden zu schützen.
Da nicht nur UV-Strahlen, sondern auch die tägliche Rasur Männerhaut unter Stress setzen kann, ist es zudem sinnvoll, Rasierschaum, Aftershave und Bartpflegeprodukte dem Hauttyp anzupassen. So werden unnötige Irritationen vermieden und dem frischen, gepflegten Look steht nichts im Wege.
Hautpflege im Alter – Tipps für reife Haut
Wie alle anderen Organe verändert sich auch die Haut im Laufe unseres Lebens. Regenerationsfähigkeit, Spannkraft und Feuchtigkeit lassen im Alter nach, während Falten, Pigmentflecken, Trockenheit und Entzündungen zunehmen.
Auch wenn wir diese Alterungsprozesse nicht stoppen können, so ist es mit der richtigen Hautpflege-Routine dennoch möglich, den Zeichen der Zeit entgegenzutreten und auch reife Haut zum Strahlen zu bringen.
Um die Hautbarriere zu unterstützen und Entzündungen vorzubeugen, braucht reife Haut meist eine lipidreichere Pflege als junge Haut. Zudem sollte eine Anti-Aging-Creme die Haut nachhaltig mit Feuchtigkeit versorgen. Natürliche Wirkstoffe wie Aloe vera, Glycerin, Hyaluronsäure oder Urea haben sich hier bewährt.
Falten lassen sich auch mit Antioxidantien wie Vitamin C oder Vitamin A ein wenig reduzieren. Als Creme auf Gesicht und Dekolleté aufgetragen, unterstützen sie die Haut bei der Abwehr von oxidativem Stress und können Rauigkeit, Faltentiefe und Elastizität verbessern. Darüber hinaus haben sich Niacinamid (Vitamin B3), Coenzym Q10, Sphingolipide, Hyaluronsäure und Kollagen als Anti-Falten Elixier bewährt.
Hautpflege von innen
Um ihren vielfältigen Aufgaben gewachsen zu sein, benötigt unsere Haut nicht nur Unterstützung von außen. Die richtige Ernährung ist mindestens genauso wichtig. Ein Blick auf wichtige Nährstoffe zeigt, warum:
Fettsäuren & Eiweiß – die Grundbausteine für gesunde Haut
Essentielle Fettsäuren sind am Aufbau der Zellmembran beteiligt und bestimmen die Funktionsfähigkeit der Hautbarriere mit. Nehmen wir zu wenig davon auf, kann dies beispielsweise zu trockener Haut beitragen. Omega-3-Fettsäuren wie sie z. B. in Pflanzenölen, fettreichem Fisch oder Leinsamen vorkommen, wirken sich außerdem günstig auf das Immunsystem aus und helfen, Entzündungen zu vorzubeugen.
Eiweiß bringt die Haut in Form, denn die Aminosäuren, aus denen es besteht, werden für die Produktion von Kollagen und Elastin benötigt. Lebensmittel wie Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte sind gute Quellen für die wichtigen Bausubstanzen. Zudem liefern sie gesunde Fettsäuren, die Entzündungsprozessen entgegenwirken können. Weitere nährreiche Eiweißquellen findest Du in unserer Tabelle: Proteinreiche Lebensmittel.
Vitamine – mehr als Anti-Aging-Helden
- Vitamin A (Retinol) spielt bei der Erneuerung der Hautzellen eine Rolle und unterstützt den Erhalt der Hautstruktur. Vitamin-A Vorstufen wie Beta-Carotin und Lycopin konnten in Studien außerdem UV-Schädigungen der Haut reduzieren. Letztere kommen v. a. in rot-orange-gelben Lebensmitteln wie Karotten, Mango, Aprikosen oder Melone vor.
- Vitamin C ist an der Herstellung von Kollagen beteiligt und somit für den Aufbau des Bindegewebes essentiell. Gemeinsam mit Vitamin E fängt Vitamin C zudem freie Radikale ab, die die Hautzellen schädigen und vorzeitige Hautalterung begünstigen können. Vitamin C reiche Lebensmittel sind z. B. Zitrusfrüchte, Beeren oder Kohlsorten. Vitamin E liefern insbesondere Nüsse und Samen.
- B-Vitamine, darunter Riboflavin (Vitamin B2), Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5) und Biotin (Vitamin B7) sind an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt, die für die normale Entwicklung und Funktion der Hautzellen notwendig sind, darunter der Fett- und Energiestoffwechsel. B-Vitamine finden sich u. a. in Hülsenfrüchten, Getreide- und Milchprodukten sowie Fleisch, Fisch und Eiern.
Spurenelemente – oft vergessene Beauty-Helfer
- Zink übernimmt vielfältige Aufgaben für unsere Haut. Es trägt zur Kollagenherstellung bei, unterstützt die Wundheilung, besitzt antioxidative Eigenschaften und ist an der Zellteilung beteiligt. Zu finden ist das wichtige Spurenelement z. B. in Fleisch, Käse, Milch, Eier, Haferflocken und Nüssen.
- Selen ist in den Fettstoffwechsel involviert, wirkt antioxidativ und reguliert die Gewebeelastizität. Selen ist z. B. in Pilzen, Paranüssen, Fisch, Fleisch, Linsen und Haferflocken enthalten.
- Kupfer spielt eine Rolle bei der Produktion von Kollagen- und Elastin. Außerdem ist es an der Bildung des Hautfarbstoffs Melanin beteiligt und bestimmt somit die Pigmentierung von Haut und Haar mit. Gute Quellen für Kupfer sind u. a. Kakaopulver, Cashewkerne, Kichererbsen, Garnelen.
Ballaststoffe – denn Hautpflege ist (auch) Darmsache
Wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, sollte auch den Darm im Blick haben. Studien weisen nämlich darauf hin, dass eine ausgeglichene Darmflora sich positiv auf die Hautbarrierefunktion auswirken kann und sogar Anti-Aging Potenzial besitzt. Eine pflanzenbasierte, ballaststoffreiche Ernährung ergänzt durch probiotische Lebensmittel (z. B. aus Joghurt, Kefir und anderen fermentierten Lebensmitteln) scheinen Darm und Haut gleichermaßen zu schmeicheln.
Wasser – das Lebenselixier unserer Haut
Wasser ist für einen gesunden Stoffwechsel der Haut unentbehrlich, denn es sorgt dafür, dass wichtige Nährstoffe zu den Zellen gelangen und Schadstoffe abtransportiert werden. Rund 1,5 -2 Liter Flüssigkeit täglich unterstützen einen frischen Teint. Neben Wasser eignet sich auch ungesüßter Tee perfekt als Beauty-Booster. Von Softdrinks und anderen zuckerhaltigen Getränken solltest Du besser Abstand nehmen, denn sie können Hautalterung und Unreinheiten eher fördern. Milch steht ebenfalls unter Verdacht, unreine Haut und Pickel zu begünstigen.