Lange galt: Kleine Mengen Alkohol (zwei kleine Bier für Männer, ein kleines Bier für Frauen) könnten risikolos genossen werden. Diese Einschätzung ist überholt. Jetzt gilt: so wenig Alkohol wie möglich.
Silvester ohne Sekt und der Weihnachtsbraten ohne Rotwein – das klingt für viele Deutsche unvollständig. Alkoholische Getränke sind Teil der Kultur. Deshalb will sie auch niemand verbieten. Dennoch setzt sich die Vernunft häufiger durch: Immer mehr Menschen – und besonders viele Jüngere unter 25 Jahren – trinken weniger Alkohol oder verzichten sogar ganz. Gesellige Rituale müssen darunter nicht leiden.
Kein „Wischiwaschi“: Alkohol ist Gift!
Auf der Basis der wissenschaftlichen Erkenntnislage zur Schädlichkeit von Alkohol hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) ihre Empfehlungen zum richtigen Umgang mit Alkohol in Herbst angepasst: "Alkoholkonsum sollte von jeder Person reduziert werden, unabhängig davon, wie viel sie trinkt. Am besten ist es, keinen Alkohol zu sich zu nehmen. Alkoholische Getränke bergen Risiken, wenn es um die physische Gesundheit der Menschen geht."
Alkoholkonsum ist ein Stressfaktor für den gesamten Körper – und kann zur Entstehung chronischer Krankheiten beitragen. Neu ist vor allem die Erkenntnis, dass diese negativen Effekte auch bei moderatem Konsum auftreten und keinesfalls nur Menschen mit „Suchtproblemen“ oder gewohnheitsmäßigem Alkoholmissbrauch betreffen.
Alternativen probieren!
Alkoholfreies Bier ist inzwischen nicht mehr nur bei Autofahrer:innen beliebt: In den zehn Jahren bis 2022 ist die Produktion laut Statistischem Bundesamt um 74 Prozent gestiegen. Und gut gekühlt sind die alkoholfreien Varianten schon lange kein Kompromiss mehr.
Seit wenigen Jahren drängen darüber hinaus auch Wein und alkoholfreie Spirituosen auf den Markt. „Non-alcoholic-spirits“ heißt die aufstrebende Kategorie, deren Produkte nach Gin, Rum oder Whiskey schmecken, aber ohne Alkohol auskommen. Der Geschmack von Alkohol ist schwer zu imitieren, daher überzeugen diese vielfach in aufwändigen Verfahren produzierten Produkte bisher vor allem in Mixgetränken wie Cocktails oder Longdrinks. Von Aperol-Spritz bis Gin-Tonic: Die alkoholfreien Alternativen sind einen Versuch wert.
Im strengen Sinne „gesund“ sind zuckerreiche Mixgetränke natürlich trotzdem nicht. Der Freiburger Mediziner Tobias Böttler gibt daher einen durchaus ernstgemeinten medizinischen Rat: "Letztendlich das einzige Getränk, was wirklich gesund ist, ist ein Glas Wasser oder ein ungesüßter Fruchttee." Ob man sich damit an den Feiertagen begnügen möchte, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.
Verdauungsschnaps ohne Schnaps
Um sich nach festtäglicher Schlemmerei wieder wohlzufühlen, unterstützen Bitterstoffe den Magen bei der Schwerstarbeit. Die müssen allerdings nicht in Alkohol schwimmen – letzterer belastet das Verdauungssystem nämlich zusätzlich. Wer keinen alkoholfreien Digestiv zur Hand hat, gönnt sich einen Espresso: Die darin enthaltenen Bitterstoffe regen die Darmschleimhaut an und wecken im Idealfall das Bedürfnis nach einem kleinen Verdauungsspaziergang. Wenn der Darm sich trotzdem träge zeigt, schau doch einmal bei unseren Hausmitteln gegen Verstopfung vorbei.