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Knorpelregeneration: Knorpel nach Unfällen regenerieren

Gute Nachrichten zur Behandlung von Knorpelschäden bei Sportler:innen: Verfahren zur Knorpelregeneration zeigen immer bessere Ergebnisse. Sie müssen allerdings früh genug eingesetzt und sorgfältig nachbehandelt werden.

Prof. Dr. Stefan Nehrer, Orthopäde, Leiter des Regenerativen Zentrums an der Donauuniversität Krems und internationaler Spezialist für Gelenkknorpel, betont: Knorpeldefekte durch Sport sind eine ernste Sache. Gerade im Fußball, Handball, beim Skifahren und zum Teil auch in den Laufsportarten haben Sportler:innen damit zu kämpfen. Während die Diagnose bei Leistungssportler:innen oft das Ende der Karriere bedeuten kann, drohen Freizeitsportler:innen bei nicht korrekter Behandlung und Rehabilitation eine frühzeitige Arthrose und Unbeweglichkeit.“ So kämen oft Sportler:innen um die 50 zu den Ärzt:innen, weil sie im Alter zwischen 30 und 40 mehrfach Knorpeldefekte, zum Beispiel an Knie- oder Sprunggelenk, erlitten hätten. Werden Therapien nicht rechtzeitig angegangen oder die Rehabilitation vernachlässigt, drohen im schlimmsten Fall eine frühe Arthrose und ein künstliches Gelenk, warnt die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) in einer Pressemitteilung.

 

Regeneration von Knorpelgewebe

Im Rahmen des jährlichen Expert:innen-Kongresses der GOTS beschreibt Prof. Nehrer verschiedene Techniken zur regenerativen Behandlung von Knorpelschäden. Das Ziel dabei: eine möglichst vollständige Gewebewiederherstellung. Das „Anbohren“ von umliegendem Knochengewebe führt zur Bildung eines Ersatzknorpels aus Knochenmarkstammzellen. Dieser sei jedoch weniger belastbar – und daher für Sportler:innen keine gute Behandlungsoption. Bessere Ergebnisse erhält man laut dem Experten für Knorpelschäden, wenn ein Gerüst aus Kollagen oder Hyaluron-Fasern auf den Defekt gelegt wird, das den Stammzellen aus dem Blut einen strukturellen Halt gibt. Besonders vielversprechend seien aber die Anzucht von Knorpelzellen im Labor und die anschließende Knorpelzelltransplantation.

 

Rehabilitation bewahrt vor Gelenkverschleiß

Unabhängig von der Behandlungsmethode bleibt die Regeneration des Gelenkknorpels eine langwierige Angelegenheit, die gerade von ambitionierten Sportler:innen Geduld fordert: Zur Rehabilitation nach der OP bewegt am Anfang eine Motorschiene das Gelenk passiv. In den ersten vier Wochen wird langsam eine Belastung aufgebaut. Nach 5-6 Wochen kann das Gelenk erst voll belastet und stabilisierender Muskelaufbau forciert werden. Erst nach 12 Wochen kann wieder leichter Sport (am besten Radfahren) betrieben werden. Läufer:innen müssen sich 6 Monate gedulden, während Patient:innen mit Fußball oder Ski alpin bis zu einem Jahr warten müssen. „Die Message hierbei ist: Es ist nicht wichtig, was Du im nächsten Jahr machst, sondern in den nächsten 10-20 Jahren machen kannst, also die langfristige Prognose zählt“, mahnt Nehrer realistische Erwartungen an das Behandlungsergebnis an.