Jucken, Schuppen, kleine entzündete Stellen – spätestens, wenn wir solche Veränderungen an unserer Kopfhaut wahrnehmen, ist es an der Zeit, ihr eine Extraportion Aufmerksamkeit zu schenken. Wir zeigen, welche Ursachen hinter Kopfhautproblemen stecken können, geben Pflege-Tipps und zeigen, wie Ihr langfristig eine gesunde Kopfhaut fördern könnt.
Gesunde Kopfhaut: Die Basis für schöne Haare
Unsere Kopfhaut übernimmt viele wichtige Funktionen. Sie bildet einen physischen Schutzmantel und beheimatet Immunabwehrzellen, die Krankheitserreger abwehren. Sie ist zudem mit vielen Blutgefäßen und Schweißdrüsen ausgestattet, die uns dabei helfen, unsere Körpertemperatur zu regulieren. Viele kleine Drüsen produzieren laufend Talg, der dazu dient, die Kopfhaut zu pflegen und vor dem Austrocknen zu schützen. Im nährenden Stützgewebe der Kopfhaut versorgen die Blutgefäße zudem unsere Haarwurzeln mit Nährstoffen.
Die Kopfhaut regeneriert sich kontinuierlich, bildet Talg und neue Zellen, die nach oben an die Hautoberfläche wandern und dort die alten, abgestorbenen Zellen „ablösen“. Dieser filigran abgestimmte Kreislauf kann jedoch durch verschiedene Ursachen aus dem Gleichgewicht geraten und zu verschiedenen Kopfhautproblemen führen. Die Kopfhaut beginnt zu jucken, zu schuppen und auszutrocknen.
Häufige Ursachen für Kopfhautprobleme
Es gibt eine ganze Reihe an Ursachen, die dazu führen können, dass unsere Kopfhaut aus dem Gleichgewicht kommt und in ihrer Funktion gestört ist. Dazu zählen unter anderem:
- Eine gestörte Talgproduktion: Sowohl eine zu geringe als auch eine zu starke Talgproduktion kann Kopfhautprobleme verursachen. Zu wenig Talg führt oft zu Spannungsgefühl, Schuppen und Juckreiz. Aber auch eine zu starke Talgproduktion kann Juckreiz auslösen. Bei einigen ist die Talgproduktion genetisch verändert. Die nachfolgenden Ursachen können sich zusätzlich auf die Talgproduktion auswirken.
- „Falsche“ Pflegeprodukte: Einige reagieren empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe in Shampoos und Spülungen. Sie können die Kopfhaut irritieren. Juckreiz kann aber auch entstehen, wenn wir die Produkte nicht gründlich genug ausspülen, ebenso wie Stylingprodukte, die Rückstände auf der Kopfhaut hinterlassen.
- Stress: Leiden wir unter Stress, produziert unser Körper verstärkt das Hormon Cortisol. Das kann die Funktion des Immunsystems beeinflussen. Es kommt zu einer Überreaktion, wodurch Entzündungen entstehen können. Und: Viele kratzen an der Kopfhaut, wenn sie unter Stress leiden. Das reizt die Kopfhaut zusätzlich.
- Hitze: Auch auf Hitze reagiert unsere Kopfhaut sehr empfindlich – sei es jene aus dem Föhn oder die der Sonne. Denn die Hitze trocknet unsere Kopfhaut schnell aus. Gleiches gilt übrigens auch, wenn wir unsere Haare mit heißem Wasser waschen.
- Hormonelle Ursachen: Vor allem während der Schwangerschaft und der Wechseljahre kommt es zu starken hormonellen Veränderungen. Sie können die Kopfhaut empfindlicher machen und austrocknen.
Trocken, fettig, gereizt: Diese Tipps helfen bei Kopfhautproblemen
Wir zeigen Euch, welche Maßnahmen bei trockener, fettiger oder gereizter Kopfhaut helfen können.
Tipps bei trockener Kopfhaut
Verwendet sanfte und milde Shampoos und Spülungen. Achtet darauf, dass sie keine Silikone und sonstige Inhaltsstoffe enthalten, die die Kopfhaut austrocknen können, wie künstliche Duftstoffe, synthetische Farbstoffe oder auch Sodium Lauryl Sulfat. Dabei handelt es sich um entfettende Schaumbildner. Wascht Eure Haare zudem nur mit lauwarmem Wasser, rubbelt die Kopfhaut nicht mit dem Handtuch ab und verzichtet auf heiße Föhnluft. Passt ggf. auch die Häufigkeit der Haarwäsche an und versucht, Eure Haare nicht jeden Tag zu waschen.
Tipps bei fettiger Kopfhaut
Produzieren Eure Talgdrüsen zu viel Talg, ist die Kopfhaut schnell fettig. Wenn Ihr zu fettiger Kopfhaut neigt, wascht Eure Haare mit lauwarmem Wasser und föhnt sie nicht zu heiß. Hitze regt die Talgproduktion an. Verwendet zudem Shampoos, die keine rückfettenden Öle, Silikone oder Proteine enthalten und speziell für fettige Kopfhaut entwickelt wurden. Sie reinigen die Kopfhaut oft etwas intensiver, pflegen sie gleichzeitig aber auch. Entwirrt Eure Haare zudem lieber mit einem Kamm oder einer Bürste mit groben Zacken und geht nur sanft durch den Haaransatz. Zu kräftiges Bürsten mit feinen Borsten regt die Talgproduktion an.
Tipps bei gereizter und juckender Kopfhaut
Eure Kopfhaut ist sehr rosa, juckt zunehmend und Ihr habt vielleicht sogar schon ein paar kleine Wunden? Das weist darauf hin, dass der Schutzmantel Eurer Kopfhaut geschädigt ist. Auch hier gilt: Pflegt Eure Kopfhaut nach dem Minimalprinzip. Verwendet ein mildes Shampoo, wascht nur so oft, wie wirklich nötig und verzichtet auf Hitze-Stylings und Stylingprodukte.
Wichtig! Wenn Eure Kopfhautprobleme länger anhalten, sie sich durch die Tipps nicht bessern oder sich sogar verschlimmern, sucht einen Dermatologen oder eine Dermatologin auf. Er bzw. sie kann dann der Ursache auf den Grund gehen und die richtige Therapie für Euch finden.
4 Pflege-Tipps für eine gesunde Kopfhaut
Im Idealfall schaffen wir es natürlich, dass unsere Kopfhaut erst gar nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Folgende Maßnahmen können Euch dabei helfen, die Kopfhaut gesund zu erhalten.
Macht regelmäßig Kopfhaut-Peelings
Regelmäßig bedeutet in diesem Fall: alle zwei bis drei Wochen. Es gibt spezielle Peeling-Shampoos, die sich dafür gut eignen. Achtet der Umwelt zuliebe darauf, dass diese keine Plastikpartikel als Peelinghilfe enthalten. Durch das Peeling löst Ihr abgestorbene Hautschüppchen und regt die Durchblutung der Kopfhaut an.
Achtet auf einen gesunden Lebensstil
Je vielfältiger, gesünder und ausgewogener wir uns ernähren, desto besser versorgen wir unsere Kopfhaut von innen heraus mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Das hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit unserer Kopfhaut. Doch nicht nur die Ernährung spielt eine Rolle. Stress, wenig Schlaf und Bewegung, Nikotin und Alkohol setzen ebenfalls unserer Kopfhaut zu. Versucht daher, ganzheitlich einen gesunden Lebensstil zu führen.
Massiert Eure Kopfhaut
Indem Ihr Eure Kopfhaut regelmäßig mit den Händen massiert, regt Ihr die Durchblutung an. Dadurch gelangen Nährstoffe besser in die Zellen. Gleichzeitig wirkt eine Kopfmassage sehr entspannend, was wiederum dabei helfen kann, Stress abzubauen.
Seid sanft zu Eurer Kopfhaut
Je weniger wir unsere Kopfhaut strapazieren, desto besser geht es ihr. Unser Tipp: Macht doch mal eine Bestandsanalyse. Welches Shampoo verwendet Ihr? Passt es zu den Bedürfnissen der Kopfhaut? Wie häufig setze ich der Kopfhaut Hitze aus? Welche Stylingprodukte verwende ich – und wie viel? Vermutlich findet jede von Euch ein paar Stellschrauben, an denen sie drehen kann, um die Kopfhaut ein wenig zu entlasten.