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Baby Blues oder Wochenbettdepression? So erkennst Du den Unterschied

Es ist geschafft, Du bist Mama! Erschöpft, aber glücklich hältst Du Deinen Nachwuchs in den Armen. Doch schon wenige Tage nach der Geburt findest Du Dich in einer Achterbahnfahrt der Gefühle wieder. Dir ist einfach nur noch zum Weinen zumute, Du bist erschöpft und niedergeschlagen. Das sind typische Symptome eines Baby Blues. Doch was löst diese depressiven Verstimmungen aus? Was hilft dagegen? Und ab wann ist die Rede von einer Wochenbettdepression? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Deine Hormone spielen verrückt

Stimmungsschwankungen, Erschöpfung, Energielosigkeit, Traurigkeit und Reizbarkeit – das sind typische Symptome eines Baby Blues. Doch warum kommt es zu diesen depressiven Verstimmungen wenige Tage nach der Geburt? Das liegt vor allen Dingen an der Hormonumstellung. Während Dein Östrogen- und Progesteronspiegel nach der Entbindung abfallen, kurbelt Dein Körper die Produktion des Stillhormons Prolaktin an. Schlafmangel, die neue Situation als frisch gebackene Mama, überwältigende Erlebnisse der Geburt – all das kann das Wechselbad der Gefühle noch verstärken.

Du bist nicht allein! Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe macht sich bei 50 bis 80 Prozent aller frisch gebackenen Mamas in der ersten Woche nach der Entbindung der Baby Blues bemerkbar.

Zurück zum Mutterglück

Viele Mamas fragen sich, wie lange so ein Baby Blues anhält – und ob er behandelt werden muss. Sei beruhigt: Bei den meisten Frauen reguliert sich der Hormonhaushalt innerhalb einiger Tage von ganz alleine wieder. In wenigen Fällen kann das auch ein bis zwei Wochen dauern.

Wenn Du nicht einfach abwarten möchtest, kannst Du Dein Wohlbefinden während des Baby Blues auch selbst positiv beeinflussen. Hier kommen ein paar Anregungen: Erkenne den Baby Blues als das an, was er ist: eine vorübergehende Phase mit depressiven Verstimmungen. Das hilft, die Stimmungsschwankungen besser einzuordnen und damit umzugehen. Lass Deinen Gefühlen zudem freien Lauf, sie sind kein Grund für Schamgefühle. Auch Dein Partner, Deine Familie, Deine Freunde und Deine Hebamme können Dir eine Stütze sein, Dich entlasten und Dir kurze Auszeiten schenken.

Wochenbettdepression ist eine Erkrankung

Manchmal werden Baby Blues und Wochenbettdepression über einen Kamm geschert. Das ist jedoch falsch. Eine Wochenbettdepression, auch postpartale Depression genannt, ist eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe entwickeln sie zehn bis 15 Prozent der Frauen im ersten Jahr nach der Geburt. Das Risiko dafür ist erhöht, wenn bereits vor der Schwangerschaft depressive Verstimmungen aufgetreten sind.

Oft sind es mehrere Faktoren, die in Summe eine postpartale Depression entstehen lassen. Dazu zählen Schwangerschaftskomplikationen, psychische Faktoren, etwa ein traumatisches Geburtserlebnis, die neue Lebenssituation und auch hohe Erwartungen an sich selbst als Mama.

Erkennen, wann Hilfe nötig ist

Eine Wochenbettdepression ist gut behandelbar. Wichtig ist jedoch, dass Du erste Symptome richtig deutest und ärztliche Hilfe aufsuchst. Denn bleibt eine postpartale Depression unbehandelt, kann sie chronisch werden und die Mutter-Kind-Beziehung langfristig negativ beeinflussen. Und denke immer daran: Sich Hilfe zu suchen, ist kein Zeichen dafür, dass Du eine schlechte Mama bist oder Dein Kind nicht liebst.

Zu den typischen Symptomen, die auf eine Wochenbettdepression hinweisen können, zählen:

  • Große Angst und Sorge um das Wohlergehen Deines Kindes
  • Ausgeprägte Versagensängste, Selbstzweifel und große Zweifel an den eigenen Fähigkeiten als Mama
  • Probleme, positive Gefühle für das Kind zu entwickeln
  • Stillprobleme
  • Starke emotionale Labilität

Manche Frauen haben auch Gedanken, sich selbst oder dem Kind zu schaden.

Behandlung ist sehr individuell

Welche Behandlung bei einer Wochenbettdepression am besten geeignet ist, hängt von den Symptomen ab. Wende Dich am besten als erstes an Deine Gynäkologin oder Deinen Gynäkologen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. In einigen Fällen helfen Medikamente, die Beschwerden schnell zu lindern. Es gibt auch welche, die Du während des Stillens einnehmen kannst.

Auch psychotherapeutische Maßnahmen kommen infrage, etwa die kognitive Verhaltenstherapie. Oft werden Dein Partner und Deine Familie mit einbezogen, auch Deine Hebamme kann unterstützend zur Seite stehen. Bei einer sehr schweren Wochenbettdepression kann es jedoch auch notwendig sein, in einer Klinik behandelt zu werden.

Immer für Dich da. Von Anfang an.