Mehr als Obst und Gemüse, gesunde Fette, Folsäure und andere wichtige Nährstoffe, die die Gesundheit des Babys fördern gelangen während der Schwangerschaft nicht in Deinen Körper? Verständlich. Doch einige Impfstoffe während der Schwangerschaft schützen nicht nur Mama, sondern auch das Kind.
Eine Grippe-Impfung, obwohl ich schwanger bin? Viele werdende Mamas lehnen Impfungen während der Schwangerschaft ab. Welche sinnvollen Schutzimpfungen Schwangere nach enger Absprache mit ihrem Frauenarzt allerdings in Erwägung zie-hen könnten erfährst Du hier.
Welche Impfungen sind wichtig?
Der Status von grundlegenden Impfungen wie Masern-Mumps-Röteln (MMR) wird bei Kinderwunsch-Patienten vor einer Schwangerschaft beim Gynäkologen geprüft, aufgefrischt oder nachgeholt, weil sie während einer Schwangerschaft nicht geimpft werden können. Ob und welche der Impfungen Du durchführen lassen möchtest – unter Berücksichtigung von Nutzen und Nebenwirkungen, solltest Du mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt besprechen.
Vor der Schwangerschaft
- Masern/Mumps/Röteln: Vor allem auf eine MMR- und Windpocken-Immunisierung wird großen Wert gelegt, da ei-ne Infektion während der Schwangerschaft zu Komplikationen führen kann.
- Windpocken: Eine Infektion im ersten Trimester kann zu Fehlbildungen und neurologischen Erkrankungen führen.
- HPV (Humane Papillomviren)
Während der Schwangerschaft empfohlen
- Keuchhusten wird vorzugsweise ab der 28. Schwangerschaftswoche geimpft.
- Grippe-Impfung kann gerade im Winter geborenen Säuglingen durch die Nabelschnur-Übertragung einen Schutz vor grippalen Infekten bieten.
- RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) verursacht Atemwegserkrankungen, die für Säug-linge unter vier Monaten gefährlich sein können. Impfungen, die nur bei Risiko und individueller Abwägung durchgeführt werden , sind Reiseschutzimpfungen, Frühsommer-Meningoenzephalitis und Pneumokokken.
Was bedeutet Nestschutz?
„Die Impfung der Mutter bedeutet auch einen Nestschutz fürs Baby“, wird Schwangeren beim Thema Immunisierungen oft erklärt. Aber was genau bedeutet das? Das Baby ist in den ersten Lebensmonaten vor bestimmten Infektionen immun, weil die entwickelten Antikörper der Mutter über die Plazenta durch die Nabelschnur übertragen werden und das Kind schützen, bis es selbst geimpft werden kann – ab circa zwei Monaten (erste Sechsfach-Impfung). Die erste Dosis MMR wird Kindern erst ab 11 Monaten verabreicht.
Experten sprechen dabei auch von maternaler Immunisierung. Das heißt, dass die wer-dende Mutter eigens deshalb geimpft wird, um Antikörper zu bilden, von denen die Gesundheit des Babys profitiert. Dazu gehört etwa Keuchhusten.
Wann ist der richtige oder falsche Zeitpunkt für eine maternale Impfung?
Wenn Du schwanger werden möchtest, solltest Du Deinen Impfstatus schon vor Eintreten der Schwangerschaft prüfen lassen. Du bist bereits schwanger? Fehlende oder dringend aufzufrischende Impfungen erfolgen vorzugsweise im zweiten Trimester ab der 20. Schwangerschaftswoche, um die Übertragung von Antikörpern ans Kind zu optimieren – mit Ausnahme Lebendimpfstoffe, die für Schwangere nicht geeignet sind. Bei Risikoschwangeren (beispielsweise Asthmatikerinnen oder Diabetikerinnen) werden Impfungen wie Keuchhusten schon im ersten Trimester von der STIKO empfohlen.
Tipp: Die aktuellen Empfehlungen findest Du bei der Ständigen Impfkommission (STIKO) und dem Robert-Koch-Institut (RKI). Frage Deinen Hausarzt oder falls Du schon schwanger bist, die Gynäkologin oder den Gynäkologen.