Während der Schwangerschaft durchläuft der Körper einer Frau viele hormonelle Veränderungen. Diese wirken sich vielfältig auf den Körper aus und können sogar die Mundgesundheit beeinflussen. Eine sorgfältige Zahnpflege ist daher während dieser Zeit besonders wichtig. Wir zeigen Dir, was Zahnprobleme mit dem Hormonumschwung zu tun haben, welche Faktoren sich noch auf die Mundgesundheit auswirken können und wie Du Deine Zahn- und Zahnfleischgesundheit förderst.
Warum Zahnprobleme in der Schwangerschaft häufiger auftreten
Du putzt Deine Zähne, spuckst die Zahnpasta aus und bekommst einen Schreck: Die Zahnpasta ist nicht weiß, sondern rot verfärbt! Keine Sorge. Diese Erfahrung machen viele Schwangere. Zahnfleischbluten kann während der Schwangerschaft leichter auftreten. Generell ist das Risiko für Zahn- und Zahnfleischprobleme erhöht. Doch warum ist das so? Das sind die drei Hauptgründe:
1. Hormonelle Veränderungen
Schwangerschaftshormone, insbesondere Östrogen und Progesteron, beeinflussen die Mundgesundheit. Die Hormone erhöhen die Durchblutung im Zahnfleischgewebe, wodurch es leichter zu Zahnfleischbluten kommt. Einige Frauen entwickeln zudem eine Schwangerschaftsgingivitis. Neben einem geschwollenen, roten und blutenden Zahnfleisch sind Schmerzen beim Zähneputzen und Zahnfleischrückgang typisch dafür. Unbehandelt kann eine Schwangerschaftsgingivitis zu Parodontitis, einer schwerwiegenderen Zahnfleischerkrankung, führen.
2. Erbrechen
Viele Schwangere leiden in den ersten Monaten unter Übelkeit und Erbrechen. Das ist nicht nur sehr unangenehm, die Magensäure kann auch den Zahnschmelz angreifen. Je öfter Du Dich übergeben musst, desto größer ist das Risiko, dass der Schutzmantel der Zähne geschwächt wird.
3. Veränderte Ernährungsgewohnheiten
Heißhungerattacken und Gelüste auf süße oder saure Lebensmittel kennen viele Schwangere nur zu gut. Ein häufiger Verzehr von zuckerhaltigen und sauren Snacks erhöht jedoch das Risiko für Karies. Säurehaltige Lebensmittel greifen den Zahnschmelz direkt an, Zucker indirekt. Denn: Bakterien im Mund wandeln Zucker in Säuren um. Der Zahnschmelz wirkt wie ein Schutzschild. Ist er geschwächt, entsteht leichter Karies.
Deine Zahngesundheit beeinflusst die Deines Kindes
Wusstest Du, dass Du bereits während der Schwangerschaft Einfluss auf die Zahngesundheit Deines Kindes nehmen kannst? Studien zeigen, dass Mamas mit unbehandelter Karies die Bakterien, die die Karies verursachen, an die Kinder im Mutterleib weitergeben. Dadurch erhöht sich das Kariesrisiko des Kindes. Es gibt aber noch einen Grund, warum Du während der Schwangerschaft ein besonderes Augenmerk auf Deine Zahngesundheit legen solltest: In Studien zeigte sich ein Zusammenhang zwischen einer unbehandelten Parodontitis der Mama und einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt. Auch das Geburtsgewicht war niedriger.
Gesunde Zähne und kräftiges Zahnfleisch: Tipps für Schwangere
Die folgenden Tipps helfen Dir dabei, Deine Mundgesundheit während der Schwangerschaft zu unterstützen und Zahn- und Zahnfleischproblemen vorzubeugen.
1. Gehe regelmäßig zum Zahnarzt
Am besten gehst Du direkt zu Beginn der Schwangerschaft zum ersten Kontrolltermin zu Deiner Zahnärztin oder Deinem Zahnarzt. Sie oder er schaut sich den Zustand Deiner Zähne und Deines Zahnfleisches genau an und gibt Dir Informationen zur Zahnpflege während der Schwangerschaft und zur Zahnprophylaxe an die Hand. In der Regel kontrolliert die Zahnärztin oder der Zahnarzt auch den Zustand des Zahnbelags mit einem Plaquetest. So kann sie oder er Dir noch individueller Tipps zur Mundhygiene an die Hand geben. In welchen Abständen ein Kontrolltermin notwendig ist, besprichst Du am besten direkt mit Deiner Zahnärztin bzw. Deinem Zahnarzt.
Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie empfiehlt zudem, zweimal während der Schwangerschaft eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen – zu Beginn und zum Ende der Schwangerschaft.
Wichtig: Gehe während der Schwangerschaft bitte direkt zum Zahnarzt oder zur Zahnärztin, wenn Du unter Zahn- oder Zahnfleischbeschwerden leidest. Werden Probleme früh erkannt und behandelt, reduzierst Du das Risiko für eine Verschlimmerung und Folgeerkrankungen deutlich. Röntgen ist während der Schwangerschaft natürlich tabu. Deine Ärztin oder Dein Arzt wägt zudem genau ab, ob eine Behandlung akut notwendig ist oder ob diese bis nach der Schwangerschaft warten kann.
2. Pflege Deine Zähne und Dein Zahnfleisch gründlich
Eine konsequente und gründliche Mundhygiene ist einer der wichtigsten Bausteine für gesunde Zähne und kräftiges Zahnfleisch während der Schwangerschaft. Dazu gehört:
- Putze zweimal täglich Deine Zähne und achte dabei darauf, nur sanft Druck auszuüben.
- Verwende eine weiche Zahnbürste, um das empfindliche Zahnfleisch zu schonen.
- Verwende einmal täglich Zahnseide oder Interdentalbürsten, um die Zwischenräume sauber zu halten.
3. Spüle Deinen Mund nach dem Erbrechen aus
Vor allem zu Beginn der Schwangerschaft kann jeder Morgen von Übelkeit und sogar Erbrechen begleitet sein. Die Magensäure kann Deinen Zahnschmelz angreifen. Um das zu vermeiden, spüle Deinen Mund nach dem Erbrechen mit klarem Wasser gründlich aus. Mit dem Zähneputzen solltest Du hingegen mindestens 30 Minuten warten, da der Zahnschmelz nach dem Kontakt mit Säuren vorübergehend weicher ist und durch das Putzen weiter geschädigt werden kann.
4. Iss möglichst wenig Zucker und ernähre Dich gesund
Viele Schwangere leiden unter Heißhungerattacken. Vor allem Süßes und Saures stehen dann hoch im Kurs. Um das Risiko für Karies zu vermeiden, versuche möglichst wenig Zucker und säurehaltige Lebensmittel zu essen. Ein weiterer Tipp: Stille Deine Gelüste lieber direkt nach einer Hauptmahlzeit, statt ständig zwischendurch etwas zu naschen. So setzt Du Deinem Zahnschmelz nicht ständig Säureattacken aus.
Nährstoffe für die Zahngesundheit
Achte zudem auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Proteinen. Es gibt einige Nährstoffe, die für die Gesundheit der Zähne von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören Vitamin D, Calcium, Magnesium und Phosphor. Sie tragen zur Erhaltung normaler Zähne bei. Phosphor steckt vor allem in Fleisch und Fisch. Calcium ist enthalten in Milch, Hartkäse, Sesam und grünem Gemüse wie Brokkoli. Vollkornprodukte, Haferflocken, Nüsse und grünes Gemüse versorgen Dich mit Magnesium.
Die Sache mit dem Vitamin D
Vitamin D steckt in Hering, Makrele, Eigelb, Leber und in geringen Mengen in Pilzen. Die Aufnahme über Lebensmittel reicht jedoch nicht aus, unser Körper bildet Vitamin D vor allem während der Sommermonate mithilfe von Sonnenlicht. Zwar verfügen wir über körpereigene Vitamin-D-Speicher, wir empfehlen Dir jedoch, Deinen Vitamin-D-Spiegel regelmäßig bestimmen zu lassen und ggf. Vitamin D zu supplementieren. Sprich Deine Ärztin bzw. Deinen Arzt darauf an.
5. Rege Deine Speichelproduktion an
Speichel ist ein natürlicher Schutzmechanismus des Mundes, da er hilft, Bakterien und Nahrungsreste wegzuspülen und den pH-Wert im Mund zu regulieren. Zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons sowie das Trinken von viel Wasser können die Speichelproduktion anregen. So kannst Du zwischendurch und zwischen dem morgendlichen und abendlichen Zähneputzen zusätzlich etwas für Deine Mundgesundheit tun.