Ihr erweitert Eure Familie – Ihr bekommt ein zweites Mal Nachwuchs! Die Vorfreude während der zweiten Schwangerschaft ist riesig. Gleichzeitig macht Ihr Euch auch Gedanken, wie Euer erstes Kind auf das Geschwisterchen reagiert. Schließlich ist es gewohnt, die gesamte Aufmerksamkeit von Euch zu bekommen. Und auf einmal muss es Mama und Papa mit einem Geschwisterchen teilen. Wir geben Tipps, wie Ihr Euer Kind auf das Geschwisterchen vorbereiten könnt und was Ihr beachten solltet.
Geschwisterzuwachs: Zwischen Rivalität und Freude
Ein zweites Kind stellt das Leben Eures ersten Kindes ziemlich auf den Kopf. Bisher musste Euer Kind Euch mit niemandem teilen. Es gab nur Euch drei. Mit der Geburt des zweiten Kindes ist da auf einmal ein weiterer kleiner Mensch, der die Aufmerksamkeit von Euch einfordert.
Wie Euer erstes Kind auf das Geschwisterchen reagiert und es annimmt, ist sehr individuell. Von Freude bis Abneigung kann alles dabei sein. Einen großen Einfluss darauf nimmt das Alter Eures erstgeborenen Kindes. Kinder unter drei Jahren stehen in einer sehr engen Abhängigkeit zu den Eltern. Bei jüngeren Kindern kann es dadurch eher zu Rivalitäten kommen, wenn ein Geschwisterchen die Familie erweitert. Wenn sie mit etwa drei Jahren langsam selbstständiger und reifer werden, fällt ihnen auch das Annehmen des Geschwisterchens leichter. Die anfängliche Rivalität ist dann oft nicht mehr ganz so ausgeprägt.
Das Alter ist jedoch nur ein Faktor. Ihr könnt als Eltern Einfluss darauf nehmen, wie Euer Erstgeborenes mit den Veränderungen, die mit einem zweiten Kind einhergehen, umgeht.
Das Erstgeborene auf das Geschwisterchen vorbereiten
Wir geben Euch Tipps an die Hand, wie Ihr Euer erstes Kind darauf vorbereiten könnt, dass Ihr schon bald zu viert seid. Außerdem erfahrt Ihr, wie Ihr vermeiden könnt, dass bei Eurem ersten Kind Eifersucht und Rivalitätsdenken aufkommen.
Wichtig: Keine Geschwisterbeziehung ist nur von positiven Emotionen wie Liebe und Zugehörigkeit geprägt. Wut und Abneigung gehören ebenso dazu und sind phasenweise ganz normal.
Tipp 1: Bereitet Euer Erstgeborenes altersgerecht vor
Kleinkinder können mit konkreten Zeitangaben kaum etwas anfangen. Wenn Ihr Eurem Nachwuchs also sagt, dass er oder sie in einem halben Jahr ein Geschwisterchen bekommt, ist das oft nicht greifbar. Genauso können sie sich keine Vorstellungen davon machen, was im Bauch der Mama passiert. Wenn Ihr Eurem Nachwuchs zu Beginn der Schwangerschaft erzählt, dass sie oder er ein Geschwisterchen bekommt, ist das für Kleinkinder nur schwer greifbar.
Sobald sich aber Dein Bauch deutlich wölbt und sich das Baby merklich bewegt, könnt Ihr Eurem ersten Kind einfühlsam erklären, was diese Veränderungen bedeuten. Ihr könnt mit Zeitangaben wie „wenn der Weihnachtsmann kommt“ oder „wenn es draußen wieder richtig warm ist“ versuchen, Eurem Kind näherzubringen, wann das Geschwisterchen kommt.
Wichtig: Drängt Eurem Kind die Neuigkeit nicht zu sehr auf und macht nicht eine zu große Sache daraus. Viele Kinder müssen die Nachricht oft auch erst sacken lassen und verarbeiten. Gebt Eurem Kind diese Zeit.
Tipp 2: Vermittelt Eurem Kind Sicherheit
Je jünger Euer Erstgeborenes ist, desto schwieriger kann sie oder er begreifen, was es bedeutet, ein Geschwisterchen zu bekommen. Das kann zu Unsicherheit führen. Gebt Eurem Kind jetzt besonders viel Sicherheit und zeigt ihm, dass Ihr für sie oder ihn da seid und auch weiterhin da sein werdet.
Tipp 3: Bindet Euer erstgeborenes Kind in Vorbereitungen
Indem Ihr Euer Erstgeborenes altersgerecht an den Vorbereitungen für die Ankunft des Babys einbezieht, stärkt Ihr das Selbstwertgefühl. Ihr schenkt Eurem Kind Vertrauen und zeigt, dass es eine wichtige Position in der Familie einnimmt. Je nach Alter könnt Ihr zusammen Windeln einkaufen gehen, die Babykleidung gemeinsam in den Schrank räumen oder Euer Kind beim Aufbauen des Kinderbettes zuschauen oder sogar helfen lassen.
Tipp 4: Macht keine falschen Versprechungen
Viele Eltern versuchen, dem erstgeborenen Kind das Geschwisterchen schmackhaft zu machen. Sie erzählen, dass bald eine neue Spielkameradin bzw. ein neuer Spielkamerad da ist. So ist die Enttäuschung jedoch vorprogrammiert. Ist das Baby da, merkt Euer Kind schnell, dass es eben nicht mit dem Geschwisterchen durch die Wohnung oder das Haus toben kann.
Ganz im Gegenteil. Es bekommt sogar sehr viel Aufmerksamkeit von Euch. Bereitet Euer Kind altersgerecht darauf vor, was es heißt, ein Baby in der Familie zu haben. Schaut gemeinsam altersgerechte Kinderbücher an und besucht, wenn möglich, frisch gebackene Eltern.
Zweites Kind: Fünf Tipps für die erste Zeit mit neuem Familienzuwachs
Euer zweites Kind ist da? Damit Ihr als Familie schnell zusammenwachst und Euer Erstgeborenes das Geschwisterchen bestmöglich annimmt, haben wir ein paar Tipps für Euch.
Geht ohne große Erwartungen in die erste Begegnung
Wenn möglich, lasst Euer Erstgeborenes am besten schon im Krankenhaus das neue Geschwisterchen kennenlernen. Schraubt jedoch Eure Erwartungen daran herunter. Alle Eltern wünschen sich, dass Ihr Erstgeborenes mit Freude auf das Geschwisterchen reagiert.
Doch die Emotionen können ganz unterschiedlich ausfallen. Macht Euch auch darauf gefasst, dass Euer erstes Kind gar keine Augen für das Geschwisterchen hat oder sogar mit Ablehnung reagiert. Versucht zudem, den Fokus nicht nur auf das Neugeborene zu legen, sondern schenkt auch Euerem ersten Kind genügend Aufmerksamkeit.
Bindet Euer Erstgeborenes so oft es geht ein
Wenn Ihr Euch um das Geschwisterchen kümmert, bezieht Euer Erstgeborenes, wann immer es geht, ein. Erklärt ihr oder ihm, was Ihr gerade tut und warum das wichtig ist. Erzählt Eurem ersten Kind zudem immer wieder, dass es auch mal so klein war und viel Aufmerksamkeit brauchte. Ihr könnt Euch auch gemeinsam Fotos anschauen, auf denen Euer erstes Kind genauso klein wie das Geschwisterchen ist.
Gebt Eurem ersten Kind viel Halt und Sicherheit
Das gelingt sehr gut, indem Ihr an Ritualen festhaltet. Zum Beispiel das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte oder gemeinsame Kuscheleinheiten auf dem Sofa. Auch wenn es schwierig ist: Vor allem Du als Mama solltest Deinem ersten Kind und Dir immer wieder Zeiten einräumen, in denen nur Ihr Zwei gemeinsam etwas macht. Das kann Verlustängste und Neid auf das Geschwisterchen vorbeugen.
Drängt Euer Erstgeborenes zu nichts
Euer erstes Kind ist dem Geschwisterchen gegenüber sehr reserviert und vielleicht sogar ablehnend? Drängt Euer erstes Kind auf keinen Fall dazu, z. B. mit dem Geschwisterchen zu kuscheln. Gebt Eurem Kind lieber die Zeit, die sie oder er braucht. Einige Kinder sind mit der Situation zu Beginn sehr überfordert. Sie müssen erst einmal verstehen und verarbeiten, dass der kleine Mensch nun zur Familie gehört.
Das zweite Kind: Auch für Euch eine große Veränderung
Nicht nur für Euer Erstgeborenes bedeutet ein Geschwisterchen viel Veränderung im Leben. Auch Euer Leben ist nicht mehr so, wie zuvor. Euer Alltag wird stressiger und Ihr werdet oft an Eure Grenzen kommen. Wichtig ist, dass Ihr realistisch auf die Zeit nach der Geburt blickt und Euch bewusst macht, dass das Leben als Zweifach-Mama oder Zweifach-Papa eine echte Herausforderung sein kann.
Sprecht schon vor der Geburt des zweiten Kindes mit Freunden und Familie und bittet um Unterstützung. So schafft Ihr Euch Freiräume, um als Familie zusammenzuwachsen und um beiden Kindern die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.