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Zinkversorgung, Linsensuppe (Symbolbild)

Zinkmangel bei Kindern: Brauchen Kinder mehr Zink?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat ihre Empfehlungen zur Zink-Zufuhr überarbeitet – und nach oben korrigiert. Darüber hinaus weisen die Experten darauf hin, dass der Zinkbedarf auch davon abhängt, wie die sonstige Ernährung zusammengesetzt ist.

Zink wird im Körper nicht in größeren Mengen gespeichert, wie etwa Calcium in den Knochen. Die tägliche Zufuhr über die Nahrung ist deshalb besonders wichtig. Bisher galt dabei ein Richtwert von 7 mg Zink täglich für Frauen und 10 mg für Männer. Die neuen Werte sind etwas höher (7-10 mg bzw 11-16 mg). 100 Gramm Vollkornbrot enthalten bis zu 2 mg, Haferflocken etwa 4 mg Zink, Hülsenfrüchte kommen auf 2-4 mg pro 100 Gramm Trockengewicht.

Reichlich Zink enthalten auch Körner wie Kürbis- oder Sonnenblumenkerne (6-7 mg/100 g), die allerdings meist nicht in so großen Mengen verzehrt werden. Auch Eigelb, Käse oder Rindfleisch sind gute Zinklieferanten (3-4 mg pro 100 Gramm Lebensmittel).

Nährstoffräuber Phytat

Die Verfügbarkeit von Zink ist abhängig von der Anwesenheit eines Nährstoffräubers: Phytat ist eine in Pflanzen vorkommende Säure. Sie dient vor allem in Samen zur Speicherung von Phosphat, welches die Pflanzen zur Keimung benötigen. Es ist darum vor allem in Kernen, Hülsenfrüchten und Körnern enthalten. Erdnüsse, Mais oder Soja gelten als besonders phytathaltige Beispiele, aber auch andere Vollkornprodukte sind phytatreich.

Das Molekül kann Mineralstoffe wie Zink, aber auch Magnesium, Eisen oder Calcium binden. Dieser Eigenschaft trägt die neue Empfehlung Rechnung: Wer sich besonders vollwertig (mit vielen Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten) ernährt, muss etwas mehr Zink aufnehmen, um die Verluste durch das aufgenommene Phytat auszugleichen.

Mangel durch Vollkorn?

Praktischerweise hängt die Aufnahme von Phytat und Zink zusammen, weil viele phytatreiche Lebensmittel gleichzeitig gute Zinkquellen sind. Die Verfügbarkeit des Mineralstoffes sinkt zwar in Kombination mit vollwertiger Kost, dafür wir aber auch mehr „angeliefert“. Es spricht also auch weiterhin nichts gegen eine pflanzenbasierte Kost mit Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten.

Gleichzeitig sind die neuen Referenzwerte ein Anlass, die eigene Zinkversorgung zu überprüfen. Einen erhöhten Bedarf sieht die DGE für schwangere und stillende Frauen, auch für Teenager wurden die Referenzwerte teils deutlich angehoben.

Empfohlene Zinkaufnahme laut DGE

AlterZinka
mg/Tag
mw
nie­dri­ge Phy­tat­zu­fuhrbmit­tler­e Phy­tat­zu­fuhrcho­he Phy­tat­zu­fuhrdnie­dri­ge Phy­tat­zu­fuhrbmit­tler­e Phy­tat­zu­fuhrcho­he Phy­tat­zu­fuhrd
Säug­lin­ge
0 bis un­ter 4 Mo­na­tee1,5
4 bis un­ter 12 Mo­na­te2,5
Kin­der und Ju­gend­lich­e
1 bis un­ter 4 Jah­re3
4 bis un­ter 7 Jah­re4
7 bis un­ter 10 Jah­re6
10 bis un­ter 13 Jah­re98
13 bis un­ter 15 Jah­re1210
15 bis un­ter 19 Jah­re1411
Er­wach­se­ne
19 bis un­ter 25 Jah­re1114167810
25 bis un­ter 51 Jah­re1114167810
51 bis un­ter 65 Jah­re1114167810
65 Jah­re und älter1114167810
Schwan­ger­e
1. Tri­mes­ter 7911
2. und 3. Tri­mes­ter 91113
Stil­len­de 111314

aDie Absorption von Zink wird bei Erwachsenen durch den Phytatgehalt der Nahrung beeinflusst. Daher wird die empfohlene Zufuhr für Zink in Abhängigkeit von der Phytatzufuhr angegeben.

bentspricht einer Phytatzufuhr von 330 mg/Tag (0,5 mmol/Tag); eine niedrige Phytatzufuhr und damit eine hohe Zinkabsorption liegt bei Ernährungsweisen vor, bei denen der Verzehr von Vollkornprodukten sowie Hülsenfrüchten gering ist und die Proteinquellen vorrangig tierischer Herkunft sind

centspricht einer Phytatzufuhr von 660 mg/Tag (1,0 mmol/Tag); eine mittlere Phytatzufuhr und damit eine moderate Zinkabsorption liegt bei Ernährungsweisen vor, die Proteinquellen tierischer Herkunft, darun­ter auch Fleisch oder Fisch, sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte einschließen (entsprechend einer vollwertigen Ernährung) oder bei einer vegetarischen bzw. veganen Ernährung mit vorrangig hoch ausgemahlenen, gekeimten oder fermentierten Getreideprodukten

dentspricht einer Phytatzufuhr von 990 mg/Tag (1,5 mmol/Tag); eine hohe Phytatzufuhr und damit eine verringerte Zinkabsorption liegt bei Ernährungsweisen vor, bei denen der Verzehr von Vollkornprodukten (vor allem nicht gekeimte oder unfermentierte) und Hülsenfrüchten hoch ist und die Proteinquellen vorrangig oder ausschließlich pflanzlicher Herkunft sind (z. B. Soja)

eHierbei handelt es sich um einen Schätzwert.