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Blähungen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Obwohl Blähungen eine normale Begleiterscheinung der Verdauung sind, empfinden wir sie in Gesellschaft als peinlich und ekelig. Meistens sind die Ursachen harmlos. Doch manchmal stecken auch Unverträglichkeiten oder Magen-Darm-Erkrankungen dahinter. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Blähungen zu vermeiden, in schweren Fällen stehen auch Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Was genau sind Blähungen, wodurch werden sie verursacht und was kannst Du gegen die schmerzhaften Gasansammlungen im Bauch tun? Hier bekommst Du alle wichtigen Informationen zu unerwünschten Darmwinden. 

 

Was sind Blähungen?

Von Blähungen, auch Flatulenzen genannt, sprechen Mediziner:innen, wenn sich in unserem Darm zu viel Luft bzw. zu viele Gase ansammeln, die dann über den Anus, unsere Ausscheidungsöffnung, entweichen.

Geruchslose Blähungen bestehen aus Gasen mit einen hohen Anteil Stickstoff, wenig Sauerstoff sowie aus Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff. Entweicht während der Blähung zudem ein unangenehmer Geruch, handelt es sich um schwefelhaltige Gase im Darm. Diese entstehen, wenn Darmbakterien unsere Nahrung zersetzen. Insbesondere eine ballaststoffreiche, kohlenhydrat- und proteinreiche Ernährung rufen unangenehm riechende Gase im Darm hervor.

Ein großer Anteil der bei unserer Verdauung produzierten Gase gelangt über den Blutkreislauf in die Lunge und wird dann ausgeatmet. Die restlichen Gase entweichen in Form von Blähungen über den Darm. Darmwinde sind also ganz normale Produkte des Verdauungsprozesses, die wir täglich acht bis zehnmal ausscheiden. Nach dem Verzehr von besonders blähenden Lebensmitteln (z. B. Kohl) können stärkere Flatulenzen entstehen, die vorübergehend sind, und uns nicht beunruhigen sollten.

Erst wenn um die zwanzig Darmwinde und mehr pro Tag abgehen, wird ein Arztbesuch empfohlen. Manchmal verbergen sich dahinter Nahrungsmittelunverträglichkeiten, eine bakterielle Fehlbesiedelung im Darm oder eine Erkrankung im Magen-Darm-Bereich.

Etwa 20 Prozent, d. h. jeder fünfte Erwachsene leidet gelegentlich unter unangenehmen oder schmerzhaften Flatulenzen. Dauerhafte, chronische Blähungen (Blähsucht) werden medizinisch auch als Meteorismus bezeichnet. Es gibt zwei Formen der Blähsucht: Die Luftansammlung kann sowohl im Magen und Darm (Meteorismus intestinalis) auftreten als auch in der freien Bauchhöhle (Meteorismus peritonealis).

Wo entstehen Blähungen in unserem Körper?

Gase können sich an drei unterschiedlichen Orten in unserem Körper bilden, wenn wir etwas essen:

  • Speiseröhre (Ösophagus): Unsere Speiseröhre, ein dehnbarer Muskelschlauch, verbindet den Rachen mit dem Magen. Unsere Speisen und auch verschluckte Luft (Sauerstoff und Stickstoff) gelangen über die Speiseröhre zum Magen. Essen wir zu hastig und verschlucken wir dabei zu viel Luft, bilden sich bereits Gase in der Region.
  • Dünndarm (Intestinum tenue): Der fünf bis sechs Meter lange, vom Magenausgang (Pylorus) bis zum Blinddarm (Zökum) entlang schlängelnde Dünndarm ist die nächste Station des Speisebreis. Dieser wurde zuvor im Magen mit Magensäure versetzt, die nun neutralisiert wird. Im Dünndarm findet außerdem die Fettverdauung statt, bei der Kohlendioxid (CO2) und eben auch Gase entstehen können.
  • Dickdarm (Intestinum crassum): Im letzten Abschnitt unseres Magen-Darm-Trakts, der vom Dünndarm ausgeht und am Anus endet, entstehen die meisten Blähungen. Die Hauptaufgabe des Dickdarms ist es, den Stuhl zu transportieren und zu speichern. Bakterien (Anaerobier und E. coli) zersetzen den Speisebrei und sorgen für den Abbau von unverdaulichen Kohlenhydraten und Eiweißen. Bei dem Prozess werden Kohlendioxid (CO2), Wasserstoff (H2) und Methan (CH4) gebildet, die für die Blähungen verantwortlich sind.

Im Rahmen einer normalen Verdauung entstehen etwa 2,5 l Gas. Das meiste davon wird über die Blutbahn in die Lunge transportiert und von dort ausgeatmet. Durchschnittlich ein halber Liter verlässt den Körper über den Darmausgang. “Pupsgeräusche” entstehen nur, wenn Gase mit einem gewissen Druck entweichen.

 

Blähungen: Ursachen

Es gibt sehr viele Ursachen für einen geblähten Bauch. Manchmal schlucken wir einfach zu viel Luft (Aerophagie) oder die Aktivität unserer Bauchwandmuskulatur (Bauchwandtonus) ist vermindert.

Physiologisch entstehen Blähungen auch aufgrund unserer Darmbakterien, die bei der Verdauung vermehrt Gase produzieren oder unser Bauch und Unterleib ist einfach hypersensibel und neigt daher schnell zu Blähungen.

Faktoren wie unsere Ernährung, Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten, zu und wenig Bewegung im Alltag gehören zu den häufigsten Ursachen für vermehrte Blähungen. Aber auch die Einnahme bestimmter Medikamente, psychische Belastungen, die körperlichen Umstellungen in der Schwangerschaft oder Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt oder Bauchraum können die Gasbildung fördern.

Treten in eher seltenen Fällen starke Blähungen ohne eine bestimmte Ursache auf, sprechen Mediziner:innen auch von einer funktionellen Flatulenz.

Falsche Ernährung

Einige Lebensmittel entfalten eine blähende Wirkung und können Flatulenzen auslösen. Wie stark Betroffene auf blähende Lebensmittel reagieren, ist individuell verschieden. Zu den blähenden Nahrungsmitteln gehören verschiedene Kohlsorten, Hülsenfrüchte oder Zwiebelgewächse, unreifes Obst, Eier sowie manche Brot- und Backwaren.

Auch der Verzehr von zu vielen Ballaststoffen innerhalb kurzer Zeit oder Getränke mit Kohlensäure können zu Blähungen führen. Kohlensäurehaltige Getränke führen allerdings eher zu vermehrtem Aufstoßen. Ebenso kann es beim hastigen Essen passieren, dass wir begleitend zu viel Luft schlucken, was wiederum Blähungen begünstigen kann.

Zu den blähenden Nahrungsmitteln gehören:

  • Gemüse (verschiedene Kohlsorten wie Rosenkohl, Blumenkohl, Rot-, Weiß- und Chinakohl, Grünkohl, Wirsing, Brokkoli, Bohnen, Zwiebeln, Knoblauch)
  • Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen, weiße Bohnen, Sojabohnen, Erbsen)
  • Haferflocken, Quinoa, Vollkornbrot, Pumpernickel, Getreideflocken, Müsli, Vollkornreis
  • Nüsse (Walnüsse, Erdnüsse, Haselnüsse, Mandeln)
  • Unreifes Obst (Pflaumen, Kirschen, Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Trauben)
  • Kohlensäurehaltige Getränke, Fruchtsäfte, Traubensaft
  • Zuckerersatzstoffe (Fruktose, Sorbit, Xylit)
  • Kaffee, Alkohol (Bier)
  • Ernährungsumstellung auf Vollkornprodukte
  • Schwefelhaltige Lebensmittel (Fleisch, Eier, Milch und Milchprodukte)

 

Unverträglichkeiten

Auch Unverträglichkeiten gegenüber Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fruktose) oder Gluten können verstärkt Darmwinde auslösen. Bei einer Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) oder Fruktoseintoleranz findet die Verdauung von Laktose und Fruktose nicht wie üblich im Dünndarm statt.

Bei bestehenden Unverträglichkeiten gelangen die Bestandteile unverdaut in den Dickdarm und werden dort von den Darmbakterien zu Wasserstoff (H2) zersetzt bzw. vergärt, was wiederum zu Blähungen führt.

Blähungen treten auch im Rahmen einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) auf. Betroffene reagieren empfindlich auf das Klebereiweiß Gluten, das in Weizen, Roggen, Hafer und Gerste steckt. Beim Verzehr entstehen Beschwerden wie starke Blähungen und weitere Symptome wie chronischer Durchfall, Übelkeit und Gewichtsverlust.

Mangelnde Bewegung

Menschen, die berufsbedingt viel am Schreibtisch sitzen und sich auch im Alltag zu wenig bewegen, sind anfälliger für einen trägen Darm und Blähungen.

 

Medikamente

Die (regelmäßige) Einnahme von bestimmten Medikamenten kann zu einer übermäßigen Gasansammlung führen und Blähungen begünstigen. Dazu gehören Abführmittel (Laxantien), Appetitzügler, Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Medikamente gegen Diabetes (Antidiabetika) und Antibiotika. Im Rahmen einer Antibiotikatherapie können auch die nützlichen Bakterien im Darm in Mitleidenschaft gezogen werden. Solche Eingriffe in die Darmflora sorgen für ein Ungleichgewicht und können Blähungen begünstigen.

 

Gestörte Darmflora

Gerät unsere Darmflora aus dem Gleichgewicht, z. B. durch eine Antibiotikatherapie, durch Stress, Infekten oder durch eine unausgewogene Ernährung, können gasbildende Bakterien (Bakterienarten vom Stamm der Proteobakterien) in Überzahl geraten. Dadurch kann eine übermäßige Gasbildung im Darm entstehen, die für Blähungen verantwortlich sein können. Auch wenn die Vielfalt der Darmbakterien reduziert ist, können Blähungen entstehen, weil die Darmbewohner die aufgenommene Nahrung nicht mehr ausreichend zersetzen können und es zu einer vermehrten Gasbildung kommen kann.

 

Schwangerschaft, Menstruation und Wechseljahre

Von Blähungen oder einem Blähbauch sind häufig auch Frauen betroffen, die sich in hormonellen Umbruchphasen befinden, z. B. während einer Schwangerschaft. Blähungen treten aber auch um den Eisprung oder um die Periode, z. B. im Rahmen des prämenstruellen Syndroms (PMS) auf. Verantwortlich dafür ist das Gelbkörperhormon (Progesteron), das die Befruchtung ermöglicht und in bestimmten Phasen vermehrt ausgeschüttet wird.

Das Geschlechtshormon Progesteron entspannt auch unsere Muskeln der inneren Organe. Das führt mitunter dazu, dass unsere Darmtätigkeit träger wird, sich der Speisebrei länger im Darm aufhält und durch Gärungsprozesse vermehrt Gase gebildet werden.

Befinden sich Frauen in den Wechseljahren, nimmt die Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron ab. Östrogene regen normalerweise die Verdauung an. Bei einem Östrogen-Mangel hingegen wird der Verdauungsprozess langsamer, es können vermehrt Gase und Blähungen im Bauch entstehen.

Säuglinge

In den ersten drei Lebensmonaten leiden Säuglinge häufig vermehrt unter Blähungen und einem aufgeblähten Bauch, der Schmerzen bereitet. Gründe dafür könnten darin liegen, dass Säuglinge eine Menge Luft beim Stillen verschlucken oder der Darm und die Verdauung noch nicht ausreichend gereift sind. Daher ist das Bäuerchen nach dem Stillen auch ein so wichtiger Vorgang, damit die Luft wieder entweichen kann.

 

Stress und psychische Belastungen

Psychische Belastungen, Ängste, Aufregung und Stress können uns auf den Verdauungstrakt schlagen und zu Blähungen führen. Stehen wir unter zeitlichem Druck und Stress, essen wir häufig zu hastig, unterhalten uns beim Essen mit Kolleg:innen und schlucken daher nicht nur die Speise hinunter, sondern auch eine große Menge Luft. Die Folge sind dann ein Blähbauch, der manchmal mit Schmerzen einhergeht, und Blähungen, um die angesammelte Luft und die Gase aus dem Körper entweichen zu lassen.

Psychische Überlastungen können über die sogenannte Darm-Hirn-Achse zu Blähungen führen. Unsere Darmwand verfügt über ein eigenes Nervensystem (enterische Nervensystem, ENS), ähnlich wie unser Gehirn. Beide Nervensysteme stehen in enger Verbindung zueinander und beeinflussen sich gegenseitig. Zwischen dem „Kopfhirn“ und „Darmhirn“ besteht eine rege Kommunikation. So können psychische Belastungen uns sprichwörtlich auf den Magen und Darm schlagen und Blähungen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Durchfall hervorrufen.

Magen-Darm-Erkrankungen

Magen-Darm-Beschwerden gehen oft mit dem Symptom Blähungen einher. Eine der häufigsten Ursachen für Flatulenz ist ein Reizdarm bzw. Reizdarmsyndrom. Neben starken Blähungen können weitere Magen-Darm-Beschwerden wie Schmerzen und Krämpfe in der Bauchregion, Durchfall und / oder Verstopfung auftreten. Ebenso rufen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Blähungen hervor.

Auch akute und durch verschiedene Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten bedingte Magen-Darm-Infekte, eine Divertikulose und Divertikulitis, Darmverengungen (Darmstenosen), Zwölffingerdarmgeschwüre und Magengeschwüre beeinträchtigen die Darmfunktion und lösen mitunter Blähungen aus.

 

Weitere organische Erkrankungen

Blähungen sind nicht nur ein Symptom bei Magen-Darm-Erkrankungen, sie treten auch im Rahmen von anderen organischen Erkrankungen auf. Dazu gehören z. B. Beschwerden der Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Galle oder der Leber. Weitere Erkrankungen, die mit Blähungen einhergehen können, sind außerdem:

  • Refluxkrankheit mit Sodbrennen, nach einer Reflux-Operation
  • Gallensteine (Cholelithiasis), chronische Gallenblasenentzündung (Cholezystitis)
  • Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom), Krebserkrankungen im Bauchbereich
  • Einsatz von Ernährungssonden
  • Erhöhter Bluthochdruck in der Pfortader (portale Hypertonie), Rechtsherzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz)

 

Blähungen: Symptome und Komplikationen

In den meisten Fällen treten Blähungen und ein Blähbauch ohne weitere Begleiterscheinungen auf und verschwinden von alleine wieder. Sind aber Magen-Darm-Probleme der Grund für die Flatulenz, können neben Blähungen weitere Symptome wie Aufstoßen, Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Durchfall (Diarrhö) und Verstopfung (Obstipation) auftreten. Die Schmerzen können auch im Oberbauch lokalisiert und diffus sein.

Oft werden Blähungen von akustischen Geräuschen begleitet. Ein Gluckern, Blubbern und Rumoren im Magen-Darm-Bereich sind meistens nicht zu überhören. Auch können die abgehenden Darmwinde übelriechend sein.

 

Komplikationen bei Blähungen

Hinter einer akuten Überblähung können sich als extreme Ursachen ein Darmverschluss oder eine Darmlähmung verbergen. In beiden Fällen handelt es sich um einen Notfall, der schnellstmöglich behandelt werden muss. Neben einem sehr aufgeblähten, schmerzhaften Bauch ist auch die Stuhlentleerung nicht mehr möglich.

Blähungen: Wann zum Arzt?

Bis zu zehn Blähungen täglich gelten als normal. Treten aber mehr als zwanzig Winde am Tag auf oder schmerzt der luftgefüllte, aufgeblähte Bauch, solltest Du besser einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren und die Beschwerden abklären lassen.

Auch wenn Du bemerkst, dass die Blähungen sehr stark ausgeprägt und schmerzhaft sind oder weitere Symptome wie heftige, anhaltende oder wiederholte Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe, Durchfälle und Verstopfungen, Übelkeit, Erbrechen, Brustschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Blut auf dem Stuhl in Erscheinung treten, ist ein Arztbesuch angezeigt.

 

Blähungen: Diagnose

Der erste Schritt auf der Suche nach der Ursache für Deine Blähungen ist ein ausführliches Arztgespräch (Anamnese). Dabei werden Dir viele Frage zu Deinen aktuellen Beschwerden gestellt, aber auch nach Deinen Ess-, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, möglichen Vorerkrankungen oder ob Du regelmäßig Medikamente einnimmst.

Bei der körperlichen Untersuchung wird Dein Bauch genauer inspiziert, abgehört, abgetastet und abgeklopft. Manchmal wird auch eine Blutprobe für die Diagnose benötigt oder bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) eingesetzt. Damit können Ärzte überprüfen, ob sich hinter Deinen Beschwerden eine akute Verstopfung oder ein Magen-Darm-Infekt verbirgt. Manchmal werden auch eine Stuhlprobe oder eine Darmspiegelung für die Abklärung nötig, wenn der Verdacht auf eine ernstere Erkrankung besteht, wie z. B. auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Dickdarmkrebs.

Besteht der Verdacht auf eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz, kommt ein Wasserstoff-Atemtest zum Einsatz. Bei solchen Unverträglichkeiten landen die beteiligten Zucker unverdaut im Dickdarm und werden dort von Darmbakterien zu Wasserstoff zersetzt, den wir  nur teilweise über unsere Lungen ausatmen.

Können Ärzt:innen keine Ursache diagnostizieren, liegt entweder ein Reizdarmsyndrom vor oder es handelt sich um eine funktionelle Flatulenz. Hier können u. a. Stress, Ängste, Depressionen und psychische Belastungen als Auslöser infrage kommen.

Blähungen: Behandlung

Was aber hilft bei lästigen Blähungen? Die Behandlung von Blähungen basiert auf Faktoren wie Häufigkeit, Schwere, der zugrunde liegenden Erkrankungen und möglichen Folgen. Neben einigen “Erste-Hilfe-Maßnahmen” ist manchmal auch das Schreiben eines Ernährungstagebuchs bei Blähungen sinnvoll oder bei starker Flatulenz können auch bestimmte Medikamente eingesetzt werden.

 

Hausmittel gegen Blähungen

Der Bauch grummelt, rumort und ist schmerzhaft aufgebläht, weil sich nach dem Essen zu viel Luft und Gase im Darm angesammelt haben? Mit ein paar Tipps und Hausmitteln kannst Du versuchen, die Beschwerden in den Griff zu bekommen und die Darmtätigkeit anzuregen. Helfen die Hausmittel nicht wie erwünscht und bleiben die Beschwerden länger bestehen oder verschlimmern sich, wende Dich an einen Arzt oder eine Ärztin.

Diese Hausmittel und Tipps können bei Blähungen:

  • Wärmflasche, warme Wickel (mit Kamille, Kartoffelwickel) oder ein warmes Kirschkernkissen auf den Bauch legen.
  • Bauch mehrere Minuten kreisend im Uhrzeigersinn massieren, um die Darmtätigkeit anzuregen, Spannungen zu lösen.
  • Bauch mit verdünntem Fenchel-, Melissen-, Kamillen- oder Kümmelöl einreiben, um Krämpfe und Schmerzen zu lindern und die Verdauung anzuregen.
  • Mehrmals täglich Tee mit Heilpflanzen wie Fenchel, Anis, Pfefferminze und Kümmel trinken.

Ernährung und Lebensstil

Treten Deine Blähungen immer im Zusammenhang mit oder nach dem Essen auf, wäre es hilfreich, über eine gewisse Zeit ein Ernährungstagebuch zu führen. Damit kannst Du individuelle Unverträglichkeiten gegen bestimmte Lebensmittel erforschen und die Erkenntnisse in Deine Ernährung einfließen lassen. Ein Ernährungstagebuch ist auch hilfreich bei Erkrankungen wie z. B. bei einem Reizdarmsyndrom und um Unverträglichkeiten gegenüber einzelnen Lebensmitteln besser zu erkennen.

Bei manchen Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt und Bauchbereich ist auch eine Ernährungsumstellung oder eine individuelle Diät angezeigt. In solchen Fällen wird dann in der Regel eine professionelle Ernährungsberatung empfohlen, wie z. B. bei:

  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), Fruktoseintoleranz, Laktoseintoleranz
  • Leber- und Gallenerkrankungen
  • Morbus Crohn
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung

Zudem wäre bei Blähungen eine Ernährungsweise hilfreich, die zu einer Linderung der Symptome, Häufigkeit und Schwere führt. Vermeide daher möglichst den Verzehr von Lebensmitteln mit einer blähenden Wirkung.

Zu den besonders stark blähenden Gemüsen gehören Erbsen, Bohnen, Linsen, Rosenkohl, Rosenkohl, Zwiebeln, Sellerie und Karotten sowie Obstsorten wie Bananen, Pflaumen, Aprikosen und Rosinen.

Blähungsfördernd sind auch alkoholische und kohlensäurehaltige Getränke sowie Zuckerersatzstoffe in höheren Dosen, auf die Du möglichst verzichtet solltest. Zuckeraustauschstoffe und Zuckeralkohole sind Sorbit (E420), Mannit (E421), Isomalt (E953), Maltit (E965), Lactit (E966), Xylit (E967) und Erythrit (E968).

Nicht nur unsere Lebensmittel können Blähungen hervorrufen, auch Faktoren hinsichtlich der Art, wie wir die Speisen essen und zubereiten oder der Reifegrad der Nahrungsmittel spielen eine Rolle. Schnelles, hastiges Essen fördert die Entstehung von Luft und Gasen im Darm, weil wir viel Luft verschlucken.

Besser wäre es, wenn Du Deine Mahlzeiten in Ruhe einnimmst, gründlich die Speisen kaust und nicht allzu viel redest, während Du isst. Es wird zudem empfohlen, mehrere kleine Portionen zu verzehren statt wenige große Mengen. Auch Mahlzeiten in der Nacht oder am späten Abend wirken sich möglicherweise negativ aus.

Medikamentöse Behandlung

Bei stark ausgeprägten Blähungen kannst Du auch auf rezeptfreie und rezeptpflichtige Medikamente zurückgreifen, die eine entschäumende, krampflösende und verdauungsfördernde Wirkung entfalten:

  • Entschäumende Medikamente (Detergenzien): Arzneimittel wie Simeticon oder Polydimethylsiloxan (PDMS) reduzieren die Oberflächenspannung der Gasbläschen im Speisebrei, der sich im Darm befindet. Dadurch können die Gase entweichen und in den Körper resorbiert werden oder abgehen. Entschäumer gehen nicht in das Blut über, wirken lokal im Darm und werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Sie finden bei Blähungen häufig Anwendung, weil sie als gut verträglich gelten.
  • Krampflösende Mittel (Spasmolytika): Medikamente mit einer krampflösenden Wirkung entspannen die Muskeln unserer Bauch- und Atmungsorgane. Zu den pflanzlichen Spasmolytika gehören z. B. Kamille oder Pestwurz oder Medikamente aus den Wirkstoffgruppen Mebeverin, Butylscopolamin oder Trospiumchlorid. Sie wirken gegen Blähungen und kolikartige Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe.
  • Verdauungsenzyme: Es gibt Menschen, die Schwierigkeiten bei der Verdauung von Fetten, Eiweißen oder Kohlehydraten haben. Möglicherweise können Drüsen im Magen-Darm-Trakt die Verdauungsenzyme nicht in ausreichender Menge ausschütten. Verdauungsenzyme können aber auch in Form von Medikamenten eingenommen werden und die fehlenden Enzyme ersetzen.

 

Blähungen vorbeugen

In den meisten Fällen entstehen Blähungen durch eine falsche Ernährung und Lebensweise. Folgende Tipps können hilfreich sein, um Blähungen gar nicht erst entstehen zu lassen:

  • Spaziergänge, regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivitäten wirken sich positiv auf unsere Verdauung aus und können Blähungen vorbeugen oder lindern.
  • Bei Stress und Zeitnot Entspannungsmethoden wie z. B. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Achtsamkeitsübungen wie MBSR, Yoga, Tai-Chi oder Qigong lernen.
  • Speisen mit entblähenden und entspannenden Gewürzen wie Kümmel, Fenchel, Ingwer, Kurkuma, Pfefferminze, Kamille und Koriander zubereiten, um Blähungen vorzubeugen.
  • Blähende Nahrungsmittel weigstens zeitweise meiden, z. B. Bohnen, Zwiebeln, Kohl, Knoblauch, unreifes Obst.
  • Kohlensäurehaltige Getränke meiden.
  • Mehrere leicht verdauliche Mahlzeiten am Tag essen statt fettreicher, großer Mahlzeiten.
  • Mahlzeiten langsam genießen und gründlich Kauen.