10 Prozent der Kalorienzufuhr in Deutschland stammt aus (Kuh-)Milch und Milchprodukten.
Was spricht gegen Kuhmilch?
Selbst ökologisch produzierte Weidemilch hat aus Tierschutzsicht einen großen Nachteil: Kühe geben nur Milch, wenn sie ein Kalb geboren haben. Um sie zu melken, werden Kühe und Kälber bereits kurz nach der Geburt getrennt. Um eine hohe Milchleistung zu erreichen, muss außerdem Kraftfutter verfüttert werden, dessen Anbau ressourcenintensiv ist. Viele Menschen entscheiden sich daher für Milchalternativen.
Welche Milch macht‘s?
Kuhmilch ist ein bedeutender Nährstofflieferant: Sie ist die Hauptquelle für Riboflavin und Calcium und trägt wesentlich zur Versorgung mit Jod, Zink und Vitamin B12 bei. Außerdem liefert Kuhmilch relativ viel Protein. Studien zeigen tendenziell positive Effekte für die Gesundheit, beispielsweise ein geringeres Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es gibt aber trotzdem gute Gründe, auf Milch zu verzichten: Tierschutz oder Nachhaltigkeitsaspekte sprechen für pflanzliche Alternativen. Einige Menschen reagieren darüber hinaus unverträglich auf Milchzucker oder sind allergisch auf Milchbestandteile.
Mikronährstoffe im Blick
Milch aus pflanzlichen Quellen hat sehr unterschiedliche Nährwerteigenschaften, je nach Ausgangsstoff. Wir haben die wichtigsten Unterschiede in einer Tabelle zusammengefasst. Wer ausschließlich pflanzliche Milchalternativen wählt, sollte darauf achten, dass sie ungesüßt sind. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, wählt besser Produkte, die mit Calcium, Jod, Vitamin B12 und Vitamin B2 (Riboflavin)angereichert wurden. Unglücklicherweise ist das nicht bei Bio-Pflanzendrinks erlaubt. Bei den Ballaststoffen kann pflanzliche Milch vorteilhaft sein, einige Produkte enthalten nennenswerte Ballaststoffmengen.
Makronährstoffe sind sehr unterschiedlich
Pflanzendrinks enthalten in der Regel deutlich weniger Protein als Kuhmilch, hier ist Sojamilch am ehesten gleichwertig. Reismilch und Kokosmilch haben einen sehr hohen glykämischen Index. Hafer enthält zwar ebenfalls viele Kohlenhydrate, seine glykämische Last wird aber durch die enthaltenen ß-Glucane abgemildert. Letztlich empfiehlt sich ein Blick auf die Nährwertangaben – die Zusammensetzung der Produkte unterscheidet sich oft deutlich.
Milchmythen und Schauermärchen
Eine Zeit lang (um 2015) verbreiteten einige teils reichweitenstarke Influencer:innen im Internet, Milch sei aufgrund enthaltener Wachstumsfaktoren wie Hormone und Mikro-RNA gesundheitsschädlich. Diese Behauptungen haben keine valide wissenschaftliche Grundlage und wurden von entsprechenden Fachgesellschaften bereits vor Jahren widerlegt.
Fazit
Milch ist ein Nahrungsmittel mit hoher Nährstoffdichte und positiven Effekten auf die Gesundheit. Wer auf tierische Quellen verzichten möchte, etwa um den Ressourcenverbrauch zu schonen und Tierleid zu vermeiden, muss die Nährwerte checken und sollte sich für angereicherte Produkte entscheiden.